Absolvierter Präventionskurs zum Thema „Sexualisierte Gewalt“

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Im Rahmen meiner Vorbereitung auf die Aufgabe als Katechetin habe ich an einer verpflichtenden Veranstaltung teilgenommen.

Innerhalb der katholischen Kirche gibt es durch die Missbrauchsfälle nun Präventionsmaßnahmen, an denen jeder teilnehmen muss, der mit Kindern arbeiten möchte.

Dazu gibt es einen Basis-Kurs, der entweder 3 oder 6 Stunden dauert – je nachdem, wie intensiv die Zusammenarbeit mit den Kindern sein wird. Beispielsweise Hausmeister*innen in Grundschulen, Küchenhilfen in Kindergärten, Katechetinnen und andere Menschen mit eher sporadischem Kontakt absolvieren den kürzeren und alle anderen den intensiveren Kurs. Ohne die Bescheinigung, die am Ende ausgestellt wird, darf man kirchenintern nicht mit Kindern arbeiten.

Das fand ich als Reaktion auf den Skandal sehr gut. Wobei natürlich innerhalb der Kirche prozentual nicht mehr Kinder missbraucht wurden als in Sportvereinen, Schulen, Heimen oder bei Ferienfreizeiten.

Die mit Abstand größte Anzahl aller Fälle geschieht innerhalb der Familien und die kleinste Zahl nehmen die fremden Entführer ein. In beiden großen Kirchen gab es gleich viele Missbrauchsfälle. Der Skandal war wohl deshalb so unglaublich empörend, weil man von Priestern und Pastoren ein moralisch hochwertigeres Verhalten erwartet als bei Sportlehrern oder Jugendbetreuern.

Zudem ist die katholische Kirche als Institution ohnehin umstritten oder in der Kritik. Daher kam vermutlich besonders viel Wut und vor allem mediale Aufmerksamkeit bei derselben hoch, als die Fälle bekannt wurden. Der weltfremde Umgang mit sexuellen Themen ist aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte der katholischen Kirche. Neben der fehlenden Gleichberechtigung für Frauen und einigen anderen Themen. Aber Kirchenkritik ist nicht der Fokus meines Artikels.

Es gibt anscheinend keine andere Institution, keinen Verband oder Verein, der weitreichende Präventionsmaßnahmen anbietet oder dazu gar verpflichtet – das wiederum fand ich mehr als schade.

Da, wie erwähnt, die meisten Kinder in ihren Familien missbraucht werden (über 70 Prozent der Fälle, Dunkelziffer unbekannt), wäre es natürlich wünschenswert, wenn Eltern innerhalb der ersten Lebensmonate eines Kindes geschult würden. Aber das sei hier ebenfalls nicht das Thema.

Worum ging es in dem Kurs genau? Was war das inhaltliche Ziel?

Die Teilnehmer*innen sollten geschult und sensibilisiert werden, um

  • die Grenzen Anderer wahrzunehmen und einzuhalten
  • Anderen (hier: Kindern) zu helfen, wenn deren Grenzen verletzt werden
  • wissen, was zu tun ist, wenn ein Kind sie ins Vertrauen zieht und vom sexualisierter Gewalt berichtet
  • lernen, wo Missbrauch anfängt
  • erfahren, wie man Kinder gegen Missbrauch stärkt und sie davor (so weit möglich) schützt.

Wie wurde das umgesetzt?

Zuerst erhielten wir eine ausgedruckte Geschichte, deren Inhalt ich sehr knapp zusammenfasse:

Ein Mädchen ist verliebt und will zu ihrem Liebsten, doch der wohnt über einen Fluss hinweg. Der Fluss ist voller Krokodile, das Mädchen findet niemanden, der ihm hinüberhilft. Außer einem Mann mit einem Boot, der die junge Frau nur übersetzt, wenn sie zuvor mit ihm schläft.

Das Mädchen bittet seine Mutter um Rat. Diese sagt so ungefähr: „Du bist alt genug, entscheide selbst.“

Daraufhin schläft das Mädchen mit dem Mann, er bringt es an das andere Ufer, wo das Mädchen ihrem Liebsten bedrückt erzählt, was es auf sich nahm, um zu ihm zu kommen. Der junge Mann ist wütend und macht sofort mit ihr Schluss.

Bald darauf findet das Mädchen einen Zuhörer, dem es sein  ganzes Leid klagen kann. Dieser macht sich auf und verprügelt den ehemaligen Liebsten, während das Mädchen von fern zusieht und lacht.

So.

Nun sollten wir von 1 bis 5 alle handelnden Personen der Geschichte auflisten, im Rang nach Sympathie geordnet. Anschließend mussten wir in Kleingruppen eine Einigung für eine gemeinschaftliche Auflistung finden.

Das war in meiner Gruppe unmöglich – dies lag an mir, ich war zu renitent. Es war so, dass ich die Mutter auf dem letzten Platz sah, während die anderen dort den Missbrauchstäter sahen.

Ich sagte, Sympathievergabe geschähe eben auch nach Maßstäben der Moral. Und eine Mutter sollte ihr Kind doch schon genug lieben, um ihm vor allem in so einer bedrohlichen sowie kritischen Situation beistehen. Über den Punkt konnten wir uns nicht einigen und so hatten wir am Ende keine Aufstellung.

Habe mich ein wenig herausgewitzelt und gesagt, dass jenes Mädchen, das derart einem Mann nachhängt, der nicht den Hauch eines Versuchs unternimmt, es zu besuchen vermutlich auf der verzweifelten Suche nach Liebe ist – bei so einer Mutter kein Wunder. Fand nur der Kursleiter richtig lustig. Alle Themenfremderen konnten nicht so richtig bei diesem Thema schmunzeln. Verständlicher Weise. Zudem war die flinke Analyse vielleicht etwas unerwartet.

Der Kursleiter aber fand, diese Herleitung wäre ganz treffend so, wenngleich natürlich spekulativ. Wie auch meine Feststellung, dass der „hilfreiche Freund“ vielleicht eher hätte den Täter verprügeln oder mit dem Mädchen anzeigen sollen, statt den Ex-Freund zu verhauen. Und das er dies wohl tat, weil es der einfachere Weg war, seiner hilflosen Wut Ausdruck zu verleihen.

Eine andere Gruppe las dann ihre Aufstellung vor. Die Mutter war auf Platz 2. Begründung: „Ja, vielleicht hatte sie einfach gerade keine Zeit, kann ja mal passieren.“

Diskussion über die Mutter brach aus, der Kursleiter befragte uns dazu, ich sagte:

„Im Ernst: Meine Tochter kommt zu mir und sagt: Mama, da ist ein Mann, der mich als Gegenleistung für eine Flussüberfahrt missbrauchen will, was soll ich tun? Und ich sage: Das ist doch nicht mein Problem, du bist alt genug.“

Da guckten die Teilnehmerinnen der Gruppe mit der Mutter auf Platz 2 etwas geschockt.

Soweit der Einstieg. Hüstel.

Eingangs hatten wir uns alle vorgestellt und unsere Erwartungen an den Kurs mitteilen müssen. Die Aufmerksamkeit des (lebensnahen und sympathischen) Pastoralrefenten war mir sicher, als ich sagte:

„Ich heiße Miss Essential, ich habe vier Kinder und bin Texterin. Zuvor war ich Familienpflegerin, was sofort zu meiner Erwartung führt: Ich habe zwei Mal im Rahmen einer Tätigkeit für die katholische Kirche einen Missbrauchsfall (außerkirchlich) miterlebt. Niemand hat auf meine Meldung reagiert. Beide Vorgesetzten haben abgewiegelt. Nun erwarte ich zu erfahren, wie ich mich verhalten soll, wenn mir jemals wieder so etwas passiert.“

(Anm.: Ich werde die beiden Fälle in meinem zweiten Artikel zu meinem Beruf als Familienpflegerin beschreiben)

Die Geschichte dient nicht nur dem Einstieg in eine Kommunikation der Teilnehmer*innen über das Thema, sondern auch der Erkenntnis, dass man einen fall nicht so schnell von außen beurteilen kann. Der Täter als solcher beging eine Straftat. das war sicher. Die anderen Verhaltensweisen unterlagen bestimmten Hintergründen, die man nicht kannte.

Niemand außer mir hatte die Mutter als die unsympathischste Person eingestuft. Ich hatte das damit erklärt, dass ich den Straftäter mit Sicherheit als Missbraucher und damit als komplett raus aus Sympathiewerten ansehe. Doch von einem Menschen wie der Mutter hätte ich mehr erwartet als, äh, nichts.

Zuhause wollte übrigens Nummer 2 (11 Jahre) die Geschichte bewerten und ich gab sie ihr. Sie hatte fast die gleiche Aufstellung gemacht wie ich. Aber sie hatte den Liebsten des Mädchens auch ziemlich nach unten geschoben, weil sie fand, er hätte ihr helfen müssen, den fiesen Mann mit dem Boot anzuzeigen, anstatt sie zu verlassen. Das lasse ich mal so stehen. Über den Täter sagte sie:

„Na, der muss das Mädchen ja nicht mögen. Das ist einfach ein kranker Typ. Da erwarte ich nichts Anderes. Aber Mutter und Freund finde ich ganz grausam.“

Wenigstens eine Person fand die Mutter auch gruselig – das beruhigte mich. Einerlei, das ganze war ja keine „Gebt-Miss-Essential-Recht-Show“ und so verlegte ich mich auf’s Beobachten. Von rund 30 Teilnehmern zogen sich körpersprachlich immer zwischen sechs und acht zurück, verschränkten die Arme, zogen den Kopf zurück: Das Thema machte Angst.

Was ist sexualisierte Gewalt?

Nun erklärte der Kursleiter uns sehr genau, unterhaltsam aber auch direkt, was sexualisierte Gewalt ist. Hierzu nannte er Beispiele und wir sollten bejahen oder verneinen, ob wir diese für Missbrauch hielten.

(Beispiele: „Ein Onkel fotografiert seine 15-jährige Nichte am FKK-Strand“, „Vier 16-Jährige Jungs lachen vor Unterrichtsbeginn über die Brüste einer Mitschülerin“, „Ein Gruppenleiter berührt versehentlich beim Tobespiel das Geschlechtsteil eines Kindes“)

Die Gruppe fand schnell heraus, das sexualisierte Gewalt nicht versehentlich passiert und erfuhr im Folgenden, dass Täter sich „voran arbeiten“: Zuerst berühren sie wie aus Versehen den Körper des Opfers, dann intime Stellen, dann gehen sie über zu intimen Handlungen.

Es fehlten in diesem kurzen Kurs hier die Erklärungen: Sexualisierte Gewalt dient den Machtgefühlen des Täters und hat mit Sex ungefähr so viel zu tun, wie jemandem eine Bratpfanne in’s Gesicht zu hauen mit kochen zu tun hat.

Die klassischen Täter(selbst-)lügen könnte man hier auch ergänzen: Es gibt keine Verführungen, mit denen sich Täter gerne herausreden und das Mädchen oder der Junge waren auch sicher nicht kokett oder flirteten schon „wie ein*e Große*r“. Ebenso reden Täter gern sich und anderen ein, dass sie das Kind erfahren in die Welt der Sexualität einführen wollten. Auch dies ist eine dreiste Lüge. Niemand braucht einen Menschen, der einem die eigene Sexualität aufdrängt/aufschwatzt und sich dabei auch noch als dankenswerter Lehrmeister hochstilisiert! Manch ein gestörter Mensch glaubt gar, er führe eine Beziehung mit einem Kind, die irgendwann auf die „nächste Ebene“ gebracht wird, indem es das Kind missbraucht und dies vor sich als einvernehmlich deklariert. Natürlich gehören Verharmlosungen auch dazu: „Das waren nur Zärtlichkeiten“, „Er/Sie ist doch sehr reif für sein/ihr Alter“, „Er/Sie ist doch sooo neugierig auf solche Dinge“ …

Und man erfuhr auch nicht, welche Unterschiede es zwischen Pädophilie und Pädosexualität gibt und ob die Liebe zu Kindern zwangsläufig in sexuelle Gewalttaten übergeht.

Es wurde nicht erklärt, mit welchen Mechanismen der Täter das Opfer mundtot macht oder einschüchtert.

All dies hätte den Rahmen des Basiskurses gesprengt.

Aber wir erfuhren, dass sexuelle Gewalt in einem Macht- und Abhängigkeitsverhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen geschieht. Es wurde klargestellt, dass es niemals einvernehmlichen Sex zwischen Kindern oder Jugendlichen und Erwachsenen geben kann. Auch nicht zwischen einem 15-Jährigen und einer 7-Jährigen. Es wurde erläutert, dass sexuelle Gewalt bei verbalen Angriffen beginnt (Beispiel: „Geile Titten, Süße!“) und bis zu einer (einmaligen, mehrfachen, über einen Zeitraum verlaufenden) Vergewaltigung reicht.

Wie macht man Kinder stark?

Zunächst hatten wir eine Pause. In dieser kam schnell ein Gespräch zwischen dem Kursleiter und mir zustande, indem wir uns über das Thema austauschten. Wir kamen zu dem Schluss, dass Missbrauchsprävention etwas wäre, dass ich ziemlich gut machen könnte. Vielleicht werde ich mich diesbezüglich demnächst mal bei ihm melden.

Und so bezog er mich nach der Pause auch sehr mit in den Kursablauf ein. Oft blickte er in meine Richtung und ich teilte etwas mit. Als ich sagte, dass in jeder Schulklasse statistisch gesehen ein bis vier missbrauchte Kinder sitzen, wurde es sehr still. Und die Zahl der über 70 Prozent Missbrauchsfälle innerhalb von Familien machte die Teilnehmenden noch blasser. das tat mir leid, aber mir ist es so wichtig, darüber aufzuklären. Der Kursleiter versuchte, den Teilnehmenden die Angst ein wenig zu nehmen. Ob ihm das gelang weiß ich nicht. Ich versuchte, ihm ein bisschen dabei zu helfen, indem ich sagte, dass man Kinder stark machen kann.

Eine Teilnehmerin meinte: „Und wenn ich meinem Kind nun beigebracht habe, seine Grenzen wahrzunehmen, nützt es dann was, wenn es Nein! sagt, falls ein Nachbar es anfasst?Ich meine, hört der dann damit auf?“

Der Kursleiter dazu: „Vielleicht. Aber mindestens wird ihr Kind es ihnen später erzählen, weil es ganz genau weiß, dass es sich schlecht anfühlte und es das nicht wollte. Stark machen heißt auch, dem Kind seine eigenen Gefühle zugestehen, damit es sich eben nicht einschüchtern oder etwas einreden lässt.“

Er ging dann auf das Thema „Grenzen spüren, respektieren und Kinder stärken“ ein.

Kindern (und ihren Eltern) sollte Folgendes vermittelt werden:

  • Es gibt angenehme und unangenehme Gefühle. Die Gefühle können oder sollen auch ausgedrückt werden. Manchmal gibt es „komische Gefühle“. Die sind zugleich schön und nicht schön.
  • Und wir es zwei Arten von Gefühlen gibt, so gibt es auch gute und schlechte Geheimnisse. Die „schlechten“ Geheimnisse darf man weitersagen, man muss es eigentlich. Das ist dann kein Verpetzen, sondern richtig so. Ein Geheimnis, das ein Kind belastet, darf es jederzeit einer vertrauten Person erzählen.
  • Man darf immer „Nein“ sagen, wenn irgend etwas schlechte Gefühle verursacht.
  • Jeder Mensch hat das Recht auf seinen eigenen Körper. Niemand darf jemanden berühren, wenn der das nicht möchte.
  • Täter*innen (Ja, es gibt rund 2 Prozent Frauen unter den Tätern. Dunkelziffer auch hier unbekannt) kommen oft aus dem nahen Umfeld des Kindes. Das bedeutet, jemand, den das Kind gern hat, verletzt die Grenzen des Kindes.
  • Da wir Erwachsene von sexualisierter Gewalt wissen, sollten wir hellhörig werden, wenn ein Kind etwas Diesbezügliches erzählt.

Was tun, wenn man in Kenntnis eines Vorfalls gelangt?

Wenn ein Kind oder ein*e Jugendliche*e sich einem anvertraut und von einem Übergriff, gleich welcher Art, erzählt, dann ist es sehr wichtig

  • nicht kopflos zu reagieren
  • ruhig zu bleiben und zuzuhören – hierbei den oder die Betroffene*n nicht ausfragen.
  • sich Hilfe über Beratungsstellen und Fachleute zu holen
  • jeden Schritt mit dem Opfer zu besprechen – nicht einfach über dessen Kopf hinweg beispielsweise die Polizei anrufen. Denn diese sorgt sofort für weitere Schritte, die dem Opfer eventuell gar nicht zusagen. So würde schon wieder gegen den Willen des Opfers etwas mit ihm gemacht.
  • nur Angebote zu machen, die man auch einhalten kann: „Ich regle das jetzt für dich! Der wird bestraft!“ ist schwierig, wenn man a) nicht dafür sorgen kann und b) das Opfer dies ja vielleicht so gar nicht möchte.
  • den Täter nicht zu konfrontieren. Hiermit greift man in eventuelle juristische Verfahrensweisen ein.
  • alles vertraulich zu behandeln. Man sollte aber sagen, dass man fachkundige Hilfe einholen will und wird.
  • das Erzählte und seine persönlichen Beobachtungen zu notieren. (Beispiel: “ Am Donnerstag, dem 13. Dezember 20XX kam XY zu mir, war sehr aufgelöst/ängstlich/verschüchtert/betont gut gelaunt und berichtete Folgendes: …“)
  • sich selbst eine Verarbeitung zuzugestehen und tief durchzuatmen, nachdem die ersten Schritte eingeleitet sind. So etwas zu hören ist sehr belastend und man braucht eine ganze Weile, um alles zu verarbeiten. Besonders, wenn einem das Kind sehr gut bekannt ist oder nahe steht.

Diese Vorgehensweise ist sehr gut beschrieben, finde ich. Ganz wichtig ist es, nicht den „Racheengel“ zu spielen oder sofort 110 zu wählen. Wenn das Opfer dies will, dann ist das natürlich richtig und sicherlich eine gute Unterstützung. Aber man sollte jeden Schritt besprechen und abstimmen, selbstverständlich auch mit einem Kind.

Meine Gedanken zum Kurs

Ich bin sehr zufrieden mit dem, was dort erklärt wurde und auch in welcher Art.

Das Thema wurde respektvoll behandelt und auch für absolut Themenfremde sehr gut verständlich aufbereitet. Die hier genannten Informationen habe ich aus den Unterlagen des Bistums Münster. Es gibt Ansprechnpartner*innen (Präventionsbeauftragte) in den Bistümern, die sich um Fälle kircheninterner Verdachtsfälle kümmern. Hier kann jeder Verdachtsmomente mitteilen, der dies innerhalb der Gemeinde nicht tun möchte.

Zudem gibt es eine Stabsstelle Prävention und die Beratungsstelle des örtlichen Caritasverbandes kann ebenfalls helfen.

Nach anfänglichem Schrecken fanden die Kursteilnehmer meine Beiträge zum Thema immer interessanter und ich kam mir nicht mehr ganz so Elefant-im-Porzellanladen-mäßig vor. Also hatten wir irgendwie alle eine gute Dynamik – dies nur als abrundende Info zur persönlichen Seite des Kurses.

Sehr gut fand ich auch die Hinweise darauf, was eine gute Gruppe oder Gemeinschaft auszeichnet:

  • Man fühlt sich angenommen, ehrlich wohl und besucht gerne Zusammentreffen oder Veranstaltungen der Gruppe
  • Die eigenen Grenzen werden respektiert (Beispiel: Wer nicht möchte, wird nicht zur Begrüßung umarmt)
  • Die Gruppenmitglieder unterstützen einander und gehen aufeinander ein
  • Niemand muss sich vor Konsequenzen ängstigen, wenn er seine Gefühle äußert
  • Niemand wird ausgegrenzt, beleidigt, ausgelacht oder auf andere Arten verletzt.

(Anm.: Zuhause stellten die beiden Großen hier rasch fest, dass laut dieser Definition eine Klassengemeinschaft diesen Namen nicht verdient habe.)

Ich nenne im Folgenden noch einige Links zu Internetseiten über die man sowohl Informationen als auch Hilfe beim Verdachtsfall erhalten kann – diese erhielten wir durch den Kursleiter:

www.kein-raum-fuer-missbrauch.de (das ist die Seite des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs)

www.ehefamilieleben.de  (hier kann man Online-Beratung erhalten, eine kirchliche Seite des Bistums Münster)

www.hilfeportal-missbrauch.de (eine weitere Seite des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs)

www.zartbitter.de (Seite de Kontakt- und Informationsstelle Zartbitter e.V. Köln, sehr informativ – behandelt Themen rund um Missbrauch aller Altersstufen vom Kindergartenkind bis zum jungen Erwachsenen, über Zartbitter kann man ebenfalls fachkundige Hilfe erhalten)

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Die Inhalte der Informationen sowie die Fotos basieren auf dem Informations- und Lehrmaterial des Bistums Münster