Hörfehler mit Brokkoli

Ihr habt ja vielleicht schon mal mitbekommen, dass Nummer 3 uns mit ihren Essgewohnheiten beim Mittagessen sehr gerne auf den Nerv geht. Sie mag nicht nur keinen Brokkoli, eigentlich mag sie überhaupt kein Gemüse und nörgelt auch ansonsten bei praktisch jeder Mahlzeit rum. Zu ihrem Unglück gibt es bei uns nämlich zu praktisch jeder Mahlzeit irgendein Gemüse. Was eben dazu führt, dass maximal zwei Mahlzeiten in der Woche ohne Nummer 3-Genörgel ablaufen (wenn es Möhrensuppe gibt oder nur einen winzigen Klecks Buttergemüse).

Da ich momentan Urlaub habe, übernehme ich schon mal öfter das Kochen. So auch heute – es gab Hackbraten mit Ei und Gemüseauflauf. Mit Brokkoli.

So kam es, das Nummer 3 in die Küche geschlurft kam.

„Was ist das?“
Ich antwortete (wie immer): „Gift.“
Sie: „Boa, ich seh doch dass da Brokkoli drin ist!“
Ich: „Nummer 3 , ich muss Dir noch erzählen dass ich letztens einen tragischen Unfall hatte. Seitdem habe ich einen seltenen Hörfehler. Wenn jemand einen Satz sagt, in dem das Wort ‚Brokkoli‘ vorkommt, höre ich nur dieses Wort. Und dann glaube ich natürlich, das diese Person sich noch mehr Brokkoli bestellt.“
Sie: „Ich will Deinen doofen Brokkoli nicht essen!!!“
Ich (grinsend): „Du möchtest also noch mehr Brokkoli haben?“

Das Ende vom Lied? Sie hat den Brokkoli natürlich nicht gegessen. Aber ich habe mit ihr einen Pakt geschlossen: Wenn wir einen gemüsefreien Tag in der Woche einführen, wird sie nie wieder über das Essen nörgeln.

Ich glaube noch nicht so richtig daran. Aber wir werden es versuchen.

Aliens essen

Gerade zeigte meine Frau mir einen pinken Schleimklumpen.

„Die Clothilde hat mir das heute gezeigt und gesagt das wäre Alien-Kacke,“ meinte sie.

Ich guckte für einen Moment dämlich und assoziierte dann wild.

„Kennst du Eating Aliens?
„Kenne ich was?“
„Das ist ein Buch von einem Amerikaner, der sagt, man solle invasive Spezies* essen.“
„Invasive Spezies? Was soll man denn da essen?“

Nummer 2 meldete sich aus dem Nebenzimmer zu Wort.

„Deutsche?“

Ich weiß nicht, wie sie darauf kommt. Aber gut, es ist historisch gesehen durchaus zutreffend. Guten Appetit wünsche ich dann …

*Seine Story zu dieser Erkenntnis lautet übrigens:  “I looked around and said, ‘hey I’m really good at hunting and killing stuff and writing and teaching, if I focus all this on invasive species there’s a potential here to do some real good’.“ Bestechend ehrlich, würde ich sagen.

Für was man heutzutage ein Kochrezept benötigt

Einige von Euch haben ja bei meinen diversen Ausführungen zum Thema Ernährung mitbekommen, dass ich dann und wann mal koche. Dabei gibt es zwischen meiner Frau und mir immer eine Art Kampf um die Zukunft des Kochbuchs: Werden die Rezepte online gesammelt oder in einem Ordner? (Antwort: beides) Suchen wir die Rezepte von Hand aus einem Buch oder per Suchfeld auf einer Webseite?

Ich bin im Zweifelsfall ja immer für die Webseite und muss gestehen, dass Chefkoch für mich eine wichtige Quelle für Rezepte ist. Zwar gibt es einen gewissen Fundus, aber ich neige dazu nicht so gerne immer das gleiche zu kochen. Außerdem: Wir essen ja jetzt auch weniger Fleisch, und daher brauche ich neue Inspirationen. Also habe ich in den letzten Wochen Samstagmorgens immer den Rechner aufgeklappt und nach neuen Rezepten gesucht. Kindertaugliche Rezepte gibt es ja viele, die Kunst ist es ja Rezepte zu finden die auch erwachsenentauglich sind. (Nein, nur weil ich Kinder habe möchte ich nicht immer nur Pfannkuchen und Pizza essen)

Chefkoch ist ja irgendwie ein ganz eigener Kosmos. Nicht zu selten stoße ich da auf überraschende Kreationen wie:

„Fifis besonders leckere Pommes“

Kaufen Sie eine Tüte Tiefkühlpommes. Öffnen Sie die Tüte. Schütten Sie die Pommes auf ein Backblech (oder besonders lecker: in die Friteuse) und backen/ frittieren Sie sie für XY Minuten. Dazu schmeckt am besten Ketchup oder Mayonaise. Lecker!

(Bevor sich jemand wundert: das ist eine dramaturgische Überspitzung – ich hoffe dass es Fifis leckere Pommes nicht gibt)

Ich frage mich dann immer: Wie kommen Fifi und Co. darauf, dass Sie mit Ihrer scheinbar nicht so überragenden Kochkunst unbedingt einen Beitrag zur kulinarischen Kultur im Internet leisten müssten? Ich meine, ich stelle mein berühmtes Rezept für Grießbrei mit Nutella (ein Klassiker, allein deshalb wollten die Mädels einen kleinen Bruder haben – damit sie was abbekommen wenn er erst einmal löffeln kann) ja auch nicht bei Chefkoch ein:

Kaufen Sie eine Packung Grießbrei zum Anrühren. Mischen Sie das Grießpulver mit heißem Wasser, bis es einen Brei ergibt. Rühren Sie dann einen Löffel Nutella hinein.

Aber vielleicht sollte ich ja mal.

Die Rache der überlegenen Esser

Die Rache der überlegenen Esser

So langsam komme ich mit all dem Zeug, dass ich hier veröffentlichen möchte, in Schreibnot. Platz ist ja da, so isses nicht, aber irgendwer muss die Texte ja auch verfassen. Also hier mal schnell der Mittagspausen-Newsflash zum Thema „Pizzaburger“.

Stern Online schreibt:

Deutschlands Dicke haben ein Problem weniger: Den neuen Pizzaburger kann man mit beiden Händen packen und futtern. Gesund ist das nicht, dafür kleckert kein Käse auf das Sofa.

Und auf Facebook wird der Fast Food-Hybride auch einem na ja, nahenden Shitstorm ausgesetzt. Alle sind ja sooo empört, weil ein Hersteller von Tiefkühlpizza es wagt, dieser die Form eines Burgers zu geben. Als würde schon allein die Form für eine magische Verdopplung des Kaloriengehaltes sorgen. Pizza = fett, Burger = fett, Pizzaburger = 2x fett.

Im Ernst, ich habe ja schon mal fallen gelassen dass wir hier durchaus auf Ernährung achten. Ich selber bin notorischer Kalorienzähler – da ich einen steinzeitlich überlegenen Metabolismus habe, bin ich auch darauf angewiesen, um nicht aus dem Leim zu gehen. (Nach der Apokalypse werde ich es allen zeigen, wenn ich mich mit einer radioaktiven Eidechse am Tag als Nahrung problemlos über Wasser halte! Aber bis dahin …)

Natürlich isst den fiesen Doppelfettburger laut Facebook auch niemand. Und wenn, dann sind das nur dumme, manipulierbare Jugendliche, die sich sicherlich einen frischen, selbst zubereiteten Salat zugeführt hätten – wenn nicht die fiesen Fettfanatiker von Dr. Oetker den Pizzaburger erfunden hätten.

Olivenöl

Wir haben heute andalusische Bratkartoffeln gegessen. Eine Stunde später:

Ich: „Ich habe echt eine schlechte Fettverdauung.“
Meine Frau: „Aber Du hast gesundes Olivenöl gegessen, Dein Körper empfindet Freude, während er es in gesunde Bestandteile aufspaltet. Italiener werden 150, weil sie immer Olivenöl essen.“
Ich: „Ich werde vielleicht auch 150, aber bis dahin ist mir dann schlecht.“