Back from the USA

Freitag Abend bin ich wieder in Deutschland gelandet. Die Woche war zwischen Jetlag, Meetings und dem Abendprogramm ziemlich schnell rumgegangen – ich habe jeweils morgens bei mir/ nachmittags in Deutschland versucht mich kurz per Facetime zu melden und ansonsten war ich mit meiner Familie meistens nur per Facebook und Whatsapp in Kontakt. 

Ohne dass es jetzt eine übergreifende Geschichte gibt (berufliche Details interessieren hier ja nicht), will ich einfach mal ein paar Eindrücke zusammenfassen. Also los:

Wenn man in San Diego ankommt, wird man zunächst sehr freundlich begrüßt:

Foto 1

Dann kommt die Security. 90 Minuten in einer Warteschlange mit Handyverbot, überwacht vom Sternenbanner und den anwesenden Grenzbeamten sind eine sehr, sehr lange Zeit. Zumal die erwähnten Grenzbeamten auch wirklich jeden Handynutzer zurechtweisen. 

Na ja, irgendwann war die Wartezeit vorbei. Für jeden erfahrenen US-Reisenden ist dieser Dialog vermutlich öde, aber für mich war diese Erfahrung noch neu:

Border Official: „Good evening, Sir. Are you visiting the United States for business or pleasure?“

Ich: „Business.“

BO: „What kind of business?“

Ich: „Oh, well, I have a company meeting in San Diego.“

BO: „What kind of business is it?“

Ich: „It´s a worldwide meeting of …“

BO: „What kind of business, Sir?“

Ich erwartete schon, dass sie mich wieder nach Hause schicken, weil ich offensichtlich zu blöd bin das Einreisequiz zu beantworten. Dann aber kam mir der rettende Einfall:

„Consultancy.“

Das war das Zauberwort. Die Frage galt nicht meinem Business, sondern meinem Business. Er lächelte.

„Welcome to the United States, Sir.“

Als ich den Flughafen verließ, wunderte ich mich ein wenig dass es schon dunkel draußen war. Es war halb acht Ortszeit, da hätte ich von California noch eine schöne knallrote Dämmerung erwartet. Aber na ja, das hätten Eingeweihte wohl auch schon besser gewusst. Also schnappten wir (ich war mit einem Kollegen zusammen angereist) uns ein Taxi und fuhren zum Hotel. 

Tja, besonders viel habe ich von den nächsten Tagen eigentlich nicht zu erzählen. Ich verbrachte den größten Teil des Tages in einem Hotel-Meetingraum, dessen Klimaanlage auf „as cold as humanly possible“ eingestellt war. Einen Abend verbrachten wir im Haus von unserem Boss, den zweiten in einer VIP-Lounge in einem Baseballstadion. Das Essen war – typisch amerikanisch – recht … üppig.

Hot Dogs

Der Kühlschrank

Und dann war da noch der „Foam Finger“. Einige Kollegen beklagten sich, dass ihre besseren Hälften irgendwelche teuren US-Mitbringsel bei ihnen bestellt hätten. Und dass sie diese noch besorgen und bezahlen müssten. 

„Da hab ich es gut,“ meinte ich. „Meine Frau wollte nur so einen Riesenfinger.“

Den ich natürlich direkt vor Ort im Stadion besorgen konnte:

Foam Finger

 

Tja, leider haben die Padres an dem Tag ziemlich verloren. Das Stadion war auch nicht besonders voll. Es war aber trotzdem ein Erlebnis. Bei mir sind vor allem die „Facts“ hängengeblieben, die wirklich für jeden Spieler während des Spiels auf dem großen Bildschirm eingeblendet werden:

Fun Facts

Da stehen dann Sachen wie:

„War in der Saison 2008 der einzige Spieler der Padres, dessen Vor- und Nachname mit dem gleichen Buchstaben anfing.“

Natürlich auch echte Baseball-Facts … aber auch Trivia dieser Art. Man beachte übrigens die „Wienerschnitzel“-Werbung auf dem Foto.

Den größten Nervenkitzel erlebte ich übrigens noch auf der Rückreise, als ich in London aufgrund der Rush Hour fast meinen Anschlussflug verpasste. So richtig knapp war das, ich wurde als letzter Reisender zu Fuß über das Rollfeld gebracht gerade bevor die Kiste dicht gemacht wurde. Hab ich schon mal erwähnt dass ich die Rush Hour in London hasse? 

Weltraum-Streitkolben

Seit diesem Wochenende wohnen wir wieder in unserem eigenen Haus. Na ja, in unserer eigenen Baustelle …

Jedenfalls nutzte ich die Gelegenheit, um in Nummer 4s Zimmer die Gardinen anzubringen, da er mittlerweile gelernt hat alleine in seinem Bett einzuschlafen – was logischerweise dazu führt, dass wir wieder ein eigenes Schlafzimmer haben (Yay!)

So sieht das jedenfalls jetzt aus:

IMG_5349Als letztes schraubte ich die Aufstecker … Gardinenstangenpömpel … Wie-auch-immer-die-heißen auf. Meine Frau und ich blickten die blauen Dinger an.

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Ich: „Das hat so ein bißchen Lego Weltraum-Charme … und sieht ein bißchen aus wie ein Streitkolben.“

Meine Frau (die den Rest der Deko verantwortet hat): „Das passt nicht so richtig in ein Waldzimmer, oder? Findest Du´s nicht so gut?“

Meine Antwort: „Gut? Das ist großartig! Was kann es den Besseres geben als einen Weltraum-Streitkolben?“

Ich habe das Gefühl sie war nicht so 100%ig überzeugt. Aber die Dinger bleiben trotzdem dran. 😀

Essig und Entenkacke

Essig und Entenkacke

Süß, oder? Was Uneingeweihte nicht wissen: Dieses waschmittelwerbungstaugliche Mädchen trägt ein Kleid, das über und über mit behelfsmäßig entfernter Entenkacke übersät ist.

Wie es dazu kam?

Gestern waren wir mit der ganzen Familie zum 80. Geburtstag meiner Tante eingeladen. Dabei gab es – statt dem üblichen Familienessen – eine Busfahrt in die Vulkaneifel sowie eine Fahrt mit einer historischen Eisenbahn durchs Brohltal. (Sehr empfehlenswert, übrigens)

Zwischendurch aßen wir in einem Hotel am Rhein zu Mittag. Und weil die Kinder bis dahin etwas zu wenig Bewegung bekommen hatten, spazierten sie raus und ans Wasser. Der Rhein stand recht hoch, weshalb sehr viele Enten direkt in Laufweite zu finden waren … und das Unheil nahm seinen Lauf.

Meine Frau und ich saßen nichtsahnend mit Nummer 4 im Restaurant, als plötzlich Bewegungen in der Tür zu bemerken waren. Einige Kinder (die meisten davon unsere) liefen geschäftig hin und her, meldeten sich aber noch nicht bei uns. Wir schauten misstrauisch zur Tür – aber so lange niemand heult, muss man sich ja nicht aufdrängen …

Einige Minuten später kam Nummer 2 an den Tisch.

„Nummer 3 hat sich in Entenkacke gesetzt. Das ganze Kleid ist voll. Aber Nummer 1 wäscht das gerade raus.“
Wir: „Wie jetzt – Entenkacke?“
Nummer 2: „Ja, da waren drei riesige Haufen, und sie hat sich in alle drei reingesetzt.“

Wie setzt man sich in drei Haufen Entenkacke gleichzeitig? Ich wandte mich übereifrig dem Baby zu. Nummer 4 wollte bestimmt noch was essen oder trinken oder so. So landete das Entenkackeproblem bei meiner Frau. Während sie zusammen mit Nummer 2 aus dem Restaurant spazierte, erzählte diese:

„Das war wirklich ein riesiger Berg Entenkacke, Mama. Aber der Leo meinte, das man Entenkacke gut mit Essig rausbekommt.“

Leo ist übrigens der jüngere Sohn meines Cousins. Während ich den beiden nachblickte fragte ich mich: Woher weiß der Junge das? Vielleicht sind wir ja doch nicht die einzigen mit einem Entenkackeproblem …

Sie nehmen wie sie sind

Am Freitag waren wir im Kernies – unserem Lieblingsfreizeitpark. Wir mögen die Tatsache, dass es keine übermäßigen Wartezeiten gibt, dass es für jede Altersgruppe was zu fahren gibt, die Gratispommes und das Eis … und die Schiffsschaukel. 🙂

Einmal im Jahr fahren wir deshalb dahin, das ist so eine Art Familientradition. Deshalb waren meine Frau und ich auch leicht distinguiert, als Nummer 2 sich praktisch direkt nach dem Betreten des Parks absetzte und auf Solotour ging. Sie ist halt sehr selbstständig, traut sich auf so ziemlich jedes Karussell – und konzentriert sich schon mal ganz gerne auf sich selbst.

Sie war also erst einmal weg, und da wir lieber den Besuch genießen als sie suchen wollten, nahmen wir das erst einmal hin. Ungefähr zwei Stunden später saßen wir bei unserer ersten Portion Pommes und blickten uns an.

„Langsam könnte Nummer 2 auch mal wieder auftauchen, oder?“ meinte ich.
„Ach, vielleicht müssen wir nur lernen, die Kinder mehr so zu nehmen wie sie sind. Nummer 2 ist halt einfach so …“
„Ja, vielleicht sollten wir lernen etwas weniger neurotisch zu sein. Nummer 1 ist halt zum Beispiel etwas gefräßig und verpeilt, und Nummer 3 …“
Sie unterbrach mich. „Wo ist eigentlich Nummer 1?“
„Ach, die hat sich noch eine Schale Pommes geholt und findet uns jetzt nicht.“

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, und so.

Nummer 2 hatte sich übrigens eine Freundin angelacht, mit der sie sich durch den Park trieb. Das Mädchen war mit seinen Großeltern da, de facto aber quasi den ganzen Tag allein unterwegs. Entsprechend kontaktfreudig war sie, und so waren die beiden erst einmal nicht voneinander zu trennen. Aber bei unserer traditionellen Wasserbahnfahrt am Ende schwang sie sich dann doch trotz erheblichen Drucks aus der Peer Group in unser Familienboot. Vielleicht muss man ihnen manchmal auch nur Zeit geben.

Wasserbahn

 

 

Lebenszeichen …

So, die letzten Wochen waren extrem turbulent und ich bin wirklich quasi gar nicht zum Bloggen gekommen. Auf der Arbeit war ich permanent in Meetings oder auf Geschäftsreise, zu Hause war ich dann mit müde sein und meinen diversen väterlichen Pflichten (IT-Support, Reparaturen, Garten halbwegs in Schuss halten sowie was sonst noch so anfällt) vollkommen ausgelastet.

Die letzte Woche waren wir dann in Frankreich bei den Sch’tis:

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Da gab es neben einigen kulturellen Ausflügen (Azincourt) …

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… auch die ersten Stranderfahrungen für Nummer 4:

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Das war nett, nur leider hatten wir derweil einen bösen Wasserschaden in der Heimat, der uns nun nach der Rückkehr den Spaß ein wenig vergällt. Von daher kann ich auch nach diesem kurzen Lebenszeichen keine Versprechungen machen, wie präsent ich hier in den nächsten Tagen sein werde 😦