Ohne Pfeife und Geige

Nummer 2 und Nummer 3 vorhin beim Abendessen (übrigens vor einer zyklopischen Schüssel voller Karnevalssüßigkeiten …):

Nummer 3: „Jetzt haben wir das Detektivbüro (umgestaltetes, ehemaliges Holzlager im Garten) vorigen Sommer ganz umsonst geschrubbt.“

Nummer 2: „Ja echt, wir hatten nur einen einzigen Fall. Den haben wir immerhin gelöst. Der Fall der zerstörten Telefonzelle.“

Ich: „Und? Wer hatte denn die Scheiben alle eingeschlagen an der wunderbaren und einzigen Telefonzelle unseres Dörfleins?“

Nummer 2 (nicht ohne Triumph in der Stimme): „Das war jemand mit gelben Socken.“

Ich (minimal konsterniert): „Äh, ja, also bei der Beschreibung haben sie ihn sicher schnell gefasst, Sherlock.“

Nummer 3: „Da brauchst du gar nicht ironisch werden, Mam. Wir haben bereits im letzten Haus (voriger Wohnort) einen Fall gelöst.“

Nummer 2: Ja stimmt! Der Fall der seltsamen Melodie.“

Ich (neugierig geworden): Was war denn das für ein geheimnisvoller Fall, Watson?“

Nummer 2 winkt ab: „Ach, der war eher peinlich.“

Ich: „Peinlich? Wieso denn das?“

Nummer 2: „Äh ja, es stellte sich schnell raus, woher die Melodie kam …“

Nummer 3: “ … haha, ja, das war der Schrottmann!“

Aber die Namen der mysteriösen Fälle hatten doch verheißungsvoll geklungen, oder? 😀

Rheuma und Kloppe

Die Kinder kommen gerade nach Hause und verschwinden direkt nach oben. Meine Frau und ich sitzen mit Nummer 3 und 4 am Esstisch, während ich ihn mit Brei füttere.

„Die spielen nur auf ihren Handys …“ meckert Nummer 3.
Ich blicke vom Breilöffel auf. „War ja klar, dass es für so viel Ruhe keine andere Erklärung gibt. Die daddeln ja irgendwie nur noch.“
Darauf Nummer 3: „Was habt Ihr denn früher so gespielt?“

Meine Frau und ich blicken uns an. Ich grinse.

„Wir hatten ja nichts …“ seufze ich im besten Bollerwagen-Tonfall.
„Fangen, Verstecken, Räuber und Gendarm …“ zählt meine Frau auf. Kurze Pause von Nummer 3. Dann fragt sie:
„Wie geht das denn – Rheuma und Jeanne D’Arc?“

(Man muss anmerken, dass das natürlich nur als Verhörer funktioniert und in geschrieben eher unwahrscheinlich aussieht)

„Rheuma und Jeanne D’Arc haben wir nicht gespielt – das wurde höchstens früher von ein paar sehr alten Rittern gespielt …“ kommentiere ich.

Nummer 3 besteht übrigens darauf, dass sie nicht Rheuma gesagt hat.
Es ging noch weiter. Plötzlich fiel mir ein:

Kloppe!“
Verständnisloser Blick von meiner Frau. „Kloppe?“
„Ja, wir haben auch Kloppe gespielt.“
Nummer 3 schaut interessiert. „Wie geht das denn?“
„Na, man bildet zwei Teams, und dann jagt und versteckt man sich. Und wenn man sich findet, verkloppt man sich gegenseitig.“

Ja, die gute alte Zeit … damals hat man noch sinnvolle Dinge gespielt.

Heute spielen wir Granatenfischen

Vorwort: Wenn die Mädels mal wieder nur in der Bude herumhängen wollen und die Geschichten aus unserer Kindheit (Buden bauen, Fußball spielen und Bandenkriege) zu langweilig sind, erzählen wir aus Opas Kindheit. Da ging es noch etwas rustikaler zu …

Nummer 3 rief letztens ihren Opa an. 

„Opa, was hast Du denn so gespielt als Du ein Kind warst?“

(kurze Pause)

„Wir brauchen das für die Schule.“
(weitere Pause)
„Aber bitte etwas anderes als Granatenfischen und Frösche aufblasen, weil wir sollen das in der Schule nachspielen.
Und ich weiß nicht wie man Frösche aufbläst oder wo ich Granaten herbekommen soll.

Das, für sich genommen, ist ja wiederum beruhigend.