Noch ein „Liebi“: Neuer Liebster Award

Simone von Mamapremiere hat uns für den Liebster Award nominiert und ich mache mit. Auch, weil ich gerne Fragen beantworte – das erinnert mich an die Schulzeit und ich fühle mich noch mal jung. Also: Vielen Dank, liebe Simone ❤

LiebsterAward

Nun zu den Fragen:

Wie heißt Dein Blog und warum hast Du ihn so genannt?

Essential Unfairness – dieser Name kam von Mister Essential, der diesen Blog startete. Er wollte nichts mit „Mama“ – schließlich ist er ja keine und etwas mit „Papa“ im Namen hätte nicht gepasst, weil seine Kinder ihn nicht Papa sondern Dada oder Dad nennen. Und der Spruch, aus dem der Name entlehnt ist, passt so wunderbar zu unserer Familie und Lebenseinstellung.

Hast Du ein „Blog-Ritual“ (immer mit Kaffee zur gleichen Uhrzeit etc.)?

Nein. Ich blogge meist vormittags zwischendurch oder am Abend. Manchmal mit Kaffee oder Tee. Ab und zu mit ein paar Keksen. Aber innerlich stelle ich mich darauf rituell ein irgendwie – ich bereite mich darauf vor und genieße es, während ich es tue.

Was denkst Du, warum die Menschen Deinen Blog lesen?

Ich gebe da wieder, was ich bisher an Feedback bekam: Unser Blog wird als ehrlich, liebevoll, lustig und reflektiert bezeichnet. Diese Mischung wird es wohl sein, der unseren lieben Leserinnen und Lesern gefällt, denke ich.

Wenn Du über ein anderes Thema in Deinem Blog schreiben müsstest, welches wäre das?

Wenn ich es müsste, dann würde doch bestimmt derjenige, der mich dazu zwingt, das Thema aussuchen – nicht? 😀

Also ein ganz fremdes Thema, über das ich schreiben würde, ist schwierig auszuwählen. Ich schreibe ja nur über die Themen, die mich auch interessieren. Vielleicht würde ich etwas über Lifestyle schreiben? Aber das wäre mir inhaltlich etwas zu „wenig Tiefe“. Hm … Reisen? Ich verreise ja an keine besonders interessanten Orte.

Ich weiß kein Thema, das zugleich umsetzbar und so tiefgreifend, so lebendig und so voller Inspiration ist, wie „Kinder und Familie“.

Wo und wie lebst Du?

Ich lebe am Niederrhein in einer idyllischen, kleinen Stadt. Beziehungsweise in einem der Satelliten-Dörfer derselben. Ganz ruhig, den Rhein in Spazierweite, drumherum eine Mischung aus alten Bauernhäusern, Neubauten (darunter eine Mini-Toskana-Villa mit Zypressen im Garten und ein schneeweißes Haus im minimalistischen Würfel-Stil) Pferde, Spazierwege und Obstwiesen.

Wir bewohnen ein großes Holzhaus, von denen es hier im Ort mehrere gibt – alle sehen unterschiedlich aus. Das Haus ist in Öko-Bauweise errichtet worden, ganz hell von innen und mit einer herrlichen Raum-Atmosphäre. Jedes Kind hat ein eigenes Zimmer, wir Eltern haben eine Einliegerwohnung, zu der man durch das Esszimmer gelangt. Den einstigen Koch- und Wohnraum dort haben wir umgebaut in ein Wohnzimmer mit kleiner Bar. Das Haus hat einen großen Garten und insgesamt zehn Zimmer. Die Küche und das Esszimmer sind ein offener Wohnbereich und im Essbereich ist ein großer Holzgrundofen, der das ganze Haus heizt (über den Ofen wird das Wasser in den Heizung mit erwärmt). Im Winter ist es hier sehr gemütlich und kuschelig.

Wenn du für einen Tag jemand anders sein könntest: Für welche Persönlichkeit würdest du dich entscheiden und warum?

Eine bestimmte Persönlichkeit wäre ich nicht unbedingt gerne – das stelle ich mir sehr verwirrend vor. Vor allem für das Umfeld der Person, die sich dann plötzlich wie jemand Fremdes verhalten würde 😀

Ich wäre für einen Tag gerne ein Mann. Das fände ich ein spannendes Experiment. Aber dann eben kein Promi – das würde ja nur ablenken.

Ohne wen oder was könntest du nicht leben?

Ohne jemanden nicht leben zu können hieße, den Lebenssinn zu verlieren, wenn er mich verließe oder stürbe, richtig?

Ich glaube, so etwas sollte es eigentlich nicht geben. Ich scheue eine so tiefe Abhängigkeit. Ich würde natürlich nicht ohne meine Familie leben wollen, die ich über alles liebe. Aber nicht ohne sie Leben zu können – das würde ich so niemals sagen. Vor allem meiner Familie nicht – wir fest an mich gebunden wäre sie dann? Das fände ich nicht fair.

Welche Eigenschaften machen dich aus?

Gute und schlechte etwa? Hm … ich bin erstaunlich weltoffen und dennoch manchmal ziemlich spießig. Ich bin kreativ, ehrlich, humorvoll, lustig, empathisch und verständnisvoll. Und neige manchmal dazu, stur und dominant zu sein. Und ich bin ziemlich introvertiert und durch meine intensive Kindheit bis heute darin beeinträchtigt, ein weitgehend unbelastetes Leben zu führen, beziehungsweise spüre die Nachwirkungen manchmal sehr deutlich.

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Also so eine Frage habe ich ja noch nie beantwortet – interessant. Die kenne ich nur von Vorstellungsgesprächen, wo sie mir selbst aber nie begegnete.

Das weiß ich nicht – keine Ahnung. In zehn Jahren ist mein Jüngster fast ein Teenager und meine Älteste 23 und vermutlich schon ausgezogen. Dann habe ich mehr Zeit für mich, denke ich. Aber vielleicht ist das auch nur Illusion, falls ich bis dahin nicht lerne, jeden Hauch Freizeit ganz dienstbeflissen mit Arbeit zu füllen 😀

Gibt es etwas, was du noch nicht kannst, aber unbedingt lernen möchtest? Wenn ja, was?

Es gibt so viel, das ich gerne lernen würde: Klavier und Cello zu spielen und ich würde gerne mal Spitze klöppeln können und ich wäre gern wieder richtig fit im Reiten.

Wirklich wichtig wäre aber für mich eher, auf mich und meine Bedürfnisse achten zu lernen. Daran arbeite ich gerade.

Was hilft dir bei schlechter Laune?

Ich habe selten wirklich schlechte Laune. Mir helfen manchmal die miesen Witze meines Mannes, sobald ich erstmal lache – wenn auch widerwillig – ist es aus mit der miesen Laune. Um mies gelaunt zu sein muss man sich und die Welt ziemlich ernst nehmen. Es hilft mir, wenn ich damit schnell wieder aufhöre …

Da ich gerade erst einen Liebi bekommen und einige gern gemochte Blogs nominiert habe, fällt dies nun etwas kleiner aus:

Importkaaskop

Zwerg und Meer

Erdbeerglück und Mamakaffee

und Fliegerbaer

Meine Fragen

  1. Was ist Dein liebster Zeitvertreib?
  2. Gibt es einen Wunsch, den du dir vielleicht eigentlich erfüllen könntest, es aber scheust?
  3. Vor welcher alltäglichen Situation gruselst du dich immer wieder?
  4. Wenn du etwas erfinden könntest – was wäre das?
  5. In welches Jahr würdest Du mit einer Zeitmaschine reisen – und warum?
  6. Was war das schönste Geschenk, das du jemals bekommen hast?
  7. Was war der beste Moment des heutigen Tages für Dich?
  8. Welchen Film könntest Du locker zehn Mal gucken, oder hast es vielleicht schon getan?
  9. Hast Du ein Wunsch-Reiseziel?
  10. Gibt es etwas, das Du öfter mal wider besseren Wissens tust?
  11. Was wünschst Du Dir für die restlichen Monate dieses Jahres?

Und so geht’s: 

Das Bild vom Liebster Award sollte im Beitrag vorkommen. Man dankt demjenigen danken, vom dem man nominiert wurde und dessen 11 Fragen beantworten. Dann verfasst man selber 11 Fragen und nominiert 5 bis 11 Blogs, die man über die Nominierung benachrichtigt.

Krieg der Sockenhalter

Aus beruflichen Gründen bin ich mit meinen Facebook-Likes ziemlich freigiebig: Wenn ein Unternehmen irgendwas halbwegs Interessantes macht und mir im Zuckerberg-Netz über den Weg läuft, bin ich dabei. Das hat zur Folge, dass ich natürlich auch diversen Elternseiten und Babyshopping-Clubs folge. Und das kann manchmal ziemlich interessant sein …

So lässt sich nämlich dort beobachten, dass die Social Media-Manager dieser Seiten herausgefunden haben, dass sie einige ihrer Kennzahlen durch die Ausnutzung scheinbar grundlegender Mütter-Eigenschaften leicht in die Höhe treiben können.

(Ich bitte um Verzeihung für die sexistische Vereinfachung auf die Gruppe „Mütter“, aber laut meiner Beobachtung sind da halt hauptsächlich Mütter. Natürlich führen rückständige Genderverächter wie ich in solchen Fällen immer die normative Kraft des Faktischen an, aber ich kann halt auch nicht aus meiner Haut 🙂 )

Für alle von Euch, die sich mit der professionellen Kommunikation über soziale Medien noch nicht beschäftigt haben kurz zur Erklärung (alle Vollprofis bitte weghören):

Unternehmen wollen natürlich nicht nur möglichst viele Fans beispielsweise auf Facebook haben, sondern unter denen auch noch eine möglichst hohe Aktivität. Will heißen: wenn ich Social Media-Spezi beim Babyshoppingclub „Babys sind süß“ bin, habe ich irgendwo in meinen Zielen drinstehen dass möglichst viele Leute meine Posts kommentieren, liken oder teilen sollen. Mal ganz vereinfacht gesagt.

Und wie lässt sich das am einfachsten erreichen? Indem ich die inhärenten Minderwertigkeitskomplexe von Müttern ausnutze. Denn auf eines kann man sich verlassen: Wenn irgendeine Mutter im Internet irgendeine Meinung äußert, ist eine Kollegin nicht weit, die ihr diametral widerspricht und sie (höchstwahrscheinlich auch) persönlich angreift. Warum? Weil Mutter sein ein so gesellschaftlich nicht-existenter Beruf ist, dass seine Vertreterinnen scheinbar jede Gelegenheit nutzen, um sich auf Kosten von Leidensgenossinnen aufzuwerten.

Beispiel gefällig? Nehmen wir Sockenhalter.

Wir hatten für Nummer 4 Sock-Ons, die halt die Socken am Fuß festhalten:

Irgendwann hat dann auch eine Babyseite von den Dingern gehört und sie bei Facebook gepostet. Kommentar (so in etwa):

„Was haltet Ihr davon?“

Reaktionen folgten schnell. Die ersten Mütter fanden sie noch lustig bis unnötig (dabei sind sie prima!), doch wehe, als die erste es wagte zu posten „Finde die super!“ Dann ging es los.

„Also wir haben so was früher ja auch nicht gebraucht!“

„So was können doch nur Leute gut finden, die zu faul sind ihren Babys die Socken wieder anzuziehen!“

„Wenn man sein Baby liebt macht es einem doch nichts aus die Socken jede Stunde wieder anzuziehen!“

Und so weiter. Was man in diesem Kontext nicht vergessen darf: Es ging um Sockenhalter. Ich meine, die kann man ja gerne irgendwie unnötig finden – geschenkt. Ich finde 80 Prozent aller Baby- und Kinderprodukte irgendwie eigentlich unnötig. Aber die Art und Weise, wie da wirklich moralisch und emotional attackiert wurde, war schon irgendwo erschreckend.

Sockenhalter sind natürlich nicht das einzige Thema. Autositze, aber auch Mode und Spielzeug eignen sich ebenso gut, so lange man sich nur schön darüber streiten kann. Es darf halt nur nichts sein, wo wenigstens weitgehend Konsens herrscht. Wobei, um ehrlich zu sein fallen mir nicht so viele Dinge ein, die durch dieses Kriterium herausfallen …

Eltern sind natürlich nicht die einzige Gruppe, die von diesem Kontroversen-Clickbaiting betroffen sind. Was meint Ihr, warum Onlinemedien so gerne über Veganer oder Apple-Produkte berichten? Weil auch diese Themen Garanten für fiese Nahkämpfe unter den Lesern sind. Man kann es den Unternehmen aus meiner Sicht nicht einmal wirklich vorwerfen. Genausowenig wie man Apple-Nutzern und -Hassern vorwerfen kann, das sie eben jenes sind.

Wenigstens einer beteiligten Gruppe kann man aus meiner Sicht jedoch wirklich einen Vorwurf machen: den Müttern nämlich. Sie sitzen ja (anders als Veganer und Fleischesser) theoretisch in einem Boot. Dennoch schlagen sie genauso bereitwillig aufeinander ein wie diese Antagonisten und lassen sich allzu leicht für dieses Clickbaiting ausnutzen. Im Widerstreit um moralische Überlegenheit, sogar bei Sockenhaltern. Auch wenn ich die Erklärung schon herbeipsychologisiert habe – richtig astrein finde ich dieses Verhalten nicht …

Pappa ante Kühlschrank

Meine Frau und ich haben einen alteingesessenen Streit darüber, ob man den Alltag besser mit Zetteln oder digitalen kleinen Helfern organisiert. Sie sammelt notwendige Einkäufe die Woche über auf einem Zettel am Kühlschrank, ich hingegen schreibe die Einkäufe immer bei Evernote auf. Sie hat einen Ordner voller Kochrezepte, ich ein Google Doc und einen Chefkoch-Account. Reparaturen trage ich mir in Wunderlist ein, und meine Standardantwort, wenn jemand etwas von mir will, ist folgende:

„Moment, ich trage mir das eben ein. Wann soll ich das erledigen?“

Vor kurzem erzählte sie mir dann von einem befreundeten Ehepaar, bei dem der Einkaufszettel-Konflikt gelöst wurde, indem der Mann den Einkaufszettel am Kühlschrank einfach abfotografierte.

Ich: „Hast Du ihr erzählt, dass ich Dir ein Archiv der Tiefkühltruhe angelegt habe?“

Peinlich berührtes Schweigen. Dabei war das eine tolle Idee – ich hatte alle angebrochenen Gemüsetüten einfach in Evernote vermerkt und die Liste mit meiner Frau geteilt. Wenn sie jetzt beispielsweise den Brokkoli aufbrauchte, hätte sie ihn nur streichen müssen, und wir hätten nächsten Samstag gewusst, dass wir welchen brauchen.

„Nein, das wir mir zu sehr Pappa ante portas, Du Rentner.“
„Was soll das denn heißen? Ich wollte uns nur Zeit sparen!“

Sie bleibt dabei, dass sie mein 1a System bis heute eher peinlich findet. Wir nennen das mittlerweile Pappa ante Kühlschrank.

Computermesse und Internet

Computermesse und Internet

Ich habe mich die letzten beiden Tage beruflich auf der Cebit rumgetrieben. Daher habe ich den Kindern an zwei Abenden per Facetime gute Nacht gesagt – eigentlich ganz nett, ich glaube Vodafone wollte uns genau das schon vor zehn Jahren in der Werbung verkaufen …

Na ja, jedenfalls waren die Mädels natürlich davon fasziniert, dass ich auf einer Messe war, die auch im Fernsehen erwähnt wurde. Nummer 3 fragte daher einmal:

„Was ist denn nochmal die Cebit eigentlich?“

Ich lieferte eine Kurzerklärung zum Thema Messe ab und schloss mit der Aussage, dass es eben eine „Computermesse“ sei. Noch immer ein wenig fasziniert fragte Nummer 2, ob ich nicht mal von der Messe per Facetime anrufen könnte. Das ist natürlich etwas schwierig, da es da kein Netz gibt und ich meist nicht mal Mails empfangen konnte – geschweige denn Videotelefonieren. Also antwortete ich:

„Tut mir leid, da gibt es kein Internet, da geht das nicht.“
Dazu Nummer 3: „Das ist aber ganz schön peinlich, dass es auf einer Computermesse kein Internet gibt.“

Was soll ich sagen? Recht hat sie. 🙂

Baby-Selfies und der Zusammenbruch der Gesellschaft

Baby-Selfies

Ihr wollt, das Euer Baby möglichst schnell sein erstes Selfie aufnehmen kann? There’s an app for that.

Ich habe ja schon mal zum Ausdruck gebracht, dass ich bezüglich der weiteren Entwicklung der Gesellschaft skeptisch bin. Im Ernst, wenn wir uns nur noch damit beschäftigen entweder uns oder unser Essen möglichst tagesaktuell abzulichten, wird dies vermutlich nicht die nächste kulturelle Hochblüte hervorbringen.

Von daher finde ich den Techcrunch-Titel gar nicht so weit hergeholt.