Der kleine Kli-Kla-Klammeraffe

Nummer 4 scheint seinen ersten Zahn zu bekommen. Seit über drei Wochen klammert und jammert er. Das bedeutet:

Ich darf einen unsichtbaren, magischen Radius von 1,20 Meter (Hab’s nachgemessen. Mehrmals.) um ihn herum nicht verlassen. Die Entfernung ab 80 Zentimetern wird ungern und nur bei Blickkontakt probeweise gewährt.

Ich darf mich auf die Sofakante setzen. Ich darf mich nicht anlehnen. Ich darf nichts in die Hand nehmen, dem ich mich widme.

Ich darf natürlich keinen Raum verlassen. Auch nicht, wenn sein Dad oder die Schwestern ihn betreuen.

Ich muss ihn auf den Arm nehmen. Auch, wenn er gerade bei einem anderen Familienmitglied auf dem Arm ist.

Er möchte getragen werden und möchte gestreichelt werden. Mehr nicht. Das dafür aber immer.

Wenn nicht Folge leiste, weint er. Immer lauter und lauter. Alle sind dann doof außer Mama.

Ich hoffe, dass er wirklich einen Zahn bekommt. Ich träumte schon zwei Mal von zwei Kartenlochern in seinem Mund. Vermutlich, weil meine geschundene Psyche darauf setzt, dass das alles nicht umsonst geschieht. Es hat alles einen Sinn! ruft sie mir in den Träumen zu und ich setze verzweifelt darauf, dass sie Recht hat …