Liebe Ausländerfeinde

Es ist mittlerweile kaum noch von der Hand zu weisen, dass es in Deutschland einen ganzen Haufen von Menschen gibt, die Fremde nicht besonders gerne mögen. Vor allem nicht die Art von Fremden, die zu uns kommen, weil sie irgendetwas brauchen (oder „wollen“).

Diese Menschen fabulieren sich zusammen, dass ihnen ihr Hartz 4 gekürzt wird, damit es an die ganzen fiesen Flüchtlinge ausgeschüttet wird. Oder dass die Fremden ihnen bald ihren prekären Job wegnehmen werden. Oder ihnen ihre sonstigen Sozialleistungen streitig machen.

Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich kann das verstehen! Wenn ich außer dem Glück, in Deutschland in ein funktionierendes Sozialsystem geboren worden zu sein, auf der Habenseite auch so wenig zu vermelden hätte, würde ich mir auch Gedanken machen. Das sind halt größtenteils nicht die Globalisierungsgewinner, die hier Angst vor Kriegsflüchtlingen aus den Krisenherden dieser Welt haben.

Wobei, eigentlich haben sie ja Angst vor den fiesen Wirtschaftsflüchtlingen aus Albanien und so. Dabei wollen die doch eigentlich das gleiche wie sie: Unterstützung vom deutschen Staat, weil sie aus irgendwelchen Gründen mit dem, was sie selbst erwirtschaften können, nicht glücklich werden. Dabei haben die Flüchtlinge ihnen eigentlich sogar etwas voraus – denn sie haben es immerhin trotz widriger Umstände in ein neues Land geschafft, um einen Neuanfang zu wagen. Der ihnen ja auch noch sehr, sehr häufig verwehrt wird.

Ich kann absolut verstehen, dass wir kritisch prüfen wollen, wem wir hier Schutz gewähren. Allein schon damit der Schutz, den wir geben können, auf die Bedürftigsten verteilt wird. Ich kann aber nicht verstehen, wie sehr hier eine Alltagsfremdenfeindlichkeit vielleicht nicht salon-, aber doch immerhin stammtischfähig ist.

Deshalb habe ich mir überlegt, wie sich das Problem lösen lässt. Das ist nämlich eigentlich sehr, sehr einfach.

Liebe Ausländerfeinde, Ihr habt Angst vor der Überfremdung? Davon dass Euer Stadtteil von den falschen Menschen annektiert wird? Das ist blöd, denn wir Deutschen kriegen ja nun mal viel zu wenige Kinder. Wir brauchen die bösen Fremden sogar, insbesondere die, die besser qualifiziert sind als Ihr. Sonst geht das hier mit der schönen Wirtschaft, die Euch zwar fast abgehängt, aber immerhin nicht hängen gelassen hat, nicht ewig so weiter.

Deswegen möchte ich Euch einen Rat geben:

Bekommt doch erstmal drei, vier stramme deutsche Kinder. Sorgt dafür, dass diese optimal ausgebildet sind und produktive Mitglieder der deutschen Volksgemeinschaft werden. Und dafür, dass Ihr dabei der deutschen Volksgemeinschaft nicht auf der Tasche liegt, sondern Euren Beitrag leistet.

Ich kann Euch sagen, das ist ziemlich anstrengend. Kostet ziemlich viel Zeit. Und Nerven. Ihr werdet dann gar keine Zeit mehr haben, Flüchtlingsheime anzuzünden und blödsinnige Parolen zu rufen. Oder das Internet mit Hasskommentaren vollzuspammen.

Aber Ihr werdet das gar nicht mehr vermissen, weil die Flüchtlinge plötzlich keine Bedrohung mehr sind, sondern Menschen, die Hilfe brauchen.

Ihr habt doch nur Angst, das Mama Euch ein kleineres Stück Kuchen gibt. Backt Euch doch selber einen Kuchen.