Blogparade: Kinder sind unsere Zukunft

Blogparade: Kinder sind unsere Zukunft

Anne von Top-Elternblogs hatte die Idee zu einer sehr schönen Blogparade:

„Kinder sind unsere Zukunft“

Wer teilnehmen möchte, kann alles Wissenswerte hier finden.

Die Blogparade gestaltet sich als Interview, für das Anne fünf Fragen überlegt hat, die ich hier gerne beantworten möchte. Da die Singular-Formulierung der ersten Frage für uns natürlich nicht mehr so ganz passend ist, habe ich sie umgeändert.

Ich habe mir vorher natürlich Gedanken gemacht und festgestellt, dass sich die Wünsche mit der Zeit verändern. Sie werden spezifischer, je näher man einer gedachten Zukunft kommt.

Hätte ich diese Fragen kurz nach Nummer 1s Geburt beantwortet, wären sie sicher ganz anders (romantischer) ausgefallen, als nach bald 13 Jahren des Mutterseins. Ich beantworte die Fragen hier für alle vier Essential-Kinder:

  • Welche Zukunft wünsche ich meinen Kindern?

Ich wünsche ihnen eine Zukunft, in der sie alle Kraft, Energie und Lebensfreude besitzen, die sie brauchen. Das Leben muss nicht ohne Hindernisse sein – sie sollen Stärke, Intelligenz und Humor vereinen, um die Schwierigkeiten zu überwinden. Zudem wissen sie, dass sie immer eine Familie haben, die sie unterstützt.

Ich wünsche ihnen Freude am Prozess des „Life long Learning“, ausreichend inneren Abstand zu den Dingen und die Möglichkeit, Wichtiges von Unwichtigem so früh wie möglich unterscheiden zu können.

Klar wünsche ich ihnen prinzipiell auch eine tolle Ausbildung, Geld wie Heu und eine Menge guter Freunde. Im Grunde wünsche ich ihnen aber ein Leben, das sie glücklich macht. Nicht mehr und nicht weniger.

  • Wonach lohnt es sich, zu streben?

Nach Glück.

Nichts im Leben hat so viel Bestand wie das Glück.

  • Was ist Glück?

Liebe ist Glück, Dankbarkeit ist Glück. Glücklich zu sein ist das höchste Gut. Hierbei geht es nicht um temporären Spaß, Konsum oder Ähnliches. Sondern um das tiefe Begreifen der Dinge.

Man kann und muss nicht pausenlos vor Freude tanzen. Aber begreifen, dass das Leben ein Geschenk ist – das ist der Grundstein des Glücks. Und Selbsterkenntnis. So lange man sich selbst (allzu viel) belügt und sich Dinge, eigene Charaktereigenschaften und Erlebnisse zurechtredet, wird man kein beständiges Glück finden.

Das sagt jetzt nicht der Dalai Lama oder so. Dat sach ich.

  • In welcher Gesellschaft soll mein Kind einmal leben?

Die Frage finde ich schwierig – ich weiß ja nicht, wohin es sie verschlagen wird. Alle Gesellschaften sind verschieden – sie könnte ja auch im Ausland leben und ganz andere soziale sowie kulturelle Strömungen dort vorfinden.

Klar würde ich mir wünschen, die ganze Welt würde endlich ihren von den Esoterikern seit Jahrzehnten angekündigten Entwicklungssprung machen und voller Liebe und Toleranz sein. Aber ich glaube, das wird nicht passiert sein, bis unsere Kinder erwachsen sind.

Doch durch meine Erziehung kann ich einen Teil dazu beitragen, mitfühlende und geistig reife Menschen heranwachsen zu lassen, die für sich und andere bereichernd sind, statt für (noch mehr) Unmut auf der Welt zu sorgen.

Gestern noch dachte ich irgendwie an diesen Brauch der (immer noch manchmal ausartenden) Äquatortaufe und ertappte mich dabei, zu denken:

„Mensch, da könnte man statt andere mit Fässern aus Müll und schimmeligen Fischen zu übergießen ihnen doch auch ’ne Blumenkette flechten. Oder ’nen Äquatorkuchen backen. Aber nein, der Mensch muss ja unbedingt fies sein. Fies sein ist ja so witzig.“

So in diese Richtung gehen meine Gedanken.

Mehr Bösartigkeit, Ausgrenzung und Hektik braucht die Welt nicht – eher lieber weniger. Und ebenso, wie die Mütter die Männer von morgen heranziehen und bitte nicht zu Machos machen sollen (der alte Spruch, Ihr wisst schon), können wir Eltern einen Einfluss darauf nehmen, wie die Gesellschaft sich entwickelt.

  • Gibt es einen Rat, den ich meinem Kind mit auf den Weg geben möchte?

So etwas wie „Das Leben ist kurz, iss den Nachtisch zuerst“?

Ich habe so einen Klassiker von der Ururoma der Kinder:

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ (Quasi die Jahrhundert-alte Durchbrechungs-Taktik für Prokrastinierende :D)

Und selbst ich würde sagen:

„Egal wie kitschig es klingt: Höre auf Dein Herz. Nur Du weißt, was Dir gut tut.“

„Zwinge dich nur zu den wirklich notwendigen Dingen – bei allen anderen wäge sorgfältig ab.“

„Deine Familie ist dein Zuhause, egal wo du bist. Hier kannst du ganz du selbst sein und wirst immer geliebt, auch wenn du gerade etwas total verbockt hast. Komm nach Hause und erwarte neben einem Heißgetränk Verständnis und eine dicke Umarmung.“

„Die meisten schlimmen Dinge sehen zwei Tage später nur noch halb so schlimm aus. Spätestens zwei Monate später. Oder zwei Jahre. Je nachdem, wie schlimm sie sind. Aber nichts Schlimmes bleibt ewig.“

„Solltest du einmal Kinder haben: Begleite sie nur auf ihrem Weg aber zerre nicht an ihnen, putze wenn nötig, lache viel mit ihnen, entschuldige dich wenn nötig, belüge sie nicht, höre ihnen zu und bringe ihnen um Himmels Willen bei, Dich ausreden zu lassen*.“

*und wenn Du das geschafft hast, dann erkläre wie!