Sponsored Post: Test des Profi Pneumatik Power Baukastens von Fischertechnik

Wir haben letztens von Fischertechnik ein Pneumatikset zum Testen bekommen. Wer uns kennt wird wissen, dass wir jetzt nicht so 100%ig die Kernzielgruppe sind – auch wenn unsere mittleren und großen Mädels durchaus frei erzogen sind. Sie mögen Schwertkampf, Hulk und Heavy Metal. Aber die große „Konstruktionsspielzeugphase“ haben sie komplett übersprungen oder ausgespart. Allerdings zeigten sie sich sehr interessiert – daher haben wir das Testprojekt umgesetzt.

IMG_6076

Nummer 2 und 3 äußerten sich zwar anfangs wirklich begeistert, kamen beim Bauen aber nicht so unglaublich weit. Während Nummer 2 schon vor dem echten Start von der Gravitation ihres Betts unhaltbar angezogen wurde (Teenie!), gab Nummer 3 nach rund 45 Minuten auf. Auch wenn ihr diese ersten Bauschritte sehr großen Spaß gemacht haben, glaube ich nicht, dass sie aus eigenem Antrieb ab hier weitergebaut hätte. Zum Verständnis: Sie ist im Moment 8 und hat mit dieser Art von Spielzeug nicht sehr viel Erfahrung. Ich denke ein gleichaltriges Kind, dass in dieser Hinsicht schon ein wenig Erfahrung gesammelt hat, mag hier auch allein weiterkommen. Ihr ging einfach die Lust vorhanden, auch wenn ihr bis dahin alles perfekt nach Anleitung gelungen war. Doch die etwas fummeligen Kleinteile luden nicht gerade zum Weiterbauen ein.

Nummer 3 im Einsatz.

Nummer 3 im Einsatz.

In vielen Fällen (zumindest bei Kindern unter 10) wird der Bau eines der Fahrzeuge – wir haben uns natürlich für den Bagger entschieden – ein Co-Projekt für Eltern und Kind sein. Was ja auch eine nette Sache ist.

Ich war als Kind sehr versiert mit Konstruktionsspielzeug. Da es bei mir allerdings eher Lego (auch Technik) war, bedeutete der Bau jetzt keine nostalgische Reise in die Vergangenheit für mich. Es war eher das Ausprobieren von etwas Neuem.

Hellauf begeistert war natürlich unser Bagger-Fan Nummer 4. An dem Tag, an dem das Paket angekommen war, kam er mir begeistert entgegengelaufen, als ich abends von der Arbeit kam. „Bagger bauen! Bagger bauen!“ rief er. Mir war sofort klar: Dieses Projekt duldete keinen Aufschub.

Leider erwies sich das Bagger bauen als besser zugeschnitten auf Menschen, die mehr Zeit haben als ich. Am Ende musste auch nach rund 45 Minuten am ersten Abend abbrechen, weil ich soviel Freizeit schlicht und einfach nicht habe.

Dementsprechend baute ich bis zum Wochenende jeden Abend immer einen kleinen Teil des Baggers. Während die Kinder sich an den ersten Tagen noch beteiligt haben, meisterte ich das Projekt am Ende ganz allein. Der einzige, der hemmungslos begeistert blieb, war Nummer 4. Leider beschränkte sich seine Unterstützung darauf, sich einzelne Teile unter den Nagel zu reißen, sie auf den Tisch zu hauen oder wegzuwerfen. Eventuell wäre ich sogar ohne seine Hilfe ein wenig schneller gewesen … 😉

Ich möchte meinen Eindruck hier mal schnell zusammenfassen:

Positiv

Ziemlich umgehauen hat mich die Pneumatik-Funktion, nachdem ich den Bagger fertig hatte:

Bei meinem alten Lego Technik-Zeug bedeutete Pneumatik, dass man irgendwo pumpte und sich an einer anderen Stelle etwas bewegte (zumindest erinnere ich mich so daran). Der Profi Pneumatic Power Baukasten verfügt über einen Drucklufttank, in dem die „pneumatische Energie“ gespeichert werden kann. Sprich: Man pumpt auf und kann den Baggerarm dann vier bis fünfmal bewegen. Klingt jetzt weniger spannend als es ist – ist aber wirklich eine coole Funktion!

Außerdem gefiel mir die Auswahl an Baugeräten sowie die Optik des Baggers – die kam auch bei Nummer 4 sehr gut an.

Neutral

Das Set ist – wie der Name „Profi“ auch andeutet – einigermaßen anspruchsvoll. Je nach Übung und Alter des Kindes ist das eher ein Projekt für Kind und Eltern. Es ist auch als Spielzeug eher geeignet für Menschen, die eine Affinität zu feinmotorischem Gebastel haben, das ein wenig die Geduld herausfordert. Je nach Fähigkeit ist auch recht viel Zeit erforderlich.

Negativ

Ich bin nicht sicher ob die Altersangabe 8+ hundertprozentig passt. Nummer 3, die pfiffig und acht Jahre alt ist, hätte das alleine nicht fertigbekommen. Aber es mag auch Achtjährige geben, die in diesem Bereich mehr Übung haben. Mein wirklicher Kritikpunkt ist allerdings, dass das fertige Produkt nicht besonders haltbar ist. Die Steckverbindungen halten so lala, so dass der Bagger mehr zum Demonstrieren denn zum Spielen geeignet ist. Ich glaube zwar, dass das so gewollt ist – man baut halt so ein Fahrzeug und stellt es sich dann ins Regal – es kann aber ein wenig frustrierend sein, wenn die Kinder ein selbstgebautes, voll nutzbares Spielzeug erwarten.

Das seitliche Aufstecken, bzw. Einschieben der einzelnen Teile schränkt den Aufbau ein. Lego ist wesentlich leichter aufzubauen und hält auch beim Spielen besser. Beim Pumpen, Schieben und Drehen des fertigen Baggers schoben sich dauernd diese Kleinteile auseinander. Die Anleitung war auch eher für geübte Pneumatik-Profis.

Interessiert? Hier könnt Ihr den Baukasten kaufen (Affiliate-Link).

Wieviel sind drölfzig Euro Spielzeug denn in Kubikmeter?

Ms. Essential und ich haben gestern Abend in einer spontanen Aktion das Zimmer von Nummer 3 ausgemistet. Eigentlich hat Nummer 3 sogar zwei (kleine) Zimmer – ein Vorzimmer und ein Schlafzimmer. Beide sind aber ehrlich eher klein. Jedenfalls hatte sie im Vorzimmer für Jahre eine Ikea-Spielküche mit Unmengen an Zubehör stehen, sowie einen kleinen Tisch und zwei Stühle. Jetzt, wo sie groß ist, wollte sie gerne einen Schreibtisch haben.

Diesem Wunsch haben wir gestern entsprochen und ihr einen kleinen Schreibtisch besorgt. Der Plan hatte nur einen Haken – wir mussten zu seiner Umsetzung ihr Zimmer betreten. Und das war – wie immer – ein bißchen wie damals im Dschungel von Vietnam.

Ohne jetzt zu deutlich zu übertreiben konnte man das Bett fast nicht erreichen. Die Regale quollen über, vor dem Bett stapelte sich die schmutzige Wäsche, die Küchengeräte waren komplett über den Boden verstreut und versuchten mich zu Fall zu bringen und mir das Genick zu brechen.

„Jetzt reicht´s!“ schnaubte Ms. Essential und stapfte die Treppe hinunter. Eine Minute später war sie wieder da – mit einem Müllsack in der Hand.

(An dieser Stelle bitte hymnische Choräle hinzufügen)

Ihr müsst wissen, dass der Müllsack für uns ein ewiges Streitthema ist. Wann immer wir uns über chaotische Kinderzimmer ärgern, schlage ich vor „den ganzen Mist doch einfach wegzuwerfen“. Mrs. Essential hält dann dagegen, dass die Kinder „das doch gerade erst bekommen haben“ oder „die Oma es ihnen geschenkt hat“. Sie versteht normalerweise nicht, dass diese Argumente völlig nebensächlich sind und ich natürlich vollkommen recht habe. 

Nicht so gestern. Da kam sie die Treppe hinauf gestapft, mit einem Müllsack in der Hand. Eine Amazone des Spielzeugentsorgens. Eine Göttin des Puppengemetzels.

Ich verstand natürlich sofort, was die Stunde geschlagen hatte, und bestärkte sie in diesem Blutrausch.

„Genau, das muss alles weg, nein, das braucht sie nicht mehr, daran erinnert sie sich doch sowieso nicht. Guck mal, diese Schublade quillt auch noch über. Nein, nicht nachdenken, wegwerfen!“

Nummer 1 unterstützte uns bei der Aktion und half, bei zweifelhaften Gegenständen eine Entscheidung zu treffen. („Braucht sie dieses Bein hier noch?) Als wir die Aktion ungefähr zur Hälfte beendet hatten, hörten wir Schritte auf der Treppe. Nummer 3 war auf dem Weg in ihr Zimmer …

„Oh Gott,“ flüsterte Ms. Essential. „Wir sind doch noch nicht fertig!“

Ich packte Nummer 1 an den Schultern. „Schnell! Du musste sie aufhalten!“

Unsere Große stürmte ihr entgegen und lenkte sie ab, während Ms. Essential und ich weiter Spielzeug in Müll umdeklarierten. Ungefähr 90 Minuten später hatten wir drei 120 Liter-Müllsäcke mit … Dingen … gefüllt. Das meiste davon konnte man nicht einmal guten Gewissens als Spielzeug bezeichnen, es waren mehr so Puppenrutschen ohne Aufhängung, winzige Kaffeeuntersetzer oder kopflose Puppen und puppenlose Köpfe. Wobei ich zugeben muss, das natürlich auch voll funktionales Spielzeug dabei war.

Hinterher stellten wir uns die Frage, woher der ganze Krempel eigentlich kam. Die Antwort ist erschreckenderweise relativ einfach: Die Kinder haben einmal im Jahr Geburtstag, jedes Jahr ist wieder Weihnachten, und zwischendurch kriegen sie Taschengeld und dann und wann auch einmal so ein Geschenk. Ich weise innerfamiliär seit Jahren darauf hin, das jeder Euro, den man in Spielzeug investiert, 10 Cent an Kosten für Müllsäcke nach sich zieht (und – viel schlimmer – unbezahlbare Elternfreizeit kostet). Aber normalerweise beschimpft mich Mrs. Essential dann nur als herzlosen Spielzeughasser.

Gestern jedoch wurde uns klar, dass das alles einfach viel zu viel Krempel ist. Wir sind schon relativ restriktiv in Bezug auf Geschenke – jedes Kind kriegt nur ein Budget von 50 Euro pro Geschenkanlass, auch Opa und Tante liegen nicht wesentlich darüber. Wir haben nichtmal so unglaublich viele Verwandte die was schenken. Neu kreierten Schenkfesten wie Ostern oder dem Kindertag verweigern wir uns so weit wie möglich – Ostern liegt das Budget unter 10 Euro und den Kindertag ignorieren wir vollständig. Alles andere kommt uns sowieso nicht ins Haus, und wir lassen uns auch nicht einreden dass man zu diesen Gelegenheiten am besten einen Flatscreen schenken sollte (wobei … der fliegt dann wenigstens nicht rum).

Bei einer großen Familie gerät so etwas nämlich selbst unter strikten Vorgaben sehr schnell außer Kontrolle – 50 Euro pro Geburtstag mal Verwandtschaft plus Weihnachten mal 50 Euro mal Verwandtschaft plus Sonderanlässe mal 4 macht ungefähr drölfzig Hundert Euro pro Jahr, die wir an Spielzeug ins Haus bekommen. Und die dann aus den Schubladen quellen und mir die Füße brechen wollen.

Ich sehe ja irgendwo ein, das „Alles wegschmeissen! Soll Gott es aussortieren!“ nicht unbedingt die Lösung für alle diese Probleme ist. Aber ich bin dennoch davon überzeugt, dass in der Spielzeugindustrie nur schlechte Menschen arbeiten, die Eltern hassen.

Der Kratzbaum ist voller Lego

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/209/56407004/files/2014/12/img_0260.png
„Ich weiß nicht, von welcher Fernbedienung Sie sprechen, Mister.“

Nummer 4 lernt gerade Dinge in Behälter zu tun. Also einerseits so, wie man das mit klassischem Spielzeug lernt – ein viereckiger Holzklotz kommt in das viereckige Loch. Andererseits aber auch Freestyle-mäßig: Das Spielzeug von seinem Teppich kommt durcheinander in die Kisten, alles mögliche kommt in die Box mit meinen Fernbedienungen, und so weiter.

Eines seiner Lieblingsverstecke ist die Höhle im Kratzbaum unserer Katzen. Weil er da so gut dran kommt, nutzen die Fellbälle sie sowieso nicht, deshalb ist da immer Platz.

Letztens bemerkte meine Frau abends:

„Der Kratzbaum ist voller Lego.“

Wir wussten natürlich direkt, wie das dahin gekommen war. Am nächsten Tag suchte ich die Fernbedienung meines Verstärkers. Das die schon mal gerne durch die Gegend geschleppt wurde, hatte ich ja auch schon mitbekommen. Aber bis ich darauf kam, dass sie auch im Kratzbaum lag, musste ich zuerst die drei Mädels aktivieren und zusammen mit ihnen das gesamte Erdgeschoss absuchen.

Er mag Fernbedienungen halt sehr gerne – und den Kratzbaum auch.

Waaah – noch ein Geschenkeanlass???

Bild

Paypal, das digitale Zahlungvoodoo des weltweiten Konsums, wies mich gerade darauf hin, dass ich meinen Kindern doch bitte etwas zum Boys&Girls-Day schenken sollte. Ich bin da etwas rückständig – als die Mädels uns vor zwei Jahren darauf hinwiesen, dass die „Liliane ja eine Barbie zum Kindertag geschenkt bekommen hatte“ war ich mehr so: Wie jetzt, auch noch zum Kindertag Zeug kaufen? Das hättet Ihr wohl gerne, liebe Spielzeugindustrie!

Ich bin ja für Konsum durchaus zu haben, und es soll mir da auch gar nicht um die letzten Kröten gehen. Aber wenn ich daran denke dass wir über den Winter 600 Liter Müll …. äh Spielzeug aus den Zimmern ausgemistet haben, frage ich mich ob wir WIRKLICH noch mehr Geschenkanlässe brauchen. Wir haben:

  • Geburtstag
  • Ostern
  • Weihnachten
  • Nikolaus

Das sind für uns 16 Anlässe im Jahr, um neuen zukünftigen Müll zu erwerben. Da brauche ich nicht noch den Kindertag, den Boys&Girls-Day, den Namenstag, den Tag der Spielzeugeisenbahn oder den Tag des sozialen Konsumdrucks dazu.

Ich möchte daher eine Petition starten. Eine Petition gegen durchsetzungsschwache Eltern, die sich von ihren Kindern zu solchen Aktionen breitschlagen lassen. Ich nenne sie „Geschenke? Nein danke!„.

Bitte, liebe konsumfreudige Einzelkindeltern. Überdenkt Euren letzten Spielzeugkauf nochmal. EUCH ist es vielleicht egal, noch drei Spielzeuge mehr im Jahr zu kaufen – aber vergesst nicht was ihr Leuten wie mir damit antut.

Wer macht mit?

 

 

 

Trethupe im Napf

Trethupe im Napf

Ich muss morgen auf Geschäftsreise und nächste Woche schon wieder. Das kommt momentan so unpassend, dass ich meine Familie dafür entschädigen muss. Daher habe ich den Mädels gesagt, dass sie sich bei Amazon einem Internethändler etwas aussuchen dürfen. Budget 20 Euro pro Kopf. Was ja immerhin für eine Barbie reicht.

Prompt wurden gerade innerhalb von 30 Minuten die ersten zehn von 116 Ergebnisseiten für den Suchbegriff „Barbie“ durchforstet. Das Zeitlimit haben wir gesetzt, weil ich a) noch packen muss und b) meine Frau auch schon den Käse gegessen hat bei der Aussicht auf den Kinder-Overkill mit drei wilden Mädels und einem immer noch sehr quengeligen Nummer 4.

Nummer 3 war als letztes dran. Nummer 2, bereits versorgt, war am Ende sichtlich an einem schnellen Abschluss interessiert.

„Guck mal, Nummer 3, bei der Barbie ist eine Trethupe mit dabei. Und die Trethupe hat einen großen Napf, in dem sie sitzen kann, und einen kleinen Napf, aus dem sie fressen kann.“

„Trethupe“ ist unser kindertaugliches Codewort für Hunde, die in eine Handtasche passen. Da meine Kinder diesen Blog auch lesen, verrate ich das nicht-kindertaugliche nicht. 😉