Löblich einsichtig

Nummer 1 und Nummer 2 haben heute einen Klassenkameraden zu Besuch. Sie sitzen oben im sonnenhellen Zimmer von Nummer 2 mit zwei Laptops und spielen Minecraft.

Das Mittagessen nahmen sie mit hoch. Dann brachte ich ihnen ein Schälchen mit Süßem. Das naschten sie. Dann hörte und sah man wieder nichts.

Gerade kommt Nummer 2 zu uns nach unten:

„Hallo Mum und Dad.“

Sie installierte sich im Türrahmen.

Ich: „Hey Süße! Wollt ihr vielleicht ’ne Pause machen und mal ein bisschen rausgehen?“

Sie: „Nö.“

Ich: „Wäre es vielleicht besser, ’ne Pause zu machen und mal ein bisschen rauszugehen?“

Selbstironisches Grinsen. Sie: „Ja.“

Nun folgen sie dem Tipp des nichtexistenten Ratgebers für die Gamer-Gesundheit und spazieren einmal um den Block …

Sind Smartphones das neue Fast Food?

Eine amerikanische Ergotherapeutin hat heute in der Huffington Post eine Brandschrift gegen die Verbreitung von Smartphones unter Kindern veröffentlicht. Wir haben unseren großen Mädels auch schon zig Mal Smartphoneverbot angedroht, wenn sie uns mal wieder phubben. Von daher kann ich eine gewisse Skepsis bezüglich der übermäßigen Bildschirmaffinität durchaus nachvollziehen. Dennoch halte ich einige der Kausalitäten auf eine „Könnte-irgendjemand-auch-nur-ein-einziges-Mal-an-die-Kinder-denken“-Art für … überzogen bis hysterisch. Erstaunlicherweise kann man mit dieser Herangehensweise im Leser leicht das Gegenteil von dem erreichen, was man eigentlich bezweckt. Beispielsweise bei mir.

Ich habe schon so oft gehört, dass bereits Grundschulkinder einen eigenen Fernseher im Zimmer haben – da kann man jetzt nicht hingehen und Smartphones verteufeln. Wir nennen das gerne Bildschirmzeit – egal wieviel Zoll – und versuchen das insgesamt im Auge zu behalten. Second Screen ist übrigens verboten – man muss es ja nicht übertreiben mit den LCDs.