Es geht voran: Hausrenovierung, Teil 3

Wolken in Rosé

Nummer 1s Farbwunsch für das Zimmer verwunderte uns kurz, aber er gefiel uns sehr gut. Ein Hauch von Altrosé sollte es werden – passend zu ihrer Vorliebe für Nostalgisches und Elegantes (Teetrinken um 5+ Shortbread essen = The Queen is amused.)

Also legten wir los, sie und ich.

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Hier ist die Farbe noch nicht trocken

Und dann war da noch der Bodenbelag

Irgendwie waren nach dem Streichen und der folgenden Pause alle verschwunden. Zumindest alle unter 15 Jahren. Und so begann ich gegen 13 Uhr das Laminat zu verlegen. Und verlegte. Und verlegte.

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Aller Anfang ist leicht. Nur das Ende nervt dann: Laminatverlegen

Ich wurde zu Verlege-bot 500 und geriet in einen rauschhaften Flow. Zeit verann wie Wasser, Bewegungen liefen nur noch ab, griffen ineinander wie feingliedrige Zahnräder, Schweiß brach aus – es war verflucht stickiges Wetter.

Als nur noch zwei Bahnen fehlten, tauchte die das Zimmer zukünftig bewohnende Tochter auf und legte sich erst einmal in eine Ecke. Ich erklärte ihr, dass es „schwimmend und nicht liegend verlegen“ heißen würde, was sie weder amüsierte noch motivierte. Doch – letztlich raffte sie sich auf und war dann richtig hilfreich. Wie zwischendurch auch Nummer 3.

Ich kam zum Ende und richtete meinen schmerzenden Körper auf, war erstaunt, wie viel Laminat man in drei Stündchen doch verlegen konnte und nahm mein Mobiltelefon in die Hand:

18:40 Uhr. Äh, dann wohl doch etwas mehr als drei Stündchen …

Und dann war da noch das Sofa

Am folgenden Tag holten wir das Sofa aus Nummer 2s Zimmer, wo es zuvor als Unterlage für zu sägende Werkstücke gedient hatte.

Die Bezüge hatte ich zuhause gewaschen und gefärbt. Ich ordnete an, dass Nummer 1 sie selbst auf ihr zukünftiges Sitzmöbel aufziehen solle. Sie blickte irgendwie etwas betreten und räumte ein, nicht zu wissen, wo sie die Bezüge hingeräumt habe.

Ich: „Ich hatte die Bezüge angezogen, gewaschen, gefärbt, gebügelt und dir sauber verpackt geradezu feierlich überreicht, mein liebes Kind.“

Liebes Kind: „Äh ja, ich weiß. So in einem dunkelblauen Müllsack eingewickelt.“

Ich: „Ja genau, den du zuhause zum Auto und hier wieder aus dem Kofferraum heraus getragen hast, Schnuckiputzi.“

Schnuckiputzi: „Öhm, ja, also. Ich glaube, äh, ich hab den Sack dann wohl doch nicht wie besprochen in ein Kellerregal gelegt …“

Ich: “ … sondern?“

Nummer 1: „… so irgendwie eher, ja, irgendwo hingeklatscht …“

Ich: „…wo jemand anderes das Behältnis als Müllsack identifizierte und es als ebensolchen benutzte, was ich durch die Anordnung, es in ein Regal zu legen hatte verhindern wollen? Was ich dir nun so blöd oberlehrerinnenhaft erkläre, weil ich davon genervt bin, dass meine Lebenserfahrung und Weitsicht ignoriert werden, damit diverse Heranwachsenden ihre vielzitierten ‚eigenen Erfahrungen‘ machen können?“

Sie: „Ja. Genau so. Hast du schön zusammengefasst. Ich, äh, geh dann mal suchen.“

Am Ende durchsuchten wir zu Dritt (die Teenies und ich) jeden dunkelblauen Müllsack. In der Garage, im Haus, im Garten. Und welcher stellte sich als der heraus, der tief unten – unter Dreck und Müll – die Bezüge beinhaltete? Ja! Der zuletzt Durchwühlte.

Dann aber: Tadaa! Etwas Fummelarbeit später:

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Zwei haben die Absicht, eine Wand zu bauen

Und das taten sie: Der beste Ehemann von allen und sein Vater haben fleißigst vermessen und gebohrt und geschraubt. Parallel zu unserem Gestreiche und Verlege.

Rund um eine Rundsäule am Fenster und endend an einem verklinkerten Kamin – nicht einfach, aber es machte sich:

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Aller Anfang  ist fummelig … aber als die erste Seite fast geschlossen war, ging es (fast) ganz schnell.

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Vor allem, weil es so großartige Unterstützung gab. Ja, da liegt eine Stichsäge in Kindernähe – aber die ist selbstverständlich ausgesteckt.

Ich finde, das haben sie echt gut gemacht!

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Schwupps. Fertig. Okay, das Schwupps dauerte viele Stunden …

Was haben wir denn an den vergangenen beiden Wochenenden noch so getrieben?

Wir haben die letzten Paneelen in den Kinderzimmern lackiert:

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Beispielfoto: Vormals sehr doofe Holzpaneele von 1976

Dann haben wir Pinsel und Rolle in Nummer 2s Zimmer geschwungen. Sie schwang fleißig (oder so etwas in der Art) mit.

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Sieht das nicht hübsch aus? Die trocknende Farbe?

Dann ging es irgendwie gut voran, bis  – die Farbe unerwartet leer war. Und das in den letzten eineinhalb Bahnen, die noch zu streichen waren. Also verschoben wir die Fertigstellung auf den kommenden Tag und kauften Farbe.

Als diese dann großzügig und sogar überwiegend auf den Wänden verteilt worden war begannen wir mit dem Laminatverlegen. Dazu musste das Zimmer ausgefegt und der Boden zuvor aufgeräumt werden. Man glaubt kaum, wie viel bröseliges, sandartiges Zeug ein uralter Teppichboden hinterlässt. Und wie lustig dieser Mist dann überall in der Luft hängt, auch wenn man vorsichtig fegt und saugt.

Nummer 4 bedauerte sehr, dass der „tolle Sand“ weichen musste und gab den Beleidigten.

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Ja, die Bildqualität ist mies, aber eine Übersicht schafft das Foto ja doch irgendwie, ne?

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Da war legten wir dann das Werkzeug weg und machten Pause

Am vergangenen Wochenende hatte ich wieder ein Blockseminar. Bin dann samstags nach dem Seminar zum Haus – die Kinder waren beim Opa, damit mein lieber Ehemann in Ruhe die Trockenbauwand tapezieren konnte. Wir arbeiteten ein wenig am Laminat (echt, ich kann das Wort langsam nicht mehr hören … Laminat, Laminat – wie das schon klingt …) und fuhren dann zum Ikea, um für den besagten Bodenbelag Endstücke zu erstehen. Um dann am folgenden Tag zu bemerken, dass wir zu wenige gekauft hatten. Aber egal.

Nun geht es von Donnerstagmorgen bis zum Sonntagabend weiter.

Also:

Im oberen Stockwerk ist alles fertig bis auf Kleinkram:

  •  Schalter/Steckdosen müssen gründlich gereinigt werden
  • Fußleisten müssen noch in zwei Zimmer zugesägt und in drei Zimmern angebracht werden (in einem sind sie schon zugesägt und dekorativ hinglegt …)
  • Übergangsleisten in den Türen fehlen noch, eine ist bereits vorhanden
  • Eine Leiste als Abschluss des Laminats am Ausschnitt der Wendeltreppe muss angebracht werden
  • Später werden noch Bad und WC bearbeitet (Fliesen anschleifen und lackieren, neuer Bodenbelag)
  • Noch später gibt es neue Türdrückergarnituren, genau wie im unteren Stockwerk

Nun geht es unten weiter mit:

  • Tapezieren der Küche mit Essbereich
  • Bestellen, Zusägen und Anbringen der Fußleisten (Berliner Profile, klassisch weiß)
  • Rest der Wand im Schlafzimmer glattschleifen
  • Schlafzimmer tapezieren (Vliestapete, also halb so wild)
  • Tapezieren und Anbringen eines Holzprofils (hinter dem Kopfteil des Bettes – soll indirekt von hinten durch LED beleuchtet werden)
  • Boden verlegen (oder verlegen lassen, mal sehen, was die Firma dafür haben will ..)
  • Treppe mit Teppich belegen lassen (erhalten morgen ein Angebot)
  • Rolläden zeigten sich als nahezu unbenutzbar – müssen wir mit der Vorbesitzerin klären, das wird sicher ein nettes Gespräch … diese müssen ausgetauscht werden. Bei der Gelegenheit lassen wir sie dann mit Rohrmotoren versehen.
  • Vom Flur aus, neben der Treppe, gibt es einen Durchgang zum Wohnzimmer, diesen wollen wir irgendwie verschließen. Aber eher mit einer Tür als mit einer Wand. Da sind wir noch nicht ganz damit durch, wie wir das machen wollen
  • Die neuen Decken streichen, die vom Trockenbauer durch Abreißen der Holzverkleidung und Anbringen von Rigipsplatten hergestellt werden
  • Wände im Flur und Wohnzimmer streichen, nachdem der Trockenbauer den Kratzputz (von einem Freund zärtlich als „Oma-Putz“ bezeichnet) verputzt hat
  • Das Wintergartendach bekommt entweder nur neue Profile oder neues Glas und neue Profile – hängt vom Preis ab.

Und im Keller werden wir dann – noch später –  zwei Räume ausbauen.

Ein Bisschen nervt echt der alltägliche Kleinkram, den man so nebenbei erledigen muss:

Auto muss zur Inspektion, Kinder müssen zu Kieferorthopäden, Dinge müssen aussortiert/eingepackt/verkauft werden, Termine bei der neuen Schule und in der KiTa wollen erledigt werden, es gibt noch ein Zusatzseminar für mich und den Start der Zusatzausbildung (Familienbiographisches Coaching) und so weiter.

In der zweiten Ferienwoche ziehen wir dann um, morgen ist der Termin mit dem Menschen von der Umzugsfirma, der sich hier einen Überblick der Lage machen möchte.

Ihr könnte es Euch ja vorstellen: Man ist viel in Möbelhäusern, Baumärkten und plant, kauft ein, vergisst die Hälfte, fährt wieder los …

Und sonst?

Nummer 3 leidet unter dem Verlust des gewohnten Umfelds, der Beendigung der Grundschulzeit und wir alle stellen uns innerlich auch natürlich um.

Und trotz all des Erledigens und Kümmerns fühlt es sich nach wie vor gut an. Auch für Nummer 3, obwohl sie traurig ist. Dieser Trauer geben wir natürlich Raum. Sie ist allerdings auch neugierig und gespannt.

Nach wie vor sind wir sehr dankbar für das, was wir da für uns gestalten. Vieles, das ich mir immer gewünscht hatte, bringt dieses Haus mit sich. Ich bin sehr froh, auch wenn es echt anstrengend ist.

Das Ganze zeigt sich in einem Flow, den man immer dann hat, wenn man die richtige Entscheidung traf. Ihr kennt das bestimmt: Man hat so ein freudiges, aber nicht zu aufgeregtes Gefühl in der Brust. Man spürt, wie alles ineinander greift, statt dauernd zu haken. Eine Entscheidung, die man zum richtigen Zeitpunkt und passend zur Intuition fällte.

Nun sind wir erst einmal wieder fleißig und bald lest Ihr dann das neue Update. Mit Fotos natürlich.

Ganz am Ende sollte ich dann wohl so eine Foto-Vorher-Nachher-Story machen, oder? 🙂

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