Das schlimmste Kinderbuch der Welt

Das schlimmste Kinderbuch der Welt

Die Schulklasse von Nummer Vier beteiligt sich wie viele andere am Antolin-Programm des Westermann-Verlags. An sich eine schöne Sache, und auch wenn wir uns durch die pure Anzahl der schulpflichtigen Kinder bei gleichzeitiger beruflicher Tätigkeit nicht unbedingt mit einem Freudenschrei auf die „Angebote zur elterlichen Beteiligung“ der Schulen stürzen, wollen wir natürlich auch niemanden zu kurz kommen lassen.

Ms. Essential schaute sich das Programm an und wollte ein paar Bücher aussuchen, um deren Besorgung ich mich dann kümmern würde. Ungefähr eine Stunde später bekam ich folgende Nachricht:

An dieser Stelle möge uns der geneigte Leser bitte zu Gute halten, dass wir uns schon seit vielen, vielen Jahren und Schuljahren mit so etwas herumschlagen.

Ich machte mich also mit einem schlechten Gewissen für die Nicht-Unterstützung des lokalen Buchhandels bei einem großen Onlinehändler auf die Suche nach den beiden auserwählten Literaturstücken. Leider ließ mich dieser im Stich und es benötigte einiges an Recherche auf dem zweiten Buchmarkt, um wenigstens „Das Märchen von der Welt“ aufzutreiben. Aber ich war erfolgreich und bestellte es kurzerhand und ohne mich um Rezensionen zu kümmern nach Hause.

Wenige Tage später kam es mit der Post und wir erhielten ein Exemplar in perfektem Zustand und mit schönem Artwork. Ich vereinbarte mit Nummer Vier, es später zusammen mit ihm zu lesen. Ms. Essential blätterte derweil schon durch das Buch und in Erwartung einer netten, märchenhaften und phantasievollen Geschichte stimmte ich mich schon frohgemut auf das Lesevergnügen ein.

Dann hörte ich ein leises Schluchzen aus der Küche. Ich ging schnell um nachzusehen, was da los war, und sah meine geliebte Ehefrau kreidebleich über dem Antolin-Buch sitzen.

„Das Leben macht keinen Sinn mehr. Wir werden allein geboren und sterben allein, und dann gehen wir allein in die Dunkelheit,“ postulierte meine Gattin. Das Märchen von der Welt zitterte in ihren Händen.

„Was ist denn los?“ fragte ich besorgt.

„Ich habe das Buch gelesen, das Du bestellt hast,“ antwortete sie leise. „Es ist das schlimmste Kinderbuch der Welt.“

„Aber es sieht doch so nett aus,“ meinte ich.

„Es reißt Dir das Herz raus und hinterlässt nur ein schwarzes Loch. Ich denke, ich möchte mich jetzt in Embryonalstellung auf das Bett legen und weinen,“ erwiderte sie.

„Aber es ist doch für Erstklässler empfohlen,“ erwiderte ich zögernd.

„Vielleicht von Menschen, die Kinder hassen. Oder von einem Suizidalen, der anderen Menschen auch den Lebenswillen rauben möchte.“ Mit diesen Worten zog sie sich ins Schlafzimmer zurück.

Ich blickte zweifelnd auf das nett illustrierte Buch. Ehe ich es wagen konnte, einen Blick in dieses Necronomicon der Schulliteratur zu werfen, klingelte mein Telefon und ich wurde erst einmal abgelenkt. Wenn ich nur gewusst hätte, wie Recht sie hatte …

Abends fand ich Nummer Zwei in der Küche, ihres Zeichens hartgesottener schwarzgewandeter Fan von Mary Shelley, Edgar Allan Poe, blutrünstigen Mangas und sowohl kunst- als auch literaturbegeistert. Sie war, wie es scheint, dem bösen Buch mit seinem kunstvollen Cover ebenfalls in die Falle gegangen.

„Was ist das hier?“ fragte sie erschüttert.

„Das ist ein Buch, das ich für Nummer Vier bestellt habe,“ antwortete ich wahrheitsgemäß.

„Was hat er angestellt?“ fragte sie erschrocken.

„Das ist für die Schule,“ antwortete ich.

„Unmöglich,“ stieß sie hervor und klappte das schreckliche Buch zu. „Das ist das schlimmste Kinderbuch der Welt. Ich habe jetzt wieder Angst im Dunkeln.“

Mit diesen Worten legte sie das Märchen von der Welt ab und verließ das Zimmer. Ich blickte auf das mir noch immer unbekannte Werk. In diesem Moment, da ich allein in der Küche war, wurde der Raum ein wenig dunkler und mir wurde kalt. Irgendwo weit entfernt erklang düstere Musik und ich hörte die Schreie verzweifelter Kinder.

„Mach die Musik leiser, Nummer Zwei!“ rief ich durchs Haus und setzte mich langsam.

Das Buch starrte mich an wie eine Spinne, die eine leckere Fliege erspäht hat. Mit zitternden Fingern langte ich danach und flüsterte zu mir selbst: „Es ist nur ein Kinderbuch …“

Mutig – todesmutig oder tollkühn wären vielleicht die besseren Begriffe – schlug ich es auf.

An das, was dann geschah, kann ich mich bis heute nicht mehr so recht erinnern. Ich weiß nur, wie Ms. Essential plötzlich am meiner Schulter rüttelte. Der Hund leckte besorgt über mein Gesicht und winselte. Irgendwo in der Ferne weinte ein Kind.

„Was ist los?“ fragte meine Frau und beugte sich zu mir herab. Aus irgendeinem Grund lag ich unter dem Tisch und zitterte. Meine Finger hatten sich um das kataklystische Buch geklammert und waren weiß geworden.

„Hast Du etwa das Buch gelesen?“ fragte sie erschrocken und riss es mir aus den Händen. Diese öffneten sich nur langsam und ich nickte angsterfüllt.

„Es ist doch nur ein Kinderbuch …“ stammelte ich leise.

Geistesgegenwärtig warf sie das zyklopische Machwerk auf den Boden. Nummer Zwei war schnell zur Stelle und zeichnete mit Straßenmalkreide ein Pentagramm darum. Dabei rezitierte sie lateinische Formeln, bei denen es sich um Schutzzauber handeln musste.

Ms. Essential förderte schnell ein mir unbekanntes Pulver aus einem geheimen Fach in der Gewürzschublade und schleuderte es auf Das Märchen von der Welt.

Ich weiß, Sie werden das, was ich nun schreibe, nicht glauben, lieber Leser, doch ich sah wie das Buch zum Leben erwachte und sich zu krümmen begann in dem Schutzkreis, den die beiden in unserer Küche erschaffen hatten. Mit einem Mal erfüllte ein seltsamer Schwefelgeruch die Luft und unser Hund suchte winselnd das Weite. Die Lampen in der Küche begannen zu flackern.

Das Buch schlug sich auf und dunkler, lilafarbener Nebel stieg auf. Ein seltsamer, unmenschlicher Schrei erfüllte unsere Küche und mit einem Knall aus Feuer, Rauch und Schwefel verschwand es und hinterließ nur einen rauchenden Fleck auf unseren beigefarbenen Küchenfliesen. Mir wurde schwarz vor Augen.

Als ich wieder zu mir kam, streichelte mir jemand durchs Haar. „Mach Dir keine Sorgen,“ flüsterte meine Ehefrau leise. „Wir haben dieses höllische Machwerk wieder dahin geschickt, wo es herkam.“

„Wirklich?“ fragte ich und begann mich zögerlich unter dem Küchentisch aufzurichten.

„Wirklich.“

Nummer Zwei wischte gerade das Kreidepentagramm auf. Nur der schwindende Schwefelgeruch und der schwarze Fleck bezeugten, was hier gerade geschehen war.

Sie werden nun vielleicht denken, dass ich hier hemmungslos übertreibe. Und ja, vielleicht habe ich diese wahrhaftig erlebten Geschehnisse an der einen oder anderen Stelle minimal ausgeschmückt. Dennoch möchte ich betonen, dass dieses Buch wirklich schrecklich ist. Kein Erstklässler sollte es lesen. Eigentlich sollte kein Mensch es lesen.

Und wenn ich Sie, lieber Leser, nun neugierig gemacht haben sollte – geben Sie dieser Neugier nicht nach. Sie werden es bereuen. Wirklich.

Okay, ich sehe ein, dass das nicht wirklich hilft. Wenn ich das lesen würde wäre ich total neugierig und würde das Buch unbedingt lesen wollen. Um zu verhindern, dass es Ihnen, lieber Leser, ebenso geht, fasse ich den furchtbaren Inhalt kurz zusammen:

  • Ein armes Kind ist allein auf der Welt, Vater und Mutter sind gestorben und niemand sonst ist da
  • Es will in den Himmel gehen, da es gehört hat, dass die Menschen dorthin gehen, wenn sie die Erde verlassen
  • Also geht es zum Mond, aber der ist nur ein faules Stück Holz
  • Dann reist es weiter zur Sonne, aber die ist nur eine vertrocknete Sonnenblume
  • Dann will es zu den Sternen, aber die sind nur leuchtende Mücken, die in einem Spinnennetz zittern
  • Also kehrt es zur Erde zurück, wo es wieder allein ist und weint, bis es keine Tränen mehr hat

ENDE

Wirklich. Das ist das Ende der Geschichte. Zwar gibt es ein paar morbid-poetische Details mehr als in meiner kurzen Auflistung, aber mehr als das passiert nicht.

Ich würde dieses Buch daher nur für sehr böse Erstklässler empfehlen, als Strafe. Die Schrift ist für Erstleser übrigens auch zu klein.

Unser Wochenende in Bildern

Der Samstag bei alten Freunden und im Wildpark …  

          

 

Und der etwas ernüchternde Sonntag in Nummer 1s Zimmer …

  

Wir haben all den Kram etwas reduziert. Durch den Ausfall und Wechsel der Tagesmutter war das leicht außer Kontrolle geraten. 

Hat uns aber locker sechs Stunden gekostet …   😉 

Gemüseterror 

Nummer 3 und Nummer 4 hatten ganz schön Hunger und das Essen dauerte noch etwas. Also rückte ich ein paar Wäffelchen raus:

  

Nummer 3: „Da sind ja 52 Prozent Gemüse drin!“
Ich rechnete nun mit Protest oder Abscheu. Doch es kam anders. Und leicht seufzend. 
Sie: „Na ja, es müssen ja nicht immer 100 Prozent Gemüse sein.“

Ich bin eine Gemüseterroristin, oder?

Lampenfieber

Gestern gab es in irgendeiner Serie zu irgendeinem Anlass eine Cellistin, die einen Sänger beim Ave Maria begleitete.

Wenn ich etwas liebe, dann das Ave Maria. Ich mag das klassische lateinische in der Version von Bach/Gounod und auch dieses wunderbare von Schubert mit der Textstelle „…wir schlafen sicher bis zum Morgen, ob Menschen noch so grausam sind.“ 

Ich kenne es schon lange und erinnere mich an ergreifende Situationen, in denen ich es hörte oder selber gesungen habe.

Die ganze Familie kennt meine Liebe zu diesem Musikstück.

Nummer 1 und ich sahen uns also diese Serie an.

Ich: „Ooh! Wenn Dad und ich irgendwann in den nächsten Jahren kirchlich heiraten, dann will ich genau das! Eine Cellistin und das Ave Maria. Das wäre ja die Verbindung aus zwei wunderbaren Sachen auf einmal!“

Nummer 2 meldete sich zu Wort: „Also die Ignatia aus meiner Klasse spielt Cello. Die frag ich dann.“
Ich (nach kurzer Überlegung): „Ja, warum irgendwen engagieren! Ich hab doch auch eine Tochter, die so schön singen kann. Nummer 1, DU singst dann für uns das Ave Maria.“
Ein leicht panisches Flattern um die Augen eines schüchternen Mädchens.
Dann, heldenhaft:
„Okay. Kann ich machen.“
Ich jubelte, behielt sie aber gut im Auge.
Und schon kam ganz leise:
„Äh, außer, da sind viele Leute.“
Ich: „Na ja, das kommt drauf an. Wie viele genau wären denn für dich viele?“
Sie: „Mehr als … Fünf.“

Es spricht ja nichts dagegen, irgendwen zu engagieren … 

Die häufigsten Sätze …

  

„Ich war das nicht.“ (Kinder)

„Wo ist denn dasunddas?“ (Alle außer Mama)

„Dasunddas ist nicht hier!“ (Alle außer Mama)

„Doch, das ist da. Vielleicht musst du einfach mal was hochheben und drunter gucken!“ (Mama zu allen)

„Wer hat denn schon wieder das Klopapier leer gemacht und nicht nachgefüllt?“ (Mama+Papa)

„Wo ist Mama?“ (Alle)

„Eure Faulheit ist mit Abstand das Schrecklichste in meinem Leben!“ (Mama)

„Oh Mann, ist Nummer 4 süß!“ (Alle)

„Nein, wir fahren alleine einkaufen – das ist unsere romantische Pärchenzeit.“ (Mama+Papa)

„Benutzt euer eigenes Gehirn, nicht meins.“ (Mama)

„Räumt euren Krempel hier weg!“ (Papa)

„Wenn ich sage, es ist Schlafenszeit, meine ich nicht: Fallt wie tot auf dem Sofa um und rutscht dann wie knochenlos zu Boden.“ (Papa)

„Ham! Nam! Mama!“ (Nummer 4)

„Ist es echt erst halb Zehn am Freitagabend? Fühlt sich aber an wie 3 Uhr nachts.“ (Mama und Papa)

„Ich muss das nicht machen. Ich hab gestern schon was gemacht.“ (Nummer 1 und 2. Besonders Nummer 1)

„Lass den Staubsauger an!“ (Staubsaugende Personen zu Nummer 4)

„Nummer 1 liegt schon wieder im Bett und guckt Let’s Plays anstatt aufzuräumen!“ (Nummer 3)

„Hätte mir früher nie träumen lassen, dass ich gerne mal um Zehn im Bett liege, also abends.“ (Abwechselnd Mama und Papa)

„Das Leben ist eins der schwersten. Wobei, ich hatte schon schwerere.“ (Mama)

„Habt ihr schon die Treppe freigeräumt?“ (Mama)

„Wo ist meine Bürste? Ihr habt eure eigenen!“ (Mama)

„Darf ich duschen? Auch echt nicht wieder eineinhalb Stunden. Würklich nücht!“ (Nummer 3)

„Also ICH hab das noch nieee falsch gemacht. Bin ich jetzt der bessere Mensch?“ (Nummer 2)

„Ajo Wawa! Ajo Dada!“ (Nummer 4)

Danke, Mara, für die prima Idee und die Erlaubnis, sie nachzuahmen. 🙂

Chronischer Bazillenfrust

Nummer 4 hatte in den letzten Novemberwochen seine Eingewöhnungsphase bei der Tagesmutter.
Diese besucht er an drei Vormittagen der Woche bis mittags um Eins. Ich habe ein absolut großartiges Projekt angenommen (davon später irgenwann hier mal mehr) und arbeite daran sehr gern. Den Rest der Zeit nutze ich um unseren (ja doch recht großen) Haushalt zu machen, zum Arzt zu fahren und wenn die Zeit reicht, mache ich Pause, lese ich Zeitung und trinke einen Tee.
Ich atme durch, darf alleine zum Klo (Ihr wisst, mein Toiletten-Fremdbestimmungstrauma …) und den Raum verlassen, ohne mich bei Sohni abmelden zu müssen und Protest zu ernten.

Seit Dezember geht er dort hin, wo die sympathische Tagesmutter, ihre zweijährige Tochter sowie noch zwei kleine Jungs im Alter von rund zwei Jahren sind. Er ist da richtig gerne und freut sich zugleich so unglaublich herzerwärmend, wenn ich ihn mittags abhole.

Ich bin dann entspannt, habe etwas geschafft und bringe ihn zuhause ins Bett, wo er dann noch mal stundenlang schläft, weil er von all den Eindrücken so müde geworden ist.

Es ist also die Phase, mit der ich mich während der Babyphase innerlich aufrecht hielt. Und die Phase, die ich wirklich dringend genau so brauche, weil mein Leben sehr anstrengend ist. Ich bin jedenfalls glücklich und zufrieden so.

Theoretisch.

Faktisch war er im Dezember gerade eingewöhnt als die Ferien da waren. In dieser Zeit war ein Kind der Tagesmutter mal krank und Nummer 4 blieb zuhause. Das Projekt hatte noch nicht gestartet, aber ich musste mich morgens ehrlich gesagt innerlich ganz schön umstellen von einem Vormittag „in Freiheit“ auf na ja, eben einen mit Kleinkind, an dem die Arbeit liegen bleiben würde.

Im Januar, nach den Ferien, konnte ich ihn fast gar nicht mehr regelmäßig hinbringen, weil …. na ja … Brechdurchfall und Erkältung bei den Kindern der Tagesmutter regierten. Dazu kamen noch zwei Vormittage, an denen ich ihn brachte, obwohl die Tagesmutter mir schrieb, dass ihre Tochter Husten hatte und beim anderen Mal tränte ihr das Auge. Ich musste entscheiden, ob ich Nummer 4 einem potentiellen Ansteckungsrisiko aussetze. In den beiden Fällen habe ich das getan – wie auch die Mutter einer der beiden anderen Jungs. Ich sah da kein großes Riskiko, hab mich aber dennoch überwinden müssen. Denn ich musste ja auch etwas schaffen.

Der zweite Junge ist übrigens aus sehr traurigem Grund plötzlich da: Sein Vater starb unerwartet am ersten Weihnachtstag an einem Herzinfarkt. Der Vater war in Erziehungszeit und die Mutter die Hauptverdienerin. Sie ist Anwältin in einer Kanzlei.

Diese Woche war Nummer 4 schon zwei Mal dort und ich hatte den Morgen heute schon verplant, als der Anruf kam, dass nun die ältere Tochter den ganzen Morgen über der Kloschüssel hängt.

Ich war mit einem Mal nicht mehr so automatisch freundlich wie immer sondern sehr genervt, habe mich aber zusammengerissen. Es ist ja nicht die Schuld der Tagesmutter, dass das Kind krank ist und ich Früher mal dem Glauben verfallen war, dass man eine Arbeit annehmen kann, weil man einen Kindertagespflegeplatz hat. Bisher hatte ich unsere Kinder ab drei im Kindergarten untergebracht. Mit Tagesmüttern habe ich keine Erfahrung gehabt.

Jett sitze ich hier und anstatt zu tun, was ich heute tun wollte darf ich die Planung umschmeißen. Und das tue ich im Bewusstsein, dass die Tagesmutter in der letzten Februarwoche für drei Wochen ganz wegfällt. Da macht sie nämlich Vertretung in dem Kindergarten, in dem sie angestellt ist.

Und im Mai, da fährt sie eine Woche in Urlaub.
Und im August dann für zwei.
Und in den Ferien ist eh keine Betreuung.

Und habe ich schon erwähnt, dass ich exakt niemand habe, der einspringen kann, wenn sie ausfällt? Ich habe kein Netz aus mehr oder minder bereitwilligen Omas, die ihr Tagwerk fallen lassen, wenn ich sie brauche ( ein Hoch auf diese supertollen Unterstützungen an dieser Stelle).

Was sagt man seinen Chefs, Kollegen oder Auftraggebern eigentlich? Ich hab da keine Erfahrung. „Tut mir leid, aber die kleine Agnetha von der Tagesmutter kotzt, ich kann heute nicht“? Oder „Ich konnte gestern nicht am Projekt arbeiten, weil der kleinen Mirabella das Auge tränte – äh nein, das ist nicht mein Kind, aber ich konnte trotzdem nicht“?

Nun hocke ich hier und ärgere mich und sehe mich gedrängt, einen Kindergartenplatz anzustreben. Aber ich möchte Nummer 4 nicht an fünf Wochentagen weggeben. Sondern an dreien. Genau so, wie das eigentlich geplant war, aber nur nach dem Zufallsprinzip stattfinden kann.

Dass man sein Kind nicht zu einer Tagesmutter geben darf, die selber Kinder hat, hätte mir mal jemand sagen können … Grumpf.