Hust und Aua und Max Black

Hust und Aua und Max Black

Ich würde sehr gerne etwas ausführlicher Schreiben, aber ich habe mal wieder Aua-Rücken (diesmal im oberen Bereich, so dass jedes Einatmen wehtut, ich nachts deshalb aufwache etc. pp.) und bin erkältet. Husten tut also auch weh – für so einen Driss habe ich keine Geduld, echt!

Gegen das Rückenaua hilft (ausschließlich) Yoga. Die tollen Muskelentspannungstabletten vom Arzt wirken null. Egal, Hauptsache ich kann mir überhaupt helfen. Also turnte ich vorgestern und gestern yogamäßig zwischen kränkelnder Nummer 1 und ebenfalls kränkelnder Nummer 2 auf dem Schlafzimmerteppich herum.

Vielleicht bin ich später wieder fit und komme zum Schreiben – muss nur genug Der Hund der nach unten sieht turnen 😀

Tagesmutter fällt ja noch zwei Wochen aus. Nummer 1 und 2 (sind wegen Krankheit nicht in der Schule und) konnten mir ein kleines Bisschen helfen, während ich hier herum kroch – Mr. Essential war bis gestern Abend beruflich in München. Und wäre er das nicht gewesen, dann wäre er wie immer zwischen 19 und 20 Uhr nach Hause gekommen – nicht sehr hilfreich 😀

An dieser Stelle frage ich mich, wie es sein muss, wenn man Eltern oder andere nahe Verwandte hat, die einem helfen kommen. Muss nett sein. Schade drum. Hätte es gerne mal erlebt, dass meine Mutter gekommen wäre und gesagt hätte:
„Mensch, Kind, du siehst nicht gut aus. Ich räum kurz auf und spiele dann mit den Kindern“ oder so was wie „Ach, ich kaufe eben für dich was ein“ oder „Ich koch was für euch, entspann dich, Kind“ Einfach so, weil sie sich um mich hätte kümmern wollen und weil sie so etwas wie gesunde Muttergefühle gehabt hätte… ich gerade ins Schwelgen, sorry.

Sind ja auch nur meine phantasievollen Vorstellungen. Klar können Eltern auch zu weit weg wohnen, beziehungsweise man selber. Oder selber so viel arbeiten, dass sie keine Zeit haben. Aber sie wäre bestenfalls interessiert und bemüht – so rosig stelle ich mir das zumindest vor.

Kennt Ihr die Serie „Two Broke Girls“? Da gibt es jene Dunkelhaarige namens Max Black, die ihrer wohlbehütet aufgewachsenen Freundin aus gutem Hause immer so krude, lieblose Stories aus ihrer Kindheit erzählt.

Die ist meine Serien-Identifikationsfläche.

Und die würde auch vornübergebeugt herumkriechen und beim Atmen stöhnen, während um sie herum Kinder wuseln und Babies sie brauchen, ohne dass irgendwoher ein Blutsverwandter aufkreuzt. Aber was können wir Max Blacks der Welt? Richtig: Trotz allem unseren (schwarzen) Humor pflegen. Lachen während des Stöhnens und scherzen während Schmerzen (<- reimt sich, daher gut). Wir wissen, dass da niemand kommt und daher finden wir ganz alleine Lösungen. Niemand bemuttert uns? Na, dann machen wir das doch einfach selbst, sind wir gewohnt, haben wir drauf. Wir sind mit Kleinigkeiten zufrieden und erfreuen uns an jeder Form von Frieden. Wir sind lösungsorientiert, verantwortungsbewusst, leistungsstark, liebevoll, leidensfähig, haben einen ausgeprägten Überlebenssinn und noch vieles mehr.

Wie interessant meine Rückenschmerzen doch sind: Jedes Mal, wenn ich sie habe, dann komme ich zum Nachdenken. Und jedes Mal eröffnen sich Gedanken um alte Dinge, die mir wehgetan haben und die ich verdrängt habe. Hatte vorher keine Zeit zum Fühlen, hatte leider/zufällig/meistens zu viel zu tun. Dann konnte ich mich plötzlich nicht mehr bewegen, nichts mehr tun und war zum Nachdenken gezwungen. Mist aber auch.

Tja, ich denke also nach, weil mein Körper mir mitteilt, dass es an der Zeit dazu ist. Weil es da Themen gibt, die ich leider mit aufgesetzter Schlafmaske betrachtet habe.

Ich schreibe bald etwas zum Thema Alte Schmerzen und meiner sehr – öh, interessanten – Kindheit als eine der Max Blacks dieser Welt. Es wird nicht so sein, wie man es erwartet: Es gibt keine alkoholkranke Mutter oder den obligatorischen unbekannten Vater. Aber es gibt ja noch viel mehr Dinge, die einen zu einer Max werden lassen als diese beiden Klassiker.

Ach, ich liebe so viele Zitate aus der Serie. Kann sie nicht alle perfekt zitieren. Ein Gespräch war ungefähr so:

Max: „Unsere Nachbarin Misses Soundso war immer so lieb zu mir als ich klein war.“

Ihre Freundin Caroline: „Aber das klingt doch gut, Max! Was hat sie denn gemacht? Hat sie dich bekocht und dir vorgelesen?“

Max: „Äh nein.  Aber sie hat mich immer aus ihrem Gartenschlauch trinken lassen.“

Besonders liebe ich folgenden Satz:

„Ich wurde nicht dazu erzogen, glücklich zu sein. Sondern dazu, dass Dosenfleisch Luxus ist.“

Der gefällt mir und seinen Sinngehalt unterschreibe ich für mich. Diesen Anklang von Sparsamkeit weniger (aber auch), jedoch der erste Teil ist ein Treffer.

Wenn ich demnächst über diese Dinge schreibe, dann wird das vermutlich mein persönlichster Post, daher drücke ich mich noch davor. Und mache Yoga – dann drängt sich alles nicht ganz so schmerzhaft auf 😀

Es geht um mich als nun erwachsenes Kind psychisch kranker Eltern und den Folgen dieser speziellen Kindheit. Vermutlich wird ein Post nicht reichen. Ich muss jedoch sehen, wie ein solch schwer verdauliches Thema von meinem Leserinnen und Lesern aufgenommen werden kann. Davon mache ich dann abhängig, ob und was ich dazu alles schreibe.

Euch allen wünsche ich einen wunderschönen, schmerz- und hustfreien Tag mit ein paar frühlingshaften Sonnenstrahlen 🙂