Dinosaurier im Wohnzimmer

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Der Kosmos-Verlag hat uns freundlicherweise ein Exemplar von iT-Rex zur Verfügung gestellt. Die Mädels waren ganz gespannt, als ich ihnen das erzählt habe – und so war auch die Freude groß, als das Buch am Wochenende ankam.

Wobei ich sagen muss, dass das Buch eigentlich nicht der Star war, sondern die dazugehörige App. iT-Rex erweitert das gute, alte Dinsosaurierbuch um Augmented Reality – mit der App kann man sich ansehen, wie Dinosaurier durchs Wohnzimmer laufen. Ich war um ehrlich zu sein davon ausgegangen, dass das nur eine nette Spielerei ist, denn was ich in der Vergangenheit an „erweiterter Realität“ so gesehen hatte war eben bestenfalls genau das gewesen.

In Wirklichkeit allerdings kam es so gut an, dass das Buch direkt den ganzen Nachmittag im Einsatz war. Einige Eindrücke davon:

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An unserem ersten Testnachmittag passierte in etwa folgendes:

Ich bringe gerade meine zweite Mencave (den Schuppen) auf Vordermann, als Nummer 2 angelaufen kommt und ein Paket ankündigt. Ich sage, sie sollen es ruhig aufmachen, ich komme dann gleich mal gucken. Plötzlich wird es verdächtig still, dann ist ein Kreischen zu hören:

„Die Kiste ist aufgegangen!“

„Er steht da auf dem Tisch! Wow, den kann man ja steuern!“

Kurz gesagt, meine gesamte Familie (inklusive meiner Frau) jagte den gesamten Nachmittag Dinosaurier durchs Wohnzimmer. Das Buch kam extrem gut an und rief auch im Freundeskreis Begeisterung hervor. Allerdings denke ich, dass die App vor allem mit Tablets Spaß macht – wir haben sie mit einem iPad getestet, wo sie einerseits problemlos lief, aber auch genug Bildschirmfläche hatte, um die Dinosaurier gut sehen zu können. Ich hatte als Kind ein „Was ist Was – Dinosaurier“-Buch, das ich ungefähr eine Million Mal gelesen habe. Wenn ich mir vorstelle ich hätte die Viecher sehen und steuern können – wow.

Allerdings ist das Buch in diesem Fall bis jetzt natürlich nur ein netter Nebeneffekt …

Kontroversen-Clickbaiting (mit Kindern)

Ich beschäftige mich ja recht viel mit Medien, insbesondere mit Online-Medien. Da gibt es seit einiger Zeit ein interessantes Phänomen zu beobachten, dem nach meinem Kenntnisstand noch niemand einen Namen gegeben hat. Einzig das Kotzende Einhorn hat sich ein wenig damit beschäftigt.

Als von Anglizismen und Beratersprech geplagter Professional fällt mir auch prompt nur ein denglischer Begriff dafür ein:

Kontroversen-Clickbaiting

Und das geht so: Als Redakteur bei einem Onlinemedium entwickle ich ein gewisses Gespür dafür, über welche Themen Menschen sich heute gerne aufregen. Das wären zum Beispiel das Rauchverbot, Autofahrer vs. Radfahrer, Autofahrer vs. Autofahrer, Männer gegen Frauen, und so weiter. Wichtig ist nur, dass es zwei Lager gibt, die eine Blutfehde miteinander haben und die sich über die Ignoranz der Gegengruppe endlos aufregen können. Was mache ich dann? Ich bevorzuge News zu diesen Themen, wenn ich so etwas auf den Tisch bekomme („Neue Studie: Frauen verdienen zu recht 8 Prozent weniger als Männer“), oder veröffentliche Meinungsartikel wie „Warum das Rauchverbot total toll ist“. Was passiert? Anhänger der Gruppen eilen herbei und schreiben ins Kommentarfeld Dinge wie:

„Das Rauchverbot ist in Wirklichkeit total dämlich, macht unsere Kneipenkultur kaputt und ist eine Gesundheitsdiktatur!“

„Wenn Du Rauchen willst, will ich aber nicht für Deinen Krebs zahlen. Außerdem stinkst Du!“

„Selber! Und ich kriege vielleicht Krebs, dafür liege ich der Krankenkasse wenigstens nicht auf der Tasche bis ich 90 bin – Ääätsch!“

Ihr versteht, was ich meine. Warum das jetzt Clickbaiting ist? Nun ja, das Grundprinzip hat der Boulevard schon immer angewandt – da kann man sich eine beliebige Bildzeitung anschauen. Aber die Kommentarfunktion moderner Onlinemedien treibt das Spiel auf die Spitze. Denn wenn Schwunzhorst73 erst mal geschrieben hat dass das Rauchverbot doof ist und Heedzlisl88 geantwortet hat dass sie nicht für Schwunzhorstens´ Krebs zahlen will, müssen beide natürlich dauernd nachschauen: Wer hat denn gerade das letzte Wort? Und hat Pommesdieter43 vielleicht nicht auch was Dämliches zum Thema gesagt? Das Ergebnis: Unmengen von wiederkehrenden Besuchern, oder wie wir Medienleute sagen, Klicks. Klar, Unique Visitors sind mehr wert, aber die werden in so hitzige Diskussion via Facebook ja sogar auch noch reingezogen. Onlinemedien monetarisieren sozusagen die Streitkultur im Netz. Warum ich das hier schreibe? Na weil der Stern und Spiegel Online heute zufälligerweise gleichzeitig eine „Eltern vs. Kinderlose“-Debatte initiiert haben. Das fiel mir natürlich auf. Es können sich eben nicht nur Raucher und Nichtraucher streiten. Der Stern widmet diesem Thema sogar in alter Holzmedientradition den Titel. Funktioniert´s? Sicher – schaut Euch die Kommentare an.

Waaah – noch ein Geschenkeanlass???

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Paypal, das digitale Zahlungvoodoo des weltweiten Konsums, wies mich gerade darauf hin, dass ich meinen Kindern doch bitte etwas zum Boys&Girls-Day schenken sollte. Ich bin da etwas rückständig – als die Mädels uns vor zwei Jahren darauf hinwiesen, dass die „Liliane ja eine Barbie zum Kindertag geschenkt bekommen hatte“ war ich mehr so: Wie jetzt, auch noch zum Kindertag Zeug kaufen? Das hättet Ihr wohl gerne, liebe Spielzeugindustrie!

Ich bin ja für Konsum durchaus zu haben, und es soll mir da auch gar nicht um die letzten Kröten gehen. Aber wenn ich daran denke dass wir über den Winter 600 Liter Müll …. äh Spielzeug aus den Zimmern ausgemistet haben, frage ich mich ob wir WIRKLICH noch mehr Geschenkanlässe brauchen. Wir haben:

  • Geburtstag
  • Ostern
  • Weihnachten
  • Nikolaus

Das sind für uns 16 Anlässe im Jahr, um neuen zukünftigen Müll zu erwerben. Da brauche ich nicht noch den Kindertag, den Boys&Girls-Day, den Namenstag, den Tag der Spielzeugeisenbahn oder den Tag des sozialen Konsumdrucks dazu.

Ich möchte daher eine Petition starten. Eine Petition gegen durchsetzungsschwache Eltern, die sich von ihren Kindern zu solchen Aktionen breitschlagen lassen. Ich nenne sie „Geschenke? Nein danke!„.

Bitte, liebe konsumfreudige Einzelkindeltern. Überdenkt Euren letzten Spielzeugkauf nochmal. EUCH ist es vielleicht egal, noch drei Spielzeuge mehr im Jahr zu kaufen – aber vergesst nicht was ihr Leuten wie mir damit antut.

Wer macht mit?

 

 

 

Lesequests und Elternpaare als Gründer – Interview mit Anna von Daktylos Media

Ich habe mich in den letzten Tagen ein paar Mal mit Anna von Daktylos Media unterhalten. Anna hat zusammen mit ihrem Mann vor kurzem einen Verlag für Kinderbuch-Apps gegründet. Aktuell haben die beiden eine Crowdfunding-Kampagne für ihr erstes Projekt bei Startnext.


Du hast letztes Jahr zusammen mit Deinem Mann Daktylos Media gegründet. Ich lese immer häufiger von Start-Ups im Familienbereich, wo sich die Eltern zusammen selbstständig machen. Um ehrlich zu sein beneide ich das ein wenig. 🙂 Wie ist es bei Euch zu diesem Entschluss gekommen?

Bis 2011 haben wir in Moskau gelebt. Dort habe ich die Internetredaktion für das Russland-Portal des Goethe-Instituts geleitet. Nick war Leiter des Projektmanagements in einem bekannten Architekturbüro. Die Idee, ein gemeinsames Projekt für Kinder und Familien aufzuziehen, lockte uns schon lange. Als dann unser drittes Kind unterwegs war, beschlossen wir die nächsten Jahre in Deutschland zu leben. Nick wollte gern etwas Neues, Eigenes machen, aber als selbständiger Berater für Immobilienentwicklung einzusteigen, war schwierig. Ich arbeite seit dem Umzug freiberuflich als Projektkoordinatorin, Übersetzerin und Autorin, war aber auf der Suche nach einer eigenen Idee, einem eigenen Projekt. Während meines Studiums hatte ich in Verlagen mitgearbeitet, was mir unheimlich viel Spaß machte, aber mit unserer Familiensituation sah ich da beruflich keine Chance. Nach einem Coaching im letzten Sommer kristallisierte sich dann die Idee heraus, interaktive Kinderbücher für mobile Geräte zu machen. Nick war begeistert von der Idee, einen solchen Verlag zu gründen, und stieg sofort mit ein.

Und wie klappt das Modell „Parentrepeneur“ in der Praxis? Bin ich zu recht neidisch?

Zurzeit haben wir keinerlei Freizeit, auch an den Wochenenden arbeitet immer einer von uns, so gut sich das eben mit der Familie vereinbaren lässt. Aber wir machen etwas, was uns begeistert. Unsere Kinder spüren das und haben wirklich viel Verständnis. Wir arbeiten als Partner zusammen, täglich erkennen und erleben wir die Stärken des anderen und ergänzen uns wunderbar. Wir haben jeden Tag Sex, sobald die Kinder weg sind. Private Zeit zu zweit haben wir in dieser heißen Phase – der Finanzierungsphase unserer Crowdfunding-Kampagne für unsere erste App – so gut wie nicht. Wir meistern alles mit dem berühmten Eltern-Mantra: „Es ist alles nur eine Phase!“ Und mit ein bisschen Hilfe des Universums werden unsere Kinder nicht krank und läuft es bei dem Großen in der Schule einigermaßen von allein. Es ist noch nicht klar, wann wir Geldsäcke stapeln werden. Neidisch sein? Es kommt darauf an, wie man seine Prioritäten setzt.

Euer aktuelles Projekt ist eine interaktive App für Tablets, die sich an Kinder ab acht Jahren richtet. Meine Mädels sind allesamt schon ziemlich iPad-affin – sie bevorzugen jedoch meist kleine Anzieh- oder Malspiele. Was bietet „Meta Morfoß“, um Kinder in den Bann zu ziehen?

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Die App macht spielerisch aufs Lesen neugierig. Wir haben ein besonderes Format entwickelt, die „Lesequest“. Man liest den Text und findet darin Schlüsselwörter. Wenn man diese antippt, werden die Illustrationen animiert und es passiert etwas im Bild. So kommt man in der Geschichte weiter. Die gesuchten Wörter kann man sich im Menü auch anzeigen lassen. Der Prototyp ist fertig und wir sehen, dass Kinder auf die farbenfrohen, ungewöhnlichen Zeichnungen unserer App anspringen. Unsere Kinder lieben die wunderbaren Erzählungen von Peter Hacks für Kinder. Meta Morfoß ist eine davon. Unser Sohn (10) hat sie verschlungen und über den Prototyp mehrmals wieder gelesen. Unsere erste Tochter – sechsjähriges Vorschulkind – spielt auch oft damit. Sie findet schon die Schlüsselwörter im Text und schaut sich darüber immer wieder gern die animierten Bilder an.

In einem Satz – worum geht es in der App?

In der Geschichte geht es um Meta Morfoß, ein Mädchen, das mit der Fähigkeit auf die Welt gekommen ist, sich in alles Mögliche verwandeln zu können.

An sich geht es darum, für Kinder Lesespaß und Technikfaszination zu verbinden.

Eure App soll eine Lücke im App Store schließen – obwohl es heutzutage ziemlich schwer ist, da noch eine Lücke zu finden. Wie unterscheidet Meta Morfoß sich von anderen Apps für Kinder?

Wenn man sich anschaut, was es bisher in den Stores an Lesestoff für Kinder auf dem Tablet gibt, dann sind das entweder E-Books oder Buch-Apps. E-Books sind technisch gesehen nicht wirklich neue Formate, es sind Bücher mit Beleuchtung, die nicht mehr in der Wohnung herumliegen. Unter den E-Books gibt es inzwischen auch viele schöne mit animierten Illustrationen, aber erstens lenken diese die Kinder, die dann nur noch mit Tippen und Wischen beschäftigt sind, vom Text ab, und zweitens sind diese enhanced Varianten meistens nur für Kinder im Kleinkind- oder Vorschulalter gedacht – für Kinder im Lesealter, so zwischen sechs und zwölf Jahren, gibt es auf Deutsch keine interaktiven Bücher. Was die Buch-Apps angeht, so sind darunter viele, die sich so nennen, aber die sich oft als reine Spiele herausstellen – das Lesen spielt keine Rolle mehr – und deren inhaltliche und gestalterische Qualität in unseren Augen schlecht ist. Spiele auf dem Tablet an sich sind gut, manchmal sind sie die einzige Rettung für die Eltern, wenn man einfach mal eine Verschnaufpause braucht. Aber zwischen dem Spielen und dem Lesen gibt es noch keine echte Brücke. Die schlagen wir mit dem Lesequest-Format, das ist neu und weltweit einmalig. Außerdem ist die App mehrsprachig, man kann in ihr zwischen Deutsch, Englisch und Russisch umschalten.

Ihr habt einige spannende Design-Entscheidungen getroffen, wie zum Beispiel den Verzicht auf gängige „Geschlechterklischees“. Auch der Stil der Illustrationen ist etwas Besonderes. Wie seid Ihr zu diesen „Design Choices“ gekommen?

Zum einen spielt die Geschichte ja selbst permanent mit Geschlechterklischees und sozialen Normierungen. Meta ist kein „normales“ Mädchen, sie nimmt jeweils die Identität an, auf die sie gerade Lust hat, egal, ob das nun eine Wollsocke, ein Krokodil, Albert Einstein oder ein Engel ist, und egal, ob sie gerade in der Schule sitzen muss oder draußen spazieren geht. Außerdem gehört zu ihrer Familie noch eine Tante namens Herr Maffrodit (in Anspielung an Ovids berühmte Erzählung über den Hermaphroditen), die einen Schnurrbart hat und gerne strickt. Für so eine Geschichte brauchen wir Bilder, die dieses ironische Spiel mit dem Text widerspiegeln. Blonde Feen in Rosa oder knuffige Piraten passen dazu nicht. Bei der Auswahl des Illustrators war für uns nicht aussschlaggebend, ob er oder sie bereits Erfahrung mit der Illustration für Kindermedien hatte. Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl war die Originalität der Zeichnungen und Farbgebung, ungewöhnlich sollten sie sein – und uns selbst natürlich gefallen. Außerdem wollen wir Kindern etwas Neues anbieten, sie anregen und ihren Geschmack mit entwickeln, was Inhalte und Gestaltung angeht.

Für alle Geeks unter meinen Lesern: Plant Ihr auch andere Plattformen wie Android zukünftig zu nutzen?

Unseren Prototyp haben wir für iOS programmieren lassen. Für Android werden wird eine eigene Version der fertigen App programmieren lassen. Die Meta Morfoß App wird man also im AppStore, bei Google Play und bei Amazon kaufen können.

Damit die App aber überhaupt realisiert werden kann, brauchen wir jetzt die Unterstützung der Crowd, also wirklich jeden! Wir haben noch 26 Tage Zeit. Jede noch so kleine Summe, die jetzt gespendet wird, hilft dabei, unser weltweit einzigartiges Projekt realisieren zu können.

Danke für das Gespräch, Anna!


Hier gibt´s noch ein paar Einblicke in die App:

Und hier der Link zur Kampagne: http://www.startnext.de/meta-morfoss-app

Catwalk

Gestern Abend sprachen wir mit Nummer 1 und 2 darüber, für was sich ihre Freundinnen so interessieren. Unter anderem kam da auch das Thema Fernsehsendungen auf. Meine Frau fragte, ob die auch „Angelo in der Calzone“ gucken würden (unser familieninternes Codewort für eine Sendung – schwer zu erraten).

Die Mädels meinten, Germany´s Next Topmodel wäre momentan sehr populär. Meine Frau und ich warfen uns einen kritischen Blick zu. GNTM ist einerseits pädagogisch fragwürdig für 10- und 11-jährige Mädels (Konzept: Seht her ich bin ja so hübsch – und bin bereit ALLES für Eure Aufmerksamkeit zu tun!). Andererseits kann ich die Sendung spätestens seit der genialen Switch-Parodie nicht einmal mehr angucken, ohne mich totzulachen 🙂

Wir sahen uns daher gezwungen pädagogisch einzugreifen.

Meine Frau: „Germany´s Next Topmodel ist doch Hirnmüll – das Fernsehäquivalent einer Katzenschau. Die laufen da alle rum, lassen sich bewerten, und am Ende wird die Hübscheste von der Jury gewählt. Genau wie bei Katzen.“

Kurzes Schweigen. Dann Nummer 1: „Deswegen heißt es wohl auch Catwalk.“

Computermesse und Internet

Computermesse und Internet

Ich habe mich die letzten beiden Tage beruflich auf der Cebit rumgetrieben. Daher habe ich den Kindern an zwei Abenden per Facetime gute Nacht gesagt – eigentlich ganz nett, ich glaube Vodafone wollte uns genau das schon vor zehn Jahren in der Werbung verkaufen …

Na ja, jedenfalls waren die Mädels natürlich davon fasziniert, dass ich auf einer Messe war, die auch im Fernsehen erwähnt wurde. Nummer 3 fragte daher einmal:

„Was ist denn nochmal die Cebit eigentlich?“

Ich lieferte eine Kurzerklärung zum Thema Messe ab und schloss mit der Aussage, dass es eben eine „Computermesse“ sei. Noch immer ein wenig fasziniert fragte Nummer 2, ob ich nicht mal von der Messe per Facetime anrufen könnte. Das ist natürlich etwas schwierig, da es da kein Netz gibt und ich meist nicht mal Mails empfangen konnte – geschweige denn Videotelefonieren. Also antwortete ich:

„Tut mir leid, da gibt es kein Internet, da geht das nicht.“
Dazu Nummer 3: „Das ist aber ganz schön peinlich, dass es auf einer Computermesse kein Internet gibt.“

Was soll ich sagen? Recht hat sie. 🙂

Sind Smartphones das neue Fast Food?

Eine amerikanische Ergotherapeutin hat heute in der Huffington Post eine Brandschrift gegen die Verbreitung von Smartphones unter Kindern veröffentlicht. Wir haben unseren großen Mädels auch schon zig Mal Smartphoneverbot angedroht, wenn sie uns mal wieder phubben. Von daher kann ich eine gewisse Skepsis bezüglich der übermäßigen Bildschirmaffinität durchaus nachvollziehen. Dennoch halte ich einige der Kausalitäten auf eine „Könnte-irgendjemand-auch-nur-ein-einziges-Mal-an-die-Kinder-denken“-Art für … überzogen bis hysterisch. Erstaunlicherweise kann man mit dieser Herangehensweise im Leser leicht das Gegenteil von dem erreichen, was man eigentlich bezweckt. Beispielsweise bei mir.

Ich habe schon so oft gehört, dass bereits Grundschulkinder einen eigenen Fernseher im Zimmer haben – da kann man jetzt nicht hingehen und Smartphones verteufeln. Wir nennen das gerne Bildschirmzeit – egal wieviel Zoll – und versuchen das insgesamt im Auge zu behalten. Second Screen ist übrigens verboten – man muss es ja nicht übertreiben mit den LCDs.

Baby-Selfies und der Zusammenbruch der Gesellschaft

Baby-Selfies

Ihr wollt, das Euer Baby möglichst schnell sein erstes Selfie aufnehmen kann? There’s an app for that.

Ich habe ja schon mal zum Ausdruck gebracht, dass ich bezüglich der weiteren Entwicklung der Gesellschaft skeptisch bin. Im Ernst, wenn wir uns nur noch damit beschäftigen entweder uns oder unser Essen möglichst tagesaktuell abzulichten, wird dies vermutlich nicht die nächste kulturelle Hochblüte hervorbringen.

Von daher finde ich den Techcrunch-Titel gar nicht so weit hergeholt.

Neue Studie: Werden die positiven Effekte des Stillens überschätzt?

Neue Studie: Werden die positiven Effekte des Stillens überschätzt?

In jeder unserer vier Babyzeiten kamen wir irgendwann an den Punkt, an dem wir (insbesondere meine Frau) von den Effekten des Stillens genervt bis enttäuscht waren. Stillen ist ja sehr nett, sättigt aber unserer Erfahrung nach nicht so gut, die Kinder schlafen weniger und kürzer, und als Vater kann man immer nur danebenstehen. Milchpumpen helfen auch nicht so recht – bis die Milch warm ist weint das Baby leicht zehn Minuten, eine Milchpulverflasche habe ich in drei Minuten fertig. Kurzum: so toll, wie Stillen angeblich für alle Frauen ist, kam uns die Geschichte nie vor.

Wir fühlten uns aber immer verpflichtet, weil man dem Kind ja Abwehrkräfte vorenthält und Allergien anzüchtet, wenn man nicht stillt. Als Nummer 1 dann überhaupt nicht satt wurde und dementsprechend kaum schlief, unsere damalige Öko-Hardliner-Hebamme uns aber konsequent zum Stillen geraten hatte, entwickelten wir eine gewisse subversive Energie beim Thema.

„Wenn Stillen wirklich so toll wäre, wie alle immer sagen, müsste man Frauen ja kaum durch Sozialpropaganda dazu zwingen,“ sagte ich dann. „Außerdem ist der große Milchpulver-Skandal, wegen dem Unternehmen das Stillen empfehlen müssen, in Deutschland eigentlich nur eine riesige PR-Krise.“ Und letztendlich der Klassiker: „Wir wurden auch nicht gestillt und haben weder Allergien noch sonst irgendwas.“

Trotzdem waren wir am Ende trotz aller Subversivität soweit vom Stillen überzeugt, dass Nummer 1 – 3 jeweils rund sechs Monate gestillt worden sind (wenn auch nicht voll). Nummer 4 aktuell scheint aber jetzt schon nicht mehr so unglaublich am Stillen interessiert zu sein und orientiert sich eher schon Richtung Löffel.

Kurzum: Ich denke diese neue Studie kann durchaus für die eine oder andere Frau interessant sein, die Probleme mit dem Stillen hat. Denn vielleicht ist das ja gar nicht so dramatisch, wie man mitunter so liest …

Trethupe im Napf

Trethupe im Napf

Ich muss morgen auf Geschäftsreise und nächste Woche schon wieder. Das kommt momentan so unpassend, dass ich meine Familie dafür entschädigen muss. Daher habe ich den Mädels gesagt, dass sie sich bei Amazon einem Internethändler etwas aussuchen dürfen. Budget 20 Euro pro Kopf. Was ja immerhin für eine Barbie reicht.

Prompt wurden gerade innerhalb von 30 Minuten die ersten zehn von 116 Ergebnisseiten für den Suchbegriff „Barbie“ durchforstet. Das Zeitlimit haben wir gesetzt, weil ich a) noch packen muss und b) meine Frau auch schon den Käse gegessen hat bei der Aussicht auf den Kinder-Overkill mit drei wilden Mädels und einem immer noch sehr quengeligen Nummer 4.

Nummer 3 war als letztes dran. Nummer 2, bereits versorgt, war am Ende sichtlich an einem schnellen Abschluss interessiert.

„Guck mal, Nummer 3, bei der Barbie ist eine Trethupe mit dabei. Und die Trethupe hat einen großen Napf, in dem sie sitzen kann, und einen kleinen Napf, aus dem sie fressen kann.“

„Trethupe“ ist unser kindertaugliches Codewort für Hunde, die in eine Handtasche passen. Da meine Kinder diesen Blog auch lesen, verrate ich das nicht-kindertaugliche nicht. 😉