Die Neuen und die Alten

Heute ist Donnerstag – da haben Nummer 1 und Nummer 2 lange Schule und kommen erst um 16.15 Uhr nach Hause. Natürlich sind sie froh, dann endlich hier zu sein. Manches Mal schaffen sie es, die Brotdosen auszuräumen, an anderen Tagen zwingt die Erschöpfung sie einfach nieder auf eine Liegestatt.

Ich finde es generell am Tag ganz nett, wenn die beiden Großen auch wieder da sind, denn so kann ich auch mal alleine zum Klo auch wenn Nummer 4 wach ist. Man kann einfach mal kurz – ohne das Baby tragen zu müssen – nach oben und nach der Wäsche sehen. Oder sich ähnlichen Luxus gönnen.

Nicht aber an Donnerstagen. An diesen Tag ist Fronturlaub und die beiden schleppen sich in ihren Siebenmeilenstiefeln ins Haus. Der Wanderrucksack rummst auf den Boden und sie stöhnen. Froh, der schulischen Hölle entkommen und noch am Leben zu sein. Wir schwenken Fahnen zur Begrüßung und reichen Häppchen.

Heute war für mich ein klassischer Tag. Ich hatte eine Pause: Ich habe ein Kreuzworträtsel gemacht, während Nummer 4 in seinem Bett lauter werdend herummaulte, weil ich das Schlafensritual beim Hinlegen gestört hatte. Ich hatte einen Nuckel für ihn suchen müssen, statt direkt rauszugehen. Dies quittiert er stets mit Protest. Meist kann man die Schlafenszeit dann einfach vergessen und ihn wieder heraus nehmen. Ich weiß, ich soll mich schonen – wegen der Schilddrüse und ihrem Hang bei kleinen Anlässen eine Schwadron Stresshormone abzuschießen, die sich dann gefühlte zwei Jahre in meinem Körper tummeln um allerlei Unannehmlichkeiten zu verursachen. Aber schonen und mein Leben sind nicht verheiratet. Die kennen sich ja nur flüchtig.

Jedenfalls (ich schlage den Bogen natürlich wieder zurück zum topic) stehe ich eben – so gegen 17 Uhr müde – und wirklich pausenbedürftig in der Wäschekammer. Da fällt gehässig die zweite der drei Glühbirnen in der Lampe aus und ich taste mich durch den Wust, den der Trockner ausgespuckt hat. Natürlich ist der Bettbezug gefüllt mit nicht trockenen Waschlappen und Unterhosen. Ich höre, wie Nummer 2 die Treppe hinaufsteigt um sich zur Ruhe zu setzen und zu malen. Nummer 1 liegt bereits auf meinem Bett und genießt eine Serie auf meinem iPad. Nummer 3 malt am Esstisch. Nummer 4 malt im Hochstuhl neben ihr.

Und wie ich die klammen Klamöttchen so auf den Wäscheständer packe und mich über den blöden Bettbezug vom Schweden ärgere, der weder Knöpfe noch Reißverschluss hat, fällt mir eine Geschichte ein, die mein Mann manchmal gern erzählt. Einer unserer Zweimillionen running gags.

„Mein Cousin Erik war immer ein ganz schlauer. Er hatte richtig was auf dem Kasten. Er war auch schlagfertig und so. Wenn seine Mutter zum Beispiel sagte Erik, hol mal eine Flasche Wasser aus dem Keller, du hast junge Beine! dann sagte Erik gern seinen eigenen Spruch: Mama, geh selber, lass uns erst die alten Beine aufbrauchen.“

Die Alten aufbrauchen. Früher hab ich immer gelacht, wenn mein Mann die Story zum Besten gab. Seit heute weiß ich, dass sie mich wohl per NLP beeinflusst hat. Ich glaube auch, man sollte zuerst die Alten aufbrauchen. Nicht nur die Beine. Die gesamten Alten. Die armen Kinder waren in der Schule, da brauchen sie auch mal echt ’ne Auszeit. Unten fing Nummer 4 zu schimpfen an. Ich rufe nach unten, dass sich Nummer 1 bitte kümmern möge, ich sei sofort schnell, schnell mit der Wäsche fertig und würde übernehmen. Nur kurz etwas Apfelmus füttern. Ich bin gleich, gleich da! 

Flug beeilt sich Marie, die dienstbereite Magd und eilt nach getaner Arbeit die Treppe hinab. Das Baby hat keinen Apfelmus. Es zerreibt eine Banane auf dem Tisch. Nummer 3 erklärt säuerlich:

„Ich hab der gesagt, sie soll ihm A-Mus geben. Aber sie sagte, es gäbe keinen mehr. Da hat sie ihm die Banane geben und zu mir gesagt: Siehste! da kannste auch selber aufpassen.“

Nach Konfrontation mit dem Thema (Nummer 3 knöpfte sie sich vor) plärrte sie durch die Schlafzimmertür: „Boa! Ich bin beschäftigt!“

Ja, damit, auf das iPad zu glotzen. Aber lassen wir die lieben Kleinen doch. Seit der industriellen Revolution sind Kinder ja immer weniger selbstverständliche Teile der Familie als viel mehr eine Art Projekt, dem man es so angenehm wie möglich machen muss. Und wie macht man das? Indem man ihnen so viele Unannehmlichkeiten aus dem Weg räumt wie nur eben möglich.

Und wie schafft man das? Tja – indem man die Alten aufbraucht

P.S.: Natürlich gab es Apfelmus.

P.P.S.: Später räumte Nummer 4 die Schultasche von Nummer 1 aus. Weil sie diese nicht nach oben gebracht hatte. Und was tat ich? Ich öffnete ihm den Reißverschluss der Tasche schön weit. Als Nummer 1 sie stöhnend einräumte, kam von mir:

Oh. Das tut mir aber leid. Ich hätte ja nach ihm gesehen. Aber ich war beschäftigt …

Quak!

Vorhin auf der Rückfahrt vom Opa sang Nummer 3 hinten im Auto für Nummer 4. Das wiederum nervte Nummer 1, die sie bat, den Gesang einzustellen, weil ein schlafendes Kind einfach keinen Gesang brauche.

Darauf beschwerte sich Nummer 3 auf folgende Weise:

„Boa, Nummer 1, du tust so als würde sich ein Elefant auf eine Ente setzen. Und die Ente würde dann quaken!“

Wir lachten, Nummer 3 ärgerte sich standesgemäß und ich fragte mich, wie genau man jemandem den Eindruck vermittelt, er sänge als würde sich ein Elefant auf eine Ente setzen. Und die Ente würde dann quaken.

Imitation …

… ist doch die direkte Vorstufe des Begreifens. Oder ?!?

Im Moment geht es hier ungefähr so zu:

Nummer 4chen grapscht in die Blumenerde und will eine Hand voll essen.

Ich sage: „Nein, Nummer 4, das ist ein Bah!

Nummer 4 sagt inbrünstig wie begeistert „Bah!“ und stopft sich die Erde in den Mund.

Nummer 4 krabbelt zur Steckdose und will einen Stecker ziehen.

Ich sage: „Nein, Nummer 4. Nein.

Nummer 4 sagt inbrünstig sowie kopfschüttelnd „Neinneinnein!“ und zieht den Stecker aus der Dose. 

Ich frage mich, wie er es fände, wenn er mal wieder schnalzt um zu zeigen, dass er etwas trinken möchte und ich dann auch einfach nur schnalzen würde … harhar. Es ist Halloween. Bad Mum is in town 😀

Entschlossenheit hat einen Namen …

… oder eine Nummer: Nämlich 3

Ihr Kommentar, als sie hörte, dass die liderlichen aggressiven Horrorclowns nicht mehr nur in Frankreich, sondern auch bei uns ihr Unwesen treiben:

„Was soll’s? Ich gehe einfach nicht mehr ohne meine Bratpfanne aus dem Haus.“

Ich denke darüber nach, es ihr gleichzutun. Wir haben so ein Pfannenset bestehend aus einer großen und einer kleinen …

Dem stimme ich uneingeschränkt zu …

Habe soeben einen sehr guten, längst überfälligen Artikel gelesen, den meine Freundin Concetta (ja, die mit den lustigen Sprüchen)  eben auf Facebook teilte.

Ergänzend möchte ich noch hinzufügen, dass man nicht mal eine Wirbelsäulenoperation gehabt haben muss um nicht gern ein Tragetuch zu benutzen oder aus organischen Gründen nicht stillen können muss, um die Toleranz und Unterstützung der Kolleginnen zu erwarten. Es reicht, dass sich für einen persönlich etwas anderes bewährt hat. Aus ganz persönlichen Gründen, die niemanden etwas angehen.

Ich stelle mir so etwas wie die Mütterkriege mal in der Berufswelt mit Einkommen vor:

Silvia:„Wie, Meike, du checkst morgens nicht als Erstes deine E-Mails?“

Meike:„Nein, ich sehe mir immer zuerst den Tagesplan an und erledige die ersten Sachen, ehe ich in die E-Mails schaue.“

Silvia:„Das ist aber ganz schön faul und unverantwortlich von dir. Du willst dich doch nur vor den E-Mails drücken.“

Meike:„Äh, nein, ich mache sie ja, aber …“

Silvia:„Ich kann mir schon denken, womit du kommst: Neue Studien haben gezeigt, dass die faulen Mitarbeiterinnen genau so gut sind, wie die richtigen Menschen. In Wahrheit hast du doch nur keine Lust, deinem Job die Aufmerksamkeit zu geben, die er verdient. Was bist du nur für eine Mitarbeiterin? Kein Wunder, dass du deinen letzten Job verloren hast.“

Meike:„Ich habe den nicht verloren, ich habe gekündigt.“

Silvia:„Ja, ja, gemobbt worden oder was?“

Oder auch zwei Handwerker.

Chris:„Hallo? Wieso schraubst du die Leiste da an die Treppe? Gehörst du zu diesen total bequemen Leistenschraubern oder was?“

Marko:„Ich finde das gut so. Das mache ich immer so und sehe nicht, was daran schlechter sein soll, als am mühseligen Zusägen der Kante.“

Chris:„Dass du das nicht weißt zeigt, dass du keine Ahnung von dem hast, was wirklich wichtig ist. Du musst dich nicht wundern, wenn mal jemand stirbt – das ist dann deine Schuld.“

Marko:„Hä? Wie bitte? Wieso sollte denn jemand sterben? Die Personen gehen doch auf den Stufen und trippeln nicht auf Zehenspitzen auf der Kantleiste entlang. Ist das nicht meine Sache, wie ich den Job mache?“

Chris:„Nicht, wenn wegen so faulen Leuten wie dir Menschenleben auf dem Spiel stehen…“

Was meint Ihr Mit-Mütter und gern auch Väter zum Thema Hackordnung mit Moral als Werkzeug versus Zusammenhalt und gegenseitiges Unterstützen? Gefällt Euch der Artikel auch so gut?

Eins mit allem … vor allem mit Mama

Nummer 2:„Mama, was ist der Sinn des Lebens? Das Leben an sich?“

Ich:„Ich glaube, der Dalai Lama als zertifiziert weises Wesen sagt, glücklich sein sei der Sinn des Lebens.“

Nummer 2:„Oh ha. Und wo ich das nun weiß, bin ich da erleuchtet?“

Ich (schmunzelnd):„Mitnichten, junger Padawan.“

Nummer 2:„Puh! Das ist gut!“

Ich:„Wieso?“

Nummer 2:„Na, dann würde ich nicht wiedergeboren. Und dann würde ich nie mehr mit dir zusammen sein. Das wäre furchtbar.“

Wie gesagt: Eins mit allem – vor allem mit Mama …

Auf der grünen Wiese …

… stehe ich etwas auf dem Schlauch.

Gestern morgen war ich nach langer Unterbrechung (Ferien, Wasserschaden, Erkältung, Rückenschmerzen = 12 Wochen) zum ersten Mal wieder in der Spielgruppe. Auch Krabbelgruppe genannt. Immerhin kann Nummer 4 inzwischen krabbeln.

Bisher fand ich das immer sehr niedlich, mich als alte Mama-Häsin dahin zu setzen, wo alle noch tief interessiert sind an der richtigen Windelmarke, dem perfekten Babyessen oder dem ersten Mal wieder Durchschlafen im Leben. Sie haben im Schnitt ein bis zwei Kinder. Das zweite ist dann höchstens 5 Jahre alt. Und dann sitze da ich.

Nett sind natürlich die Gesichter, wenn ich auf die Frage „Na, auch dein erstes?“ sage: „Äh nicht ganz …“

Ich finde es süß, wenn Fingerspiele gemacht werden. Ja und auch ein bisschen lustig irgendwie. Ich weiß schon, dass das sehr bilderbuchmäßig und klischeehaft ist. Aber das ist ja das Tolle!

Gestern jedoch saß da plötzlich ein sehr junger Typ. Er hatte auch einen Namen, den er sagte. Aber kein Baby. Er schien vielleicht etwas wie diese neue Version des Freiwilligen Sozialen Jahres zu machen. Er saß da, sagte nichts und guckte mit völligem, rein absolutem Gleichmut. Und wir sangen und klatschten und ich fühlte mich immer blöder.

Ja, ja ein kluger Mann (mein Arzt) sagte mal: „Ach! Krabbelgruppen! Da werden die Frauen total verblödet. Sie sollten beim kurzen Käffchen lieber über die Frauenquote statt über Pampers reden. Kein Wunder, dass der Ruf der Mütter so mies ist!“

Und eben daran dachte ich. Typ saß da und guckte. Typ war jung, gestylt und gut angezogen. Ich fragte mich, was Typ dachte. Das hätte ich besser lassen sollen. Ich stellte mir vor, ich wäre er und sähe zu, wie erwachsene Frauen gemischten Alters mit Baby auf dem Arm im Kreis laufen und dazu singen „Auf der grüne Wiese steht ein Karussell“. Ich konnte wegen des Rückens nicht mitmachen, also fuhr Nummer 4i auf dem Arm Gruppenleiterin mit. Das perfektionierte natürlich meine Außenperspektive. Dann drehte sich das Karussell. Hui! Wie fein! Und ich fühlte mich immer mehr fehl am Platze. Dieses doofe Gefühle wollte mein vorheriges Gefühl zerstören! Das Gefühl von „es ist süß und niedlich hier zu sein und das Baby spielt so toll mit seinem süßen Baby-Freund – alles ist gut“

Und irgendwie klebt das auch heute noch ein bisschen an mir. Aber ich gehe kommende Woche natürlich wieder dahin. Allein schon weil Nummer 4 beim Abschiedslied absolut enthusiastisch mitgeklatscht hat! Das war ja soooo niedlich…

Neue Rubrik: „Mom-Quotes“

Hier würde ich gerne mal teilen, was befreundete Mütter so alles sagen. Lakonisches, Erfahrenes, Witziges und Weises. Gespräche, Sprüche, Chats.

Ungefährer Chat-Auszug von mir und meiner Freundin Concetta, der entstand, weil sie mir mitteilte, bei dem Jüngsten ihrer drei Jungs (er ist 3) würde sie sehr gern bunte Kleidung kaufen. Früher habe sie wie ich Matschfarben für Jungs gemocht. Doch diese seien ihr nun zu unpraktisch – man fände Bunte Kinder einfach besser in Menschenmengen …

Ich: „Nummer 3 läuft dauernd weg. Ich verliere sie in der Stadt, auf der Kirmes und sie war sogar am Strand einmal 45 Minuten weg.“

Concetta: „Ja, das kenne ich! Ein Albtraum unser Jüngster ist neulich 20 Minuten lang weg gewesen. Ich war in Panik und er kam freudestrahlend um die Ecke. Die wissen gar nicht was wir durchmachen! Leiden sollen sie!“

Wir drückten unseren Spaß mit einigen Grinsesmileys aus. Dann kam von ihr:

„Oh Mann, Eltern sterben in der Zeit. Nervlich.“

Radioactive Mum is back – and her back too …

Ich habe den Vormittag an dem ich radioaktiv verstrahlt wurde, ganz gut herum bekommen. Den Kopf in diesem engen Donut des MRT zu haben, eine Metallplatte bis an die Nasenspitze gedrückt – das war weniger nett. Ich bin zwar nicht klaustrophobisch veranlagt, aber in diesem Moment wollte ich mir das noch mal überlegen.

Nach fünf Minuten wusste der etwas fahrig und gestresst aber sympathisch wirkende Arzt (Merkmale: Hektischer Redefluss, zittrige Hände, falsch herum angebrachtes Namensschild), was ich habe. Danach ging es nach Hause und dort sollten Nummer 1 und Nummer 2 ihr Brüderchen „übernehmen“. Wir hatten das bereits seit einer Woche erklärt und so waren sie theoretisch vorbereitet. Denn ich durfte den Kleinen nicht lange bei mir haben. Nicht tragen und nicht knuddeln bis zum Abend. Denn das radioaktive Zeugs musste ja erst mal zerfallen. Die beiden stritten sich daraufhin den halben Nachmittag darüber, wer etwas tun sollte und wer bereits meinte, genug getan zu haben … Sehr hilfreich.

Tragen konnte ich ihn eh nicht, denn ich hatte einen sich steigernden Rückenschmerz. Dieser wurde durch die Streitereien der beiden Großen wirklich viel angenehmer. Und eben dieser brachte mich heute zum nächsten Arzt. Ich musste im Liegen warten, so heftig war das inzwischen geworden. Mein Mann versuchte zu klären, wer hier wegen der Rückenschmerzen im Haushalt helfen könnte. Er hatte sich eingeredet, dass der Vater und Ehemann per Krankschreibung zu Hause bleiben dürfe. Das hat er getan, weil er einen unbürokratischen Gerechtigkeitssinn zu haben scheint.

Die Dame von der Krankenkasse teilte jedoch mit, das dies so nicht ginge. Er könnte zu Hause bleiben bei anteiligem Lohnausgleich. Irgendwas zwischen 70 und 80 Prozent. Oder es müsse eine Haushaltshilfe her. Aber einfach da bleiben und sich um das Baby kümmern – das ginge nicht. Man setzt anscheinend bei solchen Regelungen auf die Omas und Tanten, die wir so nicht oder nicht in der Nähe haben. Alles Andere wird schön kompliziert gemacht. Mit Anträgen, Faxgeräten und Telefonaten. Hoffen, dass Anträgen stattgegeben wird und warten und währenddessen vermutlich gesund werden…

Nun schrieb mir der Arzt auf, dass ich für 14 Tage eine unterstützende Haushaltshilfe bekomme, weil ich mich kaum rühren kann. Vier Stunden am Tag. In den anderen Stunden werde ich versuchen, keine Schmerzen zu haben…

Dazu muss ich mich dann morgen bei einer Sozialstation melden. Und eigentlich wollte und sollte mein Mann den betreffenden Antrag auch zur Krankenkasse schicken. Aber dazu kam er nicht – denn er hat heute Urlaub. Ja, er musste schließlich Urlaub nehmen, um mich zum Arzt zu bringen, wegen der langen Wartezeit Nummer 3 von der Schule in die Praxis zu holen und zu kochen. Spontaner Urlaub ist aber nicht so einfach, denn heute Abend muss er arbeiten, weil er eben keine Stelle hat, bei der man einfach mal einen Tag fehlen kann.

Ich wette, er hat seinen Urlaubstag heute sehr genossen.

Schon spannend, dass Mütter nicht krank werden sollten, oder? Dieses ganz Bohai schreckt ja ganz schön ab. Ich hoffe, diese Wirkung hat es zukünftig auch auf Viren, assymmetrisch verspannte Rückenmuskeln und (vermutlich durch Stress) wie verrückt arbeitende Schilddrüsen …

Cable-Babe

Neulich blätterte ich mich durch die Babyalben unserer Mädels. Ich habe einige davon. Immer eins, das bei mir bleibt und ein Exemplar, das sie mitnehmen können, wenn sie mal ausziehen. Oder wann auch immer. Das sind so vorgedruckte, nette Bücher zum Eintragen.

In Nummer 3s Buch gibt es den Abschnitt „Womit ich gerne spielte“ und da kann man in jedem Lebensmonat das jeweilige Lieblingsspielzeug eintragen.

Das sah bei ihr ungefähr so aus:

6 Monate: Kabel

7 Monate: Kabel

8 Monate: Kabel und Schmusepüppchen

9 Monate Kabel

So erzählte ich dann unserem lieben Opa von Nummer 3 als unserem früheren „Kabelbaby“. Und eben dem Babyalbum. Daraufhin lachte er und erzählte Folgendes:

„Ja, also neulich da hat sie bei mir diese große Schublade im Wohnzimmer aufgezogen. Diese mit dem Technikkram und den ganzen Kabeln drin. Da haben ihre Augen aber geleuchtet. Und sie sagte so seufzend:

Ach, ich wünschte, ich hätte auch so eine Schublade…“