Therapie mit Waage

Nummer 2 backt (Brownies in Herzform für Valentinstag <3). Dabei muss sie 200 Gramm Butter abwiegen. Eine Waage möchte sie aber nicht verwenden.

Ich so: „Du kannst auch ein Fünftel von einem Stück Butter abschneiden, dann hast Du auch 200 Gramm.“

Sie brummt und will nicht rechnen. Dann kreischt sie und will nicht rechnen. Am Ende springt sie im Kreis und will nicht rechnen.

Schließlich hält sie meiner Frau die Waagschale mit einem Stück Butter vor die Nase.

„Sind das 200 Gramm?“

Meine Frau: „Das kann schon hinkommen. Aber eins verstehe ich nicht: Warum tust Du die Butter in die Waagschale und fragst dann doch mich?

„Weil ich der Waage nicht vertraue!

Vielleicht sollten die beiden mal eine Therapie machen, die Waage und Nummer 2. Sie haben ja scheinbar ein gestörtes Vertrauensverhältnis.

Computermesse und Internet

Computermesse und Internet

Ich habe mich die letzten beiden Tage beruflich auf der Cebit rumgetrieben. Daher habe ich den Kindern an zwei Abenden per Facetime gute Nacht gesagt – eigentlich ganz nett, ich glaube Vodafone wollte uns genau das schon vor zehn Jahren in der Werbung verkaufen …

Na ja, jedenfalls waren die Mädels natürlich davon fasziniert, dass ich auf einer Messe war, die auch im Fernsehen erwähnt wurde. Nummer 3 fragte daher einmal:

„Was ist denn nochmal die Cebit eigentlich?“

Ich lieferte eine Kurzerklärung zum Thema Messe ab und schloss mit der Aussage, dass es eben eine „Computermesse“ sei. Noch immer ein wenig fasziniert fragte Nummer 2, ob ich nicht mal von der Messe per Facetime anrufen könnte. Das ist natürlich etwas schwierig, da es da kein Netz gibt und ich meist nicht mal Mails empfangen konnte – geschweige denn Videotelefonieren. Also antwortete ich:

„Tut mir leid, da gibt es kein Internet, da geht das nicht.“
Dazu Nummer 3: „Das ist aber ganz schön peinlich, dass es auf einer Computermesse kein Internet gibt.“

Was soll ich sagen? Recht hat sie. 🙂

Beim Kinderarzt

Heute: Impftermin mit Nummer 4. Nummer 2, wie immer unzertrennlich, wollte mit. Gut, haben wir genehmigt – rübergefahren und ab in die Praxis.

Nachdem die Arzthelferin sagte, wir sollten Nummer 4 schon mal ausziehen, prustete Nummer 2 ihm auf den Bauch. (Gibt es einen adäquateren Begriff für „Pupsgeräusche durch Draufpusten machen?“)

Ich hörte eine Weile zu. Dann fiel mir etwas auf – da war ein nur allzu bekannter Rhythmus in den „Pfrrt“-Lauten zu erkennen …

Plötzlich war es mir klar.

„Nummer 2, hör auf den Imperial March auf Deinem Bruder zu pupsen!“

Das Schlechteste erwarten und (nicht mehr) auf das Beste hoffen

Unsere Mädels untertreffen – wie alle Kinder – mitunter unsere Erwartungen. Und wie alle Eltern sind wir dann frustriert, wenn die „aufgeräumten“ Sachen nur in die Ecke gepfeffert wurden, das Badezimmer voller Zahnpasta klebt oder die Arbeitplatte in der Küche mit Honig, Nutella und Schmierkäse überzogen ist.

Da wir ja (relativ) viele Kinder haben, kommt da manchmal einiges an unerfüllten Wunschträumen Erwartungen zusammen. Ein beliebtes Ziel unseres Frustes ist dann Nummer 2, der wir durch ihre Gerissenheit sehr gerne unterstellen, dass jede Vergesslichkeit oder Nachlässigkeit in Wirklichkeit nur getarnte Faulheit ist. Und auch bei scheinbar positiven Aktionen sagen wir ihr gerne schon einmal Berechnung nach.

Als sie letzte Woche wieder einmal zum Ziel solcher (natürlich haltlosen) Unterstellungen wurde, meinte sie:

„Boah Mama, Du bist viel zu miesgläubig!“

Underdog

Gestern abend hat sich Nummer 2 in die Mencave geschlichen, während wir Six Feet Under geguckt haben.

(Übrigens quasi die erste echte Freizeit, die wir seit dem 9. Dezember hatten – yeah!)

Meine Frau kommentierte eine der diversen Lebenskrisen von Claire Fisher:

„Tja, man hat es halt schwer als Underdog …“
Nummer 2: „Was ist ein Underdog?“
Meine Frau: „Ein Underdog ist jemand, der anders ist, andere Dinge mag und deshalb oft Schwierigkeiten hat Freunde zu finden …“
Nummer 2: „Was ist denn dann das Gegenteil vom Underdog? Overcat?