Es geht voran: Hausrenovierung, Teil 3

Wolken in Rosé

Nummer 1s Farbwunsch für das Zimmer verwunderte uns kurz, aber er gefiel uns sehr gut. Ein Hauch von Altrosé sollte es werden – passend zu ihrer Vorliebe für Nostalgisches und Elegantes (Teetrinken um 5+ Shortbread essen = The Queen is amused.)

Also legten wir los, sie und ich.

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Hier ist die Farbe noch nicht trocken

Und dann war da noch der Bodenbelag

Irgendwie waren nach dem Streichen und der folgenden Pause alle verschwunden. Zumindest alle unter 15 Jahren. Und so begann ich gegen 13 Uhr das Laminat zu verlegen. Und verlegte. Und verlegte.

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Aller Anfang ist leicht. Nur das Ende nervt dann: Laminatverlegen

Ich wurde zu Verlege-bot 500 und geriet in einen rauschhaften Flow. Zeit verann wie Wasser, Bewegungen liefen nur noch ab, griffen ineinander wie feingliedrige Zahnräder, Schweiß brach aus – es war verflucht stickiges Wetter.

Als nur noch zwei Bahnen fehlten, tauchte die das Zimmer zukünftig bewohnende Tochter auf und legte sich erst einmal in eine Ecke. Ich erklärte ihr, dass es „schwimmend und nicht liegend verlegen“ heißen würde, was sie weder amüsierte noch motivierte. Doch – letztlich raffte sie sich auf und war dann richtig hilfreich. Wie zwischendurch auch Nummer 3.

Ich kam zum Ende und richtete meinen schmerzenden Körper auf, war erstaunt, wie viel Laminat man in drei Stündchen doch verlegen konnte und nahm mein Mobiltelefon in die Hand:

18:40 Uhr. Äh, dann wohl doch etwas mehr als drei Stündchen …

Und dann war da noch das Sofa

Am folgenden Tag holten wir das Sofa aus Nummer 2s Zimmer, wo es zuvor als Unterlage für zu sägende Werkstücke gedient hatte.

Die Bezüge hatte ich zuhause gewaschen und gefärbt. Ich ordnete an, dass Nummer 1 sie selbst auf ihr zukünftiges Sitzmöbel aufziehen solle. Sie blickte irgendwie etwas betreten und räumte ein, nicht zu wissen, wo sie die Bezüge hingeräumt habe.

Ich: „Ich hatte die Bezüge angezogen, gewaschen, gefärbt, gebügelt und dir sauber verpackt geradezu feierlich überreicht, mein liebes Kind.“

Liebes Kind: „Äh ja, ich weiß. So in einem dunkelblauen Müllsack eingewickelt.“

Ich: „Ja genau, den du zuhause zum Auto und hier wieder aus dem Kofferraum heraus getragen hast, Schnuckiputzi.“

Schnuckiputzi: „Öhm, ja, also. Ich glaube, äh, ich hab den Sack dann wohl doch nicht wie besprochen in ein Kellerregal gelegt …“

Ich: “ … sondern?“

Nummer 1: „… so irgendwie eher, ja, irgendwo hingeklatscht …“

Ich: „…wo jemand anderes das Behältnis als Müllsack identifizierte und es als ebensolchen benutzte, was ich durch die Anordnung, es in ein Regal zu legen hatte verhindern wollen? Was ich dir nun so blöd oberlehrerinnenhaft erkläre, weil ich davon genervt bin, dass meine Lebenserfahrung und Weitsicht ignoriert werden, damit diverse Heranwachsenden ihre vielzitierten ‚eigenen Erfahrungen‘ machen können?“

Sie: „Ja. Genau so. Hast du schön zusammengefasst. Ich, äh, geh dann mal suchen.“

Am Ende durchsuchten wir zu Dritt (die Teenies und ich) jeden dunkelblauen Müllsack. In der Garage, im Haus, im Garten. Und welcher stellte sich als der heraus, der tief unten – unter Dreck und Müll – die Bezüge beinhaltete? Ja! Der zuletzt Durchwühlte.

Dann aber: Tadaa! Etwas Fummelarbeit später:

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Zwei haben die Absicht, eine Wand zu bauen

Und das taten sie: Der beste Ehemann von allen und sein Vater haben fleißigst vermessen und gebohrt und geschraubt. Parallel zu unserem Gestreiche und Verlege.

Rund um eine Rundsäule am Fenster und endend an einem verklinkerten Kamin – nicht einfach, aber es machte sich:

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Aller Anfang  ist fummelig … aber als die erste Seite fast geschlossen war, ging es (fast) ganz schnell.

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Vor allem, weil es so großartige Unterstützung gab. Ja, da liegt eine Stichsäge in Kindernähe – aber die ist selbstverständlich ausgesteckt.

Ich finde, das haben sie echt gut gemacht!

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Schwupps. Fertig. Okay, das Schwupps dauerte viele Stunden …

Was haben wir denn an den vergangenen beiden Wochenenden noch so getrieben?

Wir haben die letzten Paneelen in den Kinderzimmern lackiert:

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Beispielfoto: Vormals sehr doofe Holzpaneele von 1976

Dann haben wir Pinsel und Rolle in Nummer 2s Zimmer geschwungen. Sie schwang fleißig (oder so etwas in der Art) mit.

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Sieht das nicht hübsch aus? Die trocknende Farbe?

Dann ging es irgendwie gut voran, bis  – die Farbe unerwartet leer war. Und das in den letzten eineinhalb Bahnen, die noch zu streichen waren. Also verschoben wir die Fertigstellung auf den kommenden Tag und kauften Farbe.

Als diese dann großzügig und sogar überwiegend auf den Wänden verteilt worden war begannen wir mit dem Laminatverlegen. Dazu musste das Zimmer ausgefegt und der Boden zuvor aufgeräumt werden. Man glaubt kaum, wie viel bröseliges, sandartiges Zeug ein uralter Teppichboden hinterlässt. Und wie lustig dieser Mist dann überall in der Luft hängt, auch wenn man vorsichtig fegt und saugt.

Nummer 4 bedauerte sehr, dass der „tolle Sand“ weichen musste und gab den Beleidigten.

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Ja, die Bildqualität ist mies, aber eine Übersicht schafft das Foto ja doch irgendwie, ne?

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Da war legten wir dann das Werkzeug weg und machten Pause

Am vergangenen Wochenende hatte ich wieder ein Blockseminar. Bin dann samstags nach dem Seminar zum Haus – die Kinder waren beim Opa, damit mein lieber Ehemann in Ruhe die Trockenbauwand tapezieren konnte. Wir arbeiteten ein wenig am Laminat (echt, ich kann das Wort langsam nicht mehr hören … Laminat, Laminat – wie das schon klingt …) und fuhren dann zum Ikea, um für den besagten Bodenbelag Endstücke zu erstehen. Um dann am folgenden Tag zu bemerken, dass wir zu wenige gekauft hatten. Aber egal.

Nun geht es von Donnerstagmorgen bis zum Sonntagabend weiter.

Also:

Im oberen Stockwerk ist alles fertig bis auf Kleinkram:

  •  Schalter/Steckdosen müssen gründlich gereinigt werden
  • Fußleisten müssen noch in zwei Zimmer zugesägt und in drei Zimmern angebracht werden (in einem sind sie schon zugesägt und dekorativ hinglegt …)
  • Übergangsleisten in den Türen fehlen noch, eine ist bereits vorhanden
  • Eine Leiste als Abschluss des Laminats am Ausschnitt der Wendeltreppe muss angebracht werden
  • Später werden noch Bad und WC bearbeitet (Fliesen anschleifen und lackieren, neuer Bodenbelag)
  • Noch später gibt es neue Türdrückergarnituren, genau wie im unteren Stockwerk

Nun geht es unten weiter mit:

  • Tapezieren der Küche mit Essbereich
  • Bestellen, Zusägen und Anbringen der Fußleisten (Berliner Profile, klassisch weiß)
  • Rest der Wand im Schlafzimmer glattschleifen
  • Schlafzimmer tapezieren (Vliestapete, also halb so wild)
  • Tapezieren und Anbringen eines Holzprofils (hinter dem Kopfteil des Bettes – soll indirekt von hinten durch LED beleuchtet werden)
  • Boden verlegen (oder verlegen lassen, mal sehen, was die Firma dafür haben will ..)
  • Treppe mit Teppich belegen lassen (erhalten morgen ein Angebot)
  • Rolläden zeigten sich als nahezu unbenutzbar – müssen wir mit der Vorbesitzerin klären, das wird sicher ein nettes Gespräch … diese müssen ausgetauscht werden. Bei der Gelegenheit lassen wir sie dann mit Rohrmotoren versehen.
  • Vom Flur aus, neben der Treppe, gibt es einen Durchgang zum Wohnzimmer, diesen wollen wir irgendwie verschließen. Aber eher mit einer Tür als mit einer Wand. Da sind wir noch nicht ganz damit durch, wie wir das machen wollen
  • Die neuen Decken streichen, die vom Trockenbauer durch Abreißen der Holzverkleidung und Anbringen von Rigipsplatten hergestellt werden
  • Wände im Flur und Wohnzimmer streichen, nachdem der Trockenbauer den Kratzputz (von einem Freund zärtlich als „Oma-Putz“ bezeichnet) verputzt hat
  • Das Wintergartendach bekommt entweder nur neue Profile oder neues Glas und neue Profile – hängt vom Preis ab.

Und im Keller werden wir dann – noch später –  zwei Räume ausbauen.

Ein Bisschen nervt echt der alltägliche Kleinkram, den man so nebenbei erledigen muss:

Auto muss zur Inspektion, Kinder müssen zu Kieferorthopäden, Dinge müssen aussortiert/eingepackt/verkauft werden, Termine bei der neuen Schule und in der KiTa wollen erledigt werden, es gibt noch ein Zusatzseminar für mich und den Start der Zusatzausbildung (Familienbiographisches Coaching) und so weiter.

In der zweiten Ferienwoche ziehen wir dann um, morgen ist der Termin mit dem Menschen von der Umzugsfirma, der sich hier einen Überblick der Lage machen möchte.

Ihr könnte es Euch ja vorstellen: Man ist viel in Möbelhäusern, Baumärkten und plant, kauft ein, vergisst die Hälfte, fährt wieder los …

Und sonst?

Nummer 3 leidet unter dem Verlust des gewohnten Umfelds, der Beendigung der Grundschulzeit und wir alle stellen uns innerlich auch natürlich um.

Und trotz all des Erledigens und Kümmerns fühlt es sich nach wie vor gut an. Auch für Nummer 3, obwohl sie traurig ist. Dieser Trauer geben wir natürlich Raum. Sie ist allerdings auch neugierig und gespannt.

Nach wie vor sind wir sehr dankbar für das, was wir da für uns gestalten. Vieles, das ich mir immer gewünscht hatte, bringt dieses Haus mit sich. Ich bin sehr froh, auch wenn es echt anstrengend ist.

Das Ganze zeigt sich in einem Flow, den man immer dann hat, wenn man die richtige Entscheidung traf. Ihr kennt das bestimmt: Man hat so ein freudiges, aber nicht zu aufgeregtes Gefühl in der Brust. Man spürt, wie alles ineinander greift, statt dauernd zu haken. Eine Entscheidung, die man zum richtigen Zeitpunkt und passend zur Intuition fällte.

Nun sind wir erst einmal wieder fleißig und bald lest Ihr dann das neue Update. Mit Fotos natürlich.

Ganz am Ende sollte ich dann wohl so eine Foto-Vorher-Nachher-Story machen, oder? 🙂

Hausrenovierung, Teil 2

Und weiter ging’s

Wir berichten nicht nach jedem Renovierungswochenende, aber immer einmal wieder – wie versprochen. Dieses Mal geht es um die beiden vergangenen Wochenenden.

Zu renovieren sind übrigens insgesamt 240 Quadratmeter. Plus der Ausbau zweier Kellerräume. Den machen wir aber nach dem Umzug.

Der Umzug steht Ende Juli an.

Bisher haben wir alles alleine gemacht, aber am vergangenen Wochenende und dem davor kam Nummer 1s Patenonkel hilfreich hinzu sowie auch unser Opa, der wirklich ausdauernd die dusselige Küchenwand verputzt hat.

Es klappt wirklich gut und fast reibungslos. Wenn es mal stressig wird, dann liegt es an unserem Lieblings-Toddler, Nummer 4.

Diese kleinen Menschen haben aber auch wirklich überall ihre Hände und sind so laut, wenn ihnen etwas nicht passt:

Aufsichtsperson: „Nein, Nummer 4, echt: Dieses Teil hier ist wirklich ein WERK- und kein SPIELzeug.“

Nummer 4: „Rabäääääääh! Geh weg! Du sollst in einer Lampe gefangen sein! Du sollst in ein Müsli gemacht werden! Du sollst eine Wurst werden und in ein Brötchen geschnitten werden! Du sollst unter eine Mauer geklebt werden, du sollst …“

 Aufsichtsperson:„Ja, ich weiß, ich soll stolpern und Durchfall kriegen …“

Nummer 4 ist der Fluch-Gott. Wirklich. Ihr habt es ja gerade gelesen. So klingt das, wenn er richtig sauer auf jemanden ist. Wir können ihm einzig untersagen, jemandem den Tod zu wünschen. Das hat er sich gerade abgewöhnt. Ansonsten muss man einfach hoffen, dass er keine echten Zaubermächte beim Fluchen hat …

Nummer 3s Zimmer

Sie verabschiedet sich nun von ihrem Zimmer im Giraffen-Style, aber es bleibt tierisch: Sie wünscht sich nun Flamingos. Dazu wählte sie die Farbe „Bienengelb“ aus dem Sortiment eines namhaften Herstellers, Segment „Kinderfarben“.

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Weiße Wand mit altem blauen Grund: Das Zimmer vorher

Ein wenig Arbeit:

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Es geht doch nichts über die schöne Arbeit des Abklebens …

Et voilà:

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Den Teppich habe ich dann gespeist aus einer Energie, die ich aus alter Wut und anderem Emotionalunrat zog, herausgerissen. Er war vollflächig verklebt. (Die 1970er-Jahre. Motto: „Dat machen wir alles schön fest, dann ham‘ wer ewig  Ruhe. So’n juter Teppich der muss lange halten.“)

Das letzte Bisschen (die Mitte) habe ich dann echt nicht abbekommen. Und weil in der Etage unter mir gerade mein Mann und unsere Große (Nummer 1, 14 Jahre) arbeiteten, hörten sie mein Stöhnen und meine impulshaften Flüche wohl die Treppe herunter hallen: Sie kamen zu Hilfe. Zu Dritt haben wir das Teil dann herausbekommen. Und dabei habe ich in wechselnden Dialekten (eine meiner Eigenarten: Die Imitation von Sprachen/Personen/Dialekten und Akzenten) Arbeitsanweisungen gegeben und Blödsinn geredet, bis wir uns alle Drei beömmelt haben. Teamwork rockt!

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Wir haben uns an diesem Wochenende immer wieder aufgeteilt: Nummer 1, Nummer 3 und ich haben uns die Treppe vorgenommen: Hier kleben noch immer Reste des alten Teppichstufenbelags. Diesen entfernten wir bis in den Keller und knibbelten dann die Reste des Klebebandes ab. Soweit dies ging. Fortsetzung folgt. Dann mit Fön und Nagellackentferner …

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Nummer 1 und Nummer 3 beim lustigen Abschaben und Knibbeln

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„Der nächste (Raum) bitte!“

Dann sind wir an das Büro gegangen:

Die Farbe haben wir aus einer Serie sehr angenehmer Farben des gleichen Herstellers wie der Kinderzimmerfarben. Der Farbton „Edelmütiges Patinagrün“ hat den Namen „Hüterin der Freiheit“ – eben weil er die Patina der Freiheitsstatue nachahmt. Und das macht er gut, finden wir.

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Keine Sorge, ich habe auch mitgeholfen und nicht nur fotografiert…

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In Echt noch viel hübscher: Der Farbton. Hier frisch trocknend

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Seht selbst: Die Farbe heißt wirklich so 😀

Hierbei fiel uns dann auf,  wie das ja oft bei Renovierungen und Umzügen ist, dass wir die Raumgestaltung ändern wollen. Der weiße Schreibtisch, den wir momentan im Esszimmer stehen haben, sollte eigentlich in eine Ecke des neuen Wohnzimmers und in dieses Büro dann der Tisch zum Nähen und Arbeiten. Aber der Raum mit dieser Farbe sah so aus nach „Büro mit weißem, etwas repräsentativem Schreibtisch und schnieken Bücherregalen an der Wand“ – daher beschlossen wir spontan, einen der Kellerräume weiter auszubauen (großes Fenster und Heizung vorhanden), damit ich zukünftig dort nähen kann. Zudem wollte wir zunächst die Holzdecke des Farbtons Palisander auch im Büro entfernen lassen. Aber nun lassen wir sie und lackieren nur den Rolladenkasten sowie die Fensterbank. Das ist einfach stimmig so. Auf den Boden soll kommendes Wochenende graues Laminat mit einer weißen, hohen Fußleiste („Hamburger Profile“)

Zwischendurch haben wir auch viel geräumt, geschleppt und auch gesnackt.

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Im Wohnzimmer ist unser Hauptquartier eingerichtet: Hier im Bild zu sehen ist einer von vier Tischen, nach Themen sortiert: Essen, Putzen, Streichen, Werken

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In meinem letzten Bericht fror der kleine Kerl noch. Aber jetzt hat sich unser Knopfauge ein schönes Plätzchen eingerichtet

Nebenbei kam noch ein freundlicher Fachmann zum Vermessen der Küche, da wir diese neu anschaffen werden.

Dieses Mal wird es eine Küche mit Koch-Insel, was ich mir schon immer gewünscht habe!

Morgen, am Freitag, haben wir den Termin für das Planungsgespräch der Küche.

So langsam begreife ich, dass dieses Haus immer schöner wird und dass wir dort wohnen werden. Es fühlt sich noch null nach Eigentum an  – und dabei ist heute der offizielle Übergangstermin – und noch reichlich fremd. Aber es nimmt mehr und mehr Gestalt an.

Viele Gedanken und Gefühle

Dieser Umzug ist eine Entscheidung für einen neuen Anfang. An einem neuen Ort können wir als Familie und auch jede/r Einzelne von uns entfalten, wie wir sind. Wir haben sehr viel gesprochen, reflektiert und verändert. All dies braucht einen neuen Raum, damit man fernab irgendwelcher Schubladen, in denen das Umfeld einen sieht oder steckt, das Neue zeigen kann.

Nummer 2 änderte in Absprache mit der Jugendpsychologin ihren Rufnamen. Sie hat, wie jedes unserer Kinder, drei Namen. Ihre Namen bedeuten, wenn man sie aus den Ursprungssprachen übersetzte zusammen „Meine starke Liebe“. Ihr Rufname war der Mittlere, der „stark“ bedeutet.

Sie sagte nach dem Gespräch mit der Psychologin zu mir, dass sie ihren Namen ändern wolle, um ganz neu anzufangen:

„Bisher musste ich immer stark sein. Nun merke ich, dass ich weniger meine Stärke als meine Liebe entfalten möchte. Daher möchte ich meinen dritten Namen als Rufnamen.“

Und das unterstützen wir. Alle, sogar Nummer 4, verwenden ihren bisherigen Namen nicht mehr. Nur der Opa weigert sich. Woraufhin sie ihn nun ab und an mit seinem Zweitnamen ansprechen möchte, um ihn zu ärgern 😉

Und wie geht es mir mit dem Neuanfang in Sichtweite?

Ich saß am Wochenende in einer Pause alleine auf Terrasse und atmete tief durch. Da merkte ich es:

Diese innere Anspannung der letzten Jahre fällt langsam ab von mir. Ich bin an einem Ort, an dem ich all das entfalten kann, was ich in mir vorbeireitet und entwickelt habe. Ich kann ich selbst sein! Ich bin dankbar und manchmal noch ein wenig ungläubig, wie gut sich diese Zukunftsmöglichkeiten anfühlen. Ich fühle mich nicht mehr gehetzt und unwillkommen. Nicht am falschen Ort. Sonder genau da, wo ich mich entfalte. Im jetzigen Augenblick und von nun an.

Hier werde ich immer mehr zur Ruhe kommen, mich nicht ausgegrenzt und einsam fühlen.

Ich bin dankbar, eine gute Schule mit warmer Atmosphäre und einen für Nummer 4 sehr passenden Kindergarten gefunden zu haben. Alles fühlt sich wieder „stimmig“ an.

Die Mutter von Nummer 3s bester Freundin sagte mal sinngemäß:

„Manchmal entscheidet man sich im Leben ein wenig falsch: Für einen falschen Wohnort zum Beispiel. Und danach scheint sich alles Weitere auch unstimmig und ein wenig falsch anzufühlen. Da passieren dann lauter Dinge, die einen aus dem Konzept bringen, einen wundern oder so vorher nicht vorkamen. Meist ist das dann kein Albtraum, aber ein wenig  wie leben neben der eigenen Spur. Und wenn man zurück auf den eigenen Pfad kommt, dann spürt man es wieder: Die Dinge stimmen. Man hat zwar immer noch Probleme, aber sie passen wieder. Und das Maß der Schwierigkeiten stimmt wieder.“

Daran muss ich oft denken in letzter Zeit.

Es fühlt sich an, als würde ich mich innerlich entknittern, aus dem Schneckenhaus herauswagen. Ich träume auch immer sehr deutlich in den letzten Wochen. Ich träume davon, wie Kinder meine Kinder schlagen und ich die zuschauenden Menschen anbrülle, dass es niemals mehr jemand wagen sollte, meinen Kindern wehzutun. So zeigt mir mein Unterbewusstsein sehr deutlich, wie viel Schmerz ich selbst erfahren haben, während des Mobbings.

Ich träume von einem Vogelnest, das ich im neuen Haus in einem alten Regal fand. Darin langen mehrere leere Eier. Von innen aufgeknackt von Vogelküken. In Nummer 2s zukünftigen Zimmer hatten wir vorletztes Wochenende ein Rotkelchen entdeckt, das dort herumflog. Nummer 2 hatte sich um das Vögelchen bemüht, doch es ließ sich nicht fangen. Irgendwann hat es den Weg nach draußen gefunden, was sie sehr glücklich machte. Darauf bezog sich wohl mein Traum, in dem ich zu Nummer 2 rief: „Ich hab das Nest gefunden! Hierher kam bestimmt dein Vögelchen. Siehst du? es hat eine Familie und Geschwister. Sie sind alle heraus aus den Eiern und schon längst in Freiheit. Dein Vögelchen ist nicht alleine!“

Es ist viel zu verarbeiten. Ich habe viel angestaut. Aber ich lasse es rituell los, immer ein wenig mehr. Und ich spüre die Erleichterung.

Jeden Morgen (wenn der tagesplan es zulässt, sonst auch nachmittags) mache ich Yoga. Ich meditiere regelmäßig und bin in sehr gutem Kontakt mit mir. Dieser Weg fühlt sich gut an.

Die viele Arbeit in dem Haus und wie gut wir sie zu sechst bewältigen, das ist genau richtig. Manchmal lassen wir uns natürlich hinreißen und denken: „Oh Mann, so viel für zwei Erwachsene, zwei Teenager und zwei Kinder!“ Aber ich weiß, dass wir das schaffen.

Wir haben einen Handwerker, der in drei Räumen die dunklen Deckenpaneelen entfernt und die Decke mit Rigips überarbeitet, damit die Räume größer und höher wirken. Er zieht eine wand in ein großes Zimmer, welches sich dadurch für die Teenies teilt. Und eine kleine Wand in das Wohnzimmer, damit dieses von der Treppe abgeteilt wird und man dort in Ruhe sitzen kann. Sonst wuseln da dann die Kinder nebst Freunden dauernd vorbei und aus ist die Ruhe …

Später bauen wir noch einen sehr großen Keller Raum (und den kleineren, eben erwähnten) aus, wo dann in einem abgeteilten Bereich ein paar Geräte wie ein Laufband und ein kleiner Turm stehen werden. Im anderen Bereich bekommen die Kinder viel Platz mit einer Spielecke für Nummer 4 und einem Platz mit Sofa zum Zocken und Herumgammeln.

So weit kamen wir also Samstag und Sonntag:

  • Zwei Räume gestrichen und für das Verlegen des Laminats vorbeireitet.
  • Treppe vom Teppichboden befreit (nun überlegen, wie es mit der Treppe weitergeht …)
  • Diverses geräumt
  • Den Riesen-Teppich in Nummer 1 und Nummer 2s noch nicht geteilten Zimmer zur Hälfte herausgerissen
  • Geplant, wie wir mit den halbhohen Kiefernholzpaneelen in den Kinderzimmern verfahren (MDF tapezieren/lackieren oder mit Stoff beziehen und davor befestigen. Nix ewig schleifen und streichen..)
  • Kleinkram wie Reinigen eines Dachfensters (letzte Reinigung schätzungsweise 2007), eines Badezimmers, Absaugen eines Teppichbodens, damit man ihn besser/sauberer herausreißen kann und so weiter.
  • Planungen diverser Dinge und Besprechen weiterer Vorgänge

Das vorige Wochenende brachte uns dann auf folgenden Stand:

  • Nummer 4s Zimmer ist soweit fertig. Nur noch die Steckdosen und Lichtschalter müssen demontiert, gereinigt und wieder angebracht werden. Und die Fußbodenleisten sind zugesägt, aber noch nicht montiert. Wir haben Laminat verlegt (Gemeinschaftsarbeit von Nummer 2 und mir), eine halbhohe Paneelwand wurde angeschliffen, grundiert und zweifach lackiert. Die Wände sind gestrichen und die Wandtattoos angebracht.
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Und ich pinselte und pinselte…Himmel, Berge, Gras…

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… hier trocknet die Farbe gerade …

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Hier steht das erste Scottish Castle …

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… und hier schwimmt Nessie mit Familie.(Man beachte den fiesen Lichtschalter, der noch abmontiert und gereinigt werden muss – wie alle Lichtschalter und Steckdosen im Haus)

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Die Kieferpaneelen wurden angeschliffen, grundiert und zweifach lackiert. Und hier sind wir mitten im Laminatverlegen, Nummer 2 und ich.

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Puh fertig mit Fußleisten. Der Pudel wollte während des Arbeitens dauernd auf unseren Schößen sitzen. War sehr hilfreich. In diesem Bild hat er sich dann in seine geliebte Transportbox gelegt.

 

  • Die Zimmer von Nummer 1 und Nummer 2 sind vorbereitet für den farbigen Anstrich. Die Decken sind weiß gestrichen, alles ist abgeklebt, auch hier wurden die halbhohen Paneelen an den beiden Wänden lackiert. Am kommenden langen Wochenende wird eine Trockenbauwand eingezogen, um das große Zimmer aufzuteilen für die beiden.
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Hier sind wir auch weitergekommen: Das Tapetenloch oben wurde ausgebessert und die Decke komplett gestrichen.

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Hier kümmert sich der fleißige Ehemann um die Behandlung der Kieferpaneelen, die sich unter der Schräge in jedem der Kinderzimmer befinden. In Hellgrau finde ich sie aber dann doch ganz schön.

  • Der Flur wurde fertig mit Laminat belegt. Bei sechs Türausschnitten könnt Ihr Euch die Arbeit vorstellen. Die Sticksäge war unsere beste Freundin … 
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    Im Vordergrund: Noch halbfertiger Bodenbelag mit tapsendem Pudel. Im Hintergrund die einen Schwächeanfall simulierenden Teenies.

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    Hurra.

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    Der Flur mit Blick in das noch zu teilende Zimmer der Teenies.

    Und dann hat unser fleißiger Trockenbauer und Gärtner zwei riesige Bäume gekürzt. Einen im Vorgarten und einen im Hinter(?)-Garten. Wie auch immer der Garten hinter dem Haus so heißt.

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War mal schöner: Der Garten

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War mal höher: Der Baum

  • Dann hat er die dunkle Deckenverkleidung im Wohn-und Schlafzimmer abgerissen und im Schlafzimmer bereits Rigips an die Decke angebracht.
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    Das Schlafzimmer. Ein Ort der Ruhe und Ordnung.

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    Der eine Bereich es Wohnzimmer. Zuvor als Bar genutzt. Und später von uns dann auch wieder.

     

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    Auch das Wohnzimmer selbst lädt zum Verweilen ein, ne?

     

    Soweit nun die Zusammenfassung, damit Ihr seht, was wir gerade so zu tun haben. Zwischendurch sortiere und packe ich ein. So viel Zeugs. Ich verkaufe und spende auch viel. Dann gibt es viel zu regeln, zu planen und einzukaufen. Habe derweil keine Langeweile.

Wir haben ein rotes – ein richtig rotes – Sofa bestellt. Beziehungsweise mehrere, damit jeder von uns einen Sitzplatz hat. Ein 3er-Sofa, ein 2er-Sofa, ein 1,5er (Loveseat) und einen passenden Hocker. So ein rechteckiges großes Teil. Diese Möbel sind mit Samt bezogen. Ihr werdet sie ja dann irgendwann auch mal auf einem Foto sehen, wenn es soweit ist.

Und so leben wir hier im „alten “ Haus mit schwindender Deko (im Karton), schwindendem Spielzeug (im Karton), schwindenden Nähsachen (im … Ihr wist schon) und vielen, äh, Kartons.

Noch sechs Wochen bis zu den Ferien und circa sieben bis zum Umzug.