Der Umzug steht vor der Tür: Hausrenovierung, Teil 4

Endspurt

In einer Höhle aus Umzugskartons lebte ein müdes Wesen: Ich

Mit mir leben fünf weitere Wesen gemischter Gefühls- und Energielage. Alle haben wir allerdings eines gemeinsam: Wir sind aufgeregt, freuen uns und befinden uns im Endspurt.

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Hier war ich noch mitten im Packen. Inzwischen bin ich fast fertig

Die Wochenenden waren wieder gefüllt mit Tapezieren, Acryl auftragen, zum Baumarkt fahren (weil etwas vergessen wurde), zum Baumarkt fahren (weil sich ergab, dass wir doch noch etwas brauchten), zum Baumarkt fahren (weil etwas überraschend aufgebraucht war) und Putzen.

Letzteres wird auch den kommenden Sonntag bestimmen. Aber immer der Reihe nach.

Diese Mischung aus Wochenenden voller Arbeit, Wochentag voller Räumen, Packen und zusätzlich den üblichen Terminen (Kieferorthopäde, Schulabschied, Gespräche und Schnuppertag an der neuen Schule …) ist wirklich knackig.

Ein Wochenende (Freitag und Samstag) war ich in einem wunderschönen Kloster zu einer Zusatzausbildung. Da ich meine Praxis mit dem Themenschwerpunkt Familie gestalten möchte, habe ich mich für eine Ausbildung zum Familienbiographischen Coach entschieden. Das war unglaublich interessant, die Gruppe war wunderbar (ich hab immer Glück mit meinen Gruppen – bin sehr dankbar dafür) und die Selbsterfahrung war sehr heftig. Schließlich ist meine Familienbiographie alles anderes als lustig. Beim Familienbiographischen Coaching geht man vor, indem man einen Stammbaum seiner Familie erstellt. Die einzelnen Personen und ihre Lebensdaten werden genau betrachtet. Allein dies löst viele Gefühle aus. Man merkt schnell, dass jede Familie ihre eignen Themen hat, die auch die eigenen Themen darstellen.

Man lernt, dass man verstorbene Menschen ersetzt. Und dies nach einem festen Muster. So ver-rückt man sich innerhalb des Familiensystems aus lauter Liebe, um Geschwister zu ersetzen oder auch Großtanten oder ein fehlendes Geschlecht in der Geschwisterriege.

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Ein wunderschöner Ort zum Lernen, Entspannen und zur inneren Einkehr: Das Nikolauskloster in Jüchen (Hier gibt es auch Kaffee und selbstgemachten Kuchen. Ein tolles Ausflugsziel mit Park und Spielplatz)

An diesem Wochenende war ich somit nur am Sonntag im Haus fleißig.

 

Und was haben wir geschafft?

Wir haben das Schlafzimmer tapeziert. Der Teppichboden folgt dieses Wochenende, ebenso die 54 Meter Fußleisten, die wir ingesamt noch anschrauben müssen. Diese wurden heute endlich geliefert und liegen nun sperrig im Flur hier herum …

 

Das habe ich zusammen mit Nummer 2 gemacht. Es war echt sehr nett. Auch wenn man die Teenies immer wieder von ihren Smartphones zerren und daran erinnern muss, wie sehr sie sich diesen Umzug wünschen, damit sie mithelfen. Hüstel.

Hier sind die Wände des Essbereichs fertig:

 

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Jippie.

Dann stand der Tag an, vor dem Nummer 3 richtig Angst hatte: Der Abschied von der Grundschule. Sie hatte vorher schon viele Tränen des Abschieds vergossen. Und ihre Abschlussfahrt in ein Heuhotel mit Raftingfahrt und vielem mehr erlebt.

Nun war es soweit und wer war nicht mit dabei? Die Mama. Ich absolvierte ein weiteres Seminar von morgens bis abends. Es ging EFT (Emotional Freedom Techniques) und so ließ ich mir Videos und Bilder schicken, denn der liebe Herr Vater hatte sich natürlich Urlaub genommen. Und es wurde geweint. Sehr viel geweint. Sie tat mir so leid und ich konnte sie letztlich abends noch ganz gut auffangen, sowie in den kommenden Tagen immer wieder.

Ich sagte ihr, dass all die Tränen einfach  herauskommen sollen, denn wenn man einem Gefühl erlaubt, sich ganz bis zur Neige zu zeigen, dann erst sei Platz für das gegenteilige Gefühl. Und so war es dann auch. Sie war sehr geknickt, dass ihre beste Freundin überraschend nicht zum Abschiedstag gekommen war, weil ihre Eltern lieber mit ihr früher in Urlaub fahren wollten. Die beiden waren somit um ein gemeinsames Ritual gebracht worden, auf das sie sich sehr gefreut und innerlich vorbereitet hatten. Sie betrauerte diesen Umstand ganz besonders. Und auf einmal, am Montagmorgen, kam sie gut gelaunt aus ihrem Zimmer und teilte mit, nun sei sie bereit für den Neuanfang.

 

 

 

 

 

 

 

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Das sind die gestrichen Wandabschlussprofile, die wir später anbrachten

Im Wohnzimmer kam der Trockenbauer gut voran. Hier auf dem Bild sieht man die Rigipsplatten vor dem Spachteln und dem Anstrich.

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Ist total wohnlich, oder?

Dann widmeten wir uns der Küche.

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Erst einmal wurde der Boden von Dreck, festklebender Spachtelmasse und Spachtelmassenschleifstaub befreit.

Für die Küche haben wir uns für einen englischen Landhausstil (Grau und Weiß) entschieden. Sie wird zwei Tage nach dem Einkauf geliefert.

Passend dazu mussten die Wände der Essecke zweigeteilt tapeziert werden, mit Dekorprofilen mittig sowie auch Wandabschlussprofilen

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Stilechtes Karo (Tartan) – englische Vliestapete

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Und schwupps war die untere Hälfte da. In Wirklichkeit dauerte das leider eher 3 Stunden …

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Hier sind die Abschlussprofile zum Teil dran – mit Nägeln fixiert, denn die Wände sind sagenhaft schief … (Ist allerdings ein Architektenhaus. Das gerät zum Runnig Gag: „Kauf ein Architektenhaus und alles wir gerade und super sein …“)

Das habe ich zusammen mit Nummer 2 gemacht. Es war echt sehr nett. Auch wenn man die Teenies immer wieder von ihren Smartphones zerren und daran erinnern muss, wie sehr sie sich diesen Umzug wünschen, damit sie mithelfen. Hüstel.

Hier sind die Wände des Essbereichs fertig:

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Jippie.

Dann stand der Tag an, vor dem Nummer 3 richtig Angst hatte: Der Abschied von der Grundschule. Sie hatte vorher schon viele Tränen des Abschieds vergossen. Und ihre Abschlussfahrt in ein Heuhotel mit Raftingfahrt und vielem mehr erlebt.

Nun war es soweit und wer war nicht mit dabei? Die Mama. Ich absolvierte ein weiteres Seminar von morgens bis abends. Es ging EFT (Emotional Freedom Techniques) und so ließ ich mir Videos und Bilder schicken, denn der liebe Herr Vater hatte sich natürlich Urlaub genommen.Ich hatte ihr für den Abschiedstag ein keines Täschchen gemacht mit Taschentüchern und ein bisschen Soulfood und einem kleinen Geschenk. Die Taschentücher waren wohl überlegt: Es wurde geweint. Sehr viel geweint. Sie tat mir so leid und ich konnte sie letztlich abends noch ganz gut auffangen, sowie in den kommenden Tagen immer wieder.

Ich sagte ihr, dass all die Tränen einfach  herauskommen sollen, denn wenn man einem Gefühl erlaubt, sich ganz bis zur Neige zu zeigen, dann erst sei Platz für das gegenteilige Gefühl. Und so war es dann auch. Sie war sehr geknickt, dass ihre beste Freundin überraschend nicht zum Abschiedstag gekommen war, weil ihre Eltern lieber mit ihr früher in Urlaub fahren wollten. Die beiden waren somit um ein gemeinsames Ritual gebracht worden, auf das sie sich sehr gefreut und innerlich vorbereitet hatten. Sie betrauerte diesen Umstand ganz besonders. Und auf einmal, am Montagmorgen, kam sie gut gelaunt aus ihrem Zimmer und teilte mit, nun sei sie bereit für den Neuanfang.

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Auf dem Schulabschied: Jedes Kind knotete einen Wunschzettel an den Ballon und dann ließen alle gemeinsam ihren Ballon los …

 

Fortschritte und das Gefühl, nicht vorwärts zu kommen

Irgendwie zogen sich die Tage der Renovierung dahin. Gefühlt schmierten wir stundenlang nur Acryl in die Fugen von Wandabschlussprofilen und standen beratend in der Gegend herum. Schließlich hatten wir jüngst festgestellt, dass unsere Rolläden kaum zu bedienen waren. 40 Jahre alt und nie ausgetauscht worden. Man konnte sich an die Riesenteile wie ein Glöckner dranhängen und hatte danach blutleere Klauen statt Hände.

Wir besprachen dies mit der Vorbesitzerin, die irgendwie nichts zu wissen schien, wie ärgerlich das sei, ein Haus mit dem Ausstattungsmerkmal „Rolläden“ zu kaufen und dann erstmal neue kaufen zu müssen. Was ja nicht gerade billig ist. Letztlich gab sie sich jedoch einsichtig und möchte sich ein bisschen beteiligen.

Vor allem dies, weil wir jede Menge Ärger und Probleme mit dem Kauf von der Erbengemeinschaft hatten. Im Exposé aufgeführte und somit mitgekaufte Möbel wurden von den Erben plötzlich frühmorgens rausgeholt (auf Nimmerwiedersehen, denn auf Kontaktversuche gehen Besagte nicht ein), dabei wurde die Hautür beschädigt und, und und …

Die dysfunktionale Familie war für mich ein berufliches Lehrbeispiel. Und mehr will ich dazu gar nicht schreiben, denn ich konzentriere mich wie üblich auf das Gute und Erfreuliche. Den Rest muss man eh irgendwie lösen. Da nützt Ärger sehr wenig.

Jedenfalls bekamen wir zwei Angebote von Rolladen-Fachgeschäften und mussten noch ein wenig verändern und verhandeln. Letztlich haben wir nun ein Angebot wahrgenommen. Die alten, braunen Plastik-Rolläden werden gegen silberne Alu-Pendants ersetzt und diese erhalten Rohrmotoren. Diese wiederum werden eingebunden in ein Smart-Home-System, von dem wir alten Nerds schon lange träumen. Dieses mussten wir auch noch aussuchen und entschieden uns letztlich für Loxone. Unser toller Haustechniker, der uns hier im „alten“ Haus schon immer gut betreut hat, arbeitet damit und wird das für uns programmieren. Mit Wetter-App-Automatik-Steuerung und so weiter. Auch die Beamer-Leinwand und das Licht werden irgendwann dort eingespeist. Dazu kommt dann noch eine Funktion, die man sich ein wenig wie Siri vorstellen kann, nur nicht so störungsanfällig. Wir wollen gerne „Film gucken!“ sagen und dann gegen die Rolläden runter, die Leinwand fährt herunter, der Beamer schaltet sich an und, und, und wir sind eine Mischung und Snobs und Geeks 😀

Was haben wir noch gemacht?

Wir wollen hinter unserem Bett eine indirekte Beleuchtung schaffen. Hierfür war ein breites und hohes Holzbrett auf einer Unterkonstruktion gedacht, das wir tapezieren und mit einer LED-Beleuchtung in Warmweiß versehen wollen. Der Anfang war so: Nay…:

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Tausend Bohrversuche. Dauernd stießen wir auf etwas Undurchdringbares ..

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Irgendwann ging es dann doch voran…

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Mit fachmännischer Unterstützung geht doch alles besser: Mister Essential und Nummer 4

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Es leuchtet! Und hat sogar eine Fernbedienung! Supi!

Während der Akku des Schraubers immer wieder aufladen musste, brachten wir die Wandabschlussprofile an (die bekommen dann am kommenden Wochenende ihr Acryl. (Auch so ein Wort, das ich nicht mehr hören kann :D)

Letztlich ist diese Beleuchtung soweit gediehen, dass wir sie nur noch zu tapezieren brauchen. Wir haben eine sehr coole Tapete entdeckt. Die präsentieren wir dann im nächsten Update.

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Irgendwie ist die Qualität mies. Aber Ihr könnte es Euch sicher vorstellen…

Dann haben wir das Wohnzimmer aufgeräumt und die vier Tische mit den diversen Utensilien und Werkzeugen auf zwei zusammengefasst. Denn die Wohnzimmerdecke war bis zum ersten Anstrich gekommen:

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Urgs, ist der Boden noch staubig. Und dabei wurde er drei Mal gefegt …

Einen der nun übrigen Tisch stellten wir in die Küche, um endlich nicht mehr auf dem Schoß essen zu müssen:

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Ist das nicht eine hübsche Essecke? Wir empfinden es als gemütlich- Denn bisher diente der Tisch als Ablagetisch. (Irgendwie sieht der Sauger aus wie ein kleiner Dalek, fällt mir gerade auf …)

Zum Thema Aufräumen: Da erwartet uns noch Einiges. Dies ist beispielsweise die Terrasse:

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Das kommt alles noch weg

Am kommenden Wochenende werden wir also die Beleuchtungswand im Schlafzimmer tapezieren, den Teppichboden dort verlegen, Acryl (da ist dieses Wort ja schon wieder) in die Profilfugen schmieren, die erwähnten Fußleisten anbringen und vor allem Putzen. Überall liegt Schleifstaub, auf jeder Oberfläche. Nummer 1 hat schon richtig toll unser Elternbad gereinigt. Sie hat echt Talent, das werde ich zu nutzen wissen har-har … aber der Rest ist echt noch nicht so dolle. Das machen wir noch.

Nach dem Umzug warten dann die Badmöbel und ihr Aufbau, wir haben noch keinen Schlafzimmerschrank (hatten hier ja einen kleinen begehbaren Kleiderschrank), Nummer 1 braucht einen neuen Schrank, ein (antiker) Schrank soll zum Garderobenschrank umfunktioniert werden – braucht also Kleiderstangen und dann soll ein anderer alter Schrank statt Kleiderstangen Regalböden erhalten und natürlich muss man sehen, welche Gardinen man verwenden kann und welche man neu braucht und was sonst noch alles fehlt und der Wintergarten braucht noch ein neues Glasdach und die Metallteile müssen geschliffen und neu lackiert werden und, und, und …. wir freuen uns immer noch tierisch auf all das.

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Es geht voran: Hausrenovierung, Teil 3

Wolken in Rosé

Nummer 1s Farbwunsch für das Zimmer verwunderte uns kurz, aber er gefiel uns sehr gut. Ein Hauch von Altrosé sollte es werden – passend zu ihrer Vorliebe für Nostalgisches und Elegantes (Teetrinken um 5+ Shortbread essen = The Queen is amused.)

Also legten wir los, sie und ich.

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Hier ist die Farbe noch nicht trocken

Und dann war da noch der Bodenbelag

Irgendwie waren nach dem Streichen und der folgenden Pause alle verschwunden. Zumindest alle unter 15 Jahren. Und so begann ich gegen 13 Uhr das Laminat zu verlegen. Und verlegte. Und verlegte.

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Aller Anfang ist leicht. Nur das Ende nervt dann: Laminatverlegen

Ich wurde zu Verlege-bot 500 und geriet in einen rauschhaften Flow. Zeit verann wie Wasser, Bewegungen liefen nur noch ab, griffen ineinander wie feingliedrige Zahnräder, Schweiß brach aus – es war verflucht stickiges Wetter.

Als nur noch zwei Bahnen fehlten, tauchte die das Zimmer zukünftig bewohnende Tochter auf und legte sich erst einmal in eine Ecke. Ich erklärte ihr, dass es „schwimmend und nicht liegend verlegen“ heißen würde, was sie weder amüsierte noch motivierte. Doch – letztlich raffte sie sich auf und war dann richtig hilfreich. Wie zwischendurch auch Nummer 3.

Ich kam zum Ende und richtete meinen schmerzenden Körper auf, war erstaunt, wie viel Laminat man in drei Stündchen doch verlegen konnte und nahm mein Mobiltelefon in die Hand:

18:40 Uhr. Äh, dann wohl doch etwas mehr als drei Stündchen …

Und dann war da noch das Sofa

Am folgenden Tag holten wir das Sofa aus Nummer 2s Zimmer, wo es zuvor als Unterlage für zu sägende Werkstücke gedient hatte.

Die Bezüge hatte ich zuhause gewaschen und gefärbt. Ich ordnete an, dass Nummer 1 sie selbst auf ihr zukünftiges Sitzmöbel aufziehen solle. Sie blickte irgendwie etwas betreten und räumte ein, nicht zu wissen, wo sie die Bezüge hingeräumt habe.

Ich: „Ich hatte die Bezüge angezogen, gewaschen, gefärbt, gebügelt und dir sauber verpackt geradezu feierlich überreicht, mein liebes Kind.“

Liebes Kind: „Äh ja, ich weiß. So in einem dunkelblauen Müllsack eingewickelt.“

Ich: „Ja genau, den du zuhause zum Auto und hier wieder aus dem Kofferraum heraus getragen hast, Schnuckiputzi.“

Schnuckiputzi: „Öhm, ja, also. Ich glaube, äh, ich hab den Sack dann wohl doch nicht wie besprochen in ein Kellerregal gelegt …“

Ich: “ … sondern?“

Nummer 1: „… so irgendwie eher, ja, irgendwo hingeklatscht …“

Ich: „…wo jemand anderes das Behältnis als Müllsack identifizierte und es als ebensolchen benutzte, was ich durch die Anordnung, es in ein Regal zu legen hatte verhindern wollen? Was ich dir nun so blöd oberlehrerinnenhaft erkläre, weil ich davon genervt bin, dass meine Lebenserfahrung und Weitsicht ignoriert werden, damit diverse Heranwachsenden ihre vielzitierten ‚eigenen Erfahrungen‘ machen können?“

Sie: „Ja. Genau so. Hast du schön zusammengefasst. Ich, äh, geh dann mal suchen.“

Am Ende durchsuchten wir zu Dritt (die Teenies und ich) jeden dunkelblauen Müllsack. In der Garage, im Haus, im Garten. Und welcher stellte sich als der heraus, der tief unten – unter Dreck und Müll – die Bezüge beinhaltete? Ja! Der zuletzt Durchwühlte.

Dann aber: Tadaa! Etwas Fummelarbeit später:

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Zwei haben die Absicht, eine Wand zu bauen

Und das taten sie: Der beste Ehemann von allen und sein Vater haben fleißigst vermessen und gebohrt und geschraubt. Parallel zu unserem Gestreiche und Verlege.

Rund um eine Rundsäule am Fenster und endend an einem verklinkerten Kamin – nicht einfach, aber es machte sich:

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Aller Anfang  ist fummelig … aber als die erste Seite fast geschlossen war, ging es (fast) ganz schnell.

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Vor allem, weil es so großartige Unterstützung gab. Ja, da liegt eine Stichsäge in Kindernähe – aber die ist selbstverständlich ausgesteckt.

Ich finde, das haben sie echt gut gemacht!

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Schwupps. Fertig. Okay, das Schwupps dauerte viele Stunden …

Was haben wir denn an den vergangenen beiden Wochenenden noch so getrieben?

Wir haben die letzten Paneelen in den Kinderzimmern lackiert:

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Beispielfoto: Vormals sehr doofe Holzpaneele von 1976

Dann haben wir Pinsel und Rolle in Nummer 2s Zimmer geschwungen. Sie schwang fleißig (oder so etwas in der Art) mit.

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Sieht das nicht hübsch aus? Die trocknende Farbe?

Dann ging es irgendwie gut voran, bis  – die Farbe unerwartet leer war. Und das in den letzten eineinhalb Bahnen, die noch zu streichen waren. Also verschoben wir die Fertigstellung auf den kommenden Tag und kauften Farbe.

Als diese dann großzügig und sogar überwiegend auf den Wänden verteilt worden war begannen wir mit dem Laminatverlegen. Dazu musste das Zimmer ausgefegt und der Boden zuvor aufgeräumt werden. Man glaubt kaum, wie viel bröseliges, sandartiges Zeug ein uralter Teppichboden hinterlässt. Und wie lustig dieser Mist dann überall in der Luft hängt, auch wenn man vorsichtig fegt und saugt.

Nummer 4 bedauerte sehr, dass der „tolle Sand“ weichen musste und gab den Beleidigten.

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Ja, die Bildqualität ist mies, aber eine Übersicht schafft das Foto ja doch irgendwie, ne?

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Da war legten wir dann das Werkzeug weg und machten Pause

Am vergangenen Wochenende hatte ich wieder ein Blockseminar. Bin dann samstags nach dem Seminar zum Haus – die Kinder waren beim Opa, damit mein lieber Ehemann in Ruhe die Trockenbauwand tapezieren konnte. Wir arbeiteten ein wenig am Laminat (echt, ich kann das Wort langsam nicht mehr hören … Laminat, Laminat – wie das schon klingt …) und fuhren dann zum Ikea, um für den besagten Bodenbelag Endstücke zu erstehen. Um dann am folgenden Tag zu bemerken, dass wir zu wenige gekauft hatten. Aber egal.

Nun geht es von Donnerstagmorgen bis zum Sonntagabend weiter.

Also:

Im oberen Stockwerk ist alles fertig bis auf Kleinkram:

  •  Schalter/Steckdosen müssen gründlich gereinigt werden
  • Fußleisten müssen noch in zwei Zimmer zugesägt und in drei Zimmern angebracht werden (in einem sind sie schon zugesägt und dekorativ hinglegt …)
  • Übergangsleisten in den Türen fehlen noch, eine ist bereits vorhanden
  • Eine Leiste als Abschluss des Laminats am Ausschnitt der Wendeltreppe muss angebracht werden
  • Später werden noch Bad und WC bearbeitet (Fliesen anschleifen und lackieren, neuer Bodenbelag)
  • Noch später gibt es neue Türdrückergarnituren, genau wie im unteren Stockwerk

Nun geht es unten weiter mit:

  • Tapezieren der Küche mit Essbereich
  • Bestellen, Zusägen und Anbringen der Fußleisten (Berliner Profile, klassisch weiß)
  • Rest der Wand im Schlafzimmer glattschleifen
  • Schlafzimmer tapezieren (Vliestapete, also halb so wild)
  • Tapezieren und Anbringen eines Holzprofils (hinter dem Kopfteil des Bettes – soll indirekt von hinten durch LED beleuchtet werden)
  • Boden verlegen (oder verlegen lassen, mal sehen, was die Firma dafür haben will ..)
  • Treppe mit Teppich belegen lassen (erhalten morgen ein Angebot)
  • Rolläden zeigten sich als nahezu unbenutzbar – müssen wir mit der Vorbesitzerin klären, das wird sicher ein nettes Gespräch … diese müssen ausgetauscht werden. Bei der Gelegenheit lassen wir sie dann mit Rohrmotoren versehen.
  • Vom Flur aus, neben der Treppe, gibt es einen Durchgang zum Wohnzimmer, diesen wollen wir irgendwie verschließen. Aber eher mit einer Tür als mit einer Wand. Da sind wir noch nicht ganz damit durch, wie wir das machen wollen
  • Die neuen Decken streichen, die vom Trockenbauer durch Abreißen der Holzverkleidung und Anbringen von Rigipsplatten hergestellt werden
  • Wände im Flur und Wohnzimmer streichen, nachdem der Trockenbauer den Kratzputz (von einem Freund zärtlich als „Oma-Putz“ bezeichnet) verputzt hat
  • Das Wintergartendach bekommt entweder nur neue Profile oder neues Glas und neue Profile – hängt vom Preis ab.

Und im Keller werden wir dann – noch später –  zwei Räume ausbauen.

Ein Bisschen nervt echt der alltägliche Kleinkram, den man so nebenbei erledigen muss:

Auto muss zur Inspektion, Kinder müssen zu Kieferorthopäden, Dinge müssen aussortiert/eingepackt/verkauft werden, Termine bei der neuen Schule und in der KiTa wollen erledigt werden, es gibt noch ein Zusatzseminar für mich und den Start der Zusatzausbildung (Familienbiographisches Coaching) und so weiter.

In der zweiten Ferienwoche ziehen wir dann um, morgen ist der Termin mit dem Menschen von der Umzugsfirma, der sich hier einen Überblick der Lage machen möchte.

Ihr könnte es Euch ja vorstellen: Man ist viel in Möbelhäusern, Baumärkten und plant, kauft ein, vergisst die Hälfte, fährt wieder los …

Und sonst?

Nummer 3 leidet unter dem Verlust des gewohnten Umfelds, der Beendigung der Grundschulzeit und wir alle stellen uns innerlich auch natürlich um.

Und trotz all des Erledigens und Kümmerns fühlt es sich nach wie vor gut an. Auch für Nummer 3, obwohl sie traurig ist. Dieser Trauer geben wir natürlich Raum. Sie ist allerdings auch neugierig und gespannt.

Nach wie vor sind wir sehr dankbar für das, was wir da für uns gestalten. Vieles, das ich mir immer gewünscht hatte, bringt dieses Haus mit sich. Ich bin sehr froh, auch wenn es echt anstrengend ist.

Das Ganze zeigt sich in einem Flow, den man immer dann hat, wenn man die richtige Entscheidung traf. Ihr kennt das bestimmt: Man hat so ein freudiges, aber nicht zu aufgeregtes Gefühl in der Brust. Man spürt, wie alles ineinander greift, statt dauernd zu haken. Eine Entscheidung, die man zum richtigen Zeitpunkt und passend zur Intuition fällte.

Nun sind wir erst einmal wieder fleißig und bald lest Ihr dann das neue Update. Mit Fotos natürlich.

Ganz am Ende sollte ich dann wohl so eine Foto-Vorher-Nachher-Story machen, oder? 🙂

Hausrenovierung, Teil 2

Und weiter ging’s

Wir berichten nicht nach jedem Renovierungswochenende, aber immer einmal wieder – wie versprochen. Dieses Mal geht es um die beiden vergangenen Wochenenden.

Zu renovieren sind übrigens insgesamt 240 Quadratmeter. Plus der Ausbau zweier Kellerräume. Den machen wir aber nach dem Umzug.

Der Umzug steht Ende Juli an.

Bisher haben wir alles alleine gemacht, aber am vergangenen Wochenende und dem davor kam Nummer 1s Patenonkel hilfreich hinzu sowie auch unser Opa, der wirklich ausdauernd die dusselige Küchenwand verputzt hat.

Es klappt wirklich gut und fast reibungslos. Wenn es mal stressig wird, dann liegt es an unserem Lieblings-Toddler, Nummer 4.

Diese kleinen Menschen haben aber auch wirklich überall ihre Hände und sind so laut, wenn ihnen etwas nicht passt:

Aufsichtsperson: „Nein, Nummer 4, echt: Dieses Teil hier ist wirklich ein WERK- und kein SPIELzeug.“

Nummer 4: „Rabäääääääh! Geh weg! Du sollst in einer Lampe gefangen sein! Du sollst in ein Müsli gemacht werden! Du sollst eine Wurst werden und in ein Brötchen geschnitten werden! Du sollst unter eine Mauer geklebt werden, du sollst …“

 Aufsichtsperson:„Ja, ich weiß, ich soll stolpern und Durchfall kriegen …“

Nummer 4 ist der Fluch-Gott. Wirklich. Ihr habt es ja gerade gelesen. So klingt das, wenn er richtig sauer auf jemanden ist. Wir können ihm einzig untersagen, jemandem den Tod zu wünschen. Das hat er sich gerade abgewöhnt. Ansonsten muss man einfach hoffen, dass er keine echten Zaubermächte beim Fluchen hat …

Nummer 3s Zimmer

Sie verabschiedet sich nun von ihrem Zimmer im Giraffen-Style, aber es bleibt tierisch: Sie wünscht sich nun Flamingos. Dazu wählte sie die Farbe „Bienengelb“ aus dem Sortiment eines namhaften Herstellers, Segment „Kinderfarben“.

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Weiße Wand mit altem blauen Grund: Das Zimmer vorher

Ein wenig Arbeit:

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Es geht doch nichts über die schöne Arbeit des Abklebens …

Et voilà:

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Den Teppich habe ich dann gespeist aus einer Energie, die ich aus alter Wut und anderem Emotionalunrat zog, herausgerissen. Er war vollflächig verklebt. (Die 1970er-Jahre. Motto: „Dat machen wir alles schön fest, dann ham‘ wer ewig  Ruhe. So’n juter Teppich der muss lange halten.“)

Das letzte Bisschen (die Mitte) habe ich dann echt nicht abbekommen. Und weil in der Etage unter mir gerade mein Mann und unsere Große (Nummer 1, 14 Jahre) arbeiteten, hörten sie mein Stöhnen und meine impulshaften Flüche wohl die Treppe herunter hallen: Sie kamen zu Hilfe. Zu Dritt haben wir das Teil dann herausbekommen. Und dabei habe ich in wechselnden Dialekten (eine meiner Eigenarten: Die Imitation von Sprachen/Personen/Dialekten und Akzenten) Arbeitsanweisungen gegeben und Blödsinn geredet, bis wir uns alle Drei beömmelt haben. Teamwork rockt!

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Wir haben uns an diesem Wochenende immer wieder aufgeteilt: Nummer 1, Nummer 3 und ich haben uns die Treppe vorgenommen: Hier kleben noch immer Reste des alten Teppichstufenbelags. Diesen entfernten wir bis in den Keller und knibbelten dann die Reste des Klebebandes ab. Soweit dies ging. Fortsetzung folgt. Dann mit Fön und Nagellackentferner …

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Nummer 1 und Nummer 3 beim lustigen Abschaben und Knibbeln

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„Der nächste (Raum) bitte!“

Dann sind wir an das Büro gegangen:

Die Farbe haben wir aus einer Serie sehr angenehmer Farben des gleichen Herstellers wie der Kinderzimmerfarben. Der Farbton „Edelmütiges Patinagrün“ hat den Namen „Hüterin der Freiheit“ – eben weil er die Patina der Freiheitsstatue nachahmt. Und das macht er gut, finden wir.

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Keine Sorge, ich habe auch mitgeholfen und nicht nur fotografiert…

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In Echt noch viel hübscher: Der Farbton. Hier frisch trocknend

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Seht selbst: Die Farbe heißt wirklich so 😀

Hierbei fiel uns dann auf,  wie das ja oft bei Renovierungen und Umzügen ist, dass wir die Raumgestaltung ändern wollen. Der weiße Schreibtisch, den wir momentan im Esszimmer stehen haben, sollte eigentlich in eine Ecke des neuen Wohnzimmers und in dieses Büro dann der Tisch zum Nähen und Arbeiten. Aber der Raum mit dieser Farbe sah so aus nach „Büro mit weißem, etwas repräsentativem Schreibtisch und schnieken Bücherregalen an der Wand“ – daher beschlossen wir spontan, einen der Kellerräume weiter auszubauen (großes Fenster und Heizung vorhanden), damit ich zukünftig dort nähen kann. Zudem wollte wir zunächst die Holzdecke des Farbtons Palisander auch im Büro entfernen lassen. Aber nun lassen wir sie und lackieren nur den Rolladenkasten sowie die Fensterbank. Das ist einfach stimmig so. Auf den Boden soll kommendes Wochenende graues Laminat mit einer weißen, hohen Fußleiste („Hamburger Profile“)

Zwischendurch haben wir auch viel geräumt, geschleppt und auch gesnackt.

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Im Wohnzimmer ist unser Hauptquartier eingerichtet: Hier im Bild zu sehen ist einer von vier Tischen, nach Themen sortiert: Essen, Putzen, Streichen, Werken

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In meinem letzten Bericht fror der kleine Kerl noch. Aber jetzt hat sich unser Knopfauge ein schönes Plätzchen eingerichtet

Nebenbei kam noch ein freundlicher Fachmann zum Vermessen der Küche, da wir diese neu anschaffen werden.

Dieses Mal wird es eine Küche mit Koch-Insel, was ich mir schon immer gewünscht habe!

Morgen, am Freitag, haben wir den Termin für das Planungsgespräch der Küche.

So langsam begreife ich, dass dieses Haus immer schöner wird und dass wir dort wohnen werden. Es fühlt sich noch null nach Eigentum an  – und dabei ist heute der offizielle Übergangstermin – und noch reichlich fremd. Aber es nimmt mehr und mehr Gestalt an.

Viele Gedanken und Gefühle

Dieser Umzug ist eine Entscheidung für einen neuen Anfang. An einem neuen Ort können wir als Familie und auch jede/r Einzelne von uns entfalten, wie wir sind. Wir haben sehr viel gesprochen, reflektiert und verändert. All dies braucht einen neuen Raum, damit man fernab irgendwelcher Schubladen, in denen das Umfeld einen sieht oder steckt, das Neue zeigen kann.

Nummer 2 änderte in Absprache mit der Jugendpsychologin ihren Rufnamen. Sie hat, wie jedes unserer Kinder, drei Namen. Ihre Namen bedeuten, wenn man sie aus den Ursprungssprachen übersetzte zusammen „Meine starke Liebe“. Ihr Rufname war der Mittlere, der „stark“ bedeutet.

Sie sagte nach dem Gespräch mit der Psychologin zu mir, dass sie ihren Namen ändern wolle, um ganz neu anzufangen:

„Bisher musste ich immer stark sein. Nun merke ich, dass ich weniger meine Stärke als meine Liebe entfalten möchte. Daher möchte ich meinen dritten Namen als Rufnamen.“

Und das unterstützen wir. Alle, sogar Nummer 4, verwenden ihren bisherigen Namen nicht mehr. Nur der Opa weigert sich. Woraufhin sie ihn nun ab und an mit seinem Zweitnamen ansprechen möchte, um ihn zu ärgern 😉

Und wie geht es mir mit dem Neuanfang in Sichtweite?

Ich saß am Wochenende in einer Pause alleine auf Terrasse und atmete tief durch. Da merkte ich es:

Diese innere Anspannung der letzten Jahre fällt langsam ab von mir. Ich bin an einem Ort, an dem ich all das entfalten kann, was ich in mir vorbeireitet und entwickelt habe. Ich kann ich selbst sein! Ich bin dankbar und manchmal noch ein wenig ungläubig, wie gut sich diese Zukunftsmöglichkeiten anfühlen. Ich fühle mich nicht mehr gehetzt und unwillkommen. Nicht am falschen Ort. Sonder genau da, wo ich mich entfalte. Im jetzigen Augenblick und von nun an.

Hier werde ich immer mehr zur Ruhe kommen, mich nicht ausgegrenzt und einsam fühlen.

Ich bin dankbar, eine gute Schule mit warmer Atmosphäre und einen für Nummer 4 sehr passenden Kindergarten gefunden zu haben. Alles fühlt sich wieder „stimmig“ an.

Die Mutter von Nummer 3s bester Freundin sagte mal sinngemäß:

„Manchmal entscheidet man sich im Leben ein wenig falsch: Für einen falschen Wohnort zum Beispiel. Und danach scheint sich alles Weitere auch unstimmig und ein wenig falsch anzufühlen. Da passieren dann lauter Dinge, die einen aus dem Konzept bringen, einen wundern oder so vorher nicht vorkamen. Meist ist das dann kein Albtraum, aber ein wenig  wie leben neben der eigenen Spur. Und wenn man zurück auf den eigenen Pfad kommt, dann spürt man es wieder: Die Dinge stimmen. Man hat zwar immer noch Probleme, aber sie passen wieder. Und das Maß der Schwierigkeiten stimmt wieder.“

Daran muss ich oft denken in letzter Zeit.

Es fühlt sich an, als würde ich mich innerlich entknittern, aus dem Schneckenhaus herauswagen. Ich träume auch immer sehr deutlich in den letzten Wochen. Ich träume davon, wie Kinder meine Kinder schlagen und ich die zuschauenden Menschen anbrülle, dass es niemals mehr jemand wagen sollte, meinen Kindern wehzutun. So zeigt mir mein Unterbewusstsein sehr deutlich, wie viel Schmerz ich selbst erfahren haben, während des Mobbings.

Ich träume von einem Vogelnest, das ich im neuen Haus in einem alten Regal fand. Darin langen mehrere leere Eier. Von innen aufgeknackt von Vogelküken. In Nummer 2s zukünftigen Zimmer hatten wir vorletztes Wochenende ein Rotkelchen entdeckt, das dort herumflog. Nummer 2 hatte sich um das Vögelchen bemüht, doch es ließ sich nicht fangen. Irgendwann hat es den Weg nach draußen gefunden, was sie sehr glücklich machte. Darauf bezog sich wohl mein Traum, in dem ich zu Nummer 2 rief: „Ich hab das Nest gefunden! Hierher kam bestimmt dein Vögelchen. Siehst du? es hat eine Familie und Geschwister. Sie sind alle heraus aus den Eiern und schon längst in Freiheit. Dein Vögelchen ist nicht alleine!“

Es ist viel zu verarbeiten. Ich habe viel angestaut. Aber ich lasse es rituell los, immer ein wenig mehr. Und ich spüre die Erleichterung.

Jeden Morgen (wenn der tagesplan es zulässt, sonst auch nachmittags) mache ich Yoga. Ich meditiere regelmäßig und bin in sehr gutem Kontakt mit mir. Dieser Weg fühlt sich gut an.

Die viele Arbeit in dem Haus und wie gut wir sie zu sechst bewältigen, das ist genau richtig. Manchmal lassen wir uns natürlich hinreißen und denken: „Oh Mann, so viel für zwei Erwachsene, zwei Teenager und zwei Kinder!“ Aber ich weiß, dass wir das schaffen.

Wir haben einen Handwerker, der in drei Räumen die dunklen Deckenpaneelen entfernt und die Decke mit Rigips überarbeitet, damit die Räume größer und höher wirken. Er zieht eine wand in ein großes Zimmer, welches sich dadurch für die Teenies teilt. Und eine kleine Wand in das Wohnzimmer, damit dieses von der Treppe abgeteilt wird und man dort in Ruhe sitzen kann. Sonst wuseln da dann die Kinder nebst Freunden dauernd vorbei und aus ist die Ruhe …

Später bauen wir noch einen sehr großen Keller Raum (und den kleineren, eben erwähnten) aus, wo dann in einem abgeteilten Bereich ein paar Geräte wie ein Laufband und ein kleiner Turm stehen werden. Im anderen Bereich bekommen die Kinder viel Platz mit einer Spielecke für Nummer 4 und einem Platz mit Sofa zum Zocken und Herumgammeln.

So weit kamen wir also Samstag und Sonntag:

  • Zwei Räume gestrichen und für das Verlegen des Laminats vorbeireitet.
  • Treppe vom Teppichboden befreit (nun überlegen, wie es mit der Treppe weitergeht …)
  • Diverses geräumt
  • Den Riesen-Teppich in Nummer 1 und Nummer 2s noch nicht geteilten Zimmer zur Hälfte herausgerissen
  • Geplant, wie wir mit den halbhohen Kiefernholzpaneelen in den Kinderzimmern verfahren (MDF tapezieren/lackieren oder mit Stoff beziehen und davor befestigen. Nix ewig schleifen und streichen..)
  • Kleinkram wie Reinigen eines Dachfensters (letzte Reinigung schätzungsweise 2007), eines Badezimmers, Absaugen eines Teppichbodens, damit man ihn besser/sauberer herausreißen kann und so weiter.
  • Planungen diverser Dinge und Besprechen weiterer Vorgänge

Das vorige Wochenende brachte uns dann auf folgenden Stand:

  • Nummer 4s Zimmer ist soweit fertig. Nur noch die Steckdosen und Lichtschalter müssen demontiert, gereinigt und wieder angebracht werden. Und die Fußbodenleisten sind zugesägt, aber noch nicht montiert. Wir haben Laminat verlegt (Gemeinschaftsarbeit von Nummer 2 und mir), eine halbhohe Paneelwand wurde angeschliffen, grundiert und zweifach lackiert. Die Wände sind gestrichen und die Wandtattoos angebracht.
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Und ich pinselte und pinselte…Himmel, Berge, Gras…

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… hier trocknet die Farbe gerade …

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Hier steht das erste Scottish Castle …

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… und hier schwimmt Nessie mit Familie.(Man beachte den fiesen Lichtschalter, der noch abmontiert und gereinigt werden muss – wie alle Lichtschalter und Steckdosen im Haus)

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Die Kieferpaneelen wurden angeschliffen, grundiert und zweifach lackiert. Und hier sind wir mitten im Laminatverlegen, Nummer 2 und ich.

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Puh fertig mit Fußleisten. Der Pudel wollte während des Arbeitens dauernd auf unseren Schößen sitzen. War sehr hilfreich. In diesem Bild hat er sich dann in seine geliebte Transportbox gelegt.

 

  • Die Zimmer von Nummer 1 und Nummer 2 sind vorbereitet für den farbigen Anstrich. Die Decken sind weiß gestrichen, alles ist abgeklebt, auch hier wurden die halbhohen Paneelen an den beiden Wänden lackiert. Am kommenden langen Wochenende wird eine Trockenbauwand eingezogen, um das große Zimmer aufzuteilen für die beiden.
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Hier sind wir auch weitergekommen: Das Tapetenloch oben wurde ausgebessert und die Decke komplett gestrichen.

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Hier kümmert sich der fleißige Ehemann um die Behandlung der Kieferpaneelen, die sich unter der Schräge in jedem der Kinderzimmer befinden. In Hellgrau finde ich sie aber dann doch ganz schön.

  • Der Flur wurde fertig mit Laminat belegt. Bei sechs Türausschnitten könnt Ihr Euch die Arbeit vorstellen. Die Sticksäge war unsere beste Freundin … 
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    Im Vordergrund: Noch halbfertiger Bodenbelag mit tapsendem Pudel. Im Hintergrund die einen Schwächeanfall simulierenden Teenies.

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    Hurra.

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    Der Flur mit Blick in das noch zu teilende Zimmer der Teenies.

    Und dann hat unser fleißiger Trockenbauer und Gärtner zwei riesige Bäume gekürzt. Einen im Vorgarten und einen im Hinter(?)-Garten. Wie auch immer der Garten hinter dem Haus so heißt.

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War mal schöner: Der Garten

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War mal höher: Der Baum

  • Dann hat er die dunkle Deckenverkleidung im Wohn-und Schlafzimmer abgerissen und im Schlafzimmer bereits Rigips an die Decke angebracht.
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    Das Schlafzimmer. Ein Ort der Ruhe und Ordnung.

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    Der eine Bereich es Wohnzimmer. Zuvor als Bar genutzt. Und später von uns dann auch wieder.

     

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    Auch das Wohnzimmer selbst lädt zum Verweilen ein, ne?

     

    Soweit nun die Zusammenfassung, damit Ihr seht, was wir gerade so zu tun haben. Zwischendurch sortiere und packe ich ein. So viel Zeugs. Ich verkaufe und spende auch viel. Dann gibt es viel zu regeln, zu planen und einzukaufen. Habe derweil keine Langeweile.

Wir haben ein rotes – ein richtig rotes – Sofa bestellt. Beziehungsweise mehrere, damit jeder von uns einen Sitzplatz hat. Ein 3er-Sofa, ein 2er-Sofa, ein 1,5er (Loveseat) und einen passenden Hocker. So ein rechteckiges großes Teil. Diese Möbel sind mit Samt bezogen. Ihr werdet sie ja dann irgendwann auch mal auf einem Foto sehen, wenn es soweit ist.

Und so leben wir hier im „alten “ Haus mit schwindender Deko (im Karton), schwindendem Spielzeug (im Karton), schwindenden Nähsachen (im … Ihr wist schon) und vielen, äh, Kartons.

Noch sechs Wochen bis zu den Ferien und circa sieben bis zum Umzug.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hausrenovierung, Teil 1

Fertig mit dem Anfang

Das lange Wochenende (und die, die da noch kommen werden bis Ende Juli der Umzug ansteht) haben wir sehr gründlich für die Hausrenovierung genutzt.

Zuerst wollten wir die Küche nebst dem Essbereich von der alten, alten, alten Tapete befreien. Diese war aber so unterwegs:

„Ganz oben drauf habe ich so drei schöne Schichten Farbe. Mit Latexanteil. Da kommt Eure Bewässerung nicht durch. Wenn Ihr mich einritzt, dann geht es etwas besser. Aber ich gebe mich nicht schnell geschlagen. Werdet Ihr sehen. Und ich habe noch eine Überraschung vorbereitet …“

Diese Überraschung zeigte sich dann nach vielem Kratzen: Sich teilweise auflösendes, bröselndes und Klümpchen bildendes Fermacell als Untergrund. Wir befragten unseren kundigen, begelitenden Fachmann per WhatsApp, der nicht nur Bauleiter, sondern auch Nummer 2s Pate ist und erfuhren, das Fermacell in den 1970er Jahren gerne auf die rohen Innenwände geklebt wurde, um das Verputzen zu sparen. Und wenn man damals keine vernünftige Grundierung auftrug, dann, ja dann hat man 40 Jahre später bei der ersten gründlichen Renovierung richtig viel Spaß.

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Vorne: Ein Teil der Wand verputzt, der Rest Fermacell – lauter Überraschungen. Hinten: Nummer 2 mit Pudel 

Da wir aber echt lustig drauf waren wegen des schönen gemeinsamen Projekts, bei dem die Kinder erstaunlich richtig gut mithalfen, haben wir einfach drüber gelacht. Ich war so Stand-Up-mäßig:

„Tja, die 70er, die wilde Zeit. Damals so: Asbest ist klasse. Das Zeug hat so tolle Eigenschaften. das KANN nur nützlich sein. Immer rein die Wände der Privathäuser und Schulen und in die tollen Nachtspeicherheizungen! Damit sparen wir Energie und haben schön lange unsere Ruhe.

Das ist ja auch das, was die Handwerker immer haben: Machen das hier fest für rund 56.000 Euro und dann haben sie aber auch schön lange Ruhe. Diese Ruhe suche ich bis heute! Und die 56.000 Euro meiner letzten Handwerkerbegegnungen!

Und wo wir gerade in den 1970ern sind: Atomenergie fand man ja auch ganz großartig! Gerade noch herrschte das große Zittern von wegen Kalter Krieg und so, aber diese komischen Atomdinger kann man ja auch ganz gefahrenfrei anders einsetzen. Quasi für etwas Gutes! Alles getestet und von den klugen Studierten da irgendwo für gut befunden. Den Atommüll den, hm, ja, ach den lagern wir dann irgendwo in einer großen, großen Höhle. Da macht er es sich dann für die nächsten paar Millionen Jahre schön gemütlich. Immerhin haben wir dann erstmal genug Energie und damit haben wir schön Ruhe.

Dagegen ist dieser Papiermist hier an der Wand unseres neuen Hauses richtig toll! Klar sagt der Hersteller das Zeug sei praktisch und so. Und ganz ehrlich: Wenn man einmal 1976 eine Tapete aufklebt, dann hält die doch locker bis 2017! Da streichen wir dann immer wieder drüber bis zur Rente und gut is. Und wer die dann mal abmacht – dem begegnen wir vermutlich eh nicht mehr.

Die 70er halt. Alles war für immer: Die Ehen, das kackbraune Badezimmer, die unterdrückten Familienkonflikte, die gute Vorwerk-Auslegeware.

Wie schon in den 60ern üblich: Das Schlafzimmer, so sagte der Möbelfachberater, das hält eeewig! Wir nehmen nun 14.000 D-Mark bei der Bank auf und stellen es uns hin. Dann haben wir für immer Ruhe. Und freuen uns auch in 40 und mehr Jahren noch über die (dunkle, leicht abgestoßene und mega altmodische …) Wertarbeit. Und das taten sie. Gesehen in vielen Häusern, beispielsweise dem Elternhaus meines Mannes. Ne, Mann?“

Da mein Mann meine Comedy-Einlage begrüßte – vermutlich weil einfach jede Abwechslung vom Spritz-es-nass-und-kratz-es-weg-spritz-es-nass-und-verzweifle-Modus ihm schon weiterhalf – amüsierte er sich angemessen köstlich.

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Hier im Bild: Fleißiger Ehemann im zukünftigen Schlafzimmer. Bei köstlichem Amüsement.

Es grünt so grün …. sooo grün

Am Sonntag brauchte ich eine Pause von der Tapete und bin zwei Stunden durch die grüne Hölle den Garten gerodet. Bewaffnet nur mit einer kleinen Gartenschere.

Ich wurde zu einem Drittel fertig. Und es sah richtig viel besser aus. Mehr Garten einfach. Der Garten ist ohnehin eigentlich sehr schön angelegt: Keine rechteckige Rasenfläche mit kärglicher Rahmenbeblühung, sondern so üppig, mit einem Teich in der Mitte, der wiederum schön bewachsen ist. Allerdings wird der aus Gründen der Kindersicherheit noch entwässert werden und anschließend mit Kies und großen Steinen aufgefüllt, über die dann ein Wässerchen rinnen wird.

Es stehen auch noch diverse viel zu hohe Bäume, für deren Kürzung wir bereits einen Fachmenschen zu Rate gezogen haben, der diese übernehmen wird.

Es befanden sich über und unter den diversen Sträuchern und Büschen Figuren. Diese stöberten unsere großen Mädels mit mir auf. Kleine Hasen mit nur einem Ohr („Das andere Ohr hauen wir auch noch weg, dann ist es ein Till-Schweiger-Hase, Mama! Du liiiebst doch Till Schweiger, ne?“ – „Ja und wie …!“), viele, teils bemooste Plastikenten, halb verrottete Wagenräder, diverse Pflanzbehältnisse, deren Böden beim Anheben herausbrachen, Frösche, noch mehr Hasen und viele Kugeln, Kürbisse und noch mehr Kürbisse und ein paar mehr Hasen. Überhaupt viel Deko. Überall. Und sehr viele Blumenkübel. An der Pergola hingen Engelchen, verrostete Hufeisen, noch mehr Engelchen und noch mehr verrostete Hufeisen und … mit Alufolie überzogene Vogelhäuschen, sowie verrostete Metallherzen und ein Vogelhaus ohne Boden, das beim Abnehmen auseinanderfiel.

Wir schleppten all das – inklusive zweier schwerer Gänse vom Teichufer (von welchen die eine ihres abgebrochenen und nur draufgelegten Kopfes verlustig ging)- neben das Gerätehaus. Dann entfernte ich von drei nicht mit ausschließlich toten Blumen bestückten Pflanzkübeln das verwelkte Zeug und stellte sie in die Sonne auf der Terrasse, wo ich sie liebevoll goss.

Kurz darauf fand ich eine Notiz der Vor-Eigentümerin an einem Schrank im Wohnzimmer, auf dem sie aufzählte, was sie noch alles abholen wolle. Ganz klein am Rand las ich:

„- Katzensachen

  – Koffer

  – Kübel aus Garten“

Äh ja. Oh. Dann muss sie diese wohl neben dem Gerätehaus herausklauben, wo wir sie ganz ausgesprochen nicht sehr fachfrauisch aufgestapelt haben …

Während ich mit äußerst dornigen Bäumen mir unbekannter Art kämpfte und mich durch verstaubtes Efeu zum Rhododendron wühlte, hörte ich tief in mir das meditative und in diesem Fall zudem motivierende Plätschern des noch anzulegenden Kinderteichs in meinem inneren Ohr.

Ich roch bereits das Grillgut aus dem kugelrunden Angebergrill des Ehemannes auf der Terrasse und spürte die wohlige Gemütlichkeit einer dicken, noch zu kaufenden Gartenmöbelauflage unter meinem Hintern in meinem Rücken.

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Das wird noch eine Menge Arbeit. Allerdings mache ich diese gerne. Lieber als Tapetenentfernen zumindest.

Scherben, Glück und so

Nachdem wir die ersten beiden Tage fleißig die Küche enttapeteten, gingen wir wagemutig in’s Schlafzimmer über.

Dort hing ein sehr großer Wandspiegel, der an der rechten oberen Halteschraube einen Riss hatte. Mein Mann entfernte also zuerst die beiden unteren Schrauben und dann, ja dann zuerst die linke. das war dann irgendwie ungünstig. Ich verfüge zum Glück über eine starke Intuition – die nicht die Hebammen erfreute das immer sehr – und drückte meine Hände schon gegen das Monsterteil, als er gerade die Schraube fast gelöst hatte.

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Oben rechts am Spiegel: Ein Riss. Ein vermutlich die Stabilität beeinflussender Riss.

                       KRACH!!!

Kinder kamen angerannt, Hund schlug Alarm (so quietschig, wie gefühlt 15 Millimeter große Toy-Pudel das so können) und wir alle sahen im SloMo wie die Scherben fielen. War so richtig Arthaus-artig. Da es mehr als sieben Teile waren, fürchteten wir jedoch kein Unglück.

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Weit mehr als 7 Scherben: Der alte Wandspiegel

Im Haus befindet sich noch allerlei Gemischtes der Vorbesitzerin, die dieses kommende Woche entrümpeln lassen wird. Darunter ein Vorwerk-Staubsauger, dessen Schlitten ungefähr 400 Kilo wiegt. Allerdings gefiel mir, dass man das Teil am Handstück anschalten konnte. Coole Erfindung. Dieses Ding manövrierte ich jedenfalls die Treppe runter, damit ich die Kleinstscherben kinder- und hundepfotenfreundlich entsorgen konnte.

Wir philosophierten darüber, ob es eine Marketingstrategie sei, die Staubsauger so schwer so machen, damit jede Hausfrau ihre Leistung in allen Knochen spürt und sich danach ein wohlverdientes Päuschen gönnt, welches ihr das Über-Ich der moralinsauren Patriarchatsindoktrination ansonsten nicht gönnen würde.

Dann stellten wir fest, wie unfassbar beknackt es ist, während der Renovierung geistig zwischen Freud und den Suffragetten zu sein.

Im Anschluss daran aber fanden wir es  aber wieder ziemlich lustig.

Der süße Lohn der Arbeit

Unsere Erstgeborene bewies ihr Können besonders dabei, die Holzrahmen der Fenster und Tür an der Terrasse zu streichen. Hinterher war sie sichtbar stolz auf den richtig schön erneuerten Look der Rahmen.

Überhaupt haben die Kinder viel gelernt an diesem Wochenende:

Arbeiten im Team macht Spaß. Man muss Missgeschicke nicht ernst nehmen und ist nicht verpflichtet, sich total über nervige Arbeit aufzuregen. Arbeit ist auch mitten in der Null-Bock-Phase echt wert, sich aufzuraffen und am Ende ist man einfach stolz und zufrieden.

Die Kleinen haben viel gespielt, das neue Haus erkundet und im Falle von Nummer 3 auch wirklich viel Tapete abgekratzt. Nummer 4 hat dann vor Wut, weil er die defekte Lampe der Vorbesitzerin nicht mit nach Hause nehmen durfte einen vollen Wassereimer umgeschubst. Und es war irgendwie gar nicht so schlimm, die 5 Liter im uralten Teppichboden versinken zu sehen. Die Atmosphäre war sehr schön und gelöst und vorfreudig.  Das wird natürlich nicht immer so sein – daher genießen wir es, wann immer es der Fall ist.

Dem Hund war übrigens kalt. Ihm ist meistens kalt. In diesem Fall teilten wir diese Körperwahrnehmung, denn wir bekamen die Heizung nicht richtig an. Die Fußbodenheizungsteuerung war nicht ohne langes Studium der langen Anleitung zu verstehen. Aber immerhin hatten wir warmes Wasser. Von diesem aber profitierte der Hund natürlich nicht. Also bauten wir ihm ein provisorisches Körbchen. Aus dem erwähnten Allerelei, das sich noch im Haus befindet.

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Kein Symbolbild: Frierender Hund

Das Schlafzimmer wurden dann an drei Wänden fertig.  Die Küchen an allen Vieren. Angesichts der Zeitintensität der Tapetenkratzerei beschlossen wir, die Kinderzimmer einfach nur zu streichen. Und das Büro/Nähzimmmer ebenfalls. Irgendwann, in ferner Zukunft gönnen wir uns dann Fachmenschen, die Geld dafür bekommen, unter Fermacell zu leiden, während wir dafür ja auch noch bezahlt haben! Diese fröhlichen Fachmenschen können dann voller Elan tapezieren, was ihnen gar nichts ausmachen wird, da sie sicherlich das nötige Knowhow und vor allem die besten Maschinen dafür haben. Vermutlich war dieser Gedanke ein simpler Abwehrmechanismus:

Wir hatten einfach keinen Bock mehr auf das Gekratze!

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Die Tapete ist ab und wir müssen uns schlau machen, wie wir auf den bröseligen Mist nun eine Tapete aufbringen können. Untertapete? Wand verputzen? Verzweifeln? Drei Tapeten übereinander?

Das erste Wochenende liegt also nun hinter uns. Wir sind müde, uns tun diverse Muskelgruppen weh und am kommenden Wochenende sind wir nur semi-fleißig, da ich am Freitag und Samstag zum Blockseminar für meine Ausbildung bin und am Sonntag eine Konfirmation in der Verwandtschaft ansteht. Somit wird mein Mann am Samstag ohne mich, aber mit der Unterstützung der Kinder, fortfahren, während ich im Seminar sitzen werde. Fühlt sich jetzt schon irgendwie blöd an, aber es ist nicht zu ändern.

Es steht das Thema „Pharmakologie und organisch bedingte psychische Störungen“ an und das möchte ich nun nicht verpassen. Wie auch kein anderes der Themen. Bin echt noch immer freudig dabei.

Bis zum nächsten Bericht unserer Fortschritte und Rückschläge ❤

 

Es gibt sie noch …!

Ja, es gibt uns noch.

Wir waren nur abgetaucht, weil Mister Essential ja einen sehr schmerzhaften Ausflug auf dem Glatteis machte und seitdem hier „herumliegen“ musste.

Dies bedeutete für mich als treu sorgende Ehefrau, dass ich seine (wenigen!) unterstützenden Aufgaben hier auch noch übernehmen musste. Aber er ist ein sehr pflegeleichter Patient, der sich echt immer eifrig bedankt, wenn man ihm etwas bringt oder ihm auf andere Weise das Kranksein erleichtert.

Inzwischen ist sein gebrochenes Kreuzbein wieder gut auf dem Weg der Genesung und ich komme dazu, mich kurz zurückzumelden!

Bald hört Ihr wieder von uns und dann gibt es auch sofort eine nette Kleinigkeit zum Gewinnen. Es geht um das Thema „Kluge, kleine Erfindungen für Sicherheit im Alltag mit Kindern“ – kurz KKEFSIAMK.

Quatsch! Die Abkürzung war reiner Ausdruck meines Übermuts 😀

Bis ganz bald!

Goodbye, 2016

Goodbye, 2016

Ende und Neuanfang

Von allen Seiten kommen Beschwerden über die inhaltliche Qualität des Jahres 2016 – und als Musik liebende Familie stimmen wir diesen in weiten Teilen zu.

Eine Welt ohne David Bowie ist beispielsweise weniger schön – aber andererseits ist Sterben so eine Sache, die irgendwie zu diesem Planeten gehört, den Nummer 4 immer zärtlich als „Wasserstern“ bezeichnet …

Für uns stand das Jahr unter verschiedenen Sternen und auch Problemen:

  • Das Mobbing
  • Die Entscheidung zum Umzug und der Hausverkauf
  • Berufliche Umorientierung
  • Diverser Kleinkram – die üblichen Widrigkeiten und Freuden des Lebens

Und was wurde daraus?

  • Unter Anderem mit Eurer engagierten und liebevollen Mithilfe haben wir das Mobbing beendet
  • Wir haben unser Haus vorgestern verkauft und suchen gerade ein neues Zuhause in oder nahe unserer Wunschstadt
  • Meine Ausbildung hat begonnen und ich bin ganz begeistert, habe zudem auf anraten meiner Schulleiterin ein kleines Ehrenamt (3 bis 4 Stunden pro Woche) bei Wellcome angenommen – eine tolle Organisation, die Mütter nach Geburten unterstützt. Ich berichte darüber mal demnächst. So sammle ich Erfahrungen im Umgang mit Menschen, die etwas belastet sind und kann sie unterstützen.

Müde und zufrieden

Heute Abend erwarten wir lieben Besuch, den wir viel zu selten sehen: Meine Freundin Concetta kommt mit ihrem Mann und den drei Söhnen. Ein letztes Silvester in diesem Haus und wir begehen es gemeinsam. Das werden drei schöne, turbulente und bereichernde Tage für uns.

Wir sind insgesamt müde am Ende des Jahres – aber müde sind wir auch am Ende eines jeden Tages …

Wir haben jedoch – Mister Essential und ich – gerade endlich begonnen, unsere Fühler mal in Richtung Freizeit und Vergnügen auszustrecken. Dazu waren wir zum Anlass des Hausverkaufs zu Zweit sehr fein essen und prompt stieg die Laune von happy auf ausgelassen. Dies werden wir beibehalten und das wir Aufwand bedeuten. Denn meist sind wir zu „platt“, um für gute neue Energie zu sorgen, indem wir etwas unternehmen. Und dann entsteht dieser elterliche Teufelskreis aus Alltag, Erschöpfung, Stress, etwas Ödnis, Alltag, ….

Es tut gut zu wissen, dass unser Haus an eine tolle Familie geht, die uns sympathisch war und sich hier in unserem Öko-Holzhäuschen sicherlich auch sehr wohlfühlen wird.

Wir blicken natürlich auf ein aufregendes Jahr mit Umzug und vorherigen Renovierungsarbeiten. Im Moment sind wir gespannt, welches Haus unseren Weg als das Richtige kreuzen wird. Aufregung ist ein schönes Gefühl – wenn man nicht gerade beim Zahnarzt sitzt – und so genießen wir es.

Ich fühle mich gut, wenn ich an das kommende Jahr denke und weiß, dass wir inzwischen alle gemeinsam so viel erlebt haben, dass wir als Familie eine ganze Menge stemmen können. In diesem Bewusstsein habe ich eigentlich keine Angst und Sorgen bezüglich des Umzugs.

Ihr Lieben

Wir danken Euch für ein wunderbares Jahr mit vielen Kommentaren, Mails und neuen LeserInnen.

Ihr habt uns so lieb unterstützt und Zuspruch gegeben. Und im Fall des Mobbings mutig eigene Erfahrungen geschildert, getröstet und stark gemacht.

Ihr seid für uns die Allerallerallerbesten! ❤

Für dieses Jahr ist das unser letzter Post – wir fahren nun gleich zu einer Hausbesichtigung. Danach besuchen wir eine liebe Freundin, die ihr neues Haus bereits bezogen hat und schauen es uns neugierig an. Und schließlich erwarten wir unseren Besuch – Euch wünschen wir also eine gute Silvesternacht mit dem üblichen guten Rutsch!

Auf in ein gemeinsames neues Jahr!

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Burnout Prävention: 1 Jahr nach der Kur

Heute vor einem Jahr bin ich mit unseren vier Kindern in Kur gefahren. Diagnose: Burnout oder auch „Akuter Erschöpfungzustand“. Ja, okay, so wird das nicht aufgeschrieben, weil Burnout (noch) keine anerkannte Erkrankung ist. Es heißt dann „Stress.“ Die Patientin hatte Stress und eine starke muskuläre Dysbalance im Rücken und so weiter …

Burnout. Und zurück. Heute schreibe ich dazu, was sich in meinem Leben durch die Kur und danach verändert hat.

Wie verlief das letzte Jahr? Was wurde anders und was blieb? Welche Herausforderungen gibt es noch und welche wurden gemeistert?

Hier könnt Ihr meinen ausführlichen Erfahrungsbericht im Stil eines Tagebuchs nachlesen.

Welche Ziele hatte ich nach der Kur?

Nun geht es bei einer Kur ja nicht darum sich drei Woche urlaubsmäßig zu erholen, um sich dann wieder für ein paar Jahre auszupowern und dann wieder in Kur zu fahren.

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In diesem Heft notierte ich während der Kur meine Ziele

Als Ziel ist eine Veränderung des Lebens gesetzt. Damit man glücklich lebt.

„Ein ausgeglichenes Leben erfordert niemals einen Urlaub.“

So sieht es aus. Wir alle sollten so leben, dass wir Erschöpfungen vorbeugen und notfalls Veränderungen vornehmen.

Aber wie war das gleich? 80 Prozent aller Menschen, die Veränderungen in ihren Leben vornehmen scheitern bereits am dritten Tag.

Hier sieht man schnell: Das ganze ist eine Mammutaufgabe.

Man muss durch und durch von der Veränderung überzeugt sein. Und: Sie muss mehr Nutzen haben als der aktuelle Zustand. Das Gehirn liebt nämlich Gewohnheiten – ja, auch schlechte. Es hat tagtäglich so viel zu leisten, dass alles, was easy-peasy abläuft (also ohne Nachdenken), im Gehirn Glück auslöst. Das Belohnungszentrum des Gehirns – das Limbische System – sorgt für Glücksgefühle. Zum Beispiel, wenn wir während einer krassen Diät die Chipstüte öffnen. Oder faul auf das Sofa fallen, statt abends noch eine Runde Laufen zu gehen.

Das Neue, das durch die Veränderung kommen soll,  muss einen so großen Nutzen haben (im Sinne von Glücksgefühlen), dass das Gehirn bereit ist, dieses neue Programm zu installieren. Wen es beispielsweise glücklich macht, jeden Tag zu Joggen oder zu Walken, der wird auch dranbleiben. Wer es hasst, der kann es gleich lassen und sich eine andere Sportart suchen.

Wer davon profitiert, sich jeden Morgen duftend einzucremen, der wird immer neue Creme kaufen müssen. Wen das eigentlich nur nervt, der braucht es gar nicht erst zu versuchen, weil es so in einer Zeitung empfohlen wurde.

In der Kur steckt man sich am besten also erreichbare Ziele.

Meine notierten Ziele waren: 

  •  Ich möchte lernen, auf mich und meine Bedürfnisse zu achten und mich von den Wünschen und Bedürfnissen Anderer gesund abzugrenzen.
  • Ich möchte Abstand vom Alltag schaffen können.
  • Ich möchte lernen, mit der Fremdbestimmung des Lebens umzugehen, indem ich Gegenpole finde.
  • Ich wünsche eine berufliche Veränderung.
  • Ich möchte weniger „Müssen“ und mehr „Wollen“ erleben.
  • Ich möchte die morgendlichen kalten Beingüsse beibehalten (Ob ich das packe? brr..).
  • Ich wünsche mir, meine Ziele zu erreichen.

„Butter bei die Fische!“ – wie sieht es denn nun aus?

Okay. Ich habe meine Kurziele im Kopf, daher habe ich die Unterlagen nicht herausgeholt. Ich wollte ganz bewusst schauen, was sich in 12 Monaten für mich verändern ließ und was ich aktiv verändert habe.

Um diese Ziele beibezuhalten habe ich einen Nachsorgekurs besucht.

Dieser besteht immer noch: Wir treffen uns ein Mal im Monat bei einer sehr guten Heilpraktikerin für Psychotherapie. Dann resümieren wir, schauen wie es gerade bei jeder von uns aussieht und besprechen diverse Themen. es gibt Übungen zur Visualisierung, Meditation, Arbeit mit dem Inneren Kind und Arbeit mit den Teilpersönlichkeiten (Nach „Psychosynthese“ von Roberto Assagioli – ein Hammer für die psychologische Arbeit!). Wir als Gruppe werden kreativ, wir machen Brainstorming, wir unterstützen einander urteilsfrei, wir lachen und weinen und behalten unsere Bedürfnisse im Blick.

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Ich habe einen Hefter für die wichtigen Notizen und Arbeit der Kurnachsorge-Gruppe angelegt

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Von wegen „Eigenlob stinkt“!  Diesen Unsinn durfte ich schnell über Bord werfen und lernen, zu meinen Stärken zu stehen. 

(Nicht wundern bei dem Bild oben – falls Ihr es lesen könnt: Die hinter den Stärken stehenden negativ wirkenden Worte sind die möglichen Schattenseiten der Stärken – dies gehört zur Arbeit mit der „Psychosynthese“. Hier geht es darum, immer im Gleichgewicht zu sein. dazu muss man eigene Stärken und auch deren Schatten sowie auch Schwächen und deren Lichtteile kennenlernen.)

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Und Ihr dürft noch einen Blick in den Hefter werfen: Notizen sind während Veränderungen das A und O, echt.

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Anleitung zur Muskelentspannung aus einer Frauenzeitschrift: Immer alles sammeln (und nutzen! :D), das hilfreich sein kann.

Zudem gibt es vom „harten Kern“ des Grüppchens aus „Kur-Kolleginnen“ eine WhatsApp-Gruppe. Wir quasseln ein wenig, durch den Kontakt sind wir latent immer an uns und die Ziele erinnert und ja, wir  vermissen einander inzwischen sehr. Der (Teenager-)Sohn einer Kur-Freundin kommt uns zwischen Weihnachten und Silvester besuchen. Wir wollen uns alle wiedersehen und hoffen, dass das irgendwie und irgendwann klappt.

Dies hilft sehr, um auf dem neuen Weg zu bleiben.

Habe ich gelernt, auf meine Bedürfnisse zu achten und mich abzugrenzen?

 

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So sieht es aus: Mama braucht mal Ruhe!

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Wer sich zurückziehen kann, der kann auch wieder geben (Cooler Türhänger, ne?)

 

Wir Frauen haben meistens überhaupt nicht gelernt, uns zu lieben, nachsichtig mit uns zu sein und unsere Bedürfnisse umzusetzen. Das ging mir nicht anders.

Ich war sehr mies darin, mir überhaupt Bedürfnisse zuzugestehen. Ich bin schließlich Mutter – da muss man sich doch für 20 Jahre selbst in den Schrank sperren und für die Bedürfnisse Anderer verschenken, oder?

Ich habe gelernt, meine Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen. Das war ein echt anstrengender Prozess. Ich kann sie leider nicht immer umsetzen. Viel zu selten, um genau zu sein.

Die Wahrnehmung ist ein guter Erfolg nach 12 Monaten, aber ich bin noch nicht ganz zufrieden. Nun ja: Im Sinne des Life long learning mache ich weiterhin meine Erfahrungen.

Und: Mit einem Kleinkind im Haus ist man eh so fremdbestimmt, dass wahre Entfaltung einfach warten muss.

Und wie sieht es mit Abstand vom Alltag aus?

Puh, hm. Na ja.

Das gelingt mäßig.

Unser Leben ist so voll. Voller Termine, Arbeit, Verantwortung, Hausverkauf, Alltagsbewältigung und bis vor Kurzem noch die Belastung durch das Mobbing.

Dauernde Selbstüberwindung ist alltäglich. Ich mache nichts Schönes so lange, wie ich es will. Sondern bis ich abberufen werden. Zu Terminen, zum aufwachenden Kleinkind, zur Haustür …

Viele Tage beginnen mit Disziplin und enden auch damit. Und zwischendurch auch wieder viel Überwindung. Ich habe zudem Bedürfnisse wie Ordnung: Ich habe immer ein gemachtes Bett, es gibt keinen „Chaos-Stuhl“ im Schlafzimmer – der wird rasch aufgeräumt. Ich räume gefühlt den halben Tag allen hinterher oder/und erinnere sie daran, ihren Kram wegzuräumen, sonst würden wir hier echt stolpern: Über Schulranzen, Sporttaschen, Zeug auf der Treppe etc.

Ja, Fünf gerade sein lassen habe ich schon gelernt. Das sind bereits meine Fünf – denn ich kann nicht leben wie in der Villa Kunterbunt.

Wir, mein Mann und ich, stellen fest, dass früher einfach mehr Lametta war. Es ist echt gerade hier die Rush Hour des Lebens. Es macht nicht halb so viel Spaß wie es sollte, aber doppelt so viel Arbeit, wie man bewältigen will.

Manchmal gehen wir aus. Wir haben unsere Rituale als Paar (der Samstagabend gehört uns!), aber diese lassen sich nicht immer einhalten und umsetzen. Wir hatten zwischendurch (durch meine Prägung auf Bedürfnissverzicht und Caring gegenüber dem Beziehungspartner) eine ungute Dynamik. Diese haben wir allerdings sehr, sehr gut aufräumen können, weil ich durch die Kur und ihre positiven Veränderungen in mir viel selbstbewusster war. Auch das war anstrengende Arbeit, von der man sich kaum erholen kann – wie von aller anstrengenden (inneren und äußeren) Arbeit.

Aber: Selbstliebe ist ein großes Thema für mich geworden, das ich auch richtig gut umsetzen konnte, wofür ich echt dankbar bin.

Und so weiß ich, dass ich Veränderungen schaffe, wenn es möglich ist.

Aber den Alltag selber finde ich immer noch anstrengend und inhaltlich echt etwas lahm. Es ist noch zu freudlos. Ich arbeite daran.

Wie viel Fremdbestimmung ist noch da? Gibt es die erhofften Gegenpole?

Ich fühle mich immer noch sehr fremdbestimmt. Und das ist auch der einzige echte Knackpunkt für  mich persönlich. Ich habe drei Kleinkindphasen (eine mit gleichzeitiger Säuglingsphase) durch. Voller Hingabe. Jeden Tag war ich stolz, was ich alles geschafft hatte mit so kleinen Kindern. Und hatte immer etwas, auf das ich mich freute: Ausgehen am Wochenende, ein Abend zu zweit, ein gutes Essen, Besuch von Freunden…

Das ist viele Jahre her. Und ich muss sagen, dass ich meine wiedergewonnenen Freiheit schon sehr liebte. Und die sind nun weg. Für Jahre. Ich habe diese enthusiastische Hingabe der ersten und zweiten und dritten Phase mit so kleinen Kindern einfach nicht mehr. Die würde mir helfe. Aber ehrlich: Die euphorische Liebe, mit der man sich über süßes Spielzeug freut, mit der man jeden Schritt des Kindes bestaunt und mit der man jeden keinen Erfolg mitteilen will, die ist einfach beim vierten Kind nicht mehr so dicke vorhanden. Die Fremdbestimmung regiert mich und vermiest mir echt oft Laune, obwohl ich ganz brav innerlich Gegenentwürfe mache und auszubalancieren versuche.

Ja, psychoanalytisch gesehen ist mein inneres Kind tief unbefriedigt: es musste sich immer zu Gunsten Anderer zurücknehmen. Seine Eltern „be-eltern“ und galt sofort als egoistisch, wenn es mal „ich“ sagte oder etwas wollte. Will gar nicht wissen, wie persönlich meine Mutter wohl meine Autonomiephase (landläufig gemeiner und fälschlicher Weise als „Trotzphase“ bezeichnet) aufgefasst hat … meine heftige Biographie ploppt immer wieder auf und muss auch noch bearbeitet werden, damit die Ganzwerdung, das Sich-Selbst-Finden- und-Entfalten funktionieren kann.

Und Gegenpole habe ich kaum. Der Tag ist immer noch voll. Voll Kieferorthopäden, Logopäden, Zahnärzten, Kinderärzten (oh Mist! Muss heute noch einen U-Termin für Nummer 4 machen!…), Lehrergesprächen, voller Besorgungen und Erledigungen (allein die Logistik gebrauchter Kleidung ist hier ein Kracher…).

Ich schaffe es kaum, mir Räume einzurichten. Das sagte ich vorgestern auch zu Mister Essential: „Ich kann mich fast gar nicht zurückziehen. Seit fast drei Jahren. das ist furchtbar für mich.“

Ja, ich habe neulich morgens ein Mal nichts gearbeitet, sondern gebadet. Ich kam mir wie eine Revoluzzerin vor. Und ja, ich nähe manchmal, während Nummer 4 schläft (er macht noch Mittagsschlaf, yeah!) und ich schicke die Kinder weg, die wirklich immer vor der Badezimmertür ‚rumlatschen, sobald mein Popo die Klobrille berührt.

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Noch mehr Einblicke in mein Leben: Was tut man nicht alles aus Liebe? Pudelkleidung nähen für den „Therapiehund“ Nummer 2s zum Beispiel. (Echt, ja. Das Tier hat keine Unterwolle und zittert bei Kälte. Bei Regen bleibt es einfach stehen und will nicht mehr laufen – daher der Regenmantel …)

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Ich nähe auch „vernünftige“ Sachen, wirklich! Und das tut mir wirklich sehr gut. Seine Interessen zu pflegen ist wirklich wichtig.

Aber ich wäre so glücklich, wenn ich beispielsweise eine Mutter hätte, die manchmal käme und mir helfen würde. Oder sonst irgendwen. Hach, das wäre vermutlich toll.

So komme ich eben recht langsam voran beim Gegenpol-Schaffen.

Wie steht es denn um die berufliche Veränderung?

Tja-haa: Das habe ich volle Kanne geschafft.

Ich bin während der ersten paar Treffen der Kurnachsorge-Gruppe darauf gekommen. es war plötzlich sonnenklar, während ich den anderen Teilnehmerinnen zuhörte und ihre Probleme analysierte. Irgendwann sagte unsere Gruppenleiterin:

„Das hätte ich ganz genau so gesagt. dem habe ich nichts hinzuzufügen.“

Ich war so im Einklang mit mir während dieser Art der Unterstützung der Anderen. Bei der Analyse und auch den Ideen zur Veränderung!

Plötzlich wusste ich es: Das wird mein neuer Beruf!

Ja, ich hörte seit Jahren meine Freunde sagen: „Wieso wirst Du eigentlich nicht Psychotherapeutin? Das ist voll dein Metier!“

Na, mir war nicht nach einem erdrückenden Studium. So war das.

Als mir bewusst wurde, dass ich auch Heilpraktikerin für Psychotherapie werden konnte, da fiel dieser Ballast ab: Ich musste gar nicht studieren. Viel mehr hätte ich eine sehr viel freier Auswahl der Therapieformen und könnte sehr kreativ vorgehen.

Ich besprach diese Eingebung mit der Gruppenleiterin und sie lächelte.

Dann suchte ich mir (mit viel Bauchgefühl) die passende Schule und bin nun seit September angemeldet. Im Oktober 2018 ist meine Prüfung.

Und ich liebe es so sehr! Ich lerne so gerne – die Inhalte sprechen mich total an. Es ist echt mein Ding!

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So sieht mein Schreibtisch derzeit aus. Und mein Bücherregal erst: ziemlich voll …

Weniger „Müssen“ – mehr „Wollen“?

Es ist zu viel Müssen. Habe ich ja bereits beschrieben: Sechs Personen, Haus(-verkauf/kauf), Ausbildung, Alltag vom Hemdenbügeln bis zur Erinnerung des Kindes an das Verstellen der Zahnspange. Ihr kennt das.

Ich arbeite im Moment am „Wollen“. Es ist so, dass ich Thema für Thema angehe und schaue, was gerade möglich ist. Nicht ohne Frustrationen, muss ich zugeben.

Ich wäre gerne viel freier. Aber im Moment kann ich echt nur nehmen, was möglich ist.

Ich habe die beiden großen Kinder auf deren Wunsch hin (und vor allem, weil es das einzig Sinnvolle ist) zu mehr Selbstständigkeit begleitet. Nummer 1 ist inzwischen echt ein Hammer, was das angeht! Sie ist noch ein bisschen Kind und zugleich sehr erwachsen – 14 Jahre alt – und bemerkt genau, wann sie etwas tun kann, um die Familie zu unterstützen. Meistens tut sie das auch. Ich bin ebenso froh, wenn mal blockiert und durchhängt – schließlich habe ich immer noch die Bedürfnisse und psychischen Befindlichkeiten von uns allen Sechsen im Blick … Abgrenzung ist wirklich ein Balanceakt für Mütter.

Nummer 2 erholt sich gerade so wunderschön von der schlimmen Zeit des Mobbings. Sie muss in teilen „nachreifen“ – Sie übersprang die dritte Klasse und musste sich schnell reifemäßig angleichen. Wir bemerkten aber neulich im Gespräch, dass ein teil von ihr noch 8 Jahre alt ist. Und dieser ist noch nicht gut in den Disziplinen der Größeren: Bedürfnisaufschub. Einsicht, Selbstdisziplin – alles noch ziemlich auf Null. Sie wünscht sich nun aber, dass dieser Teil in Liebe und Ruhe auch reifen kann. Und dabei begleite ich sie.

Und die kalte Dusche am Morgen? Aus dem Ziel is‘ doch nix geworden, oder?

Man glaubt es kaum: Doch. Ich mache es immer noch. Außer am Wochenende.

Ich habe mir angewöhnt, jeden Tag genüsslich zu duschen. So ganz in Ruhe und rituell. Den Abschluss bildeten die kalten Güsse über die Beine hoch bis zur Taille mit abschließendem Abduschen der Fußsohlen.

Dann hörte ich, tägliches Duschen sei Gift für die Haut (Schutzbarriere und so). Ich habe dann umgestellt und mache es so, dass ich jedes zweite Mal den ganzen Körper einseife (gönne mir immer wunderbar duftende Naturkosmetik) und an den anderen eben nur die Zonen, bei denen mir Hygiene besonders wichtig ist (wir nennen sie hier zärtlich die „Stinkzonen“). Ich fühle mich morgens dadurch wunderbar belebt und gepflegt. Danach nehme ich mir Zeit zur Gesichtspflege inklusive Make-Up. Und ja: ich entferne das Zeug wirklich jeden Abend wieder und verwende danach eine Nachtcreme.

Ausnahmen? Selten.

Ziele erreicht?

Ich bin zufrieden mit den Veränderungen. Ich bin nicht zufrieden mit dem Ist-Zustand.

Hä?

Ja, ich finde, was ich binnen 12 Monaten verändert habe, das war eine gute Leistung.

Aber Punkte wie das dauernde Abarbeiten von Terminen und Verpflichtungen bei viel zu wenig Freizeit und zu kurzem Feierabend und die Fremdbestimmung durch Nummer 4 – nerven mich immer noch.

Ich habe diese Dinge im Blick und nutze die kleinen Lücken und Möglichkeiten, bis diese sich erweitern und ich noch mehr Raum für mich, für Freude und für Selbstentfaltung habe.

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Bald ist wieder Weihnachten – ein Jahr ist um.

Tipps oder so?

Ein paar Tipps habe ich:

Wenn Ihr gerade im Erschöpfungszustand seid oder einen hinter Euch habt und keinen mehr haben wollt, dann gibt es gut Möglichkeiten.

Es gibt gute Literatur zur Burnout-Prävention und alles drumherum.

Fachlich sehr gut gestaltet ist dieses Buch: Thomas M.H. Bergner: „Burnout-Prävention“ Zusammen im Set mit 27 Tests und 94 Übungen. Ist nicht umsonst – aber man sollte es sich wert sein. Selbstliebe und so.

Da wir fast alle Probleme damit haben, ist Arbeit mit dem Inneren Kind gut. Dazu gibt es inzwischen Hörbücher mit Übungen wie „Das Kind in Dir muss Heilung finden“ von Stefanie Stahl. Hier sind klassische Übungen die Ergänzung zu kurz gefasstem Fachwissen. Auch „Versöhnung mit dem inneren Kind“ von Thich Nhat Hanh ist sehr gut. Empfohlen wurde es mir durch unsere Gruppenleiterin.

Michaela Huber schreibt in „Der innere Garten. Ein achtsamer Weg zur persönlichen Veränderung“ über die Möglichkeiten der Selbstentwicklung. CD und Buch sind nicht nur von meiner Heilpraktikerschule wärmstens empfohlen, sondern absolut für jeden geeignet, der spürt, dass er sich selbst kennenlernen und entfalten möchte.

Im Moment lese ich „Achtsamkeit. Der Weg zur eigenen Wertschätzung“ von Jutta Vogt-Tegen. Ganz großartig! Alltagstauglich, einleuchtend und umsetzbar. Dieses Buch wurde mir auf der „WestFam“-Bloggerkonferenz vom Verlag Lingen zur Verfügung gestellt. Ich plane dazu demnächst hier eine Rezension. Achtsamkeit ist ein unglaublich wichtiger Punkt. Als Gegenpol zum Stress und zur Hetze. Als Erinnerung an die Schönheit des Augenblicks. Als Hilfe bei Angsterkrankungen. Achtsamkeit ist ein Geschenk. Inzwischen ist der Begriff so bekannt, dass es viel Literatur, Seminare und viele Übungen zum Thema gibt.

Wichtig sind auch Erinnerungen in Form von Botschaften und Zetteln.

Was auch immer man verändern will, muss man dem Hirn „unterjubeln“ – dieses träge und zugleich megafleißige Ding in unserem Kopf sucht immer den einfachsten Weg. Schließlich filtert es ja schon den ganzen Tag so viel und schaltet und wirkt. Also:

Zettel schreiben und ab an den Badezimmerspiegel, den Kühlschrank, auf den Nachtisch – wohin auch immer. Und da kann alles draufstehen, außer Verneinungen.

Bitte immer positiv formulieren. Auch im geistigen Umgang mit sich selbst:

„Boa, schon wieder hab ich es nicht gepackt!“ ist nicht so günstig. So, wie Ihr nicht mit Euren Kindern reden würdet, so dürft Ihr auch echt nicht mit Euch reden.

Hilfreich ist eher: „Beim nächsten Mal schaffe ich es!“

Frau Vogt-Tegen (siehe oben) schreibt übrigens in ihrem Buch, dass die erschreckende Mehrheit menschlicher Gedanken negativ ist. Achtet mal darauf – das ist wirklich krass, was man so denkt!

Auf Eure Zettel könnt Ihr schreiben:

„Heute schon 30 Minuten für mich eingeräumt?“

oder

„Augen schließen, drei Mal durchatmen.“

oder

„Bitte sich selbst zulächeln!“(Klingt beknackt, fand ich auch. ist aber echt klasse! Einfach ausprobieren.)

„Ich bin auf einem guten Weg. Komme ich ab, bemerke ich es, lobe mich für dieses Bemerken und gehe wieder zurück auf den Weg.“

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Hier: Einer meiner „Kühlschrank-Zettel“

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Manchmal hilft einfach nur Humor: Launischer Kühlschrankmagnet für meine Zettel

Ja, wirklich: So sollten wir eigentlich mit uns umgehen. Man hat mehr davon.

Stopp!

Das Wort „eigentlich“ kann man aus dem Wortschatz streichen. Es schmälert, es ist unentschlossen und leider wenig hilfreich. Auch hier könnt Ihr darauf achten, wie oft Ihr das (eigentlich) sagt! Und am besten, sofort damit aufhören. Es hat eine sehr kraftvolle Wirkung, wenn man nicht „Eigentlich gerade Hunger hat und eigentlich nach Hause möchte“, sondern klar mitteilt „Ich habe Hunger und möchte nun nach Hause.“

Und „man“? Ja, dieses Indefinitpronomen habe ich auch extra oben mal verwendet.

Kann man auch weglassen. Nicht ganz. Sondern nur, wenn man von sich spricht:

„Tja, man fühlt sich dann irgendwie übergangen und enttäuscht.“ greift beim Anderen weniger als: „ICH fühle mich übergangen und enttäuscht.“

Gerne verstecken wir uns hinter dem „man“. Das verhindert aber oft, dass wir unsere Gefühle klar mitteilen. Und so werden diese leicht übergangen. Was enttäuschend ist. Siehe oben.

Liebt Euch, achtet auf Euch, atmet durch und vergesst nicht: Ihr seid zum Einen als Mütter Vorbilder (Sollen unsere Kinder sich denn später auch mal verausgaben?) und zum Anderen in Eurem Leben nicht zum Abarbeiten des selbigen da.

Ganz gleich, ob Ihr gläubig seid oder nicht. Einerlei, ob Ihr glaubt, dies sei Euer einziges Leben oder es gab viele und wird noch viele geben:

Das Leben endet, ohne dass wir (meistens zumindest) wissen, wann es das tun wird. Es ist dazu da, mit Sinn gefüllt zu werden.

Wir können angesichts dieses Fakts im Grunde nur glücklich sein. Oder uns pausenlos fürchten.

Verändern können wir nur uns selber. Und wenn wir unglücklich sind, dann ist es unerlässlich zu schauen, welchen Anteil wir selber haben. Andere sind nur sehr bedingt schuld daran. Meist gibt es etwas in uns, das uns unglücklich werden lässt. Oft auf Umwegen. Wenn man sich verändert, geschehen Verschiebungen im System, im eigenen Umfeld, in der Familie. Ganz automatisch. Es werden Dinge wie von alleine möglich, an die man so nicht geglaubt hätte.

Bei akutem Burnout ist zudem eine Therapie absolut empfehlenswert und kann mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprochen werden. Das gleiche gilt für eine (Mutter-Kind-)Kur.

Der, wie ich finde, wichtigste Satz zum Thema Burnout ist:

„Ausbrennen kann nur, wer in Flammen stand.“

Burnout ist kein peinlicher Zusammenbruch von Memmen. Sondern das Endergebnis von Verausgabung bei gleichzeitigem Verlust des Gefühls von Sinnhaftigkeit. Ein Mensch hat geleistet ohne Anerkennung zu erfahren. Er nahm seine Bedürfnisse nicht mehr wahr und ernst. Er stand lange unter druck und wollte möglichst perfekt handeln. Irgendwann bricht er zusammen. Das ist Burnout. Auch wenn das Burnout-Syndrom noch keine anerkannte Erkrankung nach dem ICD-10 ist, so trifft dieser Erschöpfungszustand immer mehr: Bereits jede 5. (!) Mutter zeigt Zeichen einer Erschöpfung bis hin zum Burnout.

Burnout ist das Ergebnis eines falschen, selbstschädigenden Lebensprogramms. Dieses muss verändert werden, damit ein weiterer, vorhersehbarer Zusammenbruch verhindert werden kann.

Eine recht gute Übersicht zum Thema findet man bei Wikipedia.

In diesem Sinne: Lasst es Euch gutgehen. Und wenn es nicht gut geht: Sorgt für Euch genau so gut wie für Eure Kinder und schaut, dass das Leben wieder besser und lebenswerter wird.

Alles Liebe für Euch!

Eure Lareine