Wir brauchen Hebammen. Oder geht es besser ohne sie?

Ein Gespräch zwischen Bettie und mir, das sich auf Facebook entspann, führte uns an eine interessante Frage: Was denken wir über die Alleingeburt, die im Moment immer wieder diskutiert, propagiert und kritisiert wird?

http://fruehesvogerl.blogspot.de/2015/10/hebammen-sind-ja-keine-esoterische-deko.html

Eltern werden: 100 Dinge, die sich ändern

Für die Baby Shower, die ich für eine liebe Freundin initiierte, habe ich als kleinen (stellenweise etwas lakonischen …*hüstel*) Scherz basierend auf 100 Punkten von Liliput-Lounge.de persönlich kommentiert. Das Fettgedruckte ist das Original, in kursiv habe ich ergänzt.

Die beiden parents to be fanden das so lustig, dass sie meinten, ich solle das Ergebnis hier veröffentlichen, damit noch mehr Leute was zum Schmunzeln haben – das tue ich hiermit:

Was sich ändert, wenn man Eltern wird:

1. Die Nacht ist dann zu Ende, wenn der Nachwuchs aufwacht. Das kann auch um 5:00 Uhr sein. Danach lohnt Schlaf oft nicht mehr. Erhebende Erfahrungen mitten in der vermeintlichen Weichzeichner-Phase des Lebens: Dem Babyjahr


2.
Einfach mal alleine Duschen ist jetzt Luxus. Oder alleine zur Toilette gehen. Oder lässt man einen weinenden Säugling einfach liegen, während man schnell zum WC rennt …? Man darf entscheiden. Entscheidungen sind auch Luxus.

Dusche

Endlich allein: Nichts wie unter die Dusche!


3.
Das Wort „Mama“ kann in 100 Varianten ausgesprochen werden, von auffordernd bis traurig. Man bringt es ihnen mühsam bei und später wünscht man sich, man hätte das sein gelassen.


4.
Ein regelmäßiger Tagesrhythmus ist nichts Spießiges mehr, sondern wichtig. Er ergibt sich von allein, durch das spießigste aller Wesen: Das Kind


5.
Die meisten Scheidungen werden während des ersten Babyjahres eingereicht. Absolut: Eventuell von Leuten, deren Beziehung keine besondere Belastungssituation aushält und faktisch vermutlich vorher schon nichts Solides war. Das Kind trägt daran keinen persönlichen Anteil.


6.
Der Speiseplan wird um kinderfreundliche schnelle Gerichte ergänzt, es wird wenig gewürzt. Ja, das ist alles ganz lecker. Oder würde man nicht gern im Lieblingsrestaurant gerne Spinat, Kartoffeln und Fischstäbchen bestellen? Mit Mayo natürlich. Oder Ketchup.


7.
Apfelmus geht gar nicht – aber als Pfannkuchensauce wird es gegessen. Man muss manchmal kreativ sein, wirklich. Es soll aber auch Kinder geben, die Apfelmus essen.

Manchmal muss man kreativ sein ....

Manchmal muss man kreativ sein ….


8.
Nur noch heimliches Naschen in der Küche, um den Kindern ein gutes Vorbild sein. Manchmal trifft man dort die Kinder. Weil sie heimlich naschen. Sie leben nach Vorbild.


9.
Neue Freundschaften entstehen (Krabbelgruppe, Spielplatz …). Ja, und man hat so tiefschürfende, philosophische Themen: Stuhlkonsistenz bei Stillkindern, Windelgrößen, Backenzähne, Durchschlafen und wieder von vorne.


10.
Wahre Freunde zeigen sich, wenn man sie braucht. Ja, das sind die, die einem eine Baby-Shower ausrichten! Im Ernst: Wenn man sie braucht, kann man anrufen und sie helfen. Ob mit Tipps, Beruhigung, Humor oder durch tatkräftige Unterstützung. Einfach ausprobieren. Wahre Freunde erkennt man in der Not und direkt neben der Wiege.

11. Die Waschmaschine läuft täglich. Das tut sie. Manchmal auch mehrfach.


12.
Der Korb mit der Wäsche, die gefaltet werden möchte, ist immer voll. Manche Menschen benutzen ja sogar ein Bügeleisen. Dieser Korb ist dann auch dauernd voll.

Wäschekammer

Viele gehen hinein und wurden nie mehr gesehen: Die Wäschekammer


13.
Der Haufen mit Einzelsocken wächst mit jedem Familienmitglied enorm. Einfach alle inne Kiste. Und nach und nach die Paare zeremoniell wieder zusammenführen. Das ist oft das einzige Romantische, das monatelang passiert.


14.
Ein Moment der Stille – etwas, das man jetzt wirklich genießen kann und sollte. Unbedingt. Denn sie sind so selten und wunderbar wie ein Regenbogen. Oder die Blaue Mauritius.

Ein Moment der Stille: Jede*r genieße ihn, wie er möchte ...

Ein Moment der Stille: Jede*r genieße ihn, wie er möchte


15.
Brot wird in kleine Häppchen geschnitten – auch für den Partner – huch! Kann passieren. Muss aber nicht. Ist ein Zeichen dafür, dass man zu tief in seiner Rolle aufgegangen ist.


16.
Abendessen gibt es am Tisch und nicht vor dem Fernseher. Besser ist das ohnehin. Und kultivierter.


17.
Sie kaufen ganz anderes ein mehr Bio-Gemüse, mehr Dinkelkekse und die ersten Quetschies des Lebens. Ja, was zur Hölle sind denn Quetschies, ne?


18.
Der Tag hat plötzlich wirklich viel zu wenig Stunden. Ja, man fragt sich, wie man vorher nur jemals gestresst sein konnte. Alles kinderlose und dennoch jammernde Memmen um einen rum!


19.
Es gibt immer jemanden, der etwas von einem will. Man schaltet nie mehr wirklich ab. Das Wort „Fremdbestimmung“ wandert in den eigenen Sprachschatz und wühlt sich von dort langsam ins Nervensystem.


20.
Mal eben abends weggehen ist mit Aufwand (Babysitter) verbunden. Oder mal eben einkaufen. Oder mal eben … egal was.

  1. Eintrag im Kalender: Montagabend Sex. Oder Freitagabend. Ach nee, freitags ist man im energieleeren „Freitagloch“. Unter der Woche regiert der Alltag. Also Samstag. Oder mal eben früh morgens um 6? Das muss doch nicht in den Kalender. Kalender-Sex. Pft. Was ist das hier für ein Punkt?
FullSizeRender (1)

Ja, bitte, bitte …. !

  1. „Zieh dir doch mal etwas Anderes an“ bezieht sich nicht auf Dessous, sondern auf Spuckflecken. Oder auch auf Dessous. Nicht alle Eltern leben plötzlich wie Bruder und Schwester zusammen. Und wenn, dann vielleicht wie Lucrezia und Cesare Borgia.
  2.  Zopf oder Kurzhaarschnitt? Der Begriff „Mutti-Haarschnitt“ bekommt eine andere Bedeutung bloß nicht damit anstecken lassen! Die Haare bleiben dran. Die Fingernägel auch!
  1.  Schreiende Kinder im Supermarkt? Man ist nicht mehr genervt, sondern blickt die Mutter voller Mitleid an. Oder voller Vorwürfe, weil das eigene sich besser benimmt.
  2.  Sport, was war das noch einmal? Das ist das dauernde Sich-Bücken und alles jemandem hinterhertragen, der zuerst zu klein und dann zu faul dazu ist. 
  3. Eine winzige Hand, die den eigenen Finger umklammert bringt sie zum Weinen. Und ein Lächeln, und das erste „Mama“ und eine Schulaufführung. Und, und, und …
  4. Autokauf wird anders. Passt ein Kinderwagen rein? Wie empfindlich sind die Sitze? Und wie viele Sitze sind es? Kann man sich im Kofferraum verstecken, wenn die Kinder zu sehr nerven?
  5. Urlaubsplanung: Gibt es dort Kinderärzte? Sind die Steckdosen kindersicher? Am besten geht man in ein kindersicher ausgestattetes Ferienhaus. Mit Baby im Hotel kann furchtbar sein. Außer es ist ein 2.500-Euro-Familyhotel-Urlaub. Im Allgäu. Muh.
  6. Sie lernen freundliche Leute kennen, die einfach helfen, wenn es nötig ist. Oder Leute, die einem pausenlos ein schlechtes Gewissen einreden möchten. Oder die, die einem nicht mit dem Kinderwagen in die S-Bahn helfen wollen. Oder die ein kurzes, elterlichen Stöhnen mit „Haste dir ja so ausgesucht!“ kommentieren. Und freundliche, ältere Damen, die freundlich sagen: „Macht die Mama dir die Mütze über die Augen, du armes Kind? Siehst du nichts, du armes Kind?“
  7. Sie hören kinderfeindliche Sprüche und sehen böse Blicke. Zum Glück können Eltern ebenfalls sehr böse Blicke. Sehr, sehr böse.

31. Den Wutanfall eines Zweijährigen souverän gemeistert zu haben macht stolz. Immer dieser Hype um die Wutanfälle. Hatte bei vier Kindern selten welche. Also ich.


32.
Ein Kreis mit zwei Strichen und einer Art Gesicht rührt sie. Ja. Und erst recht, wenn da dann „Mama“ drüber steht! Und wenn die Kleinen dann sagen: „Guck mal, die gemalte Mama sieht genau so müde und genervt aus wie du!“ dann ist das Glück perfekt.


33.
Sie streiten mit dem Partner, ob jedes kreative Frühwerk aufgehoben werden muss. Es gibt kluge Männer, die sagen: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ und antworten dann auch selber: „Kann in jedem Fall weg.“ (Mr. Essential) Und Recht haben sie. Wenn man alles aufbewahrt, dann kommen pro Kindergartenjahr zwei bis sechzehn Ordner dabei herum.


34.
Sie haben ein schlechtes Gewissen, weil Sie mehr Zeit für den Haushalt als für Ihr Kind aufwenden. Das Dumme nur: Ohne das Kind gäbe es diese ganze Arbeit nicht. Und es ist eine Tradition, dass Kinder sich nur lernen, selber zu beschäftigen, wenn sie es auch tun. Mütter sind nicht in erster Linie Spielkameraden.


35.
Sie haben ein schlechtes Gewissen, weil Sie mehr Zeit für Ihr Kind als für den Haushalt aufwenden. Siehe Punkt 34: Juchu! Eine Lose-Lose-Situation. Davon haben Mütter verdammt viele – gleich mal daran gewöhnen!


36.
Neue Diskussionsthemen wie „Impfdebatte“ erweitern Ihren Horizont. Ja, aber oft auf eine Art, die einem Angst vor den Mitmenschen macht.


37.
Warum Schlafmangel eine erprobte Foltermethode ist, wird Ihnen klar. Oh mein Gott, ja. Ja!


38.
“Es war eine ruhige Nacht“ wird ein magischer Satz. Das ist er auch bei Altenpflegern, Krankenschwestern und Gefängnisaufsehern.


39.
Ein krankes Kind ist schlimm, zwei kranke Kinder sind schlimmer. Sich selbst auch elend zu fühlen am schlimmsten. Ja, denn das bedeutet, dass man sich angesteckt hat und die Hölle losbrechen wird.

IMG_2956

Alle dürfen krank werden – außer Mama.


40.
Mütter dürfen gar nicht krank sein. Dürfen sie schon. Aber es hat schon Mütter gegeben, die das Kind auf dem Schoß stillten, während sie erbrechend über der Schüssel hingen. Oder Mütter mit schlimmen Rückenschmerzen, die das besonders anhängliche Baby auf ein Handtuch legten, um dieses mit den Zähnen und Händen nach oben zu befördern, damit sie es tragen können. Vornübergebeugt wie der Diener im „Dinner for One“. Das waren die mit den mehreren Hexenschüssen nacheinander. Äh, das war ich.

41. Am Sonntagvormittag allein im Bett bleiben, während Papa mit dem Nachwuchs spazieren geht ist das schönste Geschenk. Das ist toll! Ist aber noch nie passiert. Bei niemandem.


42.
„Oh, ist der groß geworden“ – das sage ich plötzlich selbst. Ja, und das ist leicht peinlich. Und man fühlt sich alt. Das wiederum muss einem nicht peinlich sein.


43.
Wahre Geduld wird täglich getestet. Und sie ist eine der wichtigsten Tugenden für Eltern. Kinder geduldiger Eltern fassen viel Selbstvertrauen und fühlen sich sehr geliebt.


44.
Wer braucht Fitnesstrainer? Kinder bringen einen ganz schön oft zum Schwitzen. Das ist aber eher eine Art miese Sauna. Und ganz sicher kein Bauch-Beine-Po-Training, das man so dringend nötig hätte …


45.
Ein widerspenstiges Kleinkind in einen Schneeanzug zu bugsieren sollte olympische Disziplin werden.  Und wenn man den Schneeanzug erstmal über das Kind „gestreift“ hat, dann muss es garantiert Pipi.


46.
Urteile wie das, dass ein Kindergarten wegen Lärms schließen muss, machen unendlich wütend. Und sind ungesetzlich inzwischen. Kinderlärm ist stets tolerabel – sagt das Gesetz. Also lasst Euch gehen, Ihr lieben Kleinen!


47.
„Ja, Sie haben den Krippenplatz“ – ein Satz, der glücklich macht. Ja, viele macht das in der Tat sehr glücklich.


48.
Kollegen, die Kinderbilder aufhängen, werden nicht mehr belächelt. Ich habe schon vor dem Muttersein keine anderen Menschen belächelt. Und danach auch nicht – denn was wäre ich für ein Mensch und Vorbild, hm? 


49.
Mittagspause – nein, danke. Lieber früher das Kind abholen. So spricht die wahre Mutter. Oder der wahre Vater. Meist aber die Mutter.


50.
Endlich wieder Disney-Filme gucken und herzhaft lachen. Oder weinen. Ja, auch solche Mütter soll es geben. Hormone und so.

51. Es gibt so viele „erste Momente“ – das erste Lächeln, der erste Schritt. Der erste Zahn, die erste Magen-Darm-Grippe, der erste Nieser mit dem Mund voll Möhrenbrei. Und ganz kurz danach: der erste Liebeskummer.


52.
Im Schuhregal stehen plötzlich niedliche kleine Schuhe. Und so viele! Die sind aber auch zu niedlich!


53.
Sie stellen fest, dass Sie ständig neue, teure Schuhe kaufen müssen. Vorher war das toll – weil da waren es die eigenen Schuhe. Die gibt es seltener. Dafür mehr von diesen niedlichen kleinen Schuhe, die genau zwei Wochen lang passen.


54.
Beim Einkaufsbummel kaufen Sie nur selten etwas für sich. True! Man kauft für sich nichts oder etwas aus dem Sale und die Tasche ist voll mit noch mehr niiiiedlichen Sachen. Ist wie ein Zwang. Ohne Therapiemöglichkeit.


55.
Sie leiden bei Kummer richtig mit. Ja, man wird empathischer, als man es je für möglich gehalten hätte.


56.
Der erste Schnupfen macht Sorge. Kann das Kind noch atmen? Erste Schürfwunde: Blutvergiftung? Erster gekauter Regenwurm: Magen auspumpen?


57.
Ernste Krankheiten oder Unfälle machen unbeschreibliche Angst. Und zwar so richtig. Auch wenn gar nicht das eigene Kind sie hat, sondern ein fremdes. Man lernt Ängste kennen, die man sich niemals im Entferntesten hätte vorstellen können. Wer je ein krankes Haustier hatte und sich sorgte, der multipliziere diese Sorge mit dem Faktor 1.000.000.000.000.000.000.000. Und nähert sich dem wahren Gefühl.


58.
Die Liebe zum eigenen Kind ist unbeschreiblich. Sie ist tief und rein. Und unkündbar. Man macht nie Schluss, wird nie verlassen. Außer man benimmt sich wie der letzte Henker seinem Kind gegenüber. Dann geht es vielleicht irgendwann. Und leidet vermutlich sein Leben lang darunter. Diese Liebe ist so kostbar und unbeschreiblich. Wer sie erfährt, darf tiefen Dank empfinden.


59.
Ein so kleines Bündel Mensch kann aber auch unendlich wütend machen. Es ist ganz schlimm, was sie aus einem machen können. Wie oft man sie gerne mal kurz an die Wand klatschen würde. Oder dem Postboten mitgeben. Das war immer meine Idee bei meinem ersten Kind. Ich war aber sicher, er würde es sofort wieder zurückbringen und der Aufwand würde sich somit nicht lohnen. Nur deshalb habe ich es behalten.


60.
Rituale können so schön sein: Gemeinsam lesen, gemeinsam kuscheln. Ja und das rituelle Hämmern an der Klotür, wenn man gerade sitzt. Nein – Rituale sind großartig und geben der Seele Halt. Bis auf das mit der Klotür.

61. Der erste lange Abschied tut unendlich weh. Ja und man weint. Es ist schrecklich.


62.
Das erste Wiedersehen nach längerer Zeit ist wunderschön. Das sollte zumindest so sein. Ansonsten sollte man das Kind vielleicht noch mal etwas länger abgeben, weil man völlig overdosed ist?


63.
Tupperdosen für Obsthappen und Dinkelkekse halten Einzug in den Küchenschrank. Ja, immer alles schön gesund und frisch. Vitamine werden ein ganz großes Thema. 

FullSizeRender (4)

Immer schön gesund: Eltern


64.
Das Kind, das Ihres beißt ist Ihnen unsympathisch. Und dessen Mutter auch. Weil beißende Kinder aber wirklich nervige Kreaturen sind. Und bleiben werden. So.


65.
Elternmikado: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren: Wird gespielt im Elternbett, auf dem Sofa oder am Esstisch. Weint das Baby? Huch, ich höre das gar nicht. Das Mikado gibt es aber auch so: Baby ist endlich eingepennt. Auf Mama. Nun sitzen die Eltern flüsternd nebeneinander auf der Couch und wagen es nicht, sich zu rühren. Gewinner gibt es übrigens nur einen: Das selig schlummernde Kind.


66.
Eine helle Couch kaufen? Weiße Teppiche? Vielleicht in 40 Jahren, wenn die Enkel aus dem Gröbsten raus sind. Da ist was dran. Oder man ist verwegen und reinigt zudem gerne Teppiche und Polster. Täglich.


67.
Kinderstühle vorhanden? Neue Lieblingslokale werden entdeckt. Meist aber geht man mit Kindern zusammen eher nur ein Mal im Jahr essen. Ist kein totales Vergnügen irgendwie. Nicht so wie vorher zumindest.


68.
Das Kind soll keine Waise werden – plötzlich ist man vorsichtiger. Ja, da sind sie wieder, diese verdammten Ängste. Man fährt im Auto und denkt: „Zum Glück ist das Kind gerade bei der Oma/Tante/Freundin. Da ist es gut aufgehoben, falls ich gleich sterbe.“ Und das ist kein Zeichen einer Geistesstörung. Das ist ganz normal.


69.
Gemeinsam durch Pfützen springen und Waldelfen suchen ist Glück. Oder ein Abend alleine mit dem Mann/der Frau zum Knutschen und nackt durch’s Haus hüpfen. Kann auch pures Glück sein. Aber Waldelfen und Pfützen sind auch nett.


70.
Todesangst haben, wenn das Kind sich losreißt und auf die Straße rennt. Deshalb habe ich einen speziellen Trick beim Hand halten: Ich winde Daumen und kleinen Finger zusätzlich zu den von den vom Kind gehaltenen Fingern um dessen Handgelenk. Bisher riss sich nie eines los. Vielleicht habe ich einen speziellen Nervenpunkt am Gelenk gedrückt – so wie Katzenmütter mit ihrem Mund am Katzenwelpenhals.

71. Jetzt gilt: Es gibt kein falsches Wetter, sondern nur falsche Kleidung. Absolut wahr! Man sollte ausreichend Gummistiefel, Regenjacken und Daunenmäntel haben. Auch für das Kind.


72.
Styling ist auf dem Spielplatz egal. Schon, ja, aber kann hervorragend als die gestylte Puppe auffallen. Und böse Blicke auf sich ziehen, die man dann genießt. Machen aber nur fiese Frauen – Gestylte Puppen eben.


73.
Handys und Schlüssel können schreiende Babys prima ablenken. Das ist richtig. Man sollte sie ihnen nur nach dem Spielen wieder wegnehmen. Sonst sind sie weg. Für immer.


74.
Omas, Opas, Tanten und Onkel, die schreiende Kinder beruhigen können sind bei Ihnen sehr beliebt. Wenn man solche talentierten Verwandten denn verfügbar hat. Und wenn nicht, dann tun gute Freunde den gleichen Dienst. Es wirkt manchmal Wunder, die Verantwortung nicht alleine zu tragen.


75.
Umweltbewusstsein wird wichtig – es ist ja auch der Planet, den die Kinder erben sollen. In der Tat wird man zum Umweltaktivisten, wenn man Kinder hat. Da ist was dran.


76.
Sie lernen Lilifee und Captain Sharky kennen. Und Laura, Conni, Bobo Siebenschläfer, Leo Lausemaus und andere weltfremde Schauergestalten. Die man hassen wird. Spätestens nach dem 700. Mal Vorlesen der selben Geschichte.


77.
Endlich wieder alle Lieblingsbücher der eigenen Kindheit lesen. Hallo kleiner Wassermann… Ja, das ist eine tolle Gelegenheit für Nostalgie. Die stellt sich eh immer mehr ein. Und dann fühlt man sich alt – das hatten wir vorhin ja schon.


78.
Bei Schnee geht es nach Herzenslust auf die Rodelbahn. Empfehlenswert, da fühlt man sich auch manchmal alt.


79.
Und im Sommer an den Badesee. Ja, auch das kann man machen. Man bekommt aber schnell Herzinfarkte mit einem kleinen Kind nahe eines ungesicherten Gewässers. Tollkühne finden dort eine Menge Spaß und Entspannung. Ich persönlich jetzt eher nicht so.


80.
Familienausflüge sind eine logistische Herausforderung – denn Wechselkleidung und Essen muss mit. Und Urlaub erst! Und mit mehr als einem Kind erst! Aber man wird Profi-Logistiker – das geht von ganz alleine.

81. High Heels? Praktische Schuhe sind beim Kinderwagen schieben und auf dem Spielplatz wichtiger. Also wer hat diese Liste denn geschrieben? Wieder so eine Frau, die das Frausein an der Kreißsaaltür abgibt? Klar sind Sneaker praktischer im Sand. Aber doch bitte kein Teil einer öden Mama-Uniform.


82.
Zu dritt gemeinsam im Bett kuscheln ist wahres Glück. Das meint nicht nach einem heißen Threesome, sondern im Elternbett. Für viele Familien findet das dauerhaft statt. Bis die Kinder ungefähr achtzehnJahre alt sind.


83
. Im Auto hören Sie keine Musik, sondern Kinderhörspiele. Das kann man machen. Muss man aber nicht. Kinder können durchaus auch das Radio vertragen. Oder Heavy Metal.


84.
„Mama, ich muss mal“ – so lernt man die eigene Stadt aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Stimmt. Aber es ist durchaus erlaubt, Kindern beizubringen, ihre Blase auch in vollem Zustand zu ertragen. Man muss nicht pausenlos aus dem Auto springen oder jede öffentliche Toilette besuchen. Denn bei letzteren entwickeln Kinder so ihren Sport: Sie empfinden das wohl als Reviermarkieren, denn sie müssen nämlich immer genau dann, wenn man in der Nähe einer öffentlichen Toilette ist. Hab ich als Kind auch gemacht.


85.
Im Tempo der Kinder sieht man Kleinigkeiten – den üppigen Busch, den Marienkäfer. Und das ist das beste Achtsamkeits-Training der Welt. Unbedingt darauf einlassen. Man sieht die Welt mit anderen Augen und ist viel ausgeglichener als wenn man hetzt.


86.
Baustellen und Polizeiautos können kleine Kinder stundenlang beschäftigen. Da braucht man Ausdauer. Denn das stimmt.


87.
Sie belügen die Kinder – denn eigentlich wissen Sie, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Aber wer will schon eine Illusion zerstören?  Ich habe binnen 13 Jahren meine Kinder nur dann belogen, wenn es um diese vier erwähnten Gestalten geht. Und sie verzeihen es mir. Aber der Moment, indem sie es verstanden haben, der tut weh. Denn er markiert das nahende Ende der Kindheit.


88.
Und es gibt keine schöneren Feste, als die, die Sie mit Ihren Kindern genießen dürfen. Das stimmt! Es stimmt nicht, wenn man gerne Parties mit viel Alkohol, lauter Musik und knappen Klamotten mag.  Aber Weihnachten scheint mit Kindern erst seinen Sinn zu behalten. Es dreht sich im Kern hierbei ja schließlich auch um ein Kind. Und das berühmte „Leuchten der Kinderaugen“ ist wirklich einzigartig wunderbar!


89.
Im Auto macht man sich zum Affen, nur damit der Nachwuchs auf der Rücksitzbank sitzt und lacht. Das ist nicht ganz wahr: Man macht es, damit man vorne auf dem Sitz nicht weinen muss.


90.
Man ist am Sonntag als Erster beim Bäcker und bekommt die frischen Brötchen, weil das Kind ab fünf nicht mehr schlafen will. True.

91. Durch Zimmer, in denen das Kind spielt, bewegt man sich nur noch mit Hausschuhen als Schutz vor Bauklötzen. Und ansonsten: Aua, aua. Spielzeugtretminen sind eine unterschätzte furchtbare Gefahr. Das kann richtig weh tun.

  1. Alte Hausmittel bekommen eine neue Bedeutung (Kleidung mit Möhrenflecken in die pralle Sonne hängen ..) Stimmt. Und sie sind fast alle gut. 
  2.  Man singt in der Öffentlichkeit laut Lieder und wird nicht schräg angeschaut. Außer, man hat die Kinder nicht dabei …
  3. Die Wände in der Wohnung sind nicht mehr weiß, sondern bunt, mit Feen oder Tieren, etc, wahlweise noch individuell mit Buntstift ergänzt. Das muss nicht sein. Man kann auch auf Kinder aufpassen. Und es größeren Kindern verbieten. Manchmal aber bricht das künstlerische Genie durch und man hat Pech. Die Ergebnisse nennt man dann „bleibende Erinnerungen“. Manchmal muss man sich die Dinge schönreden. 
  4. Wenn es ruhig in der Wohnung ist, ist das ein Warnzeichen und man sollte ganz schnell handeln. Unbedingt! Kostprobe gefällig? Wir lagen sonntagmorgens im Bett und freuten uns naiv, dass die Mädels ruhig waren. Bald legte sich ein Töchterlein in unser Bett zum Kuscheln. Ich fasste in das Kinderhaar und fragte: „Bäh! Warum sind die Haare so zauzig und nass? Und was ist DAS?“ – „Äh ja, wir haben Friseur gespielt. Und das war der Lockenstab und der geht nicht mehr raus.“ Das stimmte, er saß fest. Was genau dieser Lockenstab war? Die KLOBÜRSTE!
  5.  Die Antwort “Nichts” auf die Frage “Was machst du gerade?” wenn das Kind aus dem Sichtfeld ist kann schlimmere Angstattacken hervorrufen als jede Spinne. Jepp. Nichts wie hin, wenn das Kind dieses „Nichts“ fröhlich flötet!

97. Dinge, die man nicht mehr braucht: Badezimmertüren, Tischdecken, Glastische. Und Badezimmertüren. Die werden auch unnötig. (Dieser Punkt stammt von mir)

98. Man schiebt den leeren Einkaufswagen müde und gedankenverloren hin und her wie in einen Kinderwagen. Das muss einem nicht peinlich sein. Man frage sich, wie sich anderen Menschen nach starkem Schlaf- und Freizeitentzug verhalten würden. Dann geht es wieder. (Dieser Punkt auch)

Faule Erwachsene

Beliebte Kinderwagen übermüdeter Eltern. Auch beim Alleine-Einkauf.

99. Kinder spielen zwei Stunden am Stück, bis Mama den Telefonhörer in die Hand nimmt. So ist das. Mamas Aufmerksamkeit gehört nur dem Kind. Jederzeit. Wann immer es diese einfordert. So glaubt es zumindest. Aber man hat rund 20 Jahre Zeit, ihm das Gegenteil beizubringen. Meist scheitert das aber.

100. Man hat gerade das Gröbste hinter sich, schläft wieder durch, hat wieder Sex und will schon das nächste Kind. Bei vielen Paaren ist das genau so. Und es zeigt doch nichts Anderes, als etwas Schönes, oder?

Wie man eine junge Mama aufbaut – Blogparade #MeinBriefAnMich

Wie man eine junge Mama aufbaut – Blogparade #MeinBriefAnMich

Jana vom Hebammenblog ruft zu einer sommerlichen Blogparade auf, bei der es darum geht, sich selbst einen Brief zu schreiben. Allerdings in die Vergangenheit. Nämlich zu dem Zeitpunkt, als man eine frischgebackene Mama war.

Das gefiel mir außerordentlich gut!

Ähnliches habe ich bereits bei „Briefe an mein jüngeres Ich“ gemacht und empfand das sehr interessant und auch berührend.

Wie baut man eine junge Mama (sich selbst) auf? Welche Erfahrungen habe ich damals gemacht? Ich nehme Euch mit auf eine Zeitreise und teile meine persönlichen Erfahrungen mit Euch. In diesem Brief an mich als Newbie-Mum vor bald 13 Jahren:

„Liebe Lareine,

Dein erster Gedanke nach drei Stunden Dauerpressen war: „Ich werde für immer die Pille nehmen, bis ich sterbe!“ Nach dieser Tortur hätten sicher viele so gedacht, also hab kein schlech… oh, Moment…da fällt mir sofort etwas ein:

Du wirst in den folgenden Tagen jemanden kennenlernen, der Dein Leben für immer begleiten wird:

Das schlechte Gewissen.

Du wirst es dauernd spüren. Wenn Du mal zwei Minuten an Dich denken möchtest oder alleine ins Bad willst. Wenn Du eigentlich lieber selber etwas essen möchtest, das Deine Tochter Dir aus dem Mund kramen und in den ihren schieben wird. Wenn Du siehst, dass dein Frust-Schoko-Futtern und das Wunschgewicht nicht zusammenpassen. Wenn Du merkst, dass Du das Stillen ganz schrecklich findest und Dich dennoch moralisch dazu gezwungen fühlst.

Wenn Du bemerkst, dass Hebammen, die eine Frau mit schneeweißen Lippen und Schwindelgefühlen, die kaum eine Treppe hinabsteigen kann, nach der Geburtshausgeburt einfach nach Hause schicken, ohne mal wenigstens nach dem Blutdruck zu sehen, vielleicht nicht ganz so gut sind, wie man Dich glauben machen will.

Wenn Du genervt bist, weil Du nie mehr alleine mal eben das Haus verlassen kannst. Oder weil du manchmal Dein High-Need-Baby gern dem Postboten mitgeben willst – das schlechte Gewissen wird immer da sein!

Gewöhne Dich an diesen neuen Dauerbegleiter in dem Wissen, dass all die anderen Mütter, von denen Du keine einzige kennst, weil Deine Freundinnen alle noch längst keine Kinder bekommen haben (oder es niemals tun werden), ebenso empfinden.

Den meisten Müttern geht es wie Dir.

Deine Tochter wird bald eine besonders unleidliche Phase haben. Und noch eine und eine weitere. Sie wird die Definition des Schreikinds erfüllen und Du wirst dauernd an Dir zweifeln. Dann wird sie richtig unzufrieden werden und Du wirst denken, sie wird beim Stillen nicht mehr satt. Die Hebamme sagt: „Immer weitermachen! Mehr anlegen, selbst mehr trinken.“ Du tust das auch, hast sie dauernd an der Brust und dennoch kommt nicht genug Milch. Da wird sie dann sechs Monate alt sein. Inzwischen steckt sie sich Löffel und alles Ähnliche in den Mund. Der Kinderarzt wird entsetzt auf ihr geringes Gewicht gucken und sofort das Zufüttern mit Pulvermilch anordnen. Schon wieder wirst Dich Dich schlecht fühlen, weil Dein Baby Hunger hatte.

Du musst keine Tränen in den Augen haben, wenn Du die Milch kaufen gehst. Viel später wird Dir eine Hebamme sagen, dass es manchmal so abläuft: Das Baby ahmt das Essen nach, indem es dauernd spielerisch „löffelt“, unbewusst reagiert der Mama-Körper mit Milchrückgang, da das Kind signalisiert „Ich will etwas Festes essen! Schnell und viel!“ Besonders selbstständige Kinder, die früh krabbeln und sitzen vermitteln dieses wohl oft dem Mutterkörper.

Wichtig an dieser Erfahrung ist Folgendes:

Trotz des Hebammen-Tipps des Dauer-Anlegens hast Du gespürt, dass Du weniger Milch produzierst und bist dennoch brav der Anordnung gefolgt, obwohl Dir Dein Innerstes sagte: „Sie braucht etwas mehr als das Bisschen Milch.“ Sieh es einfach so: Dein Instinkt war gut, Du bist ihm nur nicht gefolgt. Später aber wirst Du das immer öfter tun und goldrichtig damit liegen.

Zwei Monate später dann wirst Du wieder schwanger sein.

Inzwischen hast Du gerade geheiratet. Ja, es beginnt dann eine anstrengende Zeit für Dich. Du hast natürlich Angst vor all dem, was da auf Dich zukommt. Aber ich kann Dir sagen: Du wirst sehr stolz und oft glücklich sein. Klar, das ist stressig mit zwei so kleinen Kindern zugleich. Und Du wirst oft genug am liebsten wegrennen. Aber nach kurzer Zeit werden die beiden sehr innig und wirklich stundenlang zusammen spielen. Sie werden ein Herz und eine Seele sein. Die kleine große Schwester wird das Baby-Schwesterchen vom ersten Blick an lieben. Dieser Augenblick des ersten Zusammentreffen wird Dich auch nach über einem Jahrzehnt in der Erinnerung noch rühren.

Dein großes Töchterchen will immer mehr als es kann. Und Du unterstützt es sehr gut dabei, sich zu entwickeln. Dein Instinkt wird sich verfeinern und Du hast immer Zugriff darauf. Es ist das Beste, was man hat, denn: Jedes Kind ist anders. Und es können nicht alle Tabellen, Ernährungstipps, Windelsorten und Spielzeuge für jedes Kind gleich gut passen. Daher gibt es die mütterliche Intuition, behaupte ich.

Typische Muttergefühle

Du zweifelst oft an Dir und wenn Du mal lauter wirst und schimpfst, dann schämst Du Dich. Stattdessen wäre es besser, Dich da abzuholen, wo Du stehst: Du bist eine sehr junge Frau von Mitte zwanzig mit einem Säugling und einem Kleinkind, dafür aber ohne Auto in einem kleinen Stadtteil einer Kleinstadt.

Das ist öde, überfordernd und frustrierend. Klar, es ist auch süß, niedlich, stolz machend. Aber eben nicht nur. Die Weichzeichner-Welt der Eltern-Zeitung gibt es in Wirklichkeit nicht. Oder hast Du schon mal eine Familie gesehen, die ausgeglichen und selig lächelnd – und allesamt in Beige und Weiß gekleidet – knallbunte Ostereier bemalen? Nein? Weil es sie nicht gibt!

Es gibt auch nicht die Mütter, die immer gutgelaunt und gerecht sind. Und nicht jene, die lächelnd putzen, während die Kinder pausenlos knatschend an ihrem Rockzipfel hängen, im Putzwasser matschen oder sich auf den Staubsauger setzen. Es gibt keine Frauen, die es aushalten, Woche um Woche mit Kleinkindern in einer Wohnung zu hocken, ohne langsam durchzudrehen, wie ein ein neurotischer Vogel, der den Kopf im Kreis dreht.

Denke mehr an Dich und fülle Deine Ressourcen auf

Du verzichtest zu viel. Du grenzt Dich den Kindern gegenüber zu wenig ab. Deine Bedürfnisse wirst Du nach und nach schon selber nicht mehr wahrnehmen. Daher rate ich Dir, Dich viel mehr auf sie zu konzentrieren. Auch im Kleinen. Trink mal was, wenn Du Durst hast. Dein Durstgefühl nimmst Du ja auch kaum noch wahr.

Höre ruhig auf den Hinweis Deiner Mutter: „Kinder spüren ganz genau, welchen Raum innerhalb der Familie oder der Gesellschaft sie füllen können. Sie richten es sich in diesem Raum ein. In den 1950er Jahren zum Beispiel, da hatten wir kaum Raum. Man bekam eine auf den Mund gehauen, wenn man einem Erwachsenen ins Wort fiel. Heute wenden sich die Mütter den Kindern zu und vergessen, dass sie sich eigentlich gerade mit ihrer Freundin unterhielten. Du bietest den Raum, die Kinder füllen ihn – das ist ein natürlicher Verlauf. Du musst nur überlegen, wo und wie viel Raum du geben willst.“

Die Kinder füllen den gebotenen Raum. So einfach ist das. Sie spüren, ob ein Nein wirklich Nein heißt oder man verhandeln kann. Sie sehen, dass ihre Mutter jemand ist, der regelmäßig Pausen macht und sich Auszeiten nimmt. Oder eben nicht. Und sie werden das in ihrem Leben irgendwann nachahmen. Also mach ihnen das Beste vor 😉

Die Unsicherheiten werden immer weniger und man wird mit der Zeit als Mutter immer versierter. Nur das schlechte Gewissen pappt an einem wie eine Schmeißfliege. Es hilft, sich selbst mit fremden Augen zu betrachten, wenn es wieder da ist.

Statt zu denken: „Hätte ich mal weniger gemeckert heute …“ tut es gut, sich zu sagen: „Hey, du hattest heute deine Periode mit fiesen Bauchschmerzen, die Kinder haben dauernd genölt, das Wetter war mies und dir fällt seit Wochen die Decke auf den Kopf. Jeder Mensch wäre da mies drauf. Nur Mütter glauben, dass sie sich von außen ihre Gefühle bestimmen lassen sollten. Das ist Unsinn. Sei ruhig ein echter Mensch mit echten Gefühlen und Verhaltensweisen.“

Stell Dir vor, Du wärst Deine eigene Freundin – das kann helfen. Wie würdest Du eine gute Freundin betrachten und was würdest Du ihr raten, wenn sie mal meint, zu viel gemeckert zu haben? Oder sich schämt, weil sie sich in einem Leben mit Menschen, mit denen sie sich kaum unterhalten kann, oft langweilt? Manchmal hilft es auch, sich vorstellen, ein Mann würde Dein Leben leben.

Wie es wohl wäre, wenn ein Mann sich für dauernde Vorsorgeuntersuchungen auf so einen Stuhl begeben müsste und wie er es wohl fände, wenn Wildfremde in weißen Kitteln ihnen Finger in alle möglichen Körperöffnungen stecken würden? Oder wenn er mit einem Bauch im Walrossstadium der Schwangerschaft auf dem Badezimmerboden herumkröche, um alles schön sauber zu machen? Schnell merkt man dann, dass man sich wesentlich mehr wie selbstverständlich zumutet, als das andere Geschlecht (in der eigenen Vorstellung) hinnehmen würde.

Hier kannst Du Dich von Deiner Prägung abgrenzen. Das schadet echt nicht. Frauen sind noch viel zu viel darauf geprägt, es allen recht zu machen und erwarten, nur dann Liebe zu bekommen, wenn sie alle selbstlos glücklich machen. Viel zu untergeordnet! Verlange mehr für Dich! Bedenke doch, was Du alles bereits erleben musstest. Ein Mensch wie Du braucht viel Liebe und Verständnis. Vor allem und zuerst von sich selbst.

Ich bin Deine Zukunft

Du ahnst nicht, wie sehr Du und Dein Leben sich verändern werden. Du wirst irgendwann trotz und wegen allem eine selbstbewusste Frau, die ihre Stärken kennt. Klar, das ist ein langer Weg, aber Du bist willensstark und gründlich genug, um meist reflektiert zu sein und Dich sehr genau zu beobachten. So wird das klappen. Und mit den zwei Kindern kommst Du wirklich irgendwann locker zurecht. So gut, dass Du ihre Anzahl im Laufe des kommenden Jahrzehnts verdoppeln wirst …

Im Gegensatz zu Deinen verhassten Pfunden. Von denen wirst Du vom Zeitpunkt der ersten Geburt gute zwanzig Kilo abwerfen. Du wirst irgendwann in den Umkleiden stehen und innerlich jauchzen, weil Dir einfach alles passt, das Dir gefällt. Dafür wirst Du Disziplin und Durchhaltevermögen aufbringen. Glaubst Du jetzt grade nicht, hm? Freue Dich ruhig darauf.

Ach, Du hast echt viele Stärken, wie jede andere Mutter auch –  es dauert nur immer so lange, bis Mütter sich trauen, diese wahrzunehmen und bewusst zu leben.

Vergiss Deine Interessen nicht und halte im Auge, immer genug Ausgleich zu erhalten. Du wirst immer mehr Kinder und immer weniger Zeit für Dich haben. Da ist es enorm wichtig, auf sich selbst zu achten.

Herzlichste Grüße aus Deiner Zukunft

Lareine

Geburts-Kunst

Nummer 3 malt und zeichnet ja sehr gern.

Dazu nimmt sie oft die App „Paper“ und benutzt das iPad. Ich mag die ja auch sehr gerne und kann sie echt für jedes Alter empfehlen. Einerlei:

Sie hat vor einer Weile die Geburt von Nummer 4 gezeichnet. Das Thema ging wohl eine Weile in ihrem Kopf herum und dann verarbeitete sie es eben bunt.

Weil ich die beiden Ergebnisse so speziell finde, fragte ich sie, ob sie ich hier zeigen darf. Und ich durfte:

IMG_2007

Links steht Mr. Essential mit euphorischem „Jaaa!“

IMG_1899

Hier in zartem Aquarell: Sprechblase und Blut. Nummer 4 scheint erstaunt, auf der Welt zu sein …

Was sagt Ihr dazu?

Könnte das eine neue Motivrichtung der Kunst werden? Geburtskunst?

Jenseits der klassischen mittelalterlichen Holzschnitte oder den farbintensiven Renaissance-Interpretationen der Geburt des Jesuskinds? 😀

Väterglück ist wie das Stockholm-Syndrom

Väterglück ist wie das Stockholm-Syndrom

Als meine Frau mir gerade den Link zum Aufruf „Väterglück“ rüberschickte, musste ich müde lächeln.

„Ich fühle mich gerade nicht dazu prädestiniert, über Väterglück zu bloggen,“ meinte ich.

Das hat jetzt nicht mal was damit zu tun, dass ich mich in einer großen Vaterkrise oder gar der Midlife-Crisis befinde (dazu haben Menschen wie ich überhaupt keine Zeit). Es lag mehr daran, wie ich die letzten zwei Stunden verbracht habe. Erst sind Ms. Essential und ich – direkt nachdem ich die letzte Präsentation des Tages fertiggestellt hatte – aus dem Haus gestürmt und einkaufen gefahren. Nummer 1 und 2 hatten den Auftrag, die Bude wieder halbwegs in Schuss zu bringen, während wir die zwei Zentner Lebensmittel ranschaffen, die die Meute hier so in der Woche vertilgt. Als wir zurück kamen, war Nummer 3 über und über mit Matsch und Grasflecken verschmiert, es war natürlich nichts aufgeräumt, aber dafür hatte eine Freundin noch den Fahrradgriff eines unserer Fahrräder abgerissen und vor Wut weggeworfen. Außerdem hatte sie eine ausgeliehene Hose bis zur Unkenntlichkeit verdreckt.

Als ich die Einkäufe einräumte, fiel mir aus zwei Metern Höhe eine Lampe auf den Fuß, während Nummer 4 weinte, weil er lieber Schokolade als Möhrengemüse essen wollte. Unterdessen stellte sich eine Etage höher heraus, dass der Matsch auf Nummer 3s heller Bluse in Wirklichkeit Kirschsaft war.

„Väterglück“, dachte der Zyniker in mir, „ist doch oft nur eine Art Stockholm-Syndrom.“

Ich meine, man ist dauernd müde, hat nie Zeit für sich, gibt sein ganzes Geld nur für irgendeinen Kram aus, den man eigentlich gar nicht haben will. Und von dem, was sich „Familienurlaub“ nennt, fange ich mal gar nicht erst an.

Mittlerweile war es Zeit, Nummer 4 ins Bett zu bringen. Mein Fuß tat weh und Nummer 3 stellte sich absichtlich ungeschickt an beim Müll rausbringen (da haben sie Talent, ne?), also drohte ich hier noch kurz hinterher und schnappte mir dann den kleinen Rabauken, um ihn in den Schlafsack zu stecken. Er warf seinen Kopf nach hinten und ich biss ihn in den Nacken.

„Nangnangnangnang,“ machte ich. Er quietschte. „Nan-nan-nan,“ antwortete er.

Ich drückte meine Nase in seine verschwitzten Haare und hielt ihn dann fest.

„Ist jetzt langsam Zeit ins Bett zu gehen, mein Kleiner“, sagte ich.

Er legte sich in meinen Arm und wurde ruhig. Dann kam Nummer 2 und nahm ihn mir ab.

„Ich bringe ihn ins Bett!“ meinte sie begeistert.

Mein schmerzender Fuß dankte es ihr. Ich humpelte zum Sofa und fand eine Nachricht von meiner Frau. Ich sollte über „Väterglück“ schreiben, las ich. Vielleicht versuche ich es ja doch einmal.

Produkttest: Kiddy click’n move 3

Produkttest: Kiddy click’n move 3

Wir testeten den kiddy click’n move 3.

Der Kinderwagen wurde uns zur Verfügung gestellt von der Firma kiddy und der Test entstand mit Unterstützung von mibaby.

Wir haben den Kinderwagen ein paar Wochen lang gründlichen Tests unterzogen. Er trat in unserem kritischen Haushalt gegen eine nicht gerade kleine Konkurrenz an, denn sonst schieben wir ja den Stokke Xplory – nicht gerade die billige Wackelkarre unter den Kinderwagen. Hatten wir uns ja ganz bewusst gegönnt, als Nummer 4 kam.

Wie sollte ich die Testphase ohne meinen geliebten Coffee-To-Go-Halter nur überstehen? Und überhaupt sitzt ein Kind ja sehr niedrig in normalen Kinderwagen – wie würde Nummer 4 das finden? Wie viel Platz nimmt der zusammengeklappte Wagen in der Familienkutsche weg?Lässt er sich auch einhändig schieben und ist sehr wendig? Wie ist die Federung? Und wie die generelle Handhabung?

Der Wagen war superschnell aufgebaut und die Farbe Apple zusammen mit Schwarz erinnerte die Großen und mich hier irgendwie an die fiesen Creeper aus Minecraft. Das kam gut an.

IMG_3508

Der Wagen hat diverse Features, die ich mal eben aufzählen will:

  • Riesiges Verdeck, das man innen per Druckknopfriegel in der Größe regulieren kann, so dass man es auch einfach kleiner lassen kann.
  • Dreifach verstellbare Rückenlehne (geht butterweich ohne irgendein Klacken oder Einrasten)
  • Großer Einkaufskorb mit innenliegenden Klettverschluss-Seitenfächern und vor allem einer Abdeckung mit Reißverschluss
  • Fußstütze mehrfach verstellbar
  • Große und stabile Räder
  • Abnehmbarer Spielbügel
  • Durchdachtes Gurtsystem, ähnlich wie im Autositz/in der Babyschale
  • Im Spielbügel befindet sich ein faltbarer Regenschutz für die Beine.
  • Der Sitz kann in zwei Richtung aufgesetzt werden
  • Höhenverstellbarer Schieber
  • Verschließbares Dachfenster im Verdeck
  • Der Kinderwagen ist optional mit separat erhältlichen Babywanne oder Babyschale fahrbar
  • Kleines Reißverschlussfach am Verdeck für Schlüssel/Handy/Geldbeutel

Nach dem schnellen Aufbau wollten wir loslegen. Nummer 4 schlief noch, aber kaum war er unten bei uns, stürzte er sich auf den Kinderwagen. Irgendwie gefiel ihm die Farbe wohl. Oder das ganze Design – wir konnten ihn ja nicht fragen. Und wir ahnten nicht, dass er von da an mehrmals täglich brummend und fordernd am Wagen hängen würde, um uns zum Spaziergang aufzufordern …

Der Wagen fuhr sich sehr gut, ich musste mich allerdings wegen des Schiebers umstellen – den Xplory schiebe ich, indem ich da irgendwie lässig meine Hände verkeile. Das ging hier nicht. Dafür ist der Griff schön gepolstert und ich habe ich schnell umgewöhnt.

IMG_3496

Wir sind über Kopfsteinpflaster, Feldweg und Asphalt spaziert und es schien im Wagen immer sehr angenehm zu sein. Die Federung ist sehr gut. Nummer 4 liebte den Wagen sofort und die Großen zankten sich, wer ihn als nächstes schieben dürfe.

Die Rückenlehne lässt sich geräuschlos mittels eines Bügels verstellen. Diesen zieht man leicht an und schon kann man die Liegeposition auswählen. Nummer 4 guckt sich immer gerne um und verzichtet auf das Liegen – auch wenn seine Augen ganz verdächtig klein sind.

Das große Verdeck ist klasse – wir haben keinen Sonnenschirm vermisst bisher – aber auch diesen gäbe es im passenden Design. Man kann es an der Innenseite an mehreren Druckknopfbändern so zusammenklicken, dass man es in der Größe reduzieren kann. So reicht ein Griff und einmal Ziehen, um das Verdeck entweder riesig oder eben normal groß nach vorne zu befördern.

Diese Regenverdeck-Geschichte fanden wir alle besonders gelungen:

FullSizeRender (1)IMG_3505 KopieIMG_3502

Nummer 4 fand diese dadurch entstehende „Höhle“ sichtlich gemütlich und ich kann mir vorstellen, dass leichter Regen sehr gut davon abgehalten wird. Wenn man beim Stadtbummel von ein bisschen Regen überrascht wird, dann reicht dieser Schutz aus.

Der Wagen lässt sich sehr gut navigieren und ebenfalls gut einklappen. Okay, wenn man den Dreh raus hat. Es dauerte ein bisschen, bis das bei uns der Fall war: Man schiebt den Wagen eher in sich zusammen, als dass man ihn klappt. Dazu gibt es zwei „Hörnchen“ an denen man ihn greift. Wir sahen beim ersten Ausflug mit dem „kiddy click’n move 3“ etwas blöd aus, wie wir ihn auf dem Parkplatz des Vergnügungsparks auf allen Seiten drehten und zerrten … aber gut, so haben wir auch noch die anderen Eltern dort gut unterhalten. Wenn man aber weiß, wie es geht, dann ist die Handhabung sehr gut.

Unser Fazit:

Der Kinderwagen macht einen richtig stabilen Eindruck und wir sind so zufrieden, dass wir ihn sehr gerne als (besonders von Nummer 4 geliebten) Zweitwagen einsetzen. Ich habe prompt eine fabrlich passende Wickeltasche dazu genäht 😀

FullSizeRender (1) Kopie

Wer nicht selber nähen kann oder will, kann aber auch eine passende Tasche im Zubehör der Firma kiddy finden.

Die ganzen Staufächer sind ganz große Klasse! Man kann den Einkaufskorb unten auch offen lassen, wenn man etwas Größeres darin transportiert – ansonsten ist alles sauber und sicher verstaut.

Der Wagen wiegt knapp über 12 Kilo, was in Ordnung ist, lässt sich auf ein normales Staumaß zusammenklappen (schieben!), bietet ausreichend Sitzfläche und Komfort für den kleinen Mitfahrer/die kleine Mitfahrerin und ist in sehr vielen schönen Farben erhältlich.

Die Federung ist, auch auch Holperwegen, sehr gut und schaukelt das Kind höchstens angenehm. Das Polster ist abnehm – und waschbar. Man kann aber auch sehr gut Keksschmier mit einem Lappen entfernen. Auch das durften wir testen^^

Einzig störend ist, dass die Gurtpolster dauernd herunterrutschen, auch während das Kind die Gurte angelegt hat.Diese könnte man ruhig am Futter des Rückenteils anklicken – vielleicht wären da ein paar Druckknöpfe hilfreich:

IMG_3611

Alles sehr durchdacht, aber gut, der Wagen hat auch den Plus X Award bekommen  – verdient, wie wir finden.

Der Wocheneinkauf

Der Wocheneinkauf

Gestern schon mal als Foto getwittert, heute hinterher: Wie wir unseren Wocheneinkauf machen. Grundsätzlich ja ein ziemlich langweiliges Thema und – ja, wir geben es zu, auch uns begeistert das allwöchentliche Einkaufen nicht besonders. Aber wir haben zumindest ein paar Tricks, die uns einigen Stress ersparen.

1. Die patentierte Essensrotation

Ich habe (gegen den deutlichen Protest von Mrs. Essential, die sich jetzt schon vor der Rente fürchtet) einen Essensplan angelegt. Dieser Essenplans besteht aus einem Google Spreadsheet, in dem folgende Informationen vermerkt sind: Name des Gerichts, Zutaten, Speicherort des Kochrezepts (Chefkoch, ein eigenes Dokument oder gutes altes Papier), ob man die Zutaten im Discounter unserer Wahl bekommt oder was man woanders einkaufen muss, und ob es Fisch/ Fleisch enthält oder vegetarisch ist. Diese Rezeptliste enthält momentan so ca. 30 Rezepte, wobei auch totale Basics dabei sind für die es gar kein Rezept gibt. Vorteil dieser Liste: Man hat alle notwendigen Zutaten auf einen Blick und kann ohne viel Arbeit einfach ein paar Gerichte für die nächste Woche aussuchen, für die man dann einkauft.

2. Kenne Dein Geschäft

Ich persönlich hasse es, in Geschäften einkaufen zu müssen, die ich nicht kenne. Ich will einfach nicht suchen müssen. Ich will auch keine zu große Auswahl – wenn ein Supermarkt mir 100 Joghurtsorten offeriert, ärgert mich das. Für so was habe ich keine Zeit. Also schreibe ich den Einkaufszettel in der Reihenfolge auf, wie die Produkte auch im Geschäft arrangiert sind. Wenn sich Mrs. Essential um den Einkaufszettel kümmert, laufe ich wie ein betrunkener Maulwurf durch den Laden, weil sie solche „Einkaufen für Dummies“-Methoden offensichtlich nicht nötig hat.

3. Kaufe gegen den Strom

Wir machen unseren Wocheneinkauf normalerweise Donnerstag abends 20 Minuten bevor das Geschäft schließt. Niemand will um diese Zeit noch einkaufen – also kriegt man die besten Parkplätze und ist fast allein im Laden. Eine Zeitlang haben wir Samstags eingekauft und für das selbe Ergebnis meist 60 Minuten im Laden gebraucht. Wenn Donnerstag abends die Uhr tickt, brauchen wir nur ein Drittel der Zeit. Obwohl unser Wagen jede Woche bis zum Anschlag voll ist. Ich denke, die Kassiererinnen hassen uns ein wenig – aber wir sind immer vor acht wieder raus.

Kleiner Nachteil: Manche Sachen sind um diese Zeit schon mal weggekauft. Aber 40 Minuten Zeitersparnis machen das wieder wett.

Zuhause angekommen stürzt Nummer 4 sich dann auf die Einkäufe und sucht etwas, was er sich sofort einverleiben kann. Deshalb sitzt er auf dem Foto auch so mitten zwischen den Tüten.

Baby Traces

Im Grunde müsste diese neue Serie Spuren die ein Kleinkind im Haus hinterlässt heißen, denn Nummer 4 ist es wichtig, dass er kein Baby mehr ist. Und mir auch.

Aber Baby Traces klingt so kompakt und knuddelig, dass es mir lieber ist.

Hier also einige typische Baby Traces in unserer Behausung. Ich wette, Ihr kennt so etwas, oder?

Gestern waren wir, Mr. und Ms. Essential, mit Nummer 4 essen. Nummer 4chen saß neben seinem Vater und stopfte sich ganz ordentlich voll. Sobald er mehr wollte, oder es ihn nach etwas gelüstete, das sich auf des väterlichen Sitznachbars Teller befand, schnappte er sich dessen Ärmel und zupfte daran. Am Ende des Essens sah das dann so aus:

Foto 3 Kopie

Nummer 4 war (sehr) kurz alleine im Bad – man sieht hier nicht: Zahnbürsten auf dem Boden, Mülleimerinhalt verteilt:

Foto (2)

Und dann gibt es noch den Look, den unsere Küche typischer Weise hat, seit Nummer 4 sich fortbewegen kann:

Foto 4 Kopie

Es wird in Zukunft sicher noch mehr solcher Fotos geben. Vor allem von seinem Hochstuhl und dem Bodenbereich darunter fehlt noch eins 😀

Und es fehlt noch eins von Mr. Essentials Nase, die auf ihrer Wurzel eine kleine aber sichtbare rote Stelle hat. Dahin hat Nummer 4 gestern sein Duplo-Fenster gehämmert.

Ein guter Freund (Concettas Mann) nannte seinen ältesten Sohn früher öfter mal Wüstling. Ich ertappte mich neulich dabei, diesen Kosenamen aus den Tiefen meines Unterbewusstseins gekramt zu haben – denn Nummer 4 heißt auch öfter mal so. Hab ganz vergessen, dass Concettas Mann zu erzählen …

Mommy Wars und der Sofasex

Mommy Wars und der Sofasex

Wie schrieb Das Nuf heute so süß auf Facebook: „Aber wenigstens hab ich neben dieser Mommywars Sache gelernt, dass ihr alle Sex am Sofa habt.“

Welche Sache? Die Diskussion, die durch StadtLandMama angestoßen worden war, weil sie sich etwas spitzzüngisch (so der Vorwurf) über das Thema Familienbett geäußert hatte. Nun hat Katharina noch einen weiteren Artikel geschrieben, um richtig zu stellen, was sie eigentlich hatte sagen wollen.

Und da sind sie wieder, meine heißgeliebten Mommy Wars …

Wat sach ich nu dazu?

Ich sage:

Es ist typisch und traurig, dass mal wieder eigene Unsicherheiten und das schlechte Gewissen, das wir Mütter dauernd haben, zu einem weiteren Kriegsschauplatz der Verbal“kultur“ geführt haben.

Ich sage noch etwas – gleich zu fast allen Themen, die Grundlage der Auseinandersetzungen sind:

Wenn ich das Familienbett leben würde, dann wäre es mit vier Kindern ein sehr enges Bett. Daher lasse ich das. Ich schlafe gern in Ruhe und alleine (zu zweit). Und ohne sechs bis acht Knie im Rücken oder unterm Kinn. Morgens kommen sie alle noch mal zu mir ins Bett, ehe sie sich zur Schule aufmachen – das reicht mir wunderbar. Ich möchte auch „keinen Sex am Sofa“ und keinen neben den schlafenden Kindern und keinen auf Waschmaschine, Gästebett, Bärenfell am Kamin, Esstisch, Arbeitsplatte … ich möchte für dieses besondere Refugium elterlicher Freuden ( und ihr wisst, wie eingeschränkt die sind) Platz haben. Und viel Zeit. Ich möchte Stunden haben, um zu tun, was wir da eben gerne so tun. Ausladend und mit viel Atmosphäre. Ich ganz persönlich möchte das so. Ergo: Kein Familienbett für uns. Aber: Wer das mag, der soll es bitte tun und erleben. Es hat wunderbare Seiten für alle, die es genießen und für die es eine Erfahrung aus Nähe und Kuscheln ist. Daran ist nichts falsch. Es muss nicht dogmatisch vertreten werden, aber es ist auch nichts Schlechtes, weil es Dogmatiker gibt.

Und ich persönlich stehe nicht so auf’s Stillen (wie erwähnt) und habe da nur unter viel Druck von außen das Standardprogramm absolviert (4 bis 6 Monate lang). Wer es aber gut findet und für sich entschieden hat, der kann doch bitte stillen so lange er (sie) möchte. Was spricht denn dagegen? Die Welt ist voller langzeitstillender Mütter, die beste Vorbilder dafür sind, das absolut nichts dagegen spricht. Klar, brauchen gut ernährte Kinder keine Muttermilch mehr, sobald sie ein gewisses Alter habe. Und eine Langzeitstudie zeigte, dass die gesundheitlichen Aspekte stark überbewertet wurden, nachdem wegen des Skandals der Firma Nestlé das Stillen plötzlich stark gefördert wurde. So etwas könnte für Still-Dogmatikerinnen ein Anlass sein, ein bisschen zurückzurudern. Oder so. Aber: Es gibt weit mehr Aspekte als laut neuer Studie nun doch nicht verhindertes Asthma. Wer die positiven Aspekte für sich sieht und leben möchte, der darf es doch bitte tun und damit glücklich sein. Es gibt genug schöne und sinnvolle Gründe für das Stillen. Und ebenso kann man sich ganz dagegen entscheiden. Ds ist ja das schöne daran, in einem freien Land zu leben: Die Freiheit der eigenen Entscheidungen.

Meine Kinder habe ich alle komplett impfen lassen, die Älteste hat schon Part 1 der HPV bekommen. Und das habe ich getan, weil ich nach eingehender Information und genauer Abwägung eine Entscheidung traf. Und das steht jedem zu. Ich empfinde das für mich als richtig so und bisher zeigte sich mir nicht das Gegenteil. Noch ein Aber gefällig?: Auch hier entscheiden allein die Eltern. Die Fürsorgepflicht liegt nämlich genau bei diesen beiden Personen. Und wenn man nun Impfgegner oder auch Impfbefürworter ist und sich auf den Kopf stellen will, wenn man irgendwo eine gegenteilige Meinung liest: Die muss man exakt so annehmen, außer man wird zu einer Diskussion eingeladen. 

Ich trage meine Babies /Kinder sehr gerne. Zumindest so lange mein Rücken mitmacht, den ich extra per Yoga und Magnesium stähle, damit ich Nummer 4 tragen kann. Wer nicht gerne ein Baby an sich dran bindet, der kann das auch einfach lassen. Es gibt keinen Trage-Zwang. Hab schon ab und an gehört: „Wenn die Tragemütter nicht immer wie zerfledderte Ökos aussehen würden, dann würde ich auch tragen.“ Fand ich sehr witzig und konnte ich darüber lachen. Vielleicht auch nur, weil ich mich nicht als zerfledderten Öko wahrnehme, aber gut. Ja, es tut den Kindern gut, sie entspannen und genießen die Nähe. Viele Schreikinder akklimatisierten sich wunderbar dadurch. Aber es kann auch nerven und schwer sein. Es gibt Tragen, die der Hüfte schaden können und so weiter. Ich mag es dennoch. Aber: Kinder verwahrlosen in einem Kinderwagen nicht. Und sie fühlen sich auch nicht wie Moses im Binsenkörbchen. Alles gut. 

Ich wickle mit Wegwerfwindeln. Weil: ich hatte mal zwei Wickelkinder gleichzeitig und keinen Trockner sowie einen einzigen, dauernd besetzten, wackeligen Wäscheständer. Da wollte ich irgendwie keine Stoffwindeln, auch wenn ich sorgfältig darüber nachgedacht hatte. Und dann hatte ich insgesamt drei Kinder und erst recht keinen Nerv darauf. Und dann vier und …so weiter. Ich wurde übrigens mit Stoffwindeln gewickelt – genützt hat es mir wenig 😀 Auch hier das Aber: Jeder kann auch dieses Thema individuell entscheiden. Meine Güte, es geht nur um Windeln. Windeln!

Und ich halte Nummer 4 nicht über das Waschbecken, wenn er muss. Er trägt immer Windeln, lebt also nicht Windelfrei, außer er hat seine „Nackter-Popo-Zeit“ am Abend. Da landete auch schon mal das ein oder andere auf mir – hätte ich mal gelernt, seine „Pipi-und-Kaka-Mimik“ zu lesen … Weil: Ich gucke nicht dauernd ins ein Gesicht oder höre auf seine Töne, um einen sich anbahnenden Stuhlgang zu identifizieren. Dazu habe ich zum Einen kaum Zeit bei so vielen Kindern und zum Anderen möchte ich auf andere Dinge an ihm mehr achten. Aber: Wer gerne ein Baby ohne Windeln großziehen will, der kann das jederzeit tun. Wie erwähnt wird das in Afrika auch gemacht. Da zieht man sich das bekotete Baby einfach über das Knie, der Kot bleibt da kleben und wird dann mit einem Büschel trockenem Gras oder einem Stöckchen abgekratzt. Das ist in jedem Fall sehr natürlich. Niemand muss windelfrei erziehen und jeder, der es will (vielleicht auch ohne Knie und Stöckchen), der darf es bitte für sich entscheiden. Allerdings: „Und sie nahm das Kind, wickelte es in Windeln und legte es in eine Krippe.“ So eine neue Erfindung sind die Dinger nicht – selbst die jüngsten Aufzeichnungen dieser Altersklasse sind recht alt. Da hat man genug Entscheidungsfreiraum – ob mit oder ohne Windeln.

Habe ich nun alle Aspekte des neuen Mainstreams namens Attachment Parenting durchgearbeitet, der durch manche dogmatische Vertreter suggerieren will, seine Befolgung liefere das von allen Müttern angestrebte wirkliche Rundum-Wohl für die Kinder? Oder fehlt noch was?

Mir fallen weitere Themen ein, über die man sich auch mal streiten könnte. Immer geht es nur um Neugeborene und Kinder bis circa 3 Jahren. Dabei werden die Kleinen doch größer!

Zwischen 32 und 57,3 % aller Kinder in Deutschland hat einen Fernseher oder einen Pc oder eine Konsole im eigenen Zimmer.

Darüber könnte man sich echt mal streiten. Oder über Aspekte der geschlechterspezifischen Erziehung. Da gibt es wahre Sümpfe, die man mal beleuchten sollte. Oder über Verkehrssicherheit. Oder über Bio-Kosmetika für Kinder? Oder über ein zuckerfreies Leben? Oder über global das Ablehnen bestimmter Nahrungsmittel? Oder über Mama-Taxis (ach ne, das gibt es ja schon) oder über bedingungslose Ehrlichkeit Kindern gegenüber. Oder über Sexualaufklärung an Schulen (Mist, da gibbet auch schon Streit). Wie wäre es mit der Frage nach Fertigprodukten wie Maggi Fix? Und McDonalds, wie ist es damit? Dann könnte man über Religionsvermittlung Kindern gegenüber streiten- ein heißes Eisen …

Hm, wie wäre es damit: Man könnte sich darüber streiten, ob man für die Kinder ein gutes Vorbild ist, wenn man die Meinungsfreiheit respektiert. Wenn man in Diskussionen, die ja durchaus prinzipiell begrüßenswert sind, respektvoll bleibt. Und wenn man ihnen zeigt, wie tolerant man wirklich ist, auch wenn die Lampe der Political Correctness das Thema gerade mal nicht beleuchtet.

Die liebevolle aufgeklärte und wohlwollende Haltung der Eltern gegenüber ihrem Kind, beziehungsweise ihren Kindern, ist alles entscheidend. Und wenn diese Ausdruck im gemeinsamen Schlafen findet, dann ist das wunderbar. Und wenn sie durch etwas Anderes ausgedrückt wird, dann ist das ebenso wunderbar.

Ich mochte übrigens einen Kommentar auf dem StadtLandmama-Blog sehr gerne:

„(…) aber das gehört auch dazu, wenn man einen Text schreibt zu dem es so viele unterschiedliche Meinungen gibt.
Das macht doch einen Blog aus, wenn ich monotone Massenmeinungen lesen möchte, kann ich mir ja die „Brigitte“kaufen ;)“

Ab und an darf man mal verallgemeinern und ‚rumschimpfen – manchen gelingt das ja auch sehr humorvoll und pointiert (Kabarettisten verdienen ihr Geld damit…). Ich schimpfe ja auch manchmal rum, nicht wahr?

Ich bin dankbar, dass Kinder in unserer Zeit so viele Möglichkeiten haben und vor allem wahrgenommen werden. Das ist unendlich viel wert. Selbst in meiner Kindheit bekamen Kinder vermutlich die Hälfte der Aufmerksamkeit von heute. Gut, auch darüber ob das nun gut oder schlecht ist, ließe sich streiten. Am besten sag ich doch lieber nix mehr 😀

IMG_2640 … (ich hätte auch den Sofa-Sex mit Playmo nachstellen können – aber Pornographie sprengt den Rahmen unseres Blogs nun wirklich 😀 )

Lachtränen im warmen Schimmer der Salzlampe

Lachtränen im warmen Schimmer der Salzlampe

Geburtsberichte habe ich auf unserem Blog bisher ausgespart. Ich finde, es gibt einfach schon genug. Und ich finde sie meistens entweder zu blumig („Der schönste Tag meines Lebens“) und wenn man es dann liest, gefriert einem das Blut in den Adern. Oder sie sind sehr effektiv betitelt („Knochen knackten, Blut spritzte, alle schrien – Vorsicht: Schwer zu ertragen“) und halten, was sie versprechen. In jedem Fall unterstreichen sie meinen beliebten Vergleich von Zivilisten (Nicht-Müttern) und Soldaten (eben die Anderen): Der Kreißsaal als Kriegsschauplatz übelster Details menschlichen Leids in Zusammenarbeit mit einem meist fürchterlichen Feldscher.

Ich persönlich habe meine Geburten als Zusammenfassung sehr kurzer Natur irgendwann manchen Freundinnen erzählt. Da gehören sie hin, finde ich. Oder ich erwähne Erfahrungen zu irgendwelchen Themen, die privat oder in den Sozialen Medien gerade diskutiert und besprochen werden (Hausgeburt, Klinikgeburt, Geburtseinleitung Geburtshaus, Schmerzmittelfreiheit oder ähnliches)

Wenn ich aber jemals die Eindrücke einer Geburt in einem Artikel zusammengefasst hätte, dann wäre es in dieser Art passiert. Viel Spaß beim Lesen und Lachen! 🙂

Zur Salzlampe und dem anderen, im Artikel erwähnten „esoterischem Riesenquatsch“ hier nun meine Gedanken: ich habe da diverse Erfahrungen gemacht und bin seitdem (vor allem bei Geburten) ziemlich von allem ab, dessen Wirkungsfaktor Eins zum Weltall heißt. Ich würde gern wieder an Homöopathie glauben. Und auch an das Erinnerungsvernögen, das Wasser zu Eigen ist. Dafür habe ich nur grad keinen Kopf. Sobald ich den habe, werde ich mich wieder gründlich informieren.

Ja, informieren ist für mich ein Zauberwort: Wenn eine der Mamas aus dem Kindergarten zu mir sagte: „Also, ich geb‘ immer nur Globulis“ dann habe ich besserwisserisch sagen wollen: „Ach so und du liest sicher nur Lexikas?“. Mich nervte es, dass sie allein schon durch den sprachlichen Fehler zu zeigen schienen, dass sie einfach einer Bewegung nachliefen, ohne sich darüber zu informieren. Aber eigentlich wollte ich gern mal sagen: „Echt jetzt? Du glaubst, dass ein Wirkstoff, der so verdünnt ist, dass er einem Tropfen Wirkstoff verteilt in einem Pool oder besser noch: im Weltall entspricht, wirken kann? Aber beim „Über-das-Wasser-laufen“ bist du skeptisch?“ Und dann renitent grinsen – hach, das wäre fein gewesen. Hatte immer den Eindruck, die meisten verteilten die kleinen Wunderkugeln mit dem dauernd falsch verwendeten Plural, weil das gerade so modern war oder ist. Und nicht, weil sie wirklich vom Erinnerungsvermögen des Wassers überzeugt waren.

Meine Schwiegermutter kaufte mal eine Tube Rescue-Salbe (Bachblüten), weil die Frau des Cousins meines Mannes das wohl empfohlen hatte. „Das geben die Mütter jetzt alle den Kindern,“ kam es nicht ohne einen Hauch des Vorwurfs ob meiner das Wohlbefinden der Kinder vernachlässigenden, weil bachblütenlosen, Haltung. Und ich (renitent wie immer): „Wenn die Kinder hinfallen, bekommen sie gegen den Schreck die Energie von Blumen? Blumen die ’ne Weile in Wasser rumlagen …?“ Danach schmierte sie das Zeug immer noch ganz doll und fürsorglich auf die Knie der Enkel. Eigentlich wann auch immer die Knie nur in die Nähe einer spitzen Kante gekommen waren „Schadet ja auch nichts!“ hieß es dann. Vielleicht wollte sie die ihr wegen meines gemeinen Kommentars peinlich gewordene Tube auch einfach schnell leer bekommen.Ich hab mich ein bisschen wegen meiner Renitenz geschämt, als mir dieser Gedanke kam. Und dann wieder nicht, weil ich doch diesen stummen Vorwurf mit dem harten Blick bekommen hatte.

Damals war ich fast zehn Jahre jünger als jetzt. Da hat man noch nicht ausreichend die Technik des „Schlucken-Lächeln-Schweigens“ gelernt, die Müttern im Laufe der Jahre zuteil wird. Ab und an geht man im der Phase jenes jugendlichen Leichtsinns dazu über, sich gegen einen Vorwurf zu wehren. Eek, ich klinge ja so zynisch … (und schweife vom Thema ab)

Ich habe jedenfalls selber auch Homöopathie probiert. (Und dabei auch die richtige Zahnpasta verwendet, Kaffee gemieden etc.) Gegen (Geburts-)Angst zum Beispiel. Hat null gebracht. War immer noch ängstlich. Aber vielleicht hätte ich statt Angst hirnzermarternde Panik gehabt, wenn ich das Zeug nicht genommen hätte. Und es sollten auch Wehen durch bestimmte Homöopathie starten. Das könnte sogar geklappt haben. Vielleicht half es bei der 14-tägigen Übertragung auch, dass ich einfach alle aus meiner Bude warf und mich mal entspannte, statt mich wie eine Henne mit Legenot zu fühlen? Jedenfalls setzten die Wehen bei Nummer 1 ein, nachdem ich eine Menge weißer Kügelchen in meinen Mund gekippt hatte. Jahre später sagte eine andere Hebamme übrigens:“Was? Das und das hat sie dir gegeben? Aber das ist doch gar nicht wehenfördernd.“ Mein Vertrauen war dahin. Oder hatte nun die neue Hebamme keine Ahnung? Ach, wer weiß? Ich habe auch alles Mögliche andere durch. Beispiele bei Übertragung gefällig?: Muskatellersalbeiöl, Rizinusölcoktail (damals noch sehr en vogue heute als Horrorsaft verschrien), natürliche Einarbeitung von Prostaglandinen (auch als Sex bekannt), Rexflexzonenmassage. Wirkweise? Null – Nummer 3 wurde nach längerem, entkräftetem Betteln meiner Person per Priminggel (Prostaglandingel, klassisches Medizinprodukt) rausgeworfen.

Biologisch dynamisches Dammmassageöl haben wir auch ausprobiert – half auch nichts, kann ich kühn behaupten. Und was wir zum täglichen Einölen des Babybauches zwecks Streifenvermeidung und schneller Rückbildung zu sagen haben: Besser gar nichts.

Einerlei: Es geht niemals nicht und in keiner Lebenslage etwas über den orange-rosa Schein einer Salzlampe. Auch nicht auf dem Klo 😀