Überraschungsfrühstück

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Vor drei Tagen guckten wir zusammen eine US-Serie, wo es so ein Pancake-Rührei-Bacon-Waffelfrühstück mit Ahornsirup gab. Ich hatte gerade Hunger und meinte:

„Ob die in Amerika echt all dieses Zeug zum Frühstück essen? Ich würde das gern mal probieren …“

Eine Facebook-Nachricht nach Texas und einen Einkauf später hatte ich das hier vor mir stehen. Danke! 🙂

Peak Schokolade

In einer monatelangen, vorwiegend von Rückschlägen und Misserfolgen geprägten Auseinandersetzung habe ich mich vor kurzem durchgesetzt: Wir kaufen keine Nuss-Nougat-Creme mehr.

Dabei ging es bei uns gar nicht primär um Ernährung. Es ist mehr der Effekt auf Kindergehirne (und Arbeitsplatten), den dieses Zeug hat. Nusspli&Co im Haus hießen: permanente Schokostreifen auf der Arbeitsplatte, begleitet von permanenten Krümeln. Und schokobeschmierten Messern. Und schokobeschmierten Gesichtern. Und schokobeschmierten Tapeten.

Ich habe oft gedroht, dass ich das nicht mehr lange dulden würde, wenn die Mädels ihren Konsum nicht mäßigen würden. Aber, wie so oft, ohne den Segen der Hausherrin war diese Drohung nicht viel wert. Bis es endlich gelang, meine Frau auf meine Seite zu bekommen.

Wir haben 3 Stufen durchlebt:

1. Wir haben regelmäßig Nusspli und Belmandel gekauft. Ergebnis: Die Kinder aßen NIX anderes, löffelten das Zeug teilweise weg und schmierten sich alle naselang zwischen den Mahlzeiten dick bestrichene Brote. Oft war der 400 Gramm-Becher am Tag nach dem Einkauf leer (sic!).

2. Wir haben das Zeug auf das Wochenendfrühstück beschränkt. Ergebnis: Der 400 Gramm-Becher war auf jeden Fall (!) Samstag bereits leer. Die Gesichter trotzdem beschmiert. Und die Zahl der Schokolöffel in der Küche nahm in dieser Zeit noch einmal zu.

An diesem Punkt war bei uns im Haus Peak Schokolade erreicht – die verfügbare Schokomenge würde nicht mehr zu, sondern nur noch abnehmen. Und wie schnell das ging – denn es kam Stufe 3:

3. Wir verlagerten uns bei der Frühstücksschokolade auf Eszet-Schnitten. Erwarteter Vorteil: Handlich, und in kleineren Portionen käuflich. Beim ersten Frühstück damit rasteten die Mädels aus und warfen sich gegenseitig vor, zu viele Eszet-Schnitten aufs Brot zu tun. Also endete auch diese Phase, da wir Frieden beim Frühstück wollten und keinen Krieg um die knappen Schokoressourcen.

Also bestätigte meine Frau:

„Wir kaufen das Zeug jetzt nicht mehr.“

Am Tag darauf klebte die halbe Küche voll mit Marmelade. Offensichtlich haben die kleinen Zuckerjunkies sich auf das rote Methadon verlegt – und pfeifen sich davon erhöhte Mengen rein. Ich wollte schon die DEA rufen, da meinte meine Frau:

„Dann kaufen wir halt auch keine Marmelade mehr.“

(Ja, die Linie bei uns zuhause wird härter – die Konservativen sind an der Macht.)

Am Wochenende fiel mir auf, dass ich selbst ja auch ganz gerne süß frühstücke. Nur ohne Marmelade, Nusspli, Belmandel oder Eszet-Schnitten wird das irgendwie nichts.

Ich: „Mist, ohne Marmelade habe ich jetzt auch nix Leckeres mehr zum Frühstücken.“

Meine Frau: „Dann kauf Dir eine, die die Kinder nicht mögen.“

Ich: „So wie Orangenschalenmarmelade? Aber die mag ich auch nicht!“

Meine Frau: „Frühstück so wie wir es mögen? Das ist ein Luxus, den wir uns nicht erlauben können.“

„Guckst Du mal kurz nach den Eiern?“

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„Guckst Du mal kurz nach den Eiern? Ich habe die um 9 Uhr 6 reingetan.“
„Sind wir hier bei Life on Mars? Wir haben 8 Uhr 53.“

Ich habe zwei Eier aufgesetzt und bin 15 Minuten in der Vergangenheit aufgewacht. Ist das jetzt eine neue Serienidee oder haben wir eine Zeitmaschine in der Küche?

Die Kinder haben gefrühstückt

Heute arbeite ich im Home Office. Daher habe ich auch ausnahmsweise mal ganz normal hier gefrühstückt (zu meiner normalen Abfahrtszeit kriege ich einfach noch nix runter). Und dabei hatte ich ein schönes Die Kinder haben gefrühstückt-Erlebnis:

  • Nachdem die Spülmaschine fast voll war, schalte ich sie mit einem Seitenblick auf Nummer 2s Teller an („Den nehme ich gleich einfach selbst noch kurz für mein Brot“)
  • Ich mache mir einen Toast, lege ihn auf den Teller und klappe mein Notebook auf, um die ersten Mails zu lesen
  • Plötzlich ist eine klebrige Flüssigkeit an meinen Fingern, die mein Touchpad verschmiert – die muss sich auf dem Teller verborgen haben
  • Ich wasche mir die Hände, sehe dass ich los muss um Nummer 3 zum Schulbus zu bringen und rufe sie herbei
  • 25 Minuten und einige Erledigungen sitze ich wieder am Notebook und entdecke mein verklebtes Touchpad
  • Ich stehe auf, bleibe dabei mit der Hand am Tisch kleben, stolpere zurück und bleibe auch an der Stuhllehne kleben

Mittlerweile habe ich meinen direkten Einzugsbereich gereinigt. Dann kommt meine Frau in die Küche:

„Igitt! Man klebt ja an der Arbeitplatte fest!“

Die Kinder haben gefrühstückt.