Star-Allüren Teil 2

Ich komme heute von der Arbeit und frage Nummer 2 und Nummer 3, ob sie aufgeregt sind. Morgen ist ja der Videodreh, von dem sie schon seit Tagen immerzu reden. Sie nicken natürlich. Und freuen sich – über eine Sache ganz besonders:

„Nummer 1 ist dann morgen den ganzen Tag unsere Dienerin!“ verkündet Nummer 3 stolz.

Ich glaube, sie meinen damit eher so was wie Assistentin.

Star-Allüren

Da wir auf der Arbeit nächste Woche für ein Videoprojekt zwei Kinder benötigen, haben die Kollegen natürlich an mich gedacht. Ich habe ja schließlich genug. Für das Konzept waren am Nummer 2 und 3 gefragt – es geht um die Darstellung einer Durchschnittsfamilie (also zwei Kinder), und der Nachwuchs soll noch ein wenig kleiner und niedlicher rüberkommen.

Die Beiden waren total begeistert, und Nummer 1 war ein bißchen verärgert, dass sie nicht mitmachen konnte. Nachdem ich sie ein wenig aufgebaut hatte, fragte sie:

„Darf ich denn wenigstens zum Dreh mitkommen?“
Darauf Nummer 2: „Ja, aber Du sitzt ganz hinten, nicht vorne bei den Promis!

Na, das mit den Star-Allüren fängt ja früh an …

Wo wir gerade bei Hello Kitty sind …

Nummer 2 übt seit einigen Tagen den Song „Let it go“ aus „Frozen“ – auf Niederländisch. Ziemlich gekonnt, übrigens. So kam es, dass wir darüber sprachen, ihre Künste auf Video aufzunehmen.

Nummer 1 (die das gleiche Lied übrigens auf Französisch übt) meinte dazu:

„Genau – das stellen wir dann bei Youtube ein und dann bekommst Du ganz viel Geld dafür!“

(Nummer 1 hat eine kapitalistische Ader)

Nummer 3 war skeptisch. „Das geht doch nicht, Nummer 1 – dazu müsste sie schon ein internationaler Star sein, so wie Jesus oder Hello Kitty.“

Ich bin überzeugt, dass unser Video mit dem Titel „Jesus singing Let it go op Nederlands“ eine Menge Klicks bekommen würde.