Fufels

Ich kann noch Einen:

Es gab in der goldenen Zeit, in der meine pubertierenden Lieblinge noch kleine Mäuschen waren, noch mehr Wörter in Familiensprache.

Eines davon verwenden wir bis heute immer mal wieder und lieben es sehr:

Fufels

So haben sich unsere Mädels selber genannt. Es gab dazu auch Verben:

sich verfufeln

was einfach sich verstecken heißt. Oder auch

verhubelt

was bezeichnete, dass etwas versteckt war. Und dann noch

verhubelfufelt

das bedeutete, es gab irgendwo einen versteckten Fufel. Er war verhubelfufelt.

Als Nummer 3 geboren wurde, benannte wir sie sofort als Baby-Fufel.

Mit der Zeit kamen den Großen die Idee, eine Band zu gründen und sich dann The Fufels zu nennen und letztlich, als sie noch etwas größer waren, dann schrieben sie ihren Namen dann sehr lässig:

FufelZ

Ich frage mich, ob ich diese Namen später mal in eine der möglichen Hochzeitsreden der Kinder einbauen werde.

„Heute beginnt für unseren Fufel Nummer 1 ein neuer Lebensabschnitt …“

Oder vielleicht lassen sie sich das als eine Art Künstler- oder Ordensnamen im Ausweis eintragen?

Ich jedenfalls liebe das Wort Fufel und es zeigt, dass sie sich als eine Gemeinschaft empfinden, die sie irgendwie bezeichnen wollten. Damit man gleich von außen erkennt, wie sehr sie zusammengehören – das finde ich ganz großartig 🙂

Tamenape

Eben erinnerten wir uns an eine sehr witzige Angelegenheit, die immer wieder stattfand als Nummer 1 und Nummer 2 so ungefähr zwei und vier Jahre alt waren:

Sie spielten eine Weile selig und plötzlich fiel das Wort:

Tamenape

Ich habe immer wieder eine Weile zugehört, um herauszufinden, was sie damit meinen. Mitten in Nummer 1s damals bereits gut verständlichem Redefluss kam es dann wieder:

Tamenape

Ich habe ein paar Wochen durchgehalten, aber dann musste ich sie einfach fragen:

„Was in aller Welt ist denn dieses Tamenape?“

Beide im Chor: „Es gibt Seifen-Tamenape und Wasser-Tamenape!“

Ich: „Aha, ja, aber was genau ist Tamenape?“

Die Beiden:  „Es gibt Seifen-Tamenape und Wasser-Tamenape, haben wir doch gerade gesagt.“

Ich: „Ja, das habe ich gehört. Aber ich hätte gerne erklärt, was Tamenape ist.“

Die Beiden, stöhnend: „Es gibt Seifen-Tamenape …“

Vorhin dann passierte Folgendes:

In Nummer 3s Zimmer war heute das Bett gemacht. Ich habe ihr eben ein bisschen beim Aufräumen geholfen und entdeckte das. Meine erstaunte Frage, wer denn das Bett so schön gemacht habe, beantwortete sie sofort: „Na, ich!“

Nummer 1 erklärte daraufhin feierlich, dass auch sie ihr Bett nach dem Aufstehen gemacht habe. Ich war ganz baff. Nummer 2 macht das eh immer, also sagte sie nichts dazu. Wenn eines unserer Kinder etwas völlig Unerwartetes tut, dann behaupte ich immer, es sei von Außerirdischen ausgetauscht worden. Dann müssen sie stets einige Fragen beantworten, deren Antworten die Außerirdischen nicht kennen können.

Ich fragte nach Nummer 1s und Nummer 3s Geburtsdaten und den „Bauchnamen“ (die Kosenamen, die sie während der Schwangerschaften hatten). Dann wollte ich noch paar andere Interna wissen. Die Außerirdischen beantworteten das alles sehr gut. Ich blieb jedoch misstrauisch. Also holte ich zum kongenialen Schlag gegen die Aliens aus:

„Okay, was ist Tamenape?“

Zwei Sekunden später sah ich ein helles Licht, das beide erfasste. Aus ihren Köpfen fuhren kleine Antennen aus und ein Strahl ließ sie verschwinden. An ihren Plätzen erschienen Nummer 1 und Nummer 2, etwas verwirrt um sich blickend 😀