World’s Best Dada

World’s Best Dada

Heute ist Vatertag. Man sieht viele Nicht-Väter mit Bollerwagen voller Alk durch die Parks ziehen. Sie feiern da irgendwas – was auch immer.

Unser Vater hier hat seinen Ehrentag nie so gefeiert. Ich habe auch meinen Muttertag nicht mit einem stressigen Kaffeekränzchen verbracht. Da sind wir beide also einer Meinung, er und ich.

Neben den Plänen, die wir für diesen Tag haben, möchten wir hier einmal sagen, wofür an den anderen 364 Tagen immer zu wenig Zeit und Raum ist. Das haben unsere „Fufels“ hier diktiert. Außer Nummer 4 – der wird von uns zwangssynchronisiert 😀

Nummer 4:

Lieber Dada,

Nam-Nam, es ist toll, dass Du mir immer ein Nam gibst, denn ich esse echt gerne! Und dass Du mit mir morgens manchmal kuschelst und Shawn das Schaf guckst ist so schön! Und dass Du mich so oberoberlieb hast, fühlt sich toll an! Und die vielen Kosenamen, die Du mir gibst, die liebe ich auch sehr. Du bist groß und haarig. Haarig bin ich auch schon, aber so groß wie Du will ich unbedingt auch werden.

Ich bin Schatzi-Mücke, der Kumpel. Dein Bäro und Dein Babymann und Dein Dickerchen und Du bist mein Dada! Besser kann es gar nicht sein!

Dada, ich hab Dich noch viel lieber als meinen Bawa und die Feuawea! Nam! Nam!

Nummer 3:

Lieber Dadi,

ich möchte Dir sagen, dass Du ein toller Vater bist. Oder Dada, wie man es auch sagen will.

Du isst einfach alles, am meisten Gemüse, weil Du ein einzigartiger Dada bist. Deshalb müssen wir auch immer Gemüse essen. Und ich mag Deine T-Shirts. Und dass ich mich an Dich dranhängen und an Deinen Armen turnen kann finde ich auch toll. Und dass Du immer, also meistens, wenn ich Dich sehe, lieb bist. Das ist auch toll an Dir. Und dass wir oft mal abends etwas mit Dir gemütlich gucken dürfen, weil Du uns dafür Zeit von Deinem Feierabend überlässt. Und dass Du immer am Wochenende Frühstück machst ist schön.

Ich finde es doof, dass Du so lange auf der Arbeit bist und ich möchte Dich mal länger sehen, weil Du mein Dada bist. Und es ist toll, dass wir Dich Dada und nicht Papa nennen, weil so heißen schon so viele. Und Papa ist einfach zu normal. Mein Dada ist nämlich nicht normal, sondern besonders. Und ich finde es toll, dass Du mich mit auf die Welt gebracht hast und dass ich zwei Augenfarben habe. Ich glaube, das meiste habe ich von Dir geerbt. Vor allen Dingen, den Hulk in mir. Nein, Spaß!

Ja, Du bist mein Dada und Du bist der Beste! Und ich will mal so braune Haare haben wie Du! Dass Du mein Dada bist ist auch toll, weil Du der Beste auf der ganzen Welt bist – das ist ja das Besondere an Dir!

Amen von Deinem Heiligen Augustinus

Nummer 2

Lieber Dad,

ich finde es ganz toll, dass Du Dich immer so lieb um uns kümmerst und dass Du es so gut nachvollziehen kannst, dass wir Mama manchmal nerven und wenn es ihr mal nicht gut geht. Dann fühlt sich Mama nämlich besser und freut sich über Dich – dann fühlst Du Dich auch besser.

Und ich finde es toll, dass Du mir so viel über Technik erklärst und dass Du mit mir Minecraft spielst, wenn wir Ja-Sage-Tage haben. Es gefällt mir an Dir, dass ich mit Dir Festplatten ein- und ausbauen darf. Du bist immer so lieb! Und dass Du immer Frühstück mit Bacon am Wochenende machst – das gefällt mir auch an Dir. Und ich mag es sehr gerne, abends mit Dir zu kuscheln und etwas zu gucken. Und Die Legenden von Andor spielen mit Dir ist ganz episch.

Ich freue mich immer, wenn Du von Deinen doofen Geschäftsreisen nach Hause kommst.

Superfettes Küüüüüsschen, Dein Küken

Nummer 1

Lieber Dad,

mir macht es immer Spaß, wenn wir zusammen am Esstisch Die Legenden von Andor spielen. Und ich finde es klasse, dass Du am Wochenende morgens immer Frühstück machst (auch wenn Du Dich manchmal darüber aufregst oder beschwerst).

Ich mag an Dir, dass Du so lustig bist und so stark und so groß. Und so schön. Und schlau. Und ich mag es, wenn wir abends manchmal zusammen was gucken. Oder wenn wir zusammen Wer bin ich? spielen.

Danke, dass Du so fleißig für uns arbeitest – wir haben so viele tolle Sachen und große Zimmer, tolle Spiele und es fehlt uns nichts. Bis auf einen kleinen Roboter, der für mich Die Glocke abschreibt. Und ich freue mich immer, wenn ich Dich sehe. Ich finde es auch ganz toll, wenn Du mit uns irgendwo hin fährst, damit die Mama sich mal ausruhen kann. Danke, dass Du mit den beiden Kleinen ein Wochenende verbracht hast, damit wir nach Paris konnten.

Alles Liebe, Dein Äffchen

Mein Tag

Ich lese total gerne die Tagesabläufe meiner Mama-Blogger-Kolleginnen. Und nie habe ich selbst mal so etwas verfasst. Außer meinem Beitrag zum Thema Wochenende. Da habe ich das getan. Und Mr. Essential hat mal ein Wochenende in Bildern dargestellt.

Jetzt mache ich das auch mal. So ab und an.

Okay:

Heute hatte ich einen ruhigen Tag.

Morgens habe ich Nummer 4 zur Tagesmutter gebracht, Nummer 1 war mit, denn die beiden Großen haben heute schulfrei. Nummer 3 lag mit Bauchschmerzen im Bett – hatte Nummer 2s Magen-Darm-Virus abgegriffen …

Danach bin ich nach Hause und habe angefangen, ein bisschen aufzuräumen. Plötzlich klingelte es und unser Haustechniker stand da mit Kartons. Anscheinend hatte Mr. Essential mir nicht gesagt, dass heute der Termin für die Steckdoseninstallation im Bad ist. Oder ich hatte es vergessen. Wie den Zahnarzttermin von Nummer 1 neulich – den hatte ich echt zwei Mal vergessen. Ist mir auch noch nicht passiert, dachte ich.

Und während ich das so denke und Nummer 3s Schmutzwäsche und als Klump verdrehte Socken vom Zimmerboden aufklaube, da kommt Nummer 2 hoch mit dem Telefon.

Wer war dran? Meine Freundin. Ich erschrecke:

„Oh Mann, das ist ja superpeinlich! Wir waren ja vor 40 Minuten verabredet!“ rufe ich in den Hörer.

Meine Freundin fand das nicht schlimm. Sie hat eine neue Küche bekommen und die wollten wir mit einem Tässchen Tee einweihen. Also eilte ich los, sagte dem Techniker Bescheid und auch den Kindern. Dann saß ich in der Sonne auf einer Bank bei meiner Freundin und wir unterhielten uns sehr schön. Tee war zu warm bei dem Wetter und so sind wir nach der Küchenbesichtigung nach draußen mit einem Wasser. Okay, zwischendurch rief der Techniker an und teilte mit, dass er fertig sei, aber leider mit dem Hammer eine Macke in unsere nagelneuen Fliesen (die nach 180 Arbeitsstunden endlich die Basis des renovierten Bads bilden) gehauen habe. Toll. Dann muss man nicht ängstlich bangen, dass ein Kind das übernimmt. Zack, Macke mitgeliefert. Immer positiv denken. Da wir seit Juli 2014 das Bad nicht benutzen können, ist mir alles recht, das uns vorwärts bringt. Von mir aus auch mit Macken.

Irgendwie verflogen die knappen zwei Stündchen im Garten und ich flitzte los, um Nummer 4 zu holen.

Zuhause wurde er von den Großen begrüßt und ich kochte, während sie mit ihm spielten. Dann gab Essen, anschließend verschwand der kleine Kerl im Bett. Ich räumte die Küche auf, hängte Wäsche auf und so weiter.

Dabei hörte ich, wie auch beim Kochen, ein spannendes Hörbuch.

Das alles war nahe an Wellness. Ja, echt. Freundin besuchen und quatschen. Hammer. Mach ich höchstens ein Mal im Monat oder so. Ansonsten hocke ich seit Monaten und Monaten in der Bude und gucke in den grauen Himmel, während ich einen Höhlenkoller entwickle.

Danach habe ich dann in der Tat mit dem Notebook auf dem Schoß auf dem Sofa gesessen! Bestimmt über eine ganze Stunde lang. Ich hätte an meinem Projekt arbeiten können oder nach meinem inneren Druck zu urteilen: müssen. Aber das wollte ich nicht. Und so groß war der Druck auch nicht. Also einfach rumgammeln. Das war schön. Aber davon werde ich immer so müde.

Normaler Weise hätte ich den Nachmittag zum Bügeln, Räumen und Ähnlichem genutzt. Aber heute nicht. Das war seltsam und nett zugleich.

Ich muss nämlich wirklich mal lernen, dass Pausen und nette Erlebnisse nicht nur etwas für Schluffis sind. Damit will ich keinesfalls Pausen machende Menschen diskreditieren, sondern nur meine verkorkste innere Einstellung aufzeigen. Im Grunde sind mir die Pausierenden und Ausgleichschaffenden nämlich haushoch überlegen. Und das weiß ich auch 😀

Das war also ein ruhiger Tag. Die Großen haben sich nur kurz gezofft, weil sie irgendeine Aufgabe nicht machen wollten und lieber aufeinander zeigten, als einfach mal loszulegen. Aber eben nur kurz. Nummer 3 ging es am Nachmittag wieder gut und sie ging mit einer sie besuchenden Freundin draußen spielen.

Derweil buk (tolle Form, hm?) Nummer 2 den Vatertagskuchen und ich musste sie zigmal auffordern, die Küche wieder aufzuräumen. Also alles ganz normal.

Und während es so ruhig war, fiel mir auf, dass ich es als langweilig und öde empfand. Öde, hier rumzusitzen. Wäre irgend etwas zu arbeiten nicht besser? Das ist ja total nutzlos, nur sitzen und von DaWanda zu Facebook zu hüpfen. Ich fühlte mich mit einem Mal leer und ausgesaugt.

Ich muss noch an meiner inneren Einstellung arbeiten 😀

Und wie wird das lange Wochenende?

Morgen sind wir nach dem Frühstück unterwegs in einen sehr netten und niemals überfüllten Freizeitpark – als Vatertagsausflug. Davor gibt es Frühstück, Geschenke und eben den Kuchen.

Freitag kündigt sich drohend so etwas an wie: Das Bad muss gestrichen werden und zuvor die neuen Leitungen verputzt. Vielleicht geht es zum Baumarkt. Oder man schiebt es auf und hat es stressend im Nacken. Mr. Essential hat sich Urlaub genommen. Das ist doch dazu da, dass man irgend etwas arbeitet, oder nicht?

Ich mache bald mal eine neue Kategorie oder Serie hier auf dem Blog:

Homer Owner’s Delight

Das habe ich mir abgeguckt von einem guten Freund meines langjährigen Freundes, der in Austin lebt. Und sein besagter Freund hat ein Haus gekauft. Und hat nun auch ein Stockholmsyndrom mit der Immobilie, genau wie wir.

Ironisch und Lakonisch postet er dann auf Facebook, wie er sein gerade Gespartes in einen neuen Müllzerkleinerermotor steckt, den er dann auch noch selbst anbringen muss, weil ja kein Geld für einen Handwerker mehr übrig blieb. Das nennt er manchmal eben Home Owner’s Delight. Hat was, ne?

Samstag haben wir unseren 12. Hochzeitstag und ich freue mich sehr darauf. Wir werden Essen gehen und das wird sicher sehr schön. Davor fallen uns bestimmt noch eine Menge nerviger Sachen ein, die wir erledigen müssen. Immerhin haben wir letzten beiden Samstage genutzt um für 36,- Gebühr Müll zum Wertstoffhof zu fahren. Unter Anderem das aussortierte Spielzeug, das aus Nummer 1s und Nummer 2s Zimmern stammte …

Sonntag. Wie heißt es so schön im Don Quixote so ungefähr? „Sonnabends gab es eine kleine Mehlsuppe mit Brot und sonntags gab es Kummer und Schmerz“. Haha. Ja, Sonntage sind meine Freunde Feinde. Mal sehen, was uns da einfällt. Man sollte sich sonntags mit anderen Familien verabreden. Vielleicht empfinden andere den Sonntag auch als den Heiligen Tag der eingeschlafenen Füße mit lahmem Spaziergang. Wer weiß.

Wenn ich dazu komme, dann berichte ich mal am Montag, wie das Wochenende wirklich abgelaufen ist.

Bis dahin wünsche ich Euch allen ein paar wunderschöne Tage mit viel Sonne. Und viel Vatertag. Oder auch wenig – je nachdem, wie Ihr es mögt! 🙂