Screentime: Miss Fisher’s Murder Mysteries

Oh wow, diese Bilder! Diese emanzipierte, glamouröse Frau in einer typisch maskulinen Protagonistenrolle!

Reizvoll inszenierte Kulissen, detailverliebt wie die Kleidung der Darsteller.

Niemand trägt einen Bob so elegant wie die Hauptdarstellerin Essie Davies! Ihr süffisanter, erfahren bis erhabener Gesichtsausdruck! Einmalig.

Phryne Fisher: Hier wohl beim Nachstellen des Pulp Fiction Film-Plakats

Phryne Fisher: Hier wohl beim Nachstellen des Pulp Fiction Film-Plakats

Zum Inhalt:

Die australische Serie spielt in den 20er Jahren der Stadt Melbourne und zeigt eine neureiche, den Luxus liebende, weötgewandte Dame, deren Leidenschaft die Kriminalfälle sind. Wie Miss Marple irgendwie, nur „etwas“ anders.

Die Serie basiert auf den Büchern „Phryne Fisher Mysteries“ von Kerry Greenwood.

Die Detektivin Miss Fisher, die einen ebenso eleganten Vornamen wie herrliche Mary Janes rägt – sie heißt „Phryne“, lebt zusammen mit ihrem gebildeten Butler („Mr. Butler“) und ihrer superniedlichen Haushälterin Dorothy („Dot“) in einem atemberaubenden Haus. Und sie braust mit einem pulsbeschleunigend hübschen Cabrio zu ihren diversen Fällen, in die sie nach altbewährtem Prinzip wie durch Zufall hinein gerät.

Sie ist als wie selbstverständlich wirkend emanzipiert zu bezeichnen. Lässig, glaubwürdig, selbstbewusst. Sie beherrscht diverse Fremdsprachen, Judo und die Kunst, sich die Männer abzugreifen, die ihr gefallen. Mal einen raubeinigen Anarchisten mit schwerem russischen Akzent, dann einen geradezu schmerzhaft attraktiven (und jüngeren) Chinesen.

Manchmal denke ich dabei vergleichsweise an die alten James-Bond-Filme, in der Bond die Frauen wie Accessoires seiner Männlichkeit behandelte. Aber Phryne wirkt dabei irgendwie gar nicht lächerlich aufgesetzt oder konservativ blöd. Sondern lebensbejahend. Dabei spielt sie mit offenen Karten – sie möchte sich nicht binden und die Männer wissen das auch so.

Trotz dass sie mit Kindern „nichts anfangen“ kann, da sie durch eine traumatische Erfahrung als Kind ihre Schwester Jane verlor, adoptiert sie ein Mädchen gleichen Namens, um ihm ein Zuhause zu geben.

Natürlich ist für die Kriminalfälle eigentlich (auch ähnlich wie bei Miss Marple) ein Kommissar nebst Polizisten zuständig. Und dieser ist meist nicht sehr begeistert über Miss Fisher, die sich stets gut informiert zeigt und absolut nicht abwimmeln lässt.

Die Serie wurde unter Anderem für die Kategorien Kostüme, Design, Titelmusik und beliebteste Schauspielerin nominiert. 2014 gewann sie dann die Kostümdesignerin Marion Boyce den AACTA Award der Kategorie Beste Kostüme.

Mein Fazit:

Ich gucke die Serie im Moment bei Netflix (nee, ich krieg weder Kohle noch Goodies von denen) und kann sie allen empfehlen, die eine besondere Krimiserie suchen, Kostüme oder einfach die Roaring Twenties lieben. Zudem ist es ein interessanter Genuss, eine Frau sich so verhalten zu sehen, wie man es (vor allem in den 1920er Jahren) von einem Mann erwarten würde:

Sie ist elegant, fährt ein tolles Auto und nimmt sich, was sie im Leben so braucht. Sie ist heldenhaft, bewaffnet und stürzt sich durchaus gerne in Nahkämpfe – auch intimer Natur. Dabei wirkt sie niemals so aufgesetzt wie viele so fast neurotisch feministisch besetzte Charaktere, sondern stets glaubwürdig und ja – zugleich ernst zu nehmend, sexy und liebenswert. Eine gute Mischung!