Noch ein „Liebi“: Neuer Liebster Award

Simone von Mamapremiere hat uns für den Liebster Award nominiert und ich mache mit. Auch, weil ich gerne Fragen beantworte – das erinnert mich an die Schulzeit und ich fühle mich noch mal jung. Also: Vielen Dank, liebe Simone ❤

LiebsterAward

Nun zu den Fragen:

Wie heißt Dein Blog und warum hast Du ihn so genannt?

Essential Unfairness – dieser Name kam von Mister Essential, der diesen Blog startete. Er wollte nichts mit „Mama“ – schließlich ist er ja keine und etwas mit „Papa“ im Namen hätte nicht gepasst, weil seine Kinder ihn nicht Papa sondern Dada oder Dad nennen. Und der Spruch, aus dem der Name entlehnt ist, passt so wunderbar zu unserer Familie und Lebenseinstellung.

Hast Du ein „Blog-Ritual“ (immer mit Kaffee zur gleichen Uhrzeit etc.)?

Nein. Ich blogge meist vormittags zwischendurch oder am Abend. Manchmal mit Kaffee oder Tee. Ab und zu mit ein paar Keksen. Aber innerlich stelle ich mich darauf rituell ein irgendwie – ich bereite mich darauf vor und genieße es, während ich es tue.

Was denkst Du, warum die Menschen Deinen Blog lesen?

Ich gebe da wieder, was ich bisher an Feedback bekam: Unser Blog wird als ehrlich, liebevoll, lustig und reflektiert bezeichnet. Diese Mischung wird es wohl sein, der unseren lieben Leserinnen und Lesern gefällt, denke ich.

Wenn Du über ein anderes Thema in Deinem Blog schreiben müsstest, welches wäre das?

Wenn ich es müsste, dann würde doch bestimmt derjenige, der mich dazu zwingt, das Thema aussuchen – nicht? 😀

Also ein ganz fremdes Thema, über das ich schreiben würde, ist schwierig auszuwählen. Ich schreibe ja nur über die Themen, die mich auch interessieren. Vielleicht würde ich etwas über Lifestyle schreiben? Aber das wäre mir inhaltlich etwas zu „wenig Tiefe“. Hm … Reisen? Ich verreise ja an keine besonders interessanten Orte.

Ich weiß kein Thema, das zugleich umsetzbar und so tiefgreifend, so lebendig und so voller Inspiration ist, wie „Kinder und Familie“.

Wo und wie lebst Du?

Ich lebe am Niederrhein in einer idyllischen, kleinen Stadt. Beziehungsweise in einem der Satelliten-Dörfer derselben. Ganz ruhig, den Rhein in Spazierweite, drumherum eine Mischung aus alten Bauernhäusern, Neubauten (darunter eine Mini-Toskana-Villa mit Zypressen im Garten und ein schneeweißes Haus im minimalistischen Würfel-Stil) Pferde, Spazierwege und Obstwiesen.

Wir bewohnen ein großes Holzhaus, von denen es hier im Ort mehrere gibt – alle sehen unterschiedlich aus. Das Haus ist in Öko-Bauweise errichtet worden, ganz hell von innen und mit einer herrlichen Raum-Atmosphäre. Jedes Kind hat ein eigenes Zimmer, wir Eltern haben eine Einliegerwohnung, zu der man durch das Esszimmer gelangt. Den einstigen Koch- und Wohnraum dort haben wir umgebaut in ein Wohnzimmer mit kleiner Bar. Das Haus hat einen großen Garten und insgesamt zehn Zimmer. Die Küche und das Esszimmer sind ein offener Wohnbereich und im Essbereich ist ein großer Holzgrundofen, der das ganze Haus heizt (über den Ofen wird das Wasser in den Heizung mit erwärmt). Im Winter ist es hier sehr gemütlich und kuschelig.

Wenn du für einen Tag jemand anders sein könntest: Für welche Persönlichkeit würdest du dich entscheiden und warum?

Eine bestimmte Persönlichkeit wäre ich nicht unbedingt gerne – das stelle ich mir sehr verwirrend vor. Vor allem für das Umfeld der Person, die sich dann plötzlich wie jemand Fremdes verhalten würde 😀

Ich wäre für einen Tag gerne ein Mann. Das fände ich ein spannendes Experiment. Aber dann eben kein Promi – das würde ja nur ablenken.

Ohne wen oder was könntest du nicht leben?

Ohne jemanden nicht leben zu können hieße, den Lebenssinn zu verlieren, wenn er mich verließe oder stürbe, richtig?

Ich glaube, so etwas sollte es eigentlich nicht geben. Ich scheue eine so tiefe Abhängigkeit. Ich würde natürlich nicht ohne meine Familie leben wollen, die ich über alles liebe. Aber nicht ohne sie Leben zu können – das würde ich so niemals sagen. Vor allem meiner Familie nicht – wir fest an mich gebunden wäre sie dann? Das fände ich nicht fair.

Welche Eigenschaften machen dich aus?

Gute und schlechte etwa? Hm … ich bin erstaunlich weltoffen und dennoch manchmal ziemlich spießig. Ich bin kreativ, ehrlich, humorvoll, lustig, empathisch und verständnisvoll. Und neige manchmal dazu, stur und dominant zu sein. Und ich bin ziemlich introvertiert und durch meine intensive Kindheit bis heute darin beeinträchtigt, ein weitgehend unbelastetes Leben zu führen, beziehungsweise spüre die Nachwirkungen manchmal sehr deutlich.

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Also so eine Frage habe ich ja noch nie beantwortet – interessant. Die kenne ich nur von Vorstellungsgesprächen, wo sie mir selbst aber nie begegnete.

Das weiß ich nicht – keine Ahnung. In zehn Jahren ist mein Jüngster fast ein Teenager und meine Älteste 23 und vermutlich schon ausgezogen. Dann habe ich mehr Zeit für mich, denke ich. Aber vielleicht ist das auch nur Illusion, falls ich bis dahin nicht lerne, jeden Hauch Freizeit ganz dienstbeflissen mit Arbeit zu füllen 😀

Gibt es etwas, was du noch nicht kannst, aber unbedingt lernen möchtest? Wenn ja, was?

Es gibt so viel, das ich gerne lernen würde: Klavier und Cello zu spielen und ich würde gerne mal Spitze klöppeln können und ich wäre gern wieder richtig fit im Reiten.

Wirklich wichtig wäre aber für mich eher, auf mich und meine Bedürfnisse achten zu lernen. Daran arbeite ich gerade.

Was hilft dir bei schlechter Laune?

Ich habe selten wirklich schlechte Laune. Mir helfen manchmal die miesen Witze meines Mannes, sobald ich erstmal lache – wenn auch widerwillig – ist es aus mit der miesen Laune. Um mies gelaunt zu sein muss man sich und die Welt ziemlich ernst nehmen. Es hilft mir, wenn ich damit schnell wieder aufhöre …

Da ich gerade erst einen Liebi bekommen und einige gern gemochte Blogs nominiert habe, fällt dies nun etwas kleiner aus:

Importkaaskop

Zwerg und Meer

Erdbeerglück und Mamakaffee

und Fliegerbaer

Meine Fragen

  1. Was ist Dein liebster Zeitvertreib?
  2. Gibt es einen Wunsch, den du dir vielleicht eigentlich erfüllen könntest, es aber scheust?
  3. Vor welcher alltäglichen Situation gruselst du dich immer wieder?
  4. Wenn du etwas erfinden könntest – was wäre das?
  5. In welches Jahr würdest Du mit einer Zeitmaschine reisen – und warum?
  6. Was war das schönste Geschenk, das du jemals bekommen hast?
  7. Was war der beste Moment des heutigen Tages für Dich?
  8. Welchen Film könntest Du locker zehn Mal gucken, oder hast es vielleicht schon getan?
  9. Hast Du ein Wunsch-Reiseziel?
  10. Gibt es etwas, das Du öfter mal wider besseren Wissens tust?
  11. Was wünschst Du Dir für die restlichen Monate dieses Jahres?

Und so geht’s: 

Das Bild vom Liebster Award sollte im Beitrag vorkommen. Man dankt demjenigen danken, vom dem man nominiert wurde und dessen 11 Fragen beantworten. Dann verfasst man selber 11 Fragen und nominiert 5 bis 11 Blogs, die man über die Nominierung benachrichtigt.

Liebster Award

Liebster Award

Sonja vom Blog Mamablogtspaeter hat mich für den „Liebi“, wie ich ihn inzwischen nenne, nominiert und dafür danke ich ihr natürlich. Lieb, dass Du an mich gedacht hast ❤

Gern beantworte ich Deine elf Fragen:

1. Wenn du einen Wunsch frei hättest , welcher wäre es ?

Tausend weitere? Weltfrieden? Ein warmes Bad? Ich kann mich einfach nicht entscheiden …
2. Hast du Tattoos ? Wenn Ja , wie viele ?

Nein, kein einziges. Ich habe niemals ein Motiv gefunden, dass ich für immer auf meinem Körper haben würde. das einzige, das ich je in Erwägung zog, wäre eine kleine silberne Distel. Aber ich habe mich dagegen entschieden, dass jemals wirklich umzusetzen. Letztlich will ich nichts so endgültiges mit meinem Körper tun.
3. Was geht dir richtig auf die Nerven ?

Ignoranz, Selbstlügen, Missrespekt.
4. Was bringt dich zum Lachen ?

Mister Essential mit seinem sehr eigenen Humor, den trockenen Witzen und den schmerzhaften Wortspielen.
5. Worin bist du besonders gut ?

In Bescheidenheit 😀

Ich kann Menschen gut verstehen, gut nähen und jemanden zum Lachen bringen, der gerade noch niedergeschlagen war.
6. Hast du schon mal etwas Gewonnen ? Wenn ja , was war es ?

Das Letzte, was ich gewonnen habe, war ein tolles Valentinstagsgeschenk für Mister Essential: Eine Geschenkschachtel, die innen bedruckt war mit: „F*** Valentine’s day – I love you every day“
7. Was ist deine Persönliche Farbe für diesen Herbst / Winter ?

Für beide Jahreszeiten habe ich unterschiedliche Farben für Klamotten und Deko: Im Herbst Orange und Braun, im Winter Weiß und Rot.
8. Turnschuhe oder High Heels ?

High Heels.
9. Wen würdest du gerne mal überraschen ?

Da gäbe es einige. Ich würde sehr gerne mal spontan bei guten Freunden vorbeischneien, die nicht mit mir rechnen. Bei meiner Freundin Concetta zum Beispiel. Und ich habe einen guten alten (nicht wirklich) Freund in Texas, bei dem ich gerne mal Hi! sagen würde.
10. Was ist deine Spezialität beim Kochen ?

Dass ich ohne Abzuschmecken den Geschmack aller (außer Mister Essentials) treffe. Er würzt oft nach. Die anderen sind happy.
11. Was hast du dir zuletzt für Dich selbst gekauft ?

Meine neue Nähmaschine! Dieses wundervolle neue Familienmitglied ❤

Mir etwas zu kaufen musste ich mir erst wieder angewöhnen, seit ich Kinder habe. So im ersten Jahrzehnt meiner Mutterschaft war ich darin ausgesprochen mies …

Ich nominiere nun weitere Blogs und bin gespannt, wer ebenfalls etwas schreiben möchte:

Kugelfisch-Blog

Marmeladenschuh

Mama hat jetzt keine Zeit

Küken und Nest

Keins bestellt, 2 bekommen

Zwergenzimmerchen

Abenteuer Papa

Und hier meine Fragen an Euch:

  1. Was macht Dir die größte Freude?
  2. Worauf könntest Du gut verzichten?
  3. Was liebst Du an den vier Jahreszeiten am meisten?
  4. Die größte Herausforderung des Elternseins ist …. ?
  5. Was magst Du eigentlich nicht besonders, hast es aber bisher ungern mitgeteilt? (Eine Mutfrage :D)
  6. Was ist Dein Lieblingsort in Deiner Wohnung, beziehungsweise Deinem Haus?
  7. Welchen Beruf wolltest Du ausüben, als Du ein Kind warst?
  8. Was kann Dich einfach immer aufheitern?
  9. Gibt es ein ungesundes Essen, das Du richtig gerne futterst?
  10. Welcher Duft erinnert Dich am ehesten an die Kindheit?
  11. Was liebst Du am bloggen besonders?

Wie lief er ab, #derTagmeinerGeburt?

Vielen Dank, liebes „Nieselpriemchen“, für diese interessante und neue Idee! Die Blogparade #derTagmeinerGeburt hat mich sofort angesprochen. Ich freue mich schon darauf, die Geburtsberichte aus den „guten, alten Zeiten“ zu lesen, die mich während dieser Blogparade erwarten könnten.

Da meine Mutter mir öfter von meiner Geburt erzählte, kann ich jenen erstaunlich warmen, letzten Novembertag des Jahres 1976 vielleicht recht gut skizzieren:

Es war ein Dienstag, ein Tag nach dem errechneten Termin und meine Mutter trug ihren Frühlingsmantel, weil es eben recht unwinterlich warm war. Als die Wehen sie etwas zu pieken begannen, brachten meine Eltern meinen sechs Jahre älteren Bruder zu einer sehr lieben, mütterlichen Freundin meiner Mutter.

Dann kurvten sie in ihrem hübschen roten Ascona (oder war es noch der ockerfarbene Manta, ihr erstes Auto?) mit dem Klinikkoffer im Gepäck in das acht Kilometer entfernte Krankenhaus der westdeutschen Kleinstadt, in der ich zur Welt kommen sollte. Ich weiß sogar noch den Namen meiner Hebamme, aber es soll ja hier alles hübsch anonym bleiben.

Der Start ins Leben gestaltete sich geradezu metaphorisch und exemplarisch für mich, ein bisschen Max-Black-mäßig:.

Meine Mutter wurde nach ihrer Ankunft im Krankenhaus von den freundlichen  energischen (Ordens-) Schwestern auf den Gang der Geburtsstation komplimentiert. Sie „junges Huhn“ (26 Jahre alt aber zehn Jahre jünger aussehend, wie immer) solle sich gedulden.Meinem Vater hätten sie das wohl besser sagen sollen, denn dieser hatte nach einer knappen Stunde des Neben-der-Wehenden-Sitzens keine Lust mehr und fuhr nach Hause.

Nicht, dass dort ein Telefon gewesen wäre, mit dem sie ihn hätte erreichen können. Meine Eltern vertrauten diesem teuren, unnötigen Teufelsapparat noch nicht einmal zehn Jahre nach meiner Geburt.

Er war jedenfalls weg. Muttern saß auf dem Plastikstuhl und wippte vor und zurück. Irgendwie kamen ihr die Wehen wohl recht wehenmäßig vor, denn sie hatte ganz schönes Ziepen.

Die Hebamme lief mehrere Mal geschäftig an ihre vorbei, doch meine Mutter – zwischen erlernter Anpassungsfähigkeit und Selbstlosigkeit verunsichert – lächelte immer nur diszipliniert-tapfer, statt um Hilfe zu bitten.

„Ach, bei ihnen dauert es ja noch. Ich komme nachher noch mal rum,“ sagte die Fachfrau und meine Mutter lächelte mit zusammengepressten Lippen.

Irgendwann, so nach zwei Stunden, wuselte die Dame wieder über den Gang. Währenddessen war meine Mutter in den entspannenden Genuss mehrerer schreiender Gebärender gekommen, deren Stimmen durch diverse Türen drangen und leicht eingeschüchtert. Sie saß da immer noch alleine, während ihr Mann sich zuhause mit dem Fernseher von seiner großen Bürde des Nichtstuns ablenkte.

„Na, kommen sie mal mit, wir wollen doch mal nachgucken,“ kam es von der Hebamme, die meine Mutter in ein Zimmer brachte. Meine Mutter sah sich um und die Hebamme räusperte sich sichtlich verlegen:

„Äh, ja, tut mir leid. Der Kreißsaal wird gerade renoviert. Das hier ist unsere Teeküche.“

Aber ein Kreißbett hatte man reingeschoben.

Meine Mutter schluckte kloßig beim Anblick der Beinstützen mit den Ledergurten. Verschwörerisch neigte sich die Hebamme zu ihr und beruhigte sie:

„Na, Kindchen, wo wir ihnen heute keinen richtigen Kreißsaal bieten können, da kann ich den Doktor bestimmt überzeugen, die Beingurte wegzulassen.“

„Mh-hm,“ kam es wohl von meiner Mutter, die mit Tränen in den Augen auf das Kreißbett kletterte. Die Hebamme untersuchte sie kurz und meinte dann ganz entgeistert:

„Ja, aber! Es ist ja schon so weit! Warum haben sie denn nichts gesagt, mein Gott? Und da lässt man sie auf dem Gang sitzen, also nein! Ich rufe den Arzt!“

Der Arzt kam wehenden Kittels in die Szene und drückte meiner Mutter zur Begrüßung die Lachgasmaske auf das Gesicht. Meine Mutter dusselte wohlig weg und träumte, sie hielte ihr Kind bereits in den Armen. Sie hörte nicht, wie der Schlagbohrer des Handwerkers nebenan im Kreißsaal seinen Höllenlärm begann und nicht, wie die Kollegen des Schlagbohrerhandwerkers mit den Hämmern loslegten.

Sie träumte, sie habe alles hinter sich.

Dann weckte sie die Hebamme.

„So, nun ist es soweit. Pressen sie! Pressen sie!“

Irgendwie hatte meine Mutter wieder Tränen in den Augen, als sie aus ihrem Wunschtraum erwachte und im Lärm sowie der grellen Deckenbeleuchtung und den Kommandos landete. Eine Hand des Arztes lag schwer auf ihrem nackten Oberschenkel. Aber gnädiger Weise ersparte er ihr tatsächlich, sie breitbeinig anzubinden, wie sie es bei ihrer ersten Geburt erlebt hatte.

Da ging die Tür links auf und einer der Arbeiter steckte seinen Kopf herein. Er glotzte meiner Mutter kurz zwischen die Beine und meinte dann:

„Wollte nur mal fragen, ob der Krach von uns irgendwie hier stört, oder so?“

Dann sah er meiner Mutter ins Gesicht und sprach lauter, als sei sie wegen eines Hörsturzes und nicht wegen einer Geburt auf dem Horrorbett mit den Beinfesseln:

„Stören wir sie, gute Frau?“

Tja, und was machte meine Mutter? Mit Tränen in den Augen – sowie Schmerzen ganz woanders – tapfer lächelnd den Kopf schütteln.

Daraufhin legte der Schlagbohrermann wieder los. Nun sprach die Hebamme auch lauter. Gezwungener Maßen.

„Gleich haben wir’s geschafft! Pressen! Pressen!“

Und in der Tat durfte ich kurz darauf auch das gleißend helle Licht genießen.

Zack – abgenabelt.

Zack – kopfüber gehalten.

und zack – unzärtlicher Klaps als unnötige Atemhilfe. War mal groß in Mode.

„Danke für die schöne Begrüßung auf diesem Planeten, ihr Hirnis!“ sollen meine ersten Worte gewesen sein.

Ich machte wohl einen fitten Eindruck, wurde gemessen und war mit 55 Zentimetern und 3.300 Gramm ganz angemessen präsent. Ich wurde nicht gebadet, sondern gelobt, weil ich ein so sauberes Mädchen war und in einen Krankenhausstrampler gesteckt.

Meine Mutter wurde versorgt, die Nachgeburt kam, sie wurde untersucht und ins Zimmer geschoben. Da lag sie dann zusammen mit einer 16-jährigen Mutter, die auf einem Schwimmring saß. Das tat sie, weil sie einen Dammriss jenseits des IV. Grades hatte. Vermutlich XVI. Grad, so wie meine Mutter das beschrieb. Die Schwimmring-Mama hatte auch ein Mädchen geboren.

Und da lag auch die frisch gebackene Mutter eines Sohnes, dessen Vor- und Zunamen ich auch noch weiß. Ich sollte den mal ausfindig machen und fragen, ob er auch heute noch einen Schweißausbruch bekommt, wenn jemand einen Bohrer anwirft, so wie ich …

Die Mit-Mutter ohne Schwimmring sagte:

„Und wenn sie dich gleich fragen, ob du stillen willst, dann sagst du besser nein. Weil die Schwestern werden ordentlich bräsig, wenn sie dir dauernd das Kind bringen müssen. Darauf haben die keine Lust. Also nimm die Abstillpillen, sonst machen die dir hier das Leben zur Hölle. Die wecken dich nachts zum Fiebermessen und so was.“

Als dann die Oberschwester wegen des Stillens kam – angemessen korpulent und mit kräftig Dominanz in jedem Gramm – bekam meine Mutter die Pillen schon direkt wortlos hingehalten und ich wurde eins von den puffelwangingen Milupa-Kindern. Obwohl meine Mutter gern gestillt hätte.

Nach drei Tagen durfte meine Mutter gehen. Mein Vater war am Tag nach der Geburt zu Besuch gewesen und hatte in der Tat ein paar Tränchen verdrückt, als er mich hat liegen sehen. Später schwor er stets frech grinsend, es seien Tränen des Grams gewesen. Fand ich nie wirklich witzig.

Seit der Nacht meines Lebensstarts war es plötzlich doch Winter geworden. Meine Mutter hatte ganz naiv morgens am Entlassungstag versucht, in ihre Vor-Schwangerschaftskleidung zu schlüpfen, die sie im Koffer mitgenommen hatte. Aber leider hatte sie sich da fehleingeschätzt und nun nahm sie einen Bus in Richtung der nächstgrößeren Kleinstadt, um dort warme Kleidung zu kaufen. Ihren Frühlingsmantel hatte sie bibbernd um sich gewickelt.

Als sie dann später am Tag nach Hause kam, war da niemand.

Außer einem Berg Spül, auf den mein Vater keinen Bock gehabt hatte.

Kein Willkommen, keine Blumen, keine Babyschühchen. Nur dreckiges Geschirr.

„Danke für gar nichts, du Herzgemahl!“ hat meine Mutter da in die leere Wohnung gebrüllt und ihrer Enttäuschung Luft gemacht.

Ganz sicher nicht. Aber sie hatte sicher mal wieder nasses Zeugs in den Augen.

Sie legte mich in meinen Stubenwagen, der mit einem richtig schönen Stoff in rotem Schottenkaro bezogen war. Und ich schlief.

In den folgenden Wochen entwickelte ich mich allerdings zu einem Schreikind.

Irgendwie war ich wohl nicht ganz zufrieden.

Mein Bruder konstatierte, er wolle in den Hühnerstall der Oma ziehen, weil ich so ein schreckliches Schwesterchen war. Ich war ihm einfach zu laut.

Wenn meine Mutter mich spazieren fuhr, dann blickten die Nachbarinnen in den Wagen und sagten nicht viel. Sie waren meinen schönen Bruder gewohnt, der mit seinen dunklen Augen und samtigem Haar bestochen hatte. Ich trug eine Art Fussel-Tonsur auf dem Kopf und brüllte die Leute an, wenn sie mir zu nahe kamen.

Ich wette, meine Mutter hatte da auch öfter mal Tränen in den Augen.

Das waren nun eher die ersten 21 Tage meines Lebens, als nur der #TagmeinerGeburt. Aber für einen richtigen Geburtsbericht hätte ich meine Mutter wohl schreiben lassen müssen und dies ist nun einmal nicht möglich. Daher beschrieb ich alles, das ich noch aus ihren Erzählung im Kopf habe.

Es ging ja auch um einen Einblick in die Geburten der vergangenen Jahrzehnte und dafür ist meine Beschreibung ja vielleicht doch ganz brauchbar.

Ach, als meine Mutter übrigens die Wöchnerinnen-Station eine Weile darauf besuchte, um der Hebamme zu danken, zeigte diese ihr stolz und immer noch etwas verschämt den neuen Kreißsaal: Er blitzte wunderbar in schneeweißen Kacheln von oben bis unten.

„Sieht aus wie ein Schlachthof mit leicht abzuspritzenden Wänden, “ äußerte meine Mutter mutig ihren ersten Gedanken. Nicht.

One Lovely Blog Award

One Lovely Blog Award

Vielen lieben Dank an Bella von familieberlin für die Nominierung!

Die Regeln:

Bedanke dich bei der Person, die dich nominiert hat und verlinke diese
Blogge die Regeln und zeige den Award
Veröffentliche sieben Fakten über dich
Nominiere weitere Blogger & teile Ihnen die Nominierung mit.

Sieben Fakten über Mr. und Ms. Essential:

1. Mr. Essential hat früher (ganz, ganz früher) in einer Death Metal Band Bass gespielt. Er hatte einen ganz besonderen Bass aus einem wunderbar glatten Naturholz. Diesen hat er später in einen Kinderwagen umgemünzt, was seine Frau sehr rührte.

2. Ms. Essential hat eine Schwäche für Barbiepuppen. Sie hat einen ganzen Karton voller Barbies und Möbel, der alle Jubeljahre hervorgeholt wird. Dann freuen sich Nummer 1, 2 und 3 sehr, alles mit ihrer Mam aufzubauen und zu spielen.

3. Als Ms. Essential Mr. Essential zum ersten Mal sah, trug dieser einen Kilt – so einen echten alten, der aus einem laaangen Stück Stoff besteht. Er stand auf einem Hügel und schirmte die Sonne von den Augen, dabei wehte ein leichter Wind durch sein langes Haar. Ms. Essential war hin und weg. (Das war auf einem Live-Rollenspiel und sie selbst war ein Burgfräulein…)

4. Mr. Essential hat keine Lieblingsfarben-, -tiere oder -essen.

5. Ms. Essential fürchtet sich vor Clowns und Krankheiten.

6. Mr. Essential hatte 2007 eine schwere Autoimmunerkrankung (Guillain-Barré-Syndrom) und war im Locked-In-Zustand. Heute ist er wieder (fast) ganz gesund.

7. Mr. und Ms. Essential sind heute genau 11 Jahre, 10 Monate, 4 Wochen und 3 Tage verheiratet und zusammen seit 15 Jahren, 2 Monaten, 2 Wochen und 5 Tagen. Ja, wir zählen so etwas. Nein, wir lassen es zählen – per Ticker 😉

Und nun nominieren wir folgende Blogs:

Dani vom Blog Gluckeundso

Ori vom Blog Kugelfisch

Tanja vom Blog Tafjora

Liebster Award

Liebster Award

Vielen lieben Dank an die Wildnisfamilie für die Nominierung.

Ich habe mich richtig gefreut, Euren Blog kennenzulernen und habe prompt etwas gelernt: Der Begriff der Lotus-Geburt war mir bisher fremd. Danke für`s Dazulernen also. Ich glaube, bei meiner Hausgeburt der zweiten Tochter damals hätte ich über so etwas nachgedacht. Haben doch mein Mann und mein Vater (der wohl sehr grün im Gesicht war dabei) die Plazenta ganz archaisch an einem Baum im Wald vergraben und ich hätte für so etwas den richtigen Raum im Leben gehabt 🙂

Zum Liebster Award

Der Liebster Award macht Blogger untereinander bekannt, stellt neue/junge/verschiedene Blogs vor. Man wird nominiert und nominiert seinerseits fünf bis elf Blogs, die einem gut gefallen und unter 1.000 Follower haben. Dazu überlegt man sich Fragen, die von der Bloggerin oder dem Blogger beantwortet werden.

Los geht es mit den Fragen der Wildnisfamilie:

1. Wann bist du zum letzten Mal auf einen Baum geklettert?

Vorletztes Jahr, als ich meine Tochter heraus geangelt habe, die etwas zu hoch geklettert war.

2. Hast du schon einmal alleine im Wald geschlafen?

Nein, alleine nicht. Dafür aber ab und zu auf dem blanken Boden, ein paar Felle unter mir und eine Wolldecke auf mir. Die Erfahrung zeigte: Dies empfiehlt sich nicht bei Bodenfrost …

3. Du darfst Dir eine Fähigkeit aussuchen – welche nimmst Du? Fliegen können, Gedankenlesen, Unsichtbar sein können, Verwandlung in ein Tier, Zeitreisen, Krankheiten heilen.  

Zeitreisen wäre einfach großartig und ein Kindheitstraum von mir. Aber ich würde mich definitiv für das Heilen entscheiden. Eine Kombination wäre genial! Wie dann die Welt wohl aussähe, nachdem ich zahllose Pestkranke geheilt hätte und dann zurückkehren würde?

4. Wenn Du die Möglichkeit hättest etwas an der Schule zu ändern, was wäre das?

Uff. Da bräuchte ich nun aber viel Platz zum Schreiben und Beantworten. Ich würde ändern: Das Stillsitzen und seine gesamten preußischen Anleihen. Die Idee, alle müssten über einen Kamm geschoren und gleichgeschaltet werden. Die Problematiken, die auftreten, wenn jemand „aus der Norm fällt“ und die Startzeit der Schule würde ich auch ändern. Und die Möglichkeit einräumen, dass man ein Kontingent an tagen pro Jahr hätte, an denen man einfach nicht hin muss, sondern „Home Office“ macht. Und die Didaktik ist ausbaufähig. Und die Fähigkeiten der Lehrer damit, mit Konflikten umzugehen – da könnte ich auch Einiges ändern … und … und … und

5. Möchtest Du mit Deinem Blog auf längere Sicht hinweg Geld verdienen bzw. und verdienst Du bereits damit Geld?

Das ist nicht mein Primärziel. Ich verdiene sehr selten etwas und dann eher in Form von Testobjekten, die ich behalte. Ich würde keine Produkte oder Dienstleistungen empfehlen, hinter denen ich nicht stehe. Irgendwie habe ich da eine Art Idealismus, glaube ich.

6. Wenn es bei Dir brennen würde und du könntest 5 Dinge retten – welche Dinge wären das und warum ausgerechnet sie? (Keine Menschen oder Tiere – die Hast Du bereits gerettet 🙂

Diese Frage habe ich mir als Kind ungefähr eine Millionen Mal gestellt. Damals hätte ich gesagt: Trösti. Das ist mein heißgeliebter Teddy. Und ich glaube, der wäre heute noch ganz oben auf Platz 1, wenn alle Anderen gerettet wären. Dann würde ich meine Fotoalben retten wollen – wobei das mehr als die restlichen möglichen vier Dinge wären. Sie sollten also am besten in vier Kartons verpackt sein 😀

7. Für was spürst Du Dankbarkeit?

Für so viel! Jeden Tag, glaube ich. Ich bin dankbar für alle Erfahrungen meines Lebens. Ja, auch für die, bei denen Außenstehende nicht mit Dankbarkeit rechnen würden. Ich bin natürlich dankbar für meine Kinder, die nicht nur meine Gefühle sondern auch meinen Geist bereichern. Und ebenso für meinen Mann, der als mein Seelenverwandter Ehemann, Partner, Lover und bester Kumpel für mich ist. Ich bin dankbar für meine wunderbaren Freunde, deren Persönlichkeiten allein schon durch ihre Verschiedenheit unendlich bereichernd ist. Der Dank gilt nicht in dieser oder einer bestimmten Reihenfolge.

8. Welches Buch und welcher Film bedeutet Dir am meisten und warum genau?

Es gibt zwei Filme, die ich sehr liebe: Cloud Atlas (und da wäre auch das Buch mein Favorit) und Francis F. Coppolas Dracula. Ersteres liebe ich, weil ich die tiefgreifende Idee der Wiedergeburt im Zusammenhang mit bestimmten seelischen Konstellationen, innerhalb derer man dazulernt, unfassbar schön finde. Und der zweite Film ist für mich der schönste Liebesfilm, den ich kenne. Ja, nun würde mein Mann sagen: „Das IST kein Liebesfilm sondern der Kategorie nach ein Horrorfilm – aber ich verstehe dich ja.“

9. Wenn du etwas ändern könntest in Deinem Leben – was wäre das und wieso würdest Du es ändern?

Puh … das ist auch eine sehr gute Frage! Ich glaube ich würde mir mehr Freiheit einräumen. Wenn es ginge, würde ich von der Überdosis Alltag zurücktreten und mir eine gute Dosis Begegnungen geben. Mir fehlt der Austausch mit (gleichaltrigen) Menschen immer wieder und ich empfinde ihn als sehr bereichernd. Ich bin genervt von Dingen wie Einkaufen, Elternabend und Hausaufgaben.

10. Eine Fee schenkt Dir einen Wunsch. Welcher wäre das?

100 weitere 😀 ? Okay, okay: Ein einziger Wunsch? Dann wünschte ich, mein Mann, meine Kinder und ich würden so lange gesund und wohlbehalten leben, wie wir es möchten.

11. Wie viel Menschen hast du pro Monat auf Deinem Blog?

Rund 4.000 bei bis zu 10.000 views.

Ich nominiere nun folgende Blogs für den Liebster Award und würde mich freuen, wenn sie teilnehmen:

Gozzilla – nice to eat you

(Blog meiner hier erwähnten Freundin Concetta, die ehrlich, liebenswürdig und sehr humorvoll über ihr Leben mit den drei Söhnen und ihrem Mann schreibt.)

Nieselpriem

(Ich lese so richtig gerne die unterhaltsamen, interessanten und auch tiefgründigeren Blogposts und empfehle daher „das Nieselpriemchen“ sehr zum Lesen)

Das zweite Kind sind Zwillinge

(Mara schreibt richtig unterhaltsam und lebensnah über ihr sehr mit Leben gefülltes Leben)

Mama Luja

(Ein richtig schöner/s Blog mitten aus dem Leben – von hier hatte ich die Idee zum Blogpost „Kindergesetze“ …)

Kreatives Familienleben

(Hier geht es um das Leben, die Gedanken und Gefühle im Leben mit zwei kleinen Kindern. Und Kreativität natürlich.)

Schnipselsammlung

(Bei der Schnipselsammlung wird es richtig bunt und man kann eine Menge Eindrücke sowie Gedanken genießen)

Meine Fragen an Euch:

1. Warum führst Du ein/en Blog?

2. Was macht Dich richtig glücklich?

3. Auf welchen Moment oder Zeitpunkt des Tages freust Du Dich am meisten?

4. Auf welchen Moment oder Zeitpunkt des Tages freust Du Dich am wenigsten?

5. Deine schönste Kindheitserinnerung?

6. Gibt es etwas, das Du gern ganz anders machen würdest und es doch nicht umgesetzt bekommst?

7. Wenn Du der Welt eine Botschaft schreiben könntest, die wirklich jeder Mensch lesen oder mitgeteilt bekommen würde, wie würde sie lauten?

8. Wovon hättest Du gerne mehr in Deinem Leben?

9. Wovon hättest Du gern weniger in Deinem Leben?

10. Was ist Dein größter Traum?

Liebster Award