Wow, Sie kennen die Geburtstage Ihrer Kinder?

Vor einiger Zeit war ich mal in der Sparkasse und beantragte Sparbücher für Nummer 1 bis 3. Im Zuge dieses Prozesses fragte mich die Angestellte nach den Geburtstagen der Mädels, die ich ihr daraufhin nannte. Daraufhin meinte sie:

„Sie kennen die Geburtsdaten Ihrer Kinder?“

Ich: „Äh, ja, natürlich?“

„Sie würden sich wundern, wie viele Väter dann schnell bei ihrer Frau anrufen und nachfragen müssen.“

Gedanklich fügte ich hinzu:

„Na das ist ja ziemlich einfach, hier als Super-Vater dazustehen.“

Im Business-Sprech meines Alltags nennen wir so was Low-Hanging Fruits. Nicht dass ich wirklich denken würde, dass das arkane Wissen um die Geburtstage meiner Kinder mich ernsthaft als Super-Vater qualifiziert. Aber dahinter steckt sexistisches System, könnte man sagen.

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Wenn ein Vater mal mit den Kindern auf den Spielplatz geht und nicht die ganze Zeit auf sein Smartphone schaut, qualifiziert er sich schon halbwegs als Heiliger. Wenn eine Mutter hingegen überhaupt mal aufs Smartphone blickt, ist sie direkt desinteressiert. Auch bei der Nachtruhe gilt ähnliches: Ich höre nicht selten, dass Väter meiner Generation (X) oder auch der nachfolgenden Generation Y sich aus dem zermürbenden Stakkato-Schlaf der frühen Babyphase weitgehend heraushalten. Ihre Partnerinnen haben hingegen das Gefühl, dass sie dankbar sein müssen, wenn Papa sich überhaupt mal einbringt. 

Das ließe sich ziemlich lange fortsetzen. Hausarbeit, Erziehung, Abendfreizeit – hier wird noch zu häufig in zweierlei männerfreundlichem Maß gemessen. Womit ich jetzt nicht sagen will, dass ich nicht völliges Verständnis dafür hätte, dass dem väterlichen Engagement durch Vollzeit-Berufstätigkeit natürliche Grenzen gesetzt sind. Selbstverständlich mache ich nur einen Hust an Haus- und Familienarbeit im Vergleich zu meiner Frau. Ich bin ja auch dauernd weg. Aber in der Zeit, in der ich zuhause bin ist es doch selbstverständlich dass ich mit anpacke, oder? Und ja, ich zähle auch männliche Domänen wie schrauben, sägen, gärtnern in diesem Sinne zur Hausarbeit hinzu (das wird ja in den einschlägigen Statistiken gerne ignoriert). Aber so viel ich am Wochenende auch durch die Beete robben mag, es ist selbstverständlich in Summe weniger als das, was meine Frau so den lieben langen Tag im Haus tut. 

Ich verstehe auch nicht ganz, warum gerade Frauen jeden Funken männlichen Engagements so unglaublich hoch bewerten. Vermutlich weil sie die Auseinandersetzung um häusliche Gleichberechtigung verloren haben und dann jeden feiern, der überhaupt was tut? 

Ich halte mich, wie ich auch mal im Interview mit FreshDads gesagt habe, nicht für einen besonders engagierten Vater. Eben weil ich dazu einfach nicht die Zeit habe. Aber das, was ich tue, erscheint mir so selbstverständlich, dass ich mich echt wundere, wie man damit heutzutage noch einen Blumentopf gewinnen kann. So wie ich es in der Sparkasse scheinbar getan habe.

Oder tue ich der Gesellschaft damit Unrecht an und stilisiere nur ein paar plakative Beispiele hoch? Wie erlebt ihr das?

Die Biene

Nummer 3 suchte heute sehr aufgeregt ihre Biene. Diese Biene ist ein Mini-Radiergummi eben in Form einer Biene, die sie heute auf einem Kindergeburtstag geschenkt bekommen hatte. Leider war sie kurz nach ihrer Rückkehr verschollen. Nummer 3 war felsenfest davon überzeugt, dass die Biene in einer Muschel steckte. Aber sie bekam sie nicht heraus.

Gegen Abend hatte sie aufgegeben. Die Biene war weg – beziehungsweise unerreichbar. Um sie zu trösten, meinte meine Frau:

„Ich habe oben im Gästezimmer noch eine kleine Biene aus Metall, wenn Du willst, kannst Du die haben …“

(Sie hatte diese Biene irgendwo im Haus gefunden und wollte sie eigentlich für Scrapbooking verwenden)

Nummer 3 antwortete treu nickend: „Ich weiß. Die gehört auch mir.“

Meine Frau guckte sie verwundert an. Nummer 3 fuhr fort: „Ich habe viele Bienen. Ich mag Bienen halt sehr gerne.“

Sehr niedlich – nur leider wurde es so nichts mit der Trostbiene …

 

Der Dachs erreicht seinen Höchststand

Beim Mittagessen meinte Nummer 3 heute:

„Ich finde das schön, dass Du heute das Geburtstagskind bist, Nummer 2. Da kommt ja auch Dachs drin vor.“

Allgemeine Verwunderung.

„Wo kommt denn hier ein Dachs vor?“ fragte meine Frau.
Darauf Nummer 3: „Na, der Geburts-Dachs!“

Was auch immer sie sich darunter vorgestellt hat – einen gestreiften Geburtshelfer? Oder eher so eine Art Klapperdachs? Wir werden es wohl nie erfahren – denn sie war mal wieder sehr beleidigt, als wir sie niedlich fanden.

Spielzeugverkäufer liest auf Facebook von verlorenem Geburtstagsgeschenk, schickt Ersatz

Better business: acts of kindness

Na das ist ja mal ein netter Aufhänger hinter dem Link. Paul Warner, Inhaber eines Onlineshops für traditionelles Spielzeug in England, las auf Facebook wie eine Mutter sich beklagte, dass das Geschenk für ihre neunjährige Tochter auf dem Postweg verloren gegangen war. Also schickte er mit einer kleinen Nachricht selbst ein Geschenk auf den Weg. 

Das Besondere daran: Die Mutter hatte gar nicht in Pauls Shop gekauft. Nette Geste (jaja, und kostenlose PR gibt´s natürlich dazu, auch von mir 🙂 )

Ein paar weitere Hintergründe dazu gibt es hier