Mobbing: Brief einer Mutter an ihr Kind

Mobbing: Brief einer Mutter an ihr Kind

Heute geht es um unsere Tochter, Nummer 2.

Es geht um Ausgrenzung, Demütigungen, Einschüchterungen und menschliche Hässlichkeit. Es geht um Mobbing.

Ein Thema, das viele – viel zu viele – Kinder und auch Erwachsene betrifft. Ein Thema, das viele verharmlosen. Eine furchtbare Sache im Zusammenleben, die inzwischen Gang und Gäbe zu sein scheint und nicht nur krank machen kann, sondern immer wieder Kinder und Jugendliche zum Äußersten treibt.

Meine Gefühle zu diesem Thema habe ich noch nie dezidiert ausgedrückt. Ich bin traurig, hilflos wütend, ungeduldig und enttäuscht. Ich will zeigen, wie sehr man als Mutter mit einem Kind leidet, das ausgegrenzt und verletzt wird. Vielen Kindern geht es wie unserem und viele Eltern fühlen wie wir – das weiß ich. Ich möchte sagen: „Wir sind nicht alleine!“

Meine Gefühle drücke ich in Form eines Briefes an meine Tochter aus, dessen Inhalt sie kennt und den ich für diesen Artikel verfasste. Mit der Veröffentlichung ist sie ausdrücklich einverstanden.

Meine liebe Tochter, 

„Sie haben mich alle ausgelacht und gesagt, dass jemand, der neben mir sitzen muss, sich besser umbringen sollte!“

„Er sagte, er will mich fertigmachen bis ich weine!“

„Das war wieder so demütigend heute in der Schule!“

„Sie hat gesagt, sie will mich zusammenschlagen und mir einfach nur in’s Gesicht schlagen, wenn sie mich sieht!“

„Sie haben mich an den Armen und Beinen festgehalten und über den Schulhof gezerrt.“

„Sie haben ein Spiel erfunden, in dem es irgendwie darum ging, mich umzubringen.“

„Sie haben schon wieder mit Bällen auf mein Gesicht gezielt im Sportunterricht. Das machen die echt, während die Lehrerin daneben steht! Sie leugnen hinterher immer alles und nie bekommt ein Lehrer es mit.“

„Diejenigen, die mich fertigmachen, fragen im Kunstunterricht immer, ob ich ihnen helfen kann – ich verstehe die nicht. Kapieren die nicht, was die mir antun? Halten die das für Spaß, wenn sie mich quälen, bis ich weine? Können die denn nicht für zwei Cent nachdenken?“

Solche und ähnliche Dinge höre ich seit Langem immer wieder von Dir.

Und ja, mein Herz tut weh. Ich höre, wie mein Kind verbal gequält und körperlich angegriffen wird. Phasenweise tagtäglich, immer wieder, seit drei Jahren.

Die Angriffe begannen wie harmlose Kommentare und steigerten sich zu verletzenden und geschmacklosen Höhepunkten. Du, ich – wir als Familie – haben einen langen, schmerzhaften Weg hinter uns.

Ich möchte ausdrücken, wie sich all das aus meiner Sicht anfühlt. Es sind so viele Bereiche Deines Lebens betroffen.

Es sind zum Einen einfache, äußere Umstände, aber auch tiefgreifende Veränderungen.

Durch den Druck in der Schule erträgst Du keinen weiteren Druck. Keine Forderungen, keine größeren Erwartungen. Während ich Deine Geschwister an ihre einfachen Aufgaben erinnern kann, ist Dir der zusätzliche Druck zu viel.

Du ziehst Dich zurück, hattest immer weniger Freunde.

Ich erinnere mich, wie Du Dir hübsche Sachen aussuchst und Dich für die Schule anziehst, um dort dann ausgelacht zu werden und traurig nach Hause zu kommen.

Ich sehe inzwischen, wie Du langsam die Lust daran verloren hast, Dich besonders um Dein Äußeres zu kümmern.

Du fühlst Dich hässlich, nicht wirklich liebenswert innerhalb der Außenwelt, zutiefst verunsichert, „seltsam“ und wie zusammengefasst wie eine Ausgestoßene. Gleichaltrige amüsieren sich , hängen zusammen ab – Du stehst alleine in der Nähe, aber abseits.

Das Mobbing ist ein alltägliches Thema, das wir kaum noch ertragen können. Es gibt ja inzwischen sogar meine Anordnung, erst nach dem Mittagessen von der Schule zu erzählen, damit wir wenigstens in Ruhe essen können.

Wir haben immer wieder Gespräche, Termine und Telefonate mit der Schulleitung, mit Lehrern, Psychologen, dem Kinderarzt …

Ich liebe Dich so sehr und habe täglich das Gefühl, Dich jeden Morgen den Löwen zum Fraß vorzuwerfen. Es tut unglaublich weh, mitzuerleben, wie das eigene Kind leidet und nach und nach jede Möglichkeit verliert, sich zur Wehr zu setzen.

Ich bin inzwischen so wütend. Am liebsten würde ich die Klassentür aufreißen, mich vor die Klasse stellen und sagen (und ich bin selbst entsetzt über das Ausmaß an Wut in mir):

„Ihr seid ein Haufen anstands- und empathieloser Würmer ohne Rückgrat. Ihr seid das Klischee der respektlosen, verwöhnten Narzissten ohne Blick für andere Menschen, die in den vielen Zeitungsartikeln über eure Generation erwähnt werden. Ein Haufen Frustrierter und ihre Mitläufer  – gesegnet mit willentlich blinden Lehrern und Eltern, die Euch keine Möglichkeit auf eine gute und wünschenswerte Weiterentwicklung geben. Ihr wisst gar nicht, was ihr anrichtet!

Weder meinem Kind gegenüber, noch den anderen in der Klasse. Das Klima ist bestimmt von Hässlichkeiten und der Angst davor. Von Loyalitätskonflikten, von Aggressionen und Verletzungen.

Es ist mir inzwischen egal, dass eure bisherige Klassenlehrerin keine Führungsqualitäten hatte und sich anscheinend eher bei euch anbiederte, statt euch ein gutes Vorbild zu sein. Und dass ihr dadurch als Gruppe wenig Chancen hattet. Was ich sehe, sind die hässlichsten und traurigsten Seiten an Menschen: Die Bereitschaft, den Schmerz Anderer zu ignorieren oder sich sadistisch an ihm zu erfreuen, die Angst davor, mutig gegen Ungerechtigkeit aufzustehen, das allgemeine Duckmäusertum und die ebenso furchtsame Mitläuferschaft. Alles gefördert in einer angesehen Schule, die sehr gerne in der Zeitung die Leistungen ihrer Schüler vorzeigt. Unter anderem auch die Leistungen meiner Tochter, die ihr scheinheilig gefeiert habt, als sie einen Schullesewettbewerb gewann.

Ich habe meinen ansonsten sehr zuverlässigen Sinn für Gerechtigkeit und Analyse genau da verloren, wo ihr lacht, wenn meine Tochter weint.

Ich sollte euch bemitleiden, weil ihr nach rund 13 Lebensjahren bereits derart komplexbehaftet seit, dass ihr aus dem Gefühl eigener Minderwertigkeit heraus eine Unbeteiligte auserkoren habt, um euch an ihr auszuagieren und euch durch ihre Tränen mächtig zu fühlen.

Ich bin einfach nur entsetzt, weil ich beobachten kann, dass es keinerlei Worte und Zwischenfälle gibt, die euch verändern können. Jetzt nicht und vermutlich auch in Zukunft auch nicht. Ich setze nicht mehr darauf, dass ihr Eltern habt, die genug Interesse besitzen, ihren Mut zusammenzunehmen und sich anzusehen, wie ihr wirklich seid. Denn bisher waren sie ja auch nicht in der Lage, euch das zu geben, was ihr wirklich braucht. 

Ja, man hätte Euch besser beobachten und begleiten müssen. Die Gemeinschaft stärken und dafür sorgen, dass ihr einander wenigstens an der Basis vertraut. Leider geschah das nicht und ihr zeigt nun, was dabei herauskommt, wenn man eine Gruppe Kinder nicht anleitet.

Ich wünsche euch, dass euch das Gleiche widerfährt wie meiner geliebten Tochter. Leidet! Schlaft nicht mehr! Haltet euch für den letzten Menschen! Schaut auf eure zitternden Hände! Weint! Fühlt euch hilflos!“

Das würde ich am liebsten laut formulieren.

In der Wirklichkeit bleibe ich natürlich auf meiner Wut sitzen, wie Du auf der Deinen.

In Wirklichkeit würde ich niemals zu Kindern auf eine solche Weise sprechen, das weißt Du. Aber das Bild der Vorstellung hat eine fast therapeutische Wirkung auf mich.

In der wirklichen Welt begegnete ich einer Klassenlehrerin, die Dir selbst die Schuld an der Quälerei gab:

„Du bist ja auch wirklich ziemlich komisch! Kein Wunder, dass die dich mobben! DU musst dich mal verändern!

oder „Du musst auch mal deine Persönlichkeit zurücknehmen, damit die dich mögen!“

oder „Na toll, jetzt sind deine Eltern wegen dir zum Direktor gerannt und ich hab einen ‚Anschiss‘ bekommen – ich hätte meine Klasse nicht im Griff, hieß es! Danke auch!“

sowie der Klassiker: „Vielleicht bist du einfach nur empfindlich. Die meinen das nicht so. Die halten das für Spaß.“

Ich möchte nicht, dass solche Menschen mein Kind unterrichten. Ich habe aber keine Wahl. Ich bezahle sogar dafür durch meine Steuern. Selten war mein Geld derart schlecht angelegt, wirklich.

teacher

Ich würde Dich die Schule wechseln lassen, aber die einzige Schule in der Nähe unserer Kleinstadt ist weit weg. Du hast zugleich Angst, dass es mit dem Mobbing dort gleich wieder losgeht. Statistisch gesehen besteht das Risiko definitiv – meistens ist man als Opfer schon so paranoid, dass man alles auf sich bezieht, was den möglichen Mobbing-Charakteren als Schwäche auffällt und sie gleich zur Tat schreiten lässt. Du hast vor allem Angst vor dieser Art Neuanfang, der sich anfühlt, als habe man Dich hinausgeekelt.

Du willst nicht vor den Mobbern fliehen, sie nicht siegen und über Dein Leben bestimmen lassen.

Nun haben wir einen Neunanfang für uns alle beschlossen:

Wir werden unser Haus verkaufen und umziehen. Nicht nur wegen des Mobbings, aber definitiv auch. Wir haben alle sehr viele Veränderungen durchlebt in den letzten zwei Jahren und diese können wir in einer neuen Umgebung und neuen sozialen Gruppierungen frei entfalten. Du genau so wie wir Anderen.

Wir möchten zurück in die Nähe der Stadt, in der Du geboren wurdest. Dort fühlen wir uns beheimatet. Ich für meinen Teil habe mich hier nie zuhause fühlen können. In der dörflichen Atmosphäre einer Kleinstadt, in der man entweder „sein eigenes Ding macht“ oder ewig die „Neue und Zugezogene“ ist.

Desaster von Anfang an

Bevor Du in das Schulsystem eingetreten bist warst Du ein Kind voller Freude, Euphorie, Sensibilität und Liebe für die ganze Welt.

Du warst inspiriert von winzigen, niedlichen Dingen, hast gerne draußen gespielt und auch gerne viel gelesen. Wenn Du eine traurige Geschichte gelesen hast, dann warst Du viele Tage ergriffen davon und hast darüber erzählt.

Du warst nachdenklich und feinfühlig. Und zufrieden. Mein Lieblingszitat von Dir war das herrlich glücklich geseufzte:

„Hach, das ist eine schöne Welt.“

Mobbing

Die Herausforderungen wachsen – manchmal wird es schwer, mitzuhalten

Inzwischen habe ich das Gefühl, Dich einer Horde Wölfen vorgeworfen zu haben, als ich Deine Schultüte füllte.

Von Anfang an war der Wurm drin. Deine erste Lehrerin hielt Dich, Zartbesaitete (Hochsensible, um mal das Modewort zu nennen), für unreif und weinerlich. Weil Du Dich in ihrem Unterricht gelangweilt und dadurch gestört hast, erklärte sie Dich für ein wenig zurückgeblieben.

Dann kam der Lehrerwechsel zur einzigen Lehrerin, mit der Du jemals glücklich warst. Und das war ausgerechnet mitten in der Phase unseres Umzug nach hier.

Diese Frau erkannte Dich so, wie Du warst:

„Es ist eine Freude, als Lehrerin mit einem so wissbegierigen und intelligentem Kind zu arbeiten! Ich liebe den Umgang mit ihrem Kind. Und ich erkenne genau, wie schnell ihr Verstand arbeitet. Ich kann das Zeugnis meiner Vorgängerin nicht begreifen. Ich sehe Ihre Tochter ganz anders. Ihr Kind ist wunderbar gebildet – sie fangen wirklich sehr gut alles ab, das in der Schule fehlt. Und immer fehlen wird.“

Du bist aufgefallen – das gefiel nie wieder einer Lehrperson so sehr wie dieser.

Der Eindruck durch Dein erstes Schuljahr, in dem Du Dich fühltest als hielte man Dich für dumm, hat sich tief eingefressen in Dich. Schule hast Du fortan abgelehnt. Auch wenn Du ihr immer wieder eine Chance gegeben hast, dieser Institution. Um immer wieder enttäuscht zu werden. Wie hab ich immer wieder auf Dich eingeredet und damit mehr Reife und Kompetenz von Dir als von den Lehrern verlangt.

Auszüge aus der Schulkonferenz, die wir hatten, damit Du eine Klasse vorgesetzt werden konntest:

„Ich habe ihrer Tochter ja nun wirklich genug Lernstoff gegeben. Aber diesen wollte sie ja nicht machen!“

Meine Frage daraufhin: „Meinen sie Lernstoff der Klasse 2? Das Problem ist Unterforderung hier. Wieso soll sie dann noch mehr von dem machen, das sie bereits beherrscht und  das sie langweilt?“

Antwort der Lehrerin: „Tja, manchmal muss man eben einfach auch etwas Unangenehmes machen, so ist das nun mal! Es ist schon ein bisschen…arrogant, sich hinzusetzen und nicht mitmachen zu wollen.“

Oder auch die Schulleitung: „Nun ja, es gibt eben Lehrer, die sich durch ein solches Kind angegriffen fühlen. Nicht jeder wird gerne berichtigt. Auch wenn er berechtigt berichtigt wird.“

„Das Kind muss Verständnis dafür entwickeln, dass Erwachsene sich auf den Schlips getreten fühlen, wenn es mit acht Jahren mehr weiß als sie. Und da müsste es vielleicht mit mehr Verständnis reagieren.“

Schule. Eine lange, ermüdende Geschichte. Würde ich nicht in Deutschland leben, würde ich meine Kinder längst selber unterrichten. Weniger aus tiefer Überzeugung als aus resignierter Konsequenz.

Wir mögen dich nicht, weil …

„Wir mögen dich nicht, weil du eine Klasse übersprungen hast – du durftest das bestimmt, weil du zu blöd für den Lernstoff warst!“

Das war der erste Satz, der direkt gegen Dich ging. Das war in der neuen, der vierten Klasse. Ich erinnere mich gut daran, weil ich ein ganz mulmiges Gefühl hatte, als Du mir davon erzählt hast. Auch wenn Du damals noch selbstbewusst und schlagfertig aufgetreten bist:

„Klaro, immer, wenn man den Schulstoff nicht versteht, kommt man eine Klasse weiter. Kannste ja auch mal probieren …“

Nach dem Schulwechsel brauchte die neue Klasse dann eine Weile, um sich in ihrem System einzufinden. Es ging leider erneut gegen Dich, die Seltsame, die Jüngere, die Verständige, das Kind mit dem tief verankerten Gefühl von Selbstwert. Sie fühlten sich verunsichert. Und es wurde immer heftiger.

Ich riet Dir Tausend Dinge. Dir Hilfe durch die Lehrerin zu suchen („Ihr Kind steht dauernd an der Lehrerzimmertür nach der Pause und weint. Das ist ganz schön anstrengend. Ich kann schließlich nichts tun, um zu helfen.“), mit den Kindern zu reden, sogar ihnen verbal wehzutun und letztlich riet ich Dir, was ich durch das Buch „Ender’s Game“ gelernt hatte: Schnapp Dir den Anführer und hau ihm eine, so feste Du kannst. Dann drohe seinen Mit-Mobbern das Gleiche an.

Mobbing

Das half. Fast ein dreiviertel Jahr lang war Ruhe. Sie schenkten Dir sogar Kekse und boten Dir Hilfe an. Dann schlich es sich wieder ein. Eine Weile versuchten wir erneut es zu selbst zu lösen, weil wir seitens der Schule gar keine Unterstützung erwarteten. Bis es mir irgendwann reichte.

Ich traf zusammen mit Deinem Vater den Schuldirektor, ein Anti-Mobbing-Programm wurde gestartet. Innerhalb dieses Programms sollten die Eltern der Mobber nicht informiert werden, damit sie den (vermutlich ohnehin nicht) folgenden Ärger durch dieselbigen nicht auf Dich übertragen würden. Das Ganze war leicht anstrengend, weil Du dauernd jeden Vorfall melden gehen musstest und er immer wieder abwechselnd Dich und später dann die betreffenden Kinder aus dem Unterricht holte. Letztlich standest Du durch die dauernden Meldungen als kindische Petze da. Aber immerhin:

Es brachte insgesamt rund drei Wochen Ruhe. Wir atmeten auf, wagten vorsichtig zu hoffen.

Dann ging es wieder los. Neue Gespräche, wieder neue Versuche. Wieder kurz Ruhe. Und so weiter.

Ich besuchte mit Dir eine Psychologin, die Dich ein wenig stärken konnte. Ich las viel über Mobbing. Wir redeten viel.

Die Sommerferien kamen und es ging anschließend wieder los.

Der erste Eklat gleich am vierten Schultag. Die neue Klassenlehrerin (Hurra, eine neue Chance!) reagierte schockiert von einer derart aggressiven Klasse, sagte sie später.

Du bist weinend zur Toilette gerannt.

Wir haben mit Deiner Lehrerin sofort telefoniert.

Deine Lehrerin sagte, so etwas wie am betreffenden Freitag habe sie noch nie erlebt. Dass eine Klasse sich binnen Sekunden zu solcher Aggression hochschaukelt, das sei noch nie in ihrer Anwesenheit vorgekommen.

Sie weiß inzwischen, dass ihre Vorgängerin vor den Schülern über Kollegen lästerte. Und auch vor der ganzen Klasse über einzelne Schüler. Mobbing ist immer ein Systemfehler sagt man. Und auch „Der Fisch stinkt vom Kopf her“: In dieser Schule lästern Lehrer übereinander! Und über einzelne Schüler! Nichts, das man uns geglaubt hat, wenn wir es vorbrachten. Das System verschließt eben gerne die Augen vor sich selbst und möchte sich blind erhalten. Verständlich, aber nicht ohne Kollateralschäden.

Sie beschweren sich bei Kindern darüber, dass Eltern sehr angemessene Gespräche mit ihrem Vorgesetzten führten.

Und Lehrerinnen, die nach einem Mobbing-Vorfall sagen: „Nun lasst uns doch ein Stück Kuchen essen und das Ganze vergessen.“ 

Wie sollen diese den Kindern dann Respekt und ein angenehmes Miteinander vorleben?

Die Denkrichtung der Schule ist eher abwartend, zu sehr die Täter schützend, zu wenig opferempathisch. Von Dir verlangen sie dauernd Vertrauensvorschüsse, Geduld, Aushalten müssen. Von den Mobbern verlangt man nicht viel.

Ein klassischer Fall eines Systems, das sagt:“ bei uns ist alles perfekt, Sie sind ein trauriger Sonderfall.“ Unseren Hinweis, unsere Psychologin habe erwähnt, es häuften sich gerade die Mobbing-Fälle der betreffenden Schule sagte der Schulleiter: „Das stimmt nicht. Und die darf nicht über andere Fälle reden!“ (Doch, sie darf Tendenzen und Beobachtungen nennen, ohne namentlich ihre Klienten oder im Gespräch erwähnte Namen zu erwähnen.)

Victim Blaming ist – neben dem Augenverschließen und Herabspielen –  eine beliebte Methode, die Schwere des Konflikts nicht sehen zu müssen. Und das wird an dieser Schule gern betrieben:

„Grenz dich nicht so aus, Kind. Du bist es selber schuld, wenn die gemein zu dir sind!“

„Wenn du deine Materialien vergisst, ist es kein Wunder, dass eine Mitschülerin die ganze Stunde lang diesen Vorfall kommentiert. Natürlich pfeife ich dann dich an, wenn du dieses Mädchen genervt anbrüllst.“

Diese Sätze fielen, nachdem wir mit Deinem Direktor gesprochen haben. Unfassbar, wie schwierig es zu sein scheint, seine Mitarbeiter über das Thema eingehend zu informieren, finde ich.

Und innerhalb eines Systems, das solche Beteiligte hat, da soll „das Klima an der Schule sehr gut sein“, wie uns die Schulleitung mehrfach versicherte?

Klar, sicher auch für das rothaarige Mädchen aus der Parallelklasse mit dem Hauch Übergewicht und dem mehr als einem Hauch Autismus, das in der Pause immer wieder terrorisiert wird und mit dem Du und Deine Schwester sich immer wieder solidarisieren.

Und für die Schüler der oberen Klassen, welche inzwischen auch schon in dämlicher Art Deinen Namen rufen, wenn diese den Schulhof betritt gilt sicherlich, dass sie die traumhafte Atmosphäre des Schulklimas komplett missverstanden haben …

Zum Vorfall, während dem Deine Mitschülerin in den Unterricht brüllte, dass sie Dich zusammenschlagen und dir „eins auf’s Maul hauen“ wolle, kam von Deiner Lehrerin:

„Ach, auf die Clothilde (Name natürlich geändert) muss du nicht hören, die ist kein Maßstab. Die hat ganz massive Probleme.“

Du fragtest: „Ach? Und ich etwa nicht?“

Und Du bekamst keine wirkliche Antwort, wie wir wissen.

Das bekommen wir meistens: Keine Antwort, mal ein sehr kurzer betroffener Blick. Viel Kleinreden, eine gute Portion Leugnen und Bitten um noch mehr Geduld. Und noch mehr Verständnis. Verständnis dafür, dass in erster Linie doch auch die Mobbenden eine Chance bräuchten.

Echtes Mitgefühl für Dich, mein Kind, hat bisher jedoch keine/r der LehrerInnen gezeigt. Nicht eineR sagte: „Oh Gott, das arme Kind! Es tut mir leid, dass so etwas passiert ist. Ich werde alles tun, um das zu ändern. Sollten mir Informationen fehlen, dann beschaffe ich sie mir. Und ich würde sie bitten, mir aufzuzeigen, wie weit die Folgen in das Leben des Mädchens und der Familie hineinreichen. Ich will verstehen, was da geschieht.“ Nix.

Diese Schule ist sicherlich gut, wenn es um das Vermitteln von Lerninhalten geht, keine Frage. Wenn man als SchülerIn dort keine Probleme hat, dann ist man eventuell ganz gut aufgehoben.

Wir haben alle aktiviert, die Dir helfen können: einen Jugendpsychologen, eine Diplompsychologin, die Schulleitung, den Jahrgangsstufenkooridnator, den Kinderarzt und ich frage mich, ob es etwas bringt, wenn ich das Schulamt kontaktiere.

Wenn wir unser Haus verkauft und ein Haus in der Heimatstadt Deines Vaters gefunden haben, dann gehst Du auf die Schule, die er einst besucht hat. Das fühlt sich für uns sicherer an, als wieder einen neuen Vertrauensvorschuss in eine fremde Schule zu geben.

Wie geht es Dir, mein Liebling?

Ich sehe, wie Deine Hände oft zittrig sind. Du bist angespannt und fahrig. Du weinst oft. Du hast Schlafstörungen, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen. Du bist aggressiv uns gegenüber, weil Du den Schauplatz nach Hause verlagerst, da Du in der Schule hilflos oft genug 10 bis 15 aggressiven Kindern gegenüber stehst.

Dein Gesichtsausdruck hat sich verändert von fröhlich, offen, selbstbewusst bis nachdenklich zu traurig, introvertiert, aggressiv und ablehnend.

Du hast einige Kilos zugenommen, weil Essen Dich tröstest. Unter der Zunahme leidest Du, weil Du gerade dabei warst, mit Deinem eigenen Stil zu experimentieren und Deine Klamotten nun eng und unbequem sind. Du trägst keine ausgefallenen Sachen mehr, sondern versteckst Dich in „Jungs-Klamotten“. Kein Interesse mehr am Schminken und Experimentieren wie vorher. Das Mobbing beeinträchtigt Deine Entfaltung und Entwicklung. Du willst wie ein Junge aussehen, damit Du Dich stärker fühlst, weil die Mobber alle männlich sind. Wenn man darüber in Ruhe nachdenkt, möchte man schon wieder ausflippen.

Du fühlst Dich hässlich und dabei sagen mir so viele Menschen, wie hübsch Du bist und ich selber sehe es natürlich , aber Du siehst es nicht mehr.

Du hattest zwischenzeitlich Deinen Instagram-Namen in „Trash“ geändert und Deine Status in „Please don’t hate me“. Es ist herzzerreißend.

Der Kinderarzt dokumentierte Deine Symptome, die laut seiner Aussage typisch für eine solche Situation sind. Er sprach Empfehlungen aus und lächelte Dir sehr mitfühlend zu, was Dir sichtlich gut tat.

Wenn Du leidest leide auch ich. Ich sage Dir das bewusst selten, damit Du weißt, dass ich mit Dir fühle, aber Du nicht zusätzlich von meinen Gefühlen belastet bist.

Ich liebe Dich so sehr – ich würde Dich am liebsten den ganzen Tag drücken, halten und vor der Welt verstecken. Ich habe Dich stark gemacht, so weit ich es vermochte. Aber irgendwie hat es nie gereicht. Das ekelhafte Verhalten Deiner Mitschülerinnen und Mitschüler hat Dich immer mehr verletzt als ich auffangen konnte. Und aufgefangen habe ich das Verhalten der Schüler und Lehrer bis zum Burnout. Ja, die Schulsituation war einer der Faktoren meiner völligen Erschöpfung, wegen der wir zur Mutter-Kind-Kur fuhren.

Ich sehe beinahe hilflos zu, wie Du leidest. Es ist mir unerträglich geworden.

Die liebe Tagesmutter Deines kleinen Bruders, die ein sehr gutes Auge für Menschen hat und vor allem mit dem Herzen auf Kinder blickt, sagte neulich:

„Deine (also meine) Kinder sind so selbstbewusst. Sie wissen, dass sie geliebt werden. Um ihrer Selbst Willen. Sie brauchten keine dauernde Bestätigung von außen. Sie sind sehr reif, haben viel Einfühlungsvermögen und auch Selbstbewusstsein. Das vertragen viele Andere nicht. Sie fühlen sich verunsichert davon. Ich sehe deine beiden großen Töchter und merke, wie die Jüngere richtig müde ist. Das Kind ist einfach ermüdet vom dauernd Kampf, vom vielen Aushalten, von all den Verletzungen, vom Sich-Wehren-Müssen.. Ich bin so froh, dass ihr umzieht und das ist ein wunderbarer Ausdruck von Liebe: Sehen, wie die Familie leidet und dann so eine große Entscheidung treffen. das wird vieles von alleine heilen.“

Das war tröstlich zu hören. Ich hoffe, sie behält Recht mit der Einschätzung, dass es heilsam wird.

Mein süßes, geliebtes Baby, das keines mehr ist!

Die Erinnerung daran, mit welcher Freude und Neugier Du die Welt erkunden wolltest und mit welcher Wucht sie sich Dir dann in’s Gesicht warf, ist furchtbar.

Mobbing macht ängstlich, Mobbing nimmt Selbstwertgefühl.

Mobbing sorgt dafür, dass Du Dich immer ängstlich umdrehst, wenn auf der Straße jemand lacht. Obwohl er Dich natürlich gar nicht meint. Ich habe das beobachtet und es tat furchtbar weh.

Du bist ein wundervoller Mensch!

Du bist witzig, klug und vielseitig talentiert. Du bist sensibel und Du hast mit mir in der zweiten Klasse bereits Hamlet gelesen und Dich über die wunderbaren Metaphern gefreut. Nun hast Du keine große Lust mehr an Literatur, am Lernen selber. Du hast Wissen voller Freude aufgesaugt. Jetzt sagst Du: „Ich bin enttäuscht von meiner Intelligenz. Wegen ihr werde ich ausgegrenzt und geholfen hat sie mir bei diesen Problemen dann auch nicht.“

Du hast Albernheit geliebt und Unsinn jeder Art. Wenn irgendwo ein winziger Marienkäfer oder niedlicher Schmetterling aufgedruckt war, warst Du verzückt.

Zugleich in der Phase der eigenen Metamorphose namens Pubertät zu stecken und dann so verletzt und gedemütigt zu werden, das ist furchtbar und hinterlässt Spuren.

Du bist stark, das sehe ich. Aber ich will nicht, dass Du Deine Stärke an kleine Wichte abgeben musst, die keine eigene haben. Ganz gleich, ob sie eigentlich in Wahrheit ebenfalls Mitgefühl brauchen. Sie leben von Deiner Kraft und Deiner Energie. Ich möchte, das Du beides für Dich selber nutzen kannst, wie es Dir zusteht. Sie holen Dich andauernd aus Deiner Mitte, weil sie keine eigene haben.

Deine ganze Familie liebt Dich und freut sich, wenn wir dieses Kapitel irgendwann in den kommenden Monaten abschließen dürfen.

Du nimmst gerade sehr erfolgreich ab, begegnest Deinen Angreifern mit wachsender innerer Abgrenzung und spürst, wie wenig sie Dich dadurch noch erreichen oder gar verletzen können. Anstrengend ist Schule natürlich immer noch. Aber nicht mehr zerstörerisch. Du hälst es aus, weil Du weißt, dass ein Ende in Sicht ist.

Du sollst Dich selber wieder gerne entdecken und liebevoll annehmen können. In der eigenen, inneren Liebe zu bleiben ist ein Weg, die Außenwelt anzunehmen. Es ist sehr schwierig, aber Dank all Deiner Fähigkeiten wirst Du das schaffen.

Wir sind für Dich da. Immer.

ich-liebe-dich

Deine Mama

             und Deine ganze Familie

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Nachtrag:

Liebe Eltern,

wie mir Deine Lehrerin sagte, reagieren die Eltern der mobbenden Kinder meistens mit Leugnung.

Das ist einerseits verständlich, aber auch sehr traurig. Sie sind vermutlich geschockt über das Verhalten des eigenen Kindes. Aber so nimmt man nur seinem Kind die Möglichkeit dazuzulernen, sich zu entwickeln und negative Seiten abzulegen. Man kann daraus etwas ablesen: das eigene (mobbende) Kind braucht auch Unterstützung, nicht nur dessen Opfer.

Auch Mitläufer, die aus Angst mitmachen, brauchen Hilfe.

Und jene, die sich still wegducken, damit die Gewalt sie nicht trifft auch – nach einem aggressiven Vorfall im Unterricht, der gegen Nummer 2 ging, lief eines der unbeteiligten Mädchen raus und übergab sich. Daran sieht man, wie gestresst auch die sind, die scheinbar nichts „abbekommen“: Jeden Tag haben sie Angst und verdrehen ihre Persönlichkeit, passen sich an, ducken sich still weg, um nicht auch Opfer zu werden.

Meine Bitte

Bitte nehmt es an, wenn jemand über Eure Kinder sagt, sie würden andere Kinder bewusst ärgern und helft ihnen dabei, stärker zu werden, damit sie sich nicht auf Kosten Anderer mächtig fühlen müssen. Es kann immer sein, dass man als Eltern etwas übersehen hat. Das macht nichts. Es macht nur etwas, genau dies eben nicht sehen zu wollen.

Bitte hört ihnen zu, wenn sie aus der Schule über aggressive Vorfälle erzählen, die ihnen Angst machen. Sprecht mit den Lehrern, der Schulleitung, einem Psychologen.

Lasst Eure Kinder nicht zu Mitläufern werden, weil sie sich davor fürchten, selber Opfer zu werden.

Bitte ermuntert Eure Kinder mit Opfern Allianzen einzugehen, damit alle lernen, dass man in einer Gemeinschaft auf Unterstützung hoffen kann. Denn diese erhalten Eure Kinder dann auch, wenn sie sie selbst einmal brauchen sollten.

Wir alle wollen eine Welt ohne Gewalt und wir alle müssen etwas dafür tun.

Hilfe bei Mobbing

Informationen zum diesem Thema, das sehr viele Kinder betrifft – immerhin erfuhren fast die Hälfte aller SchülerInnen dies bereits am eigenen Leib – gibt es an verschiedenen Stellen.

Zunächst sollte der/die KlassenlehrerIn angesprochen werden, auch zusammen mit der Schulleitung, falls nötig.

Weitere Hilfen, falls die Schule überfordert sein sollte, können über den/die SchulpsychologIn, Erziehungsberatungsstellen, das Jugendamt und den Kinderarzt erwirkt werden.

Sicherlich ist auch das jeweils zuständige Schulamt ein Ansprechpartner.

Online findet man gut Informationen hier:

Ministerium für Schule und Weiterbildung

Schüler gegen Mobbing

Schüler Mobbing Portal

Betreut

Zudem gibt es zahlreiche Bücher zum Thema und auch einige, die sich direkt an die Betroffenen richten und ihnen Tipps geben, wie sie sich selber wehren können.

Eines davon wird hier vorgestellt:

www.poehm.com (Seite des Autors)

Hier geht es zur Blogparade #NoMobbing, mit deren Hilfe wir Erfahrungen austauschen und einander unterstützen möchten.


Selbstverständlich haben wir kein Geld bekommen, um Empfehlungen auszusprechen, sondern tun dies aus eigener Motivation und Respekt vor dem Thema, um anderen zu helfen.

 

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83 Gedanken zu “Mobbing: Brief einer Mutter an ihr Kind

  1. Oh. Mein. Gott. Ich würde mich gerade gerne zum Samstag zurückbeamen und Euch alle dolle drücken!!!
    Genau so ging es mir in der Schule… Mir haben sie Kreise und sogar Büroklammern bis hin zu Pins, deren Nagel meine Zunge durchbohrte.
    Damals lag ich acht Wochen im Krankenhaus. Die glücklichsten acht Wochen meiner Jugend.
    Und wenn ich heute zurück blicke, dann kann ich Deva Recht geben, der immer sagt, dass die anderen gerne einen so dermaßen mobben, wenn sie Angst vor dem Wissen, der Intelligenz oder einfach einem Talent haben. Angst davor, selber nicht genug gesehen zu werden.
    Diese Kinder sind allesamt in ihrem Selbstwert gestört. Und zwar sehr krankhaft. Und treten dann auf die Kinder, die keine Agressionen in sich tragen, weil ihre Eltern ihnen Liebe schenken. Und ja, vielleicht ist es die Liebe, die die anderen Kinder spüren und auch gerne hätten. Also leidet ein Kind heute entweder unter ElternliebeMANGEL oder unter Mobbing… So traurig. Wenn du mal mit Deva reden möchtest, rufe einfach an:-*

    Liebe Grüße Mira

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    • Liebe Mira,

      ich drücke Dich dann auch gleich mal virtuell zurück.
      Auch ich wurde als Kind gemobbt, geprügelt, ausgegrenzt und tagtäglich auf diverse Weise gedemütigt. Ich kenne das. Aber im Krankenhaus war ich deshalb nicht – ich bin fassungslos – Du Arme!

      Ich habe unserer Nummer 2 auch erklärt, wieso die Anderen das tun. Das tröstet ein Kind natürlich nur bedingt. Ihr Verstand erfasst es, aber das Herz schmerzt dennoch. Diese dauernden Attacken zerren sie immer wieder aus der inneren Einheit, die sie eigentlich mal war. Die Mobbingtäter sind allesamt mit sehr tief sitzenden Komplexen ausgestattet – da stimme ich Deva ganz deutlich zu. Mangel an Liebe, Zuwendung, Vertrauen und vor allem dem Mangel an Selbstwert.
      Und das schlimmste ist der Mangel an Empathie. Kinder, die wirklich leiden in ihrer Kindheit (das habe ich ja auch) greifen andere eher nicht an, sondern werden selber auch noch zum Opfer der eigenen Peer Group. Ganz furchtbar.
      Es werden so viele Ebenen verletzt und gestört. Anschließend wird das Ganze abgetan, heruntergespielt und als „Späßchen“ etikettiert.

      Ich danke für das Gesprächsangebot – wobei ich nur sehr ungern telefoniere, sondern lieber schreibe 😉

      Ganz liebe Grüße an Dich und Deva ❤

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  2. Lareine, ich sitze hier und habe Tränen in den Augen und bin unfassbar wütend für deine Tochter. Wie mag es euch da erst gehen?

    P.S. Wenn ihr näher an die Geburtstadt zieht, dann ist das doch die Landeshauptstadtm oder? Wenn ja, dann würde ich dich/euch doch gerne mal auf einen Kaffee treffen.

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    • Liebe liebe Kathi,

      ganz herzlichen Dank für Dein Mitgefühl. Es tut gut, endlich nicht mehr alleine mit all der hilflosen Wut zu sein.

      Die Geburtsstadt ist Dinslaken, nicht Düsseldorf. Aber auch das ist nur ne dicke halbe Stunde von Düsseldorf entfernt – und eine Tasse Kaffee zusammen zu trinken klingt sehr schön! Wollen wir das mal angehen?

      Sei ganz lieb gegrüßt<3

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  3. Hallo,
    Ach je. Was für eine Horrorsituation für deine Tochter und euch alle. Ich fühle da sehr mit, ich wurde in der Schule auch gemobbt, auch weil ich „zu gut“ in der Schule war. Meine Schule war da immerhin hilfreicher: der einzelne (sicher auch ein großer Unterschied) Junge, der das damals tat, wurde für zwei Wochen vom Unterricht ausgeschlossen. Danach war Ruhe, auch wenn er noch ne Weile mit den Zähnen knirschte. Und schnell ein neues Opfer hatte, das aber stabiler damit umging als ich es konnte und außerdem stand der Mobber ja schon unter verschärfter Beobachtung. Trotzdem wurde es für mich in der Schule erst richtig gut, als mit der 11. Jgst. unsere Klasse aufgelöst wurde.
    Für euch und vor allem deine Tochter hoffe ich mit dem Umzug und Schulwechsel auf Besserung. Und ich wünsche ihr, dass das Mobbing noch keine allzu tiefen Wunden hinterlassen hat.
    Darf ich fragen, ob du den Artikel der Schulleitung oder den Eltern der Mobber zukommen lassen wirst? Nach dem Schulwechsel, versteht sich? Vielleicht rüttelt sie das mal wach?
    Liebe Grüße –
    R. Rabe

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    • Hallo liebe Frau Rabe,

      ich kenne diese Erfahrungen ja auch selber aus meiner Kindheit. Und ja, ab der Jahrgangsstufe 11 war es auch bei mir dann wirklich großartig!

      Ich hatte mich auch gefragt, ob die Schulleitung das lesen sollte – aber sie kennen meine Schilderungen des Leidens unserer Tochter und es bewegte sie im Gespräch nicht sichtbar. Der Direktor schien nur schockiert darüber, was seine Mitarbeiterin (die erste Klassenlehrerin) so alles gesagt hat. Wies es aber mit der Parole „Ich war ja nicht dabei und so kenne ich die Mitarbeiterin auch nicht“ schön von sich. Nur sah ich ihn aus dem Augenwinkel mehrmals sich heftig durch das Gesicht reiben. Da war also schon eine Reaktion.
      Aber keinerlei Mitgefühl. Die Schule will ihr System und sich schützen. Und nicht Mitgefühl für ein Kind haben. Jeder hat seine Prioritäten …

      Und die Eltern der Täter weisen alles von sich, beziehungsweise ihren Kinder („Nein, so etwas macht mein Sohn nicht, so ist der einfach nicht. Das kann ich mir nicht vorstellen“…)

      Einem der Mobber (Jener, der sagte „Ich mach dich fertig bis du heulst!“/der Klassensprecher) hatte Nummer 2 mal wütend die Brille heruntergerissen und zertreten, da rief seine Mutter mich erbost an und meinte, ihr armer Sohn hätte mal wieder zur falschen zeit am falschen Ort gestanden und er sei ja auch selber ein Opfer. Da sagte ich ihr, dass viele Opfer zu Tätern würden, um eben nicht mehr Opfer sein zu müssen. Diese Aussage versuchte sie dann immer wieder einfach zu übergehen. Kein ertragreiches Gespräch für sie, denn sie hatte wohl gehofft, ich würde mich entschuldigen. Wir haben stattdessen nur die Brille bezahlt und mitgeteilt, dass ihr Sohn vom Opfer zum Täter wurde und sich unsere Tochter lediglich endlich mal gewehrt hat. Wollte sie nicht wahrhaben, aber sie konnte gegen diese Information auch nichts tun …

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  4. Lareine, Ihr tut das einzig Richtige. Es ist schlimm, dass so oft die Eltern des gemobbten Kindes so starke Veränderungen auf sich nehmen müssen. Das liegt an einem System der Feigheit, das Opfer immer weiter demütigt. Ich würde in so einer Situation genauso handeln wie Ihr. Und ich kenne einen Fall, in dem eine Mutter ihr Kind ebenfalls auf eine andere Schule getan hat und es diesem Kind dort sehr gut geht. Mich berührt dieser Beitrag heute ganz besonders, weil ich momentan ebenfalls gemobbt werde, im Job. Es läuft erst seit ein paar Tagen, aber es kostet sehr viel Kraft und Schlaf. Wenn man so etwas dann auch noch bei seinem Kind mit ansehen muss, ist das schrecklich. Ich werde mir das für mich auch nicht lange bieten lassen, im Zweifelsfall werde ich kündigen. Das steht für mich schon jetzt fest. Ich finde auch Deinen Textteil an die Eltern sehr gut. Jeder Elternteil muss in Betracht ziehen, dass das eigene Kind theoretisch auch zu den Mobbern oder den Mitläufern gehören kann. Wenn sich jemand in einer solchen Sache an mich wendet, werde ich der Sache auf den Grund gehen. Alles Liebe für Euch!

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    • Oh Mann, es kann wirklich jeden treffen – ganz gleich, wie alt man ist …
      Schlimm, was man wegen der Komplexe Anderer alles auf sich nehmen muss. Nur damit jemand aus Sadismus, Langeweile oder Minderwertigkeitsgefühlen sich auslassen kann. Unfassbar.

      Ja, die Schule ist zu feige, wirklich hinzusehen. Sie wollen gar nicht wissen, wie es Nummer 2 geht, denn dann wüssten sie, wie stark der Handlungsbedarf in Wahrheit ist. Sie wollen sich auch nicht mit den Eltern der Täter herumärgern, denke ich. Das vermeiden sie bewusst bis jetzt.
      Weil das eben nichts außer Leugnungen bringt. Niemand scheint da genug Mut zu haben, mal beherzt eine Grenze zu setzen und ein Kind zu beschützen …

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      • Dann hat die Schule einen ihrer Grundaufträge nicht erfüllt! Ich hoffe, dass den nicht handelnden Verantwortlichen das alles nochmal richtig auf die Füße fällt. Aber dann seid Ihr schon weg. Ich habe übrigens gerade weiter an meinem Mobbingtagebuch geschrieben. Schade dass ich es führen muss. Aber ich werde denen demnächst so viel Stress wie möglich machen. Seit ich ein Kind habe, lasse ich mir nicht mehr alles bieten! Das wissen die nur noch nicht ;-).

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  5. Es tut mir so leid zu lesen, wie sehr Dein Kind verletzt wurde. Das muss für Euch beide so unerträglich sein. Leider wird Mobbing immer seltener als Ausnahmezustand wahrgenommen,es wird eben hingenommen und man hat das Gefühl, dass fast alle Beteiligten resignieren. Ich erinnere mich noch an das Lehramtsstudium, als ich meine erst Förderklasse bekam und dort einmal in der Woche Unterricht gab. Sechste Klasse, Gesamtschule, Englisch. Und dann steht da schon in der ersten Woche dieses völlig verzweifelte Mädchen und erzählt, dass die anderen sie schlagen und treten und drohen sie nach der Schule zusammenzuschlagen. Was sollte ich da tun? Dafür hatte mich noch Niemand ausgebildet. Und warum ging sie nicht zum Klassenlehrer? Ich hab es dem Klassenlehrer erzählt aber von ihm bekam ich nur die Antwort „Wenn wir es nicht direkt mitbekommen, können wir Nichts tun.“ Und das hab ich Ihr dann mit schlechtem Gewissen in der nächsten Woche gesagt „Es tut mir leid, aber wenn ich es nicht sehe oder höre…“ Und dann ist es passiert, vielleicht am selben Tag, vielleicht in der Woche danach: ich sortiere in der Pause meine Unterlagen und sie steht direkt neben mir, vielleicht weil sie sich sicherer fühlte, vielleicht weil sie geahnt hat, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde. „Nachher an der Bushaltestelle mache ich dich fertig!“ zischt ihr ein Junge aus der Gruppe entgegen. Ich konnte es nicht fassen. Hat er mich etwa nicht gesehen? War es ihm egal? Ich bin total ausgerastet. Hätte nie gedacht, dass ich ein Kind so anbrüllen könnte. Als er da dann so ganz klein mit Hut vor mir stand, tat er mir sogar leid. Vor mir selbst war ich jedenfalls total erschrocken. Ich hatte mir doch am ersten Tag vorgenommen, nie ein Kind anzuschreien, so wie ich es bei einem anderen Lehrer gesehen hatte. An diesem Tag wurden die Zweifel laut, ob der Lehrerberuf das Richtige für mich war. Ich habe trotzdem noch 2 Jahre Förderunterricht gegeben, nie wieder ein Kind angebrüllt, aber wenn Du in eine Klasse gehst und schon nach 15 Minuten fast eine Schablone der üblichen Klassenhirarchie auflegen kannst „Das ist das Alphatier, was er /sie sagt gilt. Wenn er /sie nicht mitzieht, kannst Du die anderen auch vergessen.“ oder „Dieses Kind ist der/die Außenseiterin. In den Pausen redet er/sie nur mit Dir, die anderen hassen ihn/sie dafür nur noch mehr. Aber was sollst Du tun? Ein Kind abweisen, das schon von allen anderen nur Ablehnung erfährt?“ Ich habe mich nicht zuletzt dewegen gegen den Lehrerberuf entschieden. Ich bin nicht aus dem richtigen Holz geschnitzt und gebe es lieber zu, als KInder darunter leiden zu lassen. Studienberatung ist zwar auch nicht ganz einfach, aber man fühlt sich nie derartig hilflos.
    Dir und all Deinen Lieben wünsche ich von Herzen einen guten Neustart. Meine Daumen sind gedrückt.

    P.S.: Schön zu lesen, dass es Dir ab der 11. Klasse gefallen hat 😉

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    • Ich danke Dir sehr herzlich für Deinen Kommentar. Er ist sehr interessant zu lesen. So aus Ex-Lehrer-Sicht.

      Ja, es wird hingenommen, zum Alltag gemacht. Das ist ein so falscher Ansatz. Wir integrieren Gewalt, Demütigungen und Verletzungen anstatt Zeichen dagegen zu setzen und die Kinder zu einer guten Entwicklung zu geleiten.

      Ich finde Deinen „Ausraster“ übrigens wunderbar. Er ist authentisch, kam aus echtem Mitgefühl und zeigt ein hohes Gerechtigkeitsempfinden. Also bist Du in der Tat vielleicht an einer Schule nicht gut aufgehoben gewesen, denn all diese Eigenschaften hätten es Dir vielleicht sehr schwer gemacht, die Gewalt ebenfalls zu bagatellisieren.
      Spricht für Dich, nicht gegen Dich. Schön, dass der Angreifer Gegenwind bekam und eine Grenze. Etwas Besseres konnte auch ihm selbst nicht passieren.

      Ganz liebe Grüße und lieben Dank für Deine guten Wünsche❤️

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  6. Liebe lareine,
    wie schrecklich ist das denn bitte alles? Ich drück euch die Daumen, dass durch den Umzug diese unerträgliche Situation ein Ende findet!
    Würden Kinder in der Schule ausnahmsweise wirklich was fürs Leben lernen, dann müssten LehrerInnen und SchülerInnen Strategien, Hilfmittel und Persönlichkeiten dargereicht werden, um diese Konflikte gar nicht erst so monsterhaft gross werden zu lassen. Dann hätten alle was fürs Leben gelernt. (Da hätte meine Klasse vor 20 Jahren auch was gelernt, wobei Mobbing kein Thema war, sondern eher leistungsorientiertes Einzelkämpferdasein ohne Teamplaying).
    Ich wünsche euch (unbekannterweise, als stille Leserin) das Beste!
    Kerstin

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    • Liebe Kerstin,

      ich freue mich sehr über Deinen Kommentar – das Thema holte Dich also aus der stillen Leserschaft. Es ist auch wirklich ein sehr schlimmes und berührendes Thema …

      Ich stimme Dir sehr zu: Etwas für das Leben zu lernen wäre wunderbar. Leider geschieht das selten und wenn, dann in kleinem Rahmen durch engagierte Lehrer.

      Über die Hoffnungen, die wir mit dem Neuanfang durch den Umzug verbinden, denke ich, dass es ohnehin nicht schlimmer kommen kann. Es wird besser werden, das spüre ich.

      Ganz liebe Grüße ❤️

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  7. Ich gebe zu, dass ich jetzt nicht alles gelesen habe, aber weil ich zufällig auch die Anzeige des Hausverkaufs gesehen habe (und mich in das Haus gleich verliebte…), sind mir nun auch die möglichen Schattenseiten klar geworden, wenn man im kleinstädtischen Bereich gar keine Wahlmöglichkeiten mehr hat. Insofern, wie andere es hier auch sagen, in den rheinischen Großsstädten ist sicherlich mehr Platz für eines jeden Eigenarten, die ja in ihrem Zusammenspiel gerade die Reichhaltigkeit des Lebens ausmachen. Guten Neubeginn. Rechtzeitig.

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    • Lieber Andreas,

      ja, das Haus ist auch zum Verlieben…
      Und ebenso ja: Die Kleinstadt muss einem einfach liegen. Also nicht diese im Besonderen, sondern das „Gesamtkonzept“. Es ist wie ein Dorf oder eine Ansammlung aus Dörfern, die zusammen eine Stadtgröße ergeben.
      Die Stadt, in die wir ziehen wollen, kennen wir und das gibt uns wirklich Sicherheit. Wir haben dort gelebt, mein Mann wuchs dort auf und wir machen uns keine so großen Sorgen, uns integrieren zu können.
      Danke für die guten Wünsche zum Neubeginn 🙂

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  8. Hi, als ich den Text las fühlte mich so an meine Schulzeit erinnert. So einen ähnlichen Brief habe ich von meiner Familie auch bekommen. Mit allem was Sie an mir mögen. Damals konnte ich es nicht annehmen, aber heute habe ich ihn immer noch. Ich finde es so schlimm das es immer noch genauso ist wie damals bei mir mit dem System
    Es macht mich wütend und traurig zugleich. Ich weiß was für tiefe Spuren das hinterlässt und hoffe wirklich das ihr nach dem Umzug zur Ruhe kommt. Bei mir ging das ganze von der 3 klasse bis zu meinem Abschluss 2011. Den Grundstein legte damals sogar meine Lehrerin selbst.
    Ich war so fertig das ich sogar die schule verweigerte. In den Gesprächen wurde mir aberkannt das ich Angst vor der Schule habe vor dem was da passiert. Ich hatte eine Hauptschul Empfehlung, habe dann meinen Realschul Abschluss mit einem Durchschnitt von 2,1 gemacht. Das alles habe ich meinem Klassenlehrer der letzten zwei Jahre zu verdanken. Er stellte sich zuverlässig vor mich.
    Ich hasse schule bis heute und auch dieses verdammte Benotungssystem. Es wird niemanden gerecht vorallem nicht Menschen die so Feinfühlig sind. Ich habe mich mit all dem lange auseinander gesetzt und merke das es mir erst jetzt in einigen Bereichen wirklich besser geht. Ich habe einen Beruf gefunden den ich liebe, für den ich aber zwei mal die Woche zur Berufschule muss. Dort geht es mir gut, ich halte es aber nur aus weil ich weiß es hat bald ein Ende im Mai nächsten Jahrs habe ich meine Abschlussprüfung und dann kann ich endlich arbeiten und muss nie wieder zur Schule! Als Heilerziehungspflegerin kommen mir meine Erfahrungen sogar zu nutze. Den ich weiß wie es dem Menschen mit Behinderung mit der ggf Ausgrenzung geht. Ich verstehe vieles was Menschen den das nicht passiert nicht verstehen.
    Mittlerweile weiß das ein zu ordnen.

    Ihr macht aber genau das richtige. Ich wüsste nämlich nicht wo ich ohne den Rückhalt meiner Familie stehen würde.
    Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, aber man kann ihn gewinnen.
    Ich hoffe für euch das ihr das durch den Schul und Wohnortes Wechsel tut.
    LG Nicole

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    • Liebe Nicole,

      ganz herzlichen Dank für Deinen Kommentar.
      Es klingt „von außen“ sehr schön, dass Du auch so einen Brief bekommen hast und wie er letztlich doch auf Dich wirken konnte. Auch unsere Tochter sagte, der Brief habe sie sehr berührt.

      Wie toll, dass Du doch noch Deinen „wahren“ Leistungen entsprechend einen so guten Abschluss machen konntest und doch Unterstützung gefunden hast. Du wirst als Heilerziehungspflegerin eine Bereicherung für Menschen mit Behinderungen sein – eben weil Du Dich sicherlich in sie hinein fühlen kannst, wenn es um Ausgrenzung und Vorurteile geht.

      Ich wünsche Dir alles Gute für die Ausbildung und vor allem die kommende Abschlussprüfung 🙂

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  9. Dieser Brief hat mich so sehr an meine eigene Schulzeit erinnert, dass ich jetzt mit rasendem Puls und nassgeschwitzten Händen hier sitze. Auch ich wurde übelst gemobbt, meine ganze Schulzeit lang.

    Der Tag, der mir am meisten Befriedigung gegeben hat: Als ich später, am Uni-Campus, einen der Anführer gesehen habe. Ich stand in einer großen Runde von Freunden, die ich im Studium kennengelernt hatte, er schlurfte allein über den Campus. Der unverhohlene Neid in seinem Blick!

    Aber klar: während der Schulzeit, in der 30 rein zufällig zusammengewürfelte Menschen gezwungen sind, bis zu 40 Stunden/Woche gemeinsam zu verbringen, mag es funktionieren, die anderen derart einzuschüchtern, dass sie einem in den A…. kriechen. Später, wenn man sich die Leute, mit denen man Zeit verbringt, frei aussuchen kann, steht man mit so einer Taktik schnell alleine da.

    Übrigens: schon zum 5jährigen Klassentreffen waren die Email-Adressen der Mobber seltsamer Weise nicht zu eruieren…

    Das traurige Fazit unserer Klassensituation sieht allerdings auch drastisch aus: 1 Schüler setzte im vorletzten Schuljahr aufgrund psychischer Probleme ein Jahr aus. 1 Schüler war nach dem Schulabschluss für zwei Jahre in stationärer psychiatrischer Behandlung. 1 Schüler entwickelte erst eine eigene Persönlichkeit, nachdem er die Schule abgeschlossen hatte. Im Laufe der letzten 8 Schuljahre wechselten 20 SchülerInnen die Schule. Ich hatte seither schon mehrere depressive Episoden und nehme auch derzeit Medikamente dagegen. Und selbst bald 20 Jahre später analysiere ich unterbewusst jede neue Gruppensituation in die ich gerate und überlege mir strategisch, mit wem ich in welcher Form und wann Kontakt aufnehme, um mich mit den Alphas gut zu stellen.

    Ich wünsche Euch als Familie und vor allem der Tochter von ganzem Herzen einen erfolgreichen und heilsamen Neubeginn. Ich drücke die Daumen, dass der Fluch damit wirklich zu Ende ist!

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    • Liebe Lis,

      es ist schockierend zu lesen, wie tiefgreifend die Verletzungen sind. Obwohl ich das natürlich eigentlich weiß und auch selber erfahren habe. Daher starten wir nun ja auch eine Blogparade zu diesem Thema: Alle (ehemaligen, aktuellen) Opfer können sich ein wenig befreien, indem sie darüber sprechen. Wir hoffen, dass dadurch ein gutes Gefühl entstehen kann, nicht alleine damit zu sein.

      Ich finde Deine Beobachtung bemerkenswert: Der ehemalige Mobber hatte wohl nicht genug Charakter oder/und Sozialkompetenz, um auf andere Weise Aufmerksamkeit und Kontakte/Freundschaften zu erhalten als durch Einschüchterung. Ja! Da hast Du wohl Recht.

      Und was da aus Eurer Klasse wurde ist ebenfalls schrecklich: Pschiatrische Behandlung, psychische Probleme, unterdrückte Persönlichkeitsentwicklung … schlimm!

      Das vorsichtige Abchecken einer Gruppensituation kenne ich auch. Auch heute noch bin ich unsicher in neuen Gruppen, sehr sogar. Und beobachte erst einmal genau. So erlebte ich es wieder bei meiner recht frisch gestarteten Ausbildung (Heilpraktikerin für Psychotherapie): Die Gruppensituation am ersten Seminartag machte mir wirklich Pulsrasen und dabei stellte es sich als sehr harmonische Gruppe heraus. Aber zuerst hatte ich wirklich mal wieder ganz schön inneren Stress …

      Lieben dank für Deine guten Wünsche ❤

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  10. Unfassbar!!! Und das in unserem reichen Deutschland!? Die Aussage des Kinderarztes trifft es da auch ganz gut, wie ich finde!
    Erschüttert bin ich auch von der Altersklasse in der das schon passiert 😨
    Mir ging durch den Kopf: was würde passieren, wenn Eure Tochter zu Hause lernt? Offensichtlich kann Sie das doch gut,oder?! Zumindest solange ihr was neues habt?!
    Ich kann Deine Wut so gut nachvollziehen…sie stieg mir beim lesen schon hoch…
    Die Dummheit der Menschen ist einfach grenzenlos.
    Ich bin mir allerdings sicher: Wer zuletzt lacht, lacht am Besten! Wenn Eure Tochter, dank Eures großen Rückhaltes es schafft durch diese „Flammen“ zu gehen, wird sie einmal dahin schaffen, wovon die Anderen nur träumen können…
    Ich wünsche ihr und euch von ganzem Herzen, dass Sie sich selbst in ihrem Herzen bewahren kann und es zu gegebenem Zeitpunkt wieder heraus lässt, um sich den Menschen zu zeigen die es verdient haben zu sehen,was für ein wundervoller Mensch in ihr lebt.
    Halte durch liebes Kind!!!

    P.S.: Beim Kaffee wäre ich gerne dabei…

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    • Hey meine Liebe,

      wow, tausend Dank für Deine stärkenden und sehr rührenden Worte ❤

      Einmal mehr habe ich feuchte Augen vor Rührung – so viel Gutes und Liebes lese ich seit ich den Artikel gestern veröffentlichte. Ich lese heute alles zusammen mit Nummer 2, damit die heilsamen Worte auch bei ihr wirken können – bei mir tun sie es schon …

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  11. Jetzt, nach dem Lesen, merke ich erst: Mir laufen gerade die Tränen. Das ist ein bitterer Ausflug in meine eigene Vergangenheit – und ich wünschte, ich hätte Eltern wie Euch an meiner Seite gehabt.

    Ich kann gerade gar nicht viel sagen, weil es in meinem Kopf so wirbelt. Nur soviel: Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen, aufregenden, friedlichen und bunten Neubeginn ❤

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    • Liebe Liz,

      oh Mann … so viele haben es selber in der Kindheit erlebt (ich selbst ja auch) und es tut mir gut, wenn Du schreibst, dass Eltern wie wir es sind wünschenswert gewesen wäre. Zugleich aber tut es mir leid, denn Du hast anscheinend keine solchen gehabt. Ich übrigens auch nicht – da bist Du nicht alleine …

      Ganz lieben Dank für Deine herzlichen Wünsche zu unserem anstehenden Neubeginn ❤

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  12. Pingback: #NoMobbing-Eine Stimme für Opfer und Täter ~ Glucke und So

  13. Ich heule auch! Dein Mädchen kommt mir total stark und wunderbar vor. Ich finde es ganz wunderbar, dass ihr mit ihr ein neues Umfeld sucht und wünsche Euch ganz viel Kraft und Spaß am Neuanfang. Gibt es denn keine Möglichkeit, dass sie nicht einfach krankgeschrieben wird, wenn sie so leidet? So intelligent wie sie ist! Aber, ich weiß schon, das ist alles nicht so einfach. Ganz liebe Grüße, Verena

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    • Liebe Verena,

      danke für Deine Worte. Ja, sie ist sehr stark – auch wenn sie in der Tat inzwischen recht „abgekämpft“ ist.
      Ich könnte sie sicherlich krankschreiben lassen und ab und an ließen/lassen wir sie auch einige Tage mal zuhause. Aber danach ist es um so schwieriger, sie überhaupt noch zu motivieren, die Schule zu besuchen …

      Liebe Grüße auch an Dich ❤

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  14. Liebe Lareine,

    wir kennen uns nicht. Ich bin zufällig auf diesen Beitrag gestoßen. Aber ich konnte nicht einfach kommentarlos Deine Seite verlassen. Ich bin fassungslos, was Deine Tochter durchmachen muss. Mobbing ist so eine teuflische Angelegenheit. Manchmal glaube ich, man muss seinem Schicksal dankbar sein, wenn man verschont bleibt.

    Mir ist es auch passiert, als ich in der 7. Klasse einer Gesamtschule war. In der Klasse galt ich nicht zu den coolen, beliebten Schülern. Ich war ihnen zu intelligent, wurde als Streberin abgehakt. Aber in Ruhe gelassen. Aber 3 Mädchen aus dem Jahrgang über mir, mit denen ich eigentlich nichts zu tun hatte, haben mich auserkoren, ihr Opfer zu werden. Und das hatte nichts damit zu tun, dass sie Angst vor meiner Intelligenz gehabt hatten, sie ist ihnen ja nie in Quere gekommen. Es gab eine Anführerin und 2 Mädchen, die die Handlangerdienste übernommen haben. Und wenn ich so über die beiden nachdenke, dann sind das ebenfalls die typischen „Opfer“, die auf diesem Weg versucht haben, selber den Kopf aus der Schlinge zu bekommen. Sie lauerten mir überall auf. In den Pausen, auf der Toilette, vor der Schulbücherei – drinnen hatte man sie nie gesehen 😉 –, ich hatte keine Chance, Ihnen zu entgehen. Und ich traute mich nicht, es meinen Eltern oder den Lehrern zu erzählen. Aber als sie mir eines Tages im Treppenhaus auflauerten und mich eines der Mädchen die Treppe runtergeschubst hatte, da gab es dann einen Wendepunkt. Ich bin nach Hause und habe erklärt, dass ich diese Schule nicht mehr betreten werde. Und da ich immer gerne hingegangen war, war ihnen klar, dass etwas massives geschehen sein musste. Nach langem Nachfragen, habe ich es Ihnen dann erzählt.

    Es gab Gespräche mit meiner Klassenlehrerin, dem Stufenleiter und deren Klassenlehrer, es gab einen 2wöchigen Schulverweis für die Mädchen, ich glaube als Folge einer Schulkonferenz, und das Verbot, sich mir zu nähern oder mich überhaupt nur anzusprechen. Danach wurde es tatsächlich besser. Ich hatte zwar anfangs noch Angst, aber sie wurde kleiner. Ich hatte das Glück, dass die 3 sich an das Verbot gehalten haben. Ich weiß nicht, wie es mir ergangen wäre, wenn das nicht der Fall gewesen wäre.

    Die Kraft, die Deine Tochter aufbringt und den damit verbundenen Mut, kann ich nur bewundern! Ich weiß nicht, ob es mir gelungen wäre, diese Situation (die deutlich schlimmer ist, als meine damals) so lange auszuhalten. Beim Lesen musste ich weinen und jetzt gerade muss ich es schon wieder. Mein erster Gedanke war, dass ihr dort wegziehen müsst, um Deiner Tochter eine Chance auf eine glücklich(ere) Kindheit zu bieten. Ich war sehr erleichtert, als ich beim Lesen an der Stelle ankam, in der Du genau dies dann geschrieben hast. Ich hoffe sehr, dass Deine Tochter wieder Vertrauen zu anderen Jugendlichen und zu Lehrern und Schule fassen kann.

    Ein anderer Gedanke kam mir noch. Du schreibst, es sind nur Jungen, die Deine Tochter mobben. Wäre denn dann für Deine Tochter nicht eine reine Mädchenschule eine Lösung? Zumal sie doch offensichtlich sehr intelligent ist. In einer Mädchenschule können Intelligenz und Klugheit bei Mädchen viel besser gefördert werden. Da ich selber aus Düsseldorf komme, weiß ich, dass es zum Beispiel in Düsseldorf solche Mädchenschulen gibt. Als Mutter kann ich sehr gut nachvollziehen, wie sehr man mit seinen Kindern leidet. Und auch unter der Machtlosigkeit, nichts tun zu können. (Habe mich bei dem Gedanken ertappt, ob ich nicht sogar in die Klasse gegangen wäre, und angefangen hätte die Mobber zu bedrohen… sorry, aber in dem Fall, steht mein Kind einfach an allererster Stelle.)

    Ich wünsche Deiner Tochter alles erdenklich Gute für ihre Zukunft und noch ganz viel Kraft, die letzten Wochen durchzustehen. Und euch als Familie ebenfalls.

    Und noch zum Schluss ein ganz großes Lob: Ich finde es toll, was Du alles versuchst hast, um Deiner Tochter zu helfen. Deine Tochter hat großes Glück mit Dir als Mutter. Du bist immer für sie da und kämpfst. Und Deine Familie mit, denn ihr alle tragt zusammen den Entschluss des Umzugs. Eine Einheit – so wie Familie sein soll. Bravo!

    Alles Liebe für euch,
    Sonja

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    • Liebe Sonja,

      unfassbar, dass man in der Schule angegriffen und die Treppe runtergeschubst wird! Wenn ich so etwas lese, bin ich immer wieder fassungslos. Und das gilt dann irgendwie als alltäglich! Unglaublich.

      Ich hoffe auch, dass unsere Tochter den Mut und das Selbstvertrauen aufbringen wird, aber ich glaube schon. Sie ist in letzter Zeit in der wir noch mal massiv Druck auf die Schule ausgeübt haben, ein wenig wieder aufgeblüht. Und dann bekam sie noch ihren geliebten Hund (es war Liebe auf den ersten Blick – ein winziger, beschützenswerter Pudel, dem das Leben auch übel mitgespielt hat). Es tut ihr gut, diesen Begleiter zu haben.

      Und dennoch sehe ich natürlich genau, welche Verletzungen das Mobbing hinterlassen hat. Es wird viel Zeit brauchen, das heilen zu lassen und diese Zeit wird sie bekommen.

      Eine Mädchenschule wäre vielleicht eine Idee – allerdings sind diese zu weit entfernt, um sie tagtäglich zu erreichen. Ich denke, die Schule, die mein Mann selber besuchte, ist eine gut Möglichkeit und auf diese setzen wir nun.

      Ich danke Dir von Herzen für Deine Wünsche und auch Dein schönes Lob an uns als Familie – es tut sehr gut, so etwas zu lesen ❤

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  15. Ich bin fassunglos. Es tut mir so, so leid für Deine Tochter und auch für Euch als Eltern. Ich hätte mir das damals sehr gewünscht, dass mich jemand so gut versteht. Ich habe die Schule gewechselt (auch mit 13) und es war das Beste, was mir passieren konnte. Die Verletzungen sitzen tief und ich merke an so vielen Dingen noch heute, was diese Zeit mit mir gemacht hat, aber ich konnte an dieser anderen Schule auch so viel Gutes nachholen von dem ich heute noch zehre. Genau das wünsche ich Deiner Tochter auch!

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    • Liebe Melanie,
      ich glaube, gerade weil mir elterliche Unterstützung auch fehlte, weiß ich erst recht, wie wichtig sie ist…

      Wie schön, dass Du doch noch Schönes nachholen und so wenigstens noch einige Jahre eine schöne Schulzeit erleben konntest.

      Ganz herzliche Grüße an Dich❤️

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  16. Das könnte meine Geschichte sein. Fast komplett. Inklusive Arbeitsverweigerung, weil zu leicht, dummen (ehrlich!) Lehrern und einem Beginn in der Grundschule… Nur dass wir nicht weggezogen wünscht (und ich hab es mir soooo sehr gewünscht). Zusätzlich hab ich weniger Stärkung durch meine Eltern erhalten (wirklich, was ihr eurer Tochter gebt, ist Gold wert!)
    Ich hab nach der 11. Klasse die Schule gewechselt und im Kleinen hat sich die Geschichte wiederholt. Leider. Erst mit dem Studium kam der Befreiungsschlag.
    Ich fühle ich inzwischen sehr im Leben angekommen (auch im sozialen ;-)) und trotzdem prägt mich diese Erfahrung (bei mir war es neben der Schule noch das gesamte Dorf). Jetzt erwarte ich gerade meine zweite Tochter und beobachte meine zurückhaltende und gleichzeitig willensstarke und temperamentvolle große Tochter mit stolz und gelegentlich Sorge. Ich hoffe, ihr mehr geben zu können, was sie schützt. Ich hoffe, nie als Mutter eine Erfahrung wie die deinige zu machen.

    Ich drücke euch so sehr die Daumen für den Umzug!
    Sag deiner mittleren: man überlebt es, es wird besser! Das Leben wird schön und sie hat alle Kraft dazu! Sie weiß das bestimmt innerlich – so liest es sich. Ich wusste es immer und es kam so! Ganz wirklich!

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    • Hey hallo,

      ich glaube auch, dass Nummer 2 sich seelisch wieder „entknittern“ wird.

      Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie Du befürchtest, Deiner Tochter nicht alles Schützende mitzugeben. Aber Mobbing passiert ja nicht allen Kindern. Klar, man hat Angst davor, aber zwei meiner drei Schulkinder werden nicht gemobbt. Und unsere Älteste leidet nur darunter, weil sie eben ausgegrenzt ist, weil sich niemand aus der Klasse so recht traut, mit ihr zu sprechen. Sie würde vermutlich ganz normal zur Schule gehen, wenn sie nicht mit ihrer Schwester die Klasse gemeinsam besuchen würde. Also keine Angst!

      Ich wünsche Euch von Herzen, dass die Schulzeit angenehm wird und keine solchen Vorfälle vorkommen.

      Nummer 2 hat Deine Worte gerade gelesen und sich gefreut. Diese Ermutigung tut ihr gut. Lieben Dank dafür ❤

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      • Danke für deine lieben Worte! Ich hab vorhin zu meinem Mann gesagt: ich wünsche, sie werden nie gemobbt aber auch nie mobben (was auch nicht leicht ist. Ich hab so eine Freundin seit der 5. Klasse, die nie mitgemacht hat. Mein Mann war auch so einer. Beide mussten das aushalten)

        Falls du deinen Beitrag noch editieren kannst, magst du statt meinem Vornamen mein Pseudonym nutzen? Das wäre sehr lieb :

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  17. Oh je, da kommen auch mir die Tränen und mir wird ganz anders! Wie schon bei einigen anderen Kommentatorinnen hier kommt da vieles wieder hoch, das einen, wie ebenfalls schon geschrieben, leider nie wieder verlässt. Ich kenne das fast alles nur zu gut, die Androhung oder tatsächliche Ausführung körperlicher Gewalt ist mir erspart geblieben, der Psycho-Terror und die von Dir beschriebenen Reaktionen und Entwicklungen zum großen Teil leider nicht. Auch in meinem Fall haben meine Eltern vieles versucht, meistens gegen meinen Willen interveniert und Gespräche mit Lehrern und Eltern geführt, auch Lehrer haben Gespräche mit der Klasse geführt (mit mir und ohne mich) und dadurch vieles noch schlimmer gemacht, weil ich anschließend auch noch als Petze dastand (als Heulsuse natürlich eh, wenn man so nah am Wasser gebaut hat wie ich). Was es für meine Eltern bedeutet haben muss, meinem jahrelangen Leiden zuzusehen, wird mir immer bewusster seit ich selbst Kinder habe und nun durch Deinen Brief erst richtig deutlich. Habt Ihr Eure Tochter von der Psychologin testen lassen? Ist sie evtl. hochbegabt? und käme dann evtl (gerade beim Umzug in eine städtischere Umgebung mit mehr entsprechenden Angeboten) eine Mitgliedschaft bei Mensa Junior oder ähnlichen Gruppen in Frage, die sie durch das Zusammensein mit ähnlichen Kids stärkt und ihr zeigt, wie viel sie wert ist? Der Test hat mir damals (mit 14) geholfen, weil er von neutraler Instanz deutlich gemacht hat, dass ich tatsächlich anders bin als die anderen, dass es aber kein schlechter Grund ist, sondern ich im Gegenteil „besser“ bin. Das hat zu großem Trotz – zugegeben auch einem gewissen Maß an jugendlicher Arroganz, aber letztlich größerer Stärke und einer ausgeprägten „ihr könnt mich alle mal“-Haltung geführt. Was natürlich nicht toll, aber hilfreich und ein guter Panzer war. Wobei glaube ich wichtig war, dass ich weder den Test noch das Ergebnis publik gemacht oder habe raushängen lassen. Das war mein kleines hilfreiches Geheimnis. Falls ihr das nicht schon getan habt, ist es vielleicht eine Überlegung wert. Allerdings sollte man natürlich auch mögliche negative Auswirkungen für das Selbstbewusstsein in Betracht ziehen, wenn der Test „negativ“ ausfällt.
    Ich wünsche Euch auf jeden Fall weiterhin ganz viel Kraft und dass es Euch gelingt, Eurer Tochter weiterhin so bewundernswert den Rücken zu stärken, auch wenn ein gehöriges Maß an Aggression bei Euch landet. Und hoffe natürlich, dass der Umzug für Euch alle den erwünschten Neuanfang bringt!

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    • Danke für Deinen Kommentar. Ich schaue mir Deine Kritik natürlich an:

      Ich habe positive und negative Erlebnisse mit Lehrern in meinem Artikel geschildert.

      Bashing sehe ich nicht, ich wollte es auch bewusst vermeiden, daher überdenke ich nun Deine Anmerkung auch genau.

      Ich wollte definitiv darstellen, welche Folgen mögliches Handeln oder Nicht-Handeln für ein Kind haben kann.

      Nun frage ich mal: Fühlst Du Dich denn (als LehrerIn?) gebasht? An welcher Stelle? Durch den Kommentar unseres Kinderarztes? Findest Du überdies wirklich, sich kritisch gegenüber manchen Lehrern zu äußern (indem man Erlebnisse und Situationen schildert- hier fielen ja keine Beleidigungen) sei nicht minder schlimm – also ebenso schlimm – wie das jahrelange Quälen eines Kindes, das in diesem Prozess von eben jenen Lehrern allein gelassen wurde?

      Immer, wenn ich zu einer Gruppe gehöre, die kritisch beäugt wird (Mütter zum Beispiel) und ich einem gefühlten „Bashing“ begegne, dann frage ich mich, was mich an der Kritik anfrisst. Meist ist es dann so, dass ich selber unsicher bin. Oder mir Teile der Kritik selber vorwerfe.

      Ich verstehe aber Deinen Punkt, daher sage ich es noch mal klar, ehe es wirklich noch irgendwo in einem Kommentar zu einem Bashing übergeht:

      Es gibt sehr gute Lehrerinnen. Die Klassenlehrerin unserer Nummer 3 ist so eine. Zudem die erwähnte, sehr engagierte Lehrerin. Ich habe Lehrerinnen im Bekanntenkreis. Ich weiß von vielen Schwierigkeiten dieses Berufs.
      Ich bin froh, dass Kinder die Möglichkeit zum Lernen haben.

      Ich möchte dennoch schildern „dürfen“, way mein Kind erlebt. Mir schrieben bereits Lehrer und distanzierten sich selber, betonten, dass dies do niemals ablaufen sollte und schilderten eigene Erfahrungen mit Mobbing und wie sie damit umgingen.
      Ich habe jedem gesagt, dass ich nicht Lehrer als Gruppe ablehne oder ähnliches. Bisher hatte sich niemand angegriffen gefühlt, wurde mir versichert. Es tut mir leid, wenn es in Deinem Fall anders war.

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      • Ganz kurz nur: Warum richtest du dich so sehr gegen die Lehrer und nicht an die Täter oder deren Eltern? Kein Mensch (auch kein Lehrer) der Welt kann das Versäumnis an Liebe, Vorleben von Fairness und anderen Werten bei all seinen und anderen Schülern ausmerzen. Wer Böses tun möchte, schafft es auch. Interessieren würde mich, ob du den Kontakt zu den Eltern gesucht hast?

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      • Ich sehe die Täter vorwiegend als Kinder, an denen – wie Du es auch feststellt – ein Mangel entstanden ist. Sie sind für mich nicht in erster Linie verantwortlich. Die Eltern der betreffenden Jungs weisen jeglichen Vorwurf von den Kindern („Zufällig am falschen Ort“, „So etwas würde er nie tun“, „alles nur ein Missverständnis“, „Nur ein Spaß“ etc.)
        Ich sehe in den Lehrern durchaus Menschen, die einer Fürsorgepflicht nachkommen sollten. Selbstverständlich können sie nicht (und das sehe ich auch nicht als ihre Aufgabe) derart große Defizite ausgleichen, bzw. dies initiieren.
        Was sie aber können, ist das Setzen von Grenzen, sie können ein gutes Vorbild sein, statt selber über Schüler oder Kollegen zu lästern. Sie können di eGemeinschaft stärken, Ressourcen finden und nutzen sowie vielleicht auch einfach Mitgefühl zeigen.
        All dies fand nicht statt. Und dies empfinde ich als sehr traurig, schließlich sehe ich ja, was das Ergebnis ist.

        Im Austausch mit Lehrern (privat) habe ich durchaus erfahren, welche Wege gegangen werden könn(t)en und von ihnen selbst auch bereits gegangen wurden.

        Mich wundert, dass die Selbstverteidigung der Schule sowie des Berufsstandes wo wichtig zu sein scheint, dass kein Mitgefühl mehr für ein Kind spürbar wird. Warum ist das so?

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      • Deinen letzten Absatz mag ich nicht zu beurteilen. Generell kann ich kaum glauben, dass Mitgefühl fehlt, aber vielleicht fühlten sie sich von den an sie gestellten Ansprüchen überfordert? Und ansonsten. Es gibt überall Arschloch-Kinder und auch narzisstisch-egoistische Arschloch-Erwachsenen (und es scheint immer mehr Überhand zu nehmen). Also womöglich auch unter den Lehrern bzw. Rektoren.

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      • Mal so aus der Erfahrung als Schülerin, aber auch Erfahrung als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin heraus: Lehrer tragen ne Menge zu der Situation bei. Nein, es ist nicht leicht und ich glaube, dass viele Lehrer sich angesichts von Mobbing hilflos fühlen. Aber durch jedes wegschauen und nicht reagieren auf ein kleines Ärgern, durch jedes genervt sein vom geärgerten Schüler (was bestimmt im Alltag mal passiert) durch jedes nicht zurechtweisen, wenn die Klasse offensichtlich lacht über jemanden, setzen Lehrer ein Zeichen: Das ist erlaubt. Ihr dürft mobben.
        Mitgefühl geht in der Gruppendynamik schnell verloren. Insbesondere dann, wenn das Mobbingopfer in die Opferhaltung geht (erträgt, hinnimmt).
        Schul- und Klassenklima so wie klare Aussagen und Grenzen helfen viel, um Kinder zu schützen!

        Meine Lehrer haben mir geraten, unauffälliger, weniger angreifbarer zu werden. Oder sie haben gleich mitgemobbt (dies wurde auch zugegeben im Elterngespräch – das war keine Einbildung).

        Ja, ich finde es sehr berechtigt, hier die Lehrer anzukreiden. Es ist in erster Linie deren Job, die Gruppendynamik zu steuern. Die Mobber sind oft wenige. Der Rest zieht mit, um nicht selbst unter die Räder zu kommen. Das macht Gespräche mit anderen Eltern sinnlos.

        (Kann ich auch nicht empfehlen. Hab ich als im Ergebnis furchtbar in Erinnerung)

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      • Vielen Dank für diesen Einblick, der meine Vermutung ja wirklich bestätigt, was die Wirkung des Lehrerverhaltens angeht.
        Schade, dass Elterngespräche nichts bringen – es würden alle profitieren, wenn da eine Einsicht herrschen könnte…

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  18. Liebe Nummer 2,

    überstehe diese Hundsjahre gut, dafür wünsche ich dir alles Gute.
    Ich habe selbst eine harte Schulzeit hinter mir, aber glaub mir: die dümmsten Bauern (und nichts anderes sind sie) ersticken irgendwann an den vermeintlich für sie dicken Kartoffeln namens Aufmerksamkeit und Coolness, die sie jetzt durch Häme und Spott dir gegenüber produzieren.
    Ich räche mich mittlerweile damit, bei Besuchen der einstigen Heimat das eindeutig dickere Auto auf dem Parkplatz stehen zu haben. 😉
    Glaub an dich, du stehst auf der richtigen Seite.
    Und hör bitte nicht auf zu lesen und neugierig zu sein. Das kann viele (Flucht)türen öffnen.

    Alles Gute.

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    • Liebe Wiebke,

      danke für Deinen Kommentar, der uns ganz schön schmunzeln ließ. Und ein dickes Auto kann auf viele Weisen gut tun 😀

      Wir haben ihr schon wieder gute Bücher bestellt – sie entdeckt langsam die Lust auf das Lesen wieder…

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  19. Ich weiss nicht was schreiben, möchte mich aber nicht einfach wortlos wegklicken.
    Ich wünsche Euch viel Kraft für die letzten Monate und eine wundervolle, fröhliche Zukunft für Deine Tochter. Möge sie wieder Freude am Lernen finden und echte, starke, wahre Freundinnen, die durch Dick und Dünn zu ihr halten!

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  20. Ich kann deinen Text kaum ertragen und das sage ich als Erwachsene, die einfach nur liest. Mir laufen die Tränen über das Gesicht, weil diese Ohnmacht einen so wütend macht. Ich wünsche euch sooo sooo sehr, dass der Neustart ein besseres Leben bringt!
    Ich möchte am liebsten alle verhauen, die deinem lieben Wesen das angetan haben!
    Wirklich ein wichtiges Thema über das geschrieben werden muss!
    Sei gedrückt

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    • Liebe Katja,

      wie lieb von Dir! ❤
      Nummer 2 ist ganz berührt von so viel Gutem, das plötzlich aus dieser Welt – der sie so misstrauisch gegenüber steht – plötzlich zu ihr kommt. Das ist einfach wunderschön zu erleben. Dankeschön!

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  21. Oh je, da kommen auch mir die Tränen und mir wird ganz anders! Wie schon bei einigen anderen Kommentatorinnen hier kommt da vieles wieder hoch, das einen, wie ebenfalls schon geschrieben, leider nie wieder verlässt. Ich kenne das fast alles nur zu gut, die Androhung oder tatsächliche Ausführung körperlicher Gewalt ist mir erspart geblieben, der Psycho-Terror und die von Dir beschriebenen Reaktionen und Entwicklungen zum großen Teil leider nicht. Auch in meinem Fall haben meine Eltern vieles versucht, meistens gegen meinen Willen interveniert und Gespräche mit Lehrern und Eltern geführt, und dadurch vieles noch schlimmer gemacht, weil ich anschließend auch noch als Petze dastand (als Heulsuse natürlich eh, wenn man so nah am Wasser gebaut hat wie ich). Was es für meine Eltern bedeutet haben muss meinem jahrelangen Leiden zuzusehen, wird mir immer bewusster seit ich selbst Kinder habe und nun durch Deinen Brief erst richtig deutlich. Habt Ihr Eure Tochter von der Psychologin testen lassen? Ist sie evtl. hochbegabt? und käme dann evtl (gerade beim Umzug in eine städtischere Umgebung mit mehr entsprechenden Angeboten) eine Mitgliedschaft bei Mensa Junior oder ähnlichen Gruppen in Frage, die sie durch das Zusammensein mit ähnlichen Kids stärkt und ihr zeigt, wie viel sie wert ist? Der Test hat mir damals geholfen, weil er von neutraler Instanz deutlich gemacht hat, dass ich tatsächlich anders bin als die anderen, dass es aber kein schlechter Grund ist, sondern ich im Gegenteil „besser“ bin. Das hat zu großem Trotz – zugegeben auch einem gewissen Maß an jugendlicher Arroganz, aber letztlich größerer Stärke und einer ausgeprägten „ihr könnt mich alle mal“-Haltung geführt. Was natürlich nicht toll, aber hilfreich und ein guter Panzer war. Wobei glaube ich wichtig war, dass ich weder den Test noch das Ergebnis publik gemacht oder habe raushängen lassen. Das war mein kleines hilfreiches Geheimnis. Falls nicht schon erfolgt, vielleicht eine Überlegung wert. Allerdings sollte man natürlich auch mögliche negative Auswirkungen für das Selbstbewusstsein in Betracht ziehen, wenn der Test „negativ“ ausfällt.
    Ich wünsche Euch auf jeden Fall weiterhin viel Kraft und dass ihr eurer Tochter weiter so toll den Rücken stärkt wie bisher, auch wenn Ihr sicher ein gehöriges Maß an Aggression abbekommt. Und natürlich einen gelungenen Neuanfang!

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    • Liebe Andrea,

      auch unsere Nummer 2 ist sehr nah am Wasser gebaut – weinte häufiger bei diesen Angriffen aus unterdrückter Wut und Verzweiflung, was sie zusätzlich demütigte.

      Wir haben Nummer 2 testen lassen, weshalb sie die Klasse überspringen konnte. Eine Hochbegabung liegt vor – das hast Du sehr gut herausgelesen. Wir stellen dieses aber nicht als wichtiges Element heraus, sondern gehen einfach alltäglich damit ganz natürlich um. Daher findet es keine große Erwähnung auf dem Blog.

      Arroganz habe ich Nummer 2 mitunter auch immer mal wieder empfohlen und obwohl es nicht das erste Mittel unserer Wahl ist, half es ihr – wie wohl auch Dir. Es sorgte für Abstand und vor allem beendete es die vorwiegend spürbaren Unterlegenheitsgefühle.

      Ich danke Dir ganz herzlich für Deine guten Wünsche und Dein Lob bezüglich unserer elterlichen Unterstützung 🙂

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  22. Pingback: Freitagslieblinge, 28. Oktober 2016// Besuch bei den Eltern und Hilfe, ich schaffe es nicht zu bloggen – Me and Miss Bee Blog

  23. Pingback: Leseempfehlungen der KW 43 - 2016 - Mrs. Ella

  24. Danke. Guter Text.
    Eine Strategie, die helfen kann: Das Schaffen einer sicheren Parallelwelt. Pfadfinder. Kirchenfreizeiten. Sport. Orchester. Geht ab ca. 12 Jahren. Am Besten wenn mit einer gewissen räumlichen Distanz versehen (Abwesenheit von Mobber-Mustern), mit guten Teamern.

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  25. Sei mutig – alles wird gut werden – später…

    Intelligent und stark – eine Mischung, die andere Kinder wohl oft nicht ertragen können. Als ich 18 wurde gestand mir eine Mitschülerin, dass ich gemobbt worden war, weil ich so gute Noten hatte und so eine Intelligenzbestie war. Dadurch fühlten sich die anderen angegriffen. Dass sie mir das sagte hat mir sehr geholfen, mich nicht mehr als Freak zu fühlen. Vorher dachte ich immer, ich würde stinken oder so.

    Damals hatte ich schon seit 4 Jahren andere Freunde, Punks außerhalb der Schule. Meine Mutter war entsetzt und hatte fürchterliche Angst um mich, aber für mich war es die Rettung. Leute, die mich so akzeptierten und schätzten wie ich war. Jungs, die mich attraktiv fanden und coole Mädels, die mit mir zusammen sein wollten. Leute die ihr eigenes Leben lebten, sich selbst aktiv abgrenzten, weil sie auch ausgegrenzt worden waren, Leute, die stolz auf Ablehnung waren und den Normalen absichtlich Angst machten. Diese Denke, dieses Auftreten habe ich mit 14 in die Schule mitgebracht und wurde heftig angegriffen. Aber die Bedrohlichkeit von Stahlkappenstiefeln und grünen Haaren war nicht zu unterschätzen. Als ich begann, aggressiv zurück zu bluffen, haben mir alle geglaubt und Angst gehabt, selbst die aus der Oberstufe.

    Man muss es vielleicht nicht ganz so krass machen, aber sich außerhalb der Schule einen Freundeskreis zu suchen, mit dem man mehr gemeinsam hat und in der Schule klar zu zeigen, dass man auf die anderen scheisst, seine Andersartigkeit stolz vor sich her zu tragen und die anderen belächeln und ignorieren – das wird helfen seinen Selbstwert wieder zu spüren.

    In der Schulzeit wollen alle ihren Platz in der Norm finden, das macht grausam, engstirnig und ängstlich, weil man sich in einer willkürlich zusammengewürfelten Gruppe behaupten muss. Aber nach der Schule wird alles anders: Die Lebenswege trennen sich und diejenigen sind am weitesten vorne, die wissen wer sie sind und was sie wollen und aus der Masse herausstechen. Leistung wird im Berufsleben gewürdigt und in der Peer-Group respektiert. Freunde suchst du dir selbst aus und wo zu viele Arschlöcher sind, da kannst du weggehen. Oder andere Wege finden damit umzugehen, aber du kannst es dir selbst aussuchen, wenn du dich stark genug fühlst, auch mal etwas wegzuschmeissen und etwas völlig Neues anzufangen. Und das lohnt sich immer, wenn du das Gefühl hast, dass die aktuelle Situation nicht zu dir passt.

    Und zehn Jahre nach der Schule triffst du die Peiniger von damals wieder und stellst fest, dass ihr euch viel näher seid als damals: Ihr habt dann nämlich alle das Erwachsenenleben kennengelernt, habt Enttäuschungen und Scheitern erlebt, aber seid auch positiv überrascht worden und habt Erfolge gefeiert. Ihr wisst dann, dass das Leben hart und wunderschön ist und wisst andere in Ihrer Eigenheit zu schätzen und wünscht Ihnen nichts Schlechtes mehr, da ihr Leid euch keinen Vorteil bringt.

    Das alles ist natürlich stark vereinfacht , das Leben ist nicht nur schwarz und weiß und das Leben macht auch nicht alle zu besseren Menschen. Aber auf eines kannst du dich verlassen: Such dir anderswo Freunde die dir entsprechen, die dich stark machen, dich respektieren und auffangen.
    Biedere dich nicht bei Menschen an, die dich eh nicht leiden können, das wird dir nie etwas Gutes bringen. Feiere deine Eigenheit, vertrau darauf, dass Sie dich außerhalb der Schule weit bringen und dir ein viel interessanteres Leben bringen wird. Die anderen haben jetzt schon Angst vor dir, deiner Intelligenz und deiner anderen Sicht auf die Dinge. Nutze das um sie dazu zu bringen dich in Ruhe zu lassen. Du brauchst sie nicht. Der Weg von Interessanten Menschen wird immer von Ablehnung flankiert sein. Lerne es, das zu ertragen und stolz darauf zu sein. Du bist ein Paradiesvogel, verdecke deine Buntheit nicht , sondern lass sie strahlen. Und lustigerweise werden Sie dich dafür mehr respektieren als für alle Anpassungsversuche. Wirklich!

    Aber bitte vergiss nie, dass sie aus Angst und Schwäche heraus handeln – hasse sie nicht zu sehr, gib dir Mühe Ihnen zu vergeben, denn sie wissen nicht was sie tun. Der Zorn, der dir jetzt helfen sollte dich zu lösen muss möglichst bald auch wieder verrauchen, denn sonst macht er deinen Blick trüb für die Schönheit in jedem Menschen und dein Herz hart gegenüber Liebe und Glück. Aber jetzt wird er dir dienen – probiere es aus, du wirst dich wundern!

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    • Vielen, vielen Dank für Deinen Kommentar!

      Ich gebe ihn gleich weiter an Nummer 2, damit sie ihn lesen kann- er wird ihr gut tun!

      Gesundes Selbstbewusstsein, Intelligenz und ein Selbstwertgefühl scheinen wirklich provokant zu wirken ….
      Deine Zusammenfassung ist sehr gut zu lesen!

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  26. Ich kann das so gut nachempfinden. Bei meinem Sohn begann es schon im Kindergarten. In der Grundschule wurde es kurz besser (Klasse 1 und 2 hatte er eine tolle Lehrerin), Klasse 3 und 4 war eine Qual. Es steht und fällt mit den Lehrern – und hochbegabte oder hochsensible Kinder haben selten eine gute Lobby. Meistens steckt man als Mutter in der Schublade: überehrgeizig = selbst schuld. Im Fußballverein haben die gleichen Kinder weiter gemacht – bis wir die Mannschaft gewechselt haben. Soviel zur sozialen Kompetenz, die der Mannschaftssport angeblich fördert. Ich wünsche euch einen guten Neuanfang und endlich einen normalen Alltag!

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    • Vielen Dank, liebe Jonna!

      Es steht und fällt absolut auch mit den Lehrern oder Gruppenleitern/Trainern. Das ist ja auch unsere Erfahrung.
      Wünsche Euch auch weiterhin alles Gute!

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  27. Hallo!

    Mit einem dicken Klos im Hals und Tränen in den Augen habe ich Deine Zeile gelesen.
    Unsre Tochter muss durch die gleiche Hölle wie Eure. In jedem Satz habe ich usnere Situation wieder erkannt.
    Die Worte, die Du ihren Mitschülern vor den Kopf sagen möchtest, sidn die gleichen wie in meinem Kopf. Aber auch ich schlucke meine Wut runter. Wir rennen von Termin zu Termin ohne ersichtliche Verbesserung.
    Wenn meine Tochter in der Freizeit im Chor ist oder mit ihrer Mädchenmannschaft beim Fussball ist, dann ist sie ein fröhliches und lachendes Wesen. Aber kaum ist wieder Montag und Schule in Sicht, kommen die Kopf- und Bauchschmerzen.
    Man fühlt sich hilflos…. hoffnungslos… 😦
    Sie versucht kämperisch zus ein, noch zwei Jahre, dann kann ich die Schule und diese Klasse wechseln und neu durchstarten.
    Es wird eine lange Zeit, aber wir stehen immer an ihrer Seite und kämpfen gemeinsam gegen Mobbing.

    Ich wünsche Euch alles Gute für die Zukunft und das Deine Tochter durch den Umzug und den Schulwechsel wieder ein fröhlicher und glücklicher Mensch ist.

    Lieben Gruss

    Nicole

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    • Liebe Nicole,
      danke für Deinen Kommentar und zuerst einmal wünsche ich Deiner Tochter und Deiner ganzen Familie viel Kraft und Durchhaltevermögen.

      Nummer 2 wird nun psychologisch betreut, damit die Folgen des Mobbings eingedämmt werden können.
      Unglaublich, dass man Kinder in eine Institution schickt – schicken muss – in der nicht gewährleistet wird, dass sie gut behandelt werden.
      Diese Hilflosigkeit war für uns immer eine Qual….
      Freunde außerhalb der Gruppe sind unglaublich wichtig als Allianzen, damit ein Kind nicht den Mobbern inhaltlich glaubt. Damit es nicht denkt, es sei „komisch, ätzend….“

      Alles Gute für Euch! ❤️

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  28. Also zuerst muss ich gestehen, habe ich nur den Artikel in der Brigitte online gelesen und nicht den gesamten Blogg, da es mir in der Seele weh tut, diese Grausamkeiten zu lesen.

    Aber (!) ich bin fast 40 Jahre alt, habe zwei kleine Kinder und es ist machbar, sich zu wehren. Ich habe ein ähnliches Schicksal hinter mir und bringe gerade meinen zwei kleinen Kindern bei, sich in jeder Situation zu wehren und sich zu behaupten. Wie habe Stärke gefunden, obwohl ich ganz unten war?

    1. Wing Tsung – schnellste und in meinen Augen effektivste Weg sich in realen Situationen gegen 1 Person oder mehrere zu wehren. Geht ganz einfach, Reflexe werden geschult, Selbstbewusstsein gestärkt usw. Innerhalb sehr kurzer Zeit sind die gängigsten Angreifsituationen soweit gelernt, dass man sich zur Not verteidigen kann. Das nimmt die Angst, das man hilflos über den Schulhof geschleift wird. Oft braucht es nur 1 Situation, wo man klar als „Gewinner“ hervor geht und damit ist das Thema beendet. Das bedeutet nicht den anderen weh zu tun, sondern sich zu wehren und zwar effektiv.

    2. Innere Stärke entwickeln in dem Sinne, dass man Hobbies neben der Schule sucht, wo man Freunde finden kann. Was einem einen Ausgleich gibt, wo man Agressionen raus lassen kann indem man sich aus powert.

    3. Brieffreunde finden – es gibt sowohl online als auch per Post Plattformen, wo international Brieffreunde gesucht werden. Das gibt Ablenkung

    4. Neue Umgebung schaffen – das tut ja deine Familie schon. Ich habe mal während eines Austauschjahres in den USA den Tipp bekommen: „Kill them with friendlyness!“ Aber zeig trotzallem deine Grenzen auf. Denn somit verdient man sich auch Respekt. Keiner möchte einen Dackel haben, der einem hinterher rennt.

    5. Es ist nie verkehrt anders zu sein!

    6. Ich habe mir immer gesagt, dass ich sie nicht über mich gewinnen lasse. Wenn ich kaputt gehe, dann haben sie gewonnen.

    Heute habe ich große Teams geleitet und durch die Familie meinen Frieden gefunden. Ich habe oft das Gefühl gehabt, nicht gut genug zu sein und das hat mich angesport noch besser und besser zu werden. Deine Situation mag vielleicht jetzt für dich aussichtslos und depremierend sein, aber wachse an ihr und sehe es als Vorbereitung für dein Berufsleben. Du hast das Glück eine liebevolle Familie hinter dir zu haben, die alles für dich tun. Manche haben dieses Glück nicht und müssen in den ersten Jahren komplett alleine kämpfen (so wie in meinem Fall), aber du allein entscheidest, ob du dich unter kriegen lässt oder nicht!

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    • Liebe Anabell,

      wow, danke für diese guten Hinweise und Tipps!
      Ich gehe sie gleich an Nummer 2 weiter, damit sie sie selbst lesen kann.
      Zugleich hilfst Du damit auch anderen LeserInnen hier,
      Lieben Dank dafür! ❤️

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  29. Hallo Liebes,

    ich habe gestern deinen Brief bei facebook finden können, da er mir angezeigt wurde. Ich bin fassungslos, entsetzt, wütend, traurig was deine Tochter in ihrer Schulzeit durchleben muss.
    Ich selbst kann diese Hilflosgkeit, Wut und Traurigkeit sehr gut nachvollziehen, da ich in meiner Schulzeit (5.-10. Klasse) leider auch unter Mobbing leiden musste. Auch bei mir ist es ab der 11.ten Klasse bergauf gegangen und ich konnte noch 3 Jahre wieder meine Schulzeit genießen.

    Ich habe im Nachhinein diese Mobbingzeit immer mit Wut & Hilflosigkeit betrachtet, da gesagt wird, dass die Schulzeit die beste Zeit ist… leider waren 5 Jahre für mich die Hölle. Ich finde, dass damals und heutzutage (was ich so mitbekomme) viel zu viele Lehrer leider selber so viel Angst haben, um sich wirklich mal in der Klasse Gehör zu verschaffen und den Kindern mal aufzeigen, was Mobbing anrichten kann. Ich habe schon von einem Mädchen lesen können, die es sich zum Ziel gesetzt hat in Klassen zu gehen, um von ihren eigenen Mobbingerfahrungen zu berichten und den Kindern die Augen öffnet. Ich wünschte, dass es viel mehr Lehrer geben würde, die Rückgrat besitzen und die Schüler/innen auch wie Schüler/innen behandeln und ihnen die Folgen von Mobbing beibringen. Es sollte eigentlich auch ein Fach geben an der Uni, wo es den zukünftigen Lehrern beigebracht wird, wie man bei Mobbing handelt und was man dagegen machen kann.
    Bei mir damals in der Schule, meine damalige Klassenlehrerin ist wie eine Freundin für die übrigen Mädchen aufgetreten, da bringt es nichts, wenn dann das Thema Mobbing als „sogenannte Freundin“ besprochen wird. Sie hatte auch kein Rückgrat zeigen können, da sie sich eher mit den Mobbern verbündet hat, als sich für mich stark zu machen. Ich glaube vereinzelte Lehrpersonen haben selber Angst Opfer zu werden und aus diesem Grund wird dann auch der einfache Weg gewählt, der Weg ohne Widerstand.

    Ich habe jetzt auch schon 2 Klassentreffen „dankend“ abgelehnt – da ich kein Interesse an einem Wiedersehen habe.
    Mich beschäftigt diese Zeit heute noch, obwohl es mittlerweile 25 Jahre her ist. Es gibt aber leider Erinnerungen im Leben, die einen nie wirklich loslassen.

    Ich würde mich gerne auch auf einen Kaffee mit dir und deiner Tochter treffen (zusammen mit meiner Mutter), wenn du möchtest, um deine Tochter in ihrem Erleben zu stärken und helfen zu können.
    Denn es tut mir in der Seele weh, wenn ich von solchen Gemeinheiten, wie sie deine Tochter erleben musste, lese – ich habe bei deinen Zeilen meine Tränen nicht zurück halten können. Es schmerzt, wenn man liest, dass es Schüler gibt, die sich am Leid anderer ergötzen. In einem Kommentar wurde geschrieben, dass es diesen Kindern wohl an Liebe und Zuwendung mangelt und da gebe ich der Schreiberin Recht. Leider ist das so, in der heutigen Zeit vielleicht sogar mehr, als vor 25 Jahren. Da es heutzutage schon mehr Kinder betrifft, dass sie Mobbing durchleiden müssen.

    Ich wünsche euch viel Glück für eurer Neuanfang und für deine Tochter viel, viel Kraft bei der Bewältigung des Mobbings und der Erinnerung daran – ich denke an euch & drück euch kräftig.

    Herzlichst D.

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    • Liebe Daniela,

      vielen lieben Dank für Deine Worte und Deine guten Wünsche für unseren Neuanfang.
      Ein Treffen bei Kaffee und Kuchen findet meine Tochter „ziemlich cool“. Vielleicht magst Du uns dazu mal eine Mail schreiben an essentialunfairness@gmail.com? Wir würden uns freuen!

      Langsam trudeln immer mehr „Kaffee-Anfragen“ ein – ich denke über ein „Meet and Greet the Essentials“ nach 😀 Das ist eigentlich eine gute Idee, auf die Du mich da gebracht hast. Nach dem Umzug könnten wir so etwas mal arrangieren.

      Ganz herzliche Grüße ❤

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  30. Liebe lareine,

    Ich bin so ergriffen. Mein Leben war jahrelang ein Scherbenhaufen. Mobbing, Ausgrenzung, blanker Hass und Aggression. Die Lehrer desinteressiert bzw. die Täter passiv unterstützend. Hilflosigkeit. Ausgrenzung. Hohn. Rassismus, physische und psychische Gewalt. Ich habe jahrelang täglich in der Schule ins Gesicht gesagt bekommen, ich sei hässlich, wertlos, lieblos, Ni**erin, im falschen Land, Streberin, Außenseiterin, dass mich keiner will. Man hat mich beleidigt bis ich bitterlich weinte und dann noch gehässig ausgelacht. Blanke Verzweiflung. Zerstörung meines Selbstwerts. Es war ein entsetzlicher Schmerz und doch bin ich so so dankbar, wie ich aus all dem emporgestiegen bin, wie ich Befreiung erlebt habe und innere Heilung.
    Es ist so so wichtig die Reißleine zu ziehen und das Opfer aus der toxischen Umgebung zu entziehen, es verändert Welten. Könnte ich die Zeit zurückdrehen, meine Eltern und ich hätten den Cut schon früher machen müssen. All die unzähligen Gespräche mit Lehreren, Mobbereltern, Mobbern, es führte zu nichts. Es wurde nur schlimmer und schlimmer. Es war das weiseste, mich der toxischen schlecht geführten Umgebung zu entziehen. Ich kann deine Ausführungen zu 100% unterschreiben. Schlechte Führungsstruktur, Solidarisierung genervter und überforderter Lehrer mit den Tätern, Opferblaming. Been through this. Auf der neuen Schule gab es auch noch Angriffe, aber kein Vergleich.
    Begreifen kann man es leider nur schwer, wieso Mobber so agieren, wie sie agieren. Ich glaube gerade diese Verletzlichkeit und Offenheit und Ehrlichkeit der Gemobbten ist es, die manche so provoziert, dass sie sie ausgrenzen und verachten müssen, weil sie damit sonst nicht umgehen können. Mobber sind ja selbst extrem schwach in ihrem Selbstwert und ich glaube sie spüren, wenn jemand in sich ruht und Offenheit in einer Weise ausstrahlt, die ihnen fremd ist.. ihnen vll gerade auch nur durch seine Präsenz ihre eigenen Defizite aufzeigt. Sie wollen zerstören, weil sie es nicht ertragen können.
    Ich war immer Klassenbeste extrem weit für mein Alter, konnte besser mit Älteren connecten, dazu noch nicht „deutsch“ aussehend, da mein Dad aus der Elfenbeinküste stammt und meine Mum aus Deutschland. Starker Familienzusammenhalt. Bedingunslos geliebt und geschätzt, offen für andere und die Welt, fröhlich, neugierig, viel Liebe zu geben. Diese innere Sicherheit ist ein offener Angriff für schwache Persönlichkeiten. Sie fühlen sich in der Tat bedroht.
    Das wunderbare, was ich heute sagen kann ich habe Befreiung erlebt, durch wunderbare Menschen, bedingungslose Liebe meiner Familie und meinem himmlischen Dad, der mich übernatürlich aufgebaut hat und zu der starken, Menschen liebenden Frau gemacht hat, die ich heute bin. Der mich gelehrt hat all meinen Peinigern der Vergangenheit zu vergeben und sie zu segnen. Gutes zu tun und alles daran zu setzen eine Ermutigerin zu sein.
    Bei mir hat es gedauert. Erst mit 22 fing es an mit den sich fundierenden Freundschaften. Jetzt (mit 27) habe ich einen wundervollen Freundeskreis mit wunderbaren Menschen, deren Herz so gelagert ist wie meines, die bedingungslos lieben, die andere ehren und achten. Es war ein langer Weg, eine harte Schule, aber sie hat mich gelehrt mein Umfeld (sobald ich es konnte) weise zu wählen, Grenzen zu ziehen und hat mir in vielem eine Weisheit und Menschenkenntnis geschenkt, die nicht zwingend meinem Alter entspricht. Ich möchte deiner Tochter und allen Opfern von seelischer und emotionaler Gewalt von Herzen zusprechen: Ich wünsche dir die Befreiung, die ich erleben durfte. Geb nicht auf. Du bist offen, liebenswert, ehrlich, besonders, herzlich und wunderbar. Du bist unendlich geliebt. Die Zeit deiner Freude wird kommen! Du wirst voller Liebe für andere und eine Ermutigerin sein. Innovativ und erfolgreich. Deine Peiniger werden im Dunst verblassen ❤
    Und an dich als Mum: Du bist wunderbar und du machst es richtig! Diese Liebe und dieser Zusammenhalt ist es, der durch all das Durchtragen wird.

    Alles Liebe
    Frida

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    • Liebe Frida,

      Tausend Dank für Deinen Kommentar ❤
      Nummer 2 sagte dazu (ich lese ihr alle Kommentare vor): "Oh Mann, ist das lieb! Und wieso gibt es überhaupt noch Leute, die heute Rassisten sind??" Sie hat sich dann ziemlich aufgeregt … 😉

      Deine Beschreibung von Dir klingt wirklich haargenau so, wie ich Nummer 2 beschreiben würde! Ihr habt so Ähnliches durchgemacht!
      Deine weisen, liebevollen und ermutigenden Worte waren Balsam für meine Tochter – ich danke Dir von Herzen ❤

      Ganz herzliche Grüße an Dich von Nummer 2 und mir.

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  31. Ich kenne das selbst auch alles sehr gut.Ich wurde auch jahrelang in der Schule so heftig gemobbt…
    Ich weiß,wie schwer das ist und ich weiß auch,wie schwer das ist,sich diesen Blödsinn von anderen nicht anzunehmen…Aber niemand hat das Recht,einen so zu behandeln und dieser Scheiß,den sie über Deine Tochter sagen,ist nicht wahr!
    Hat Deine Tochter die Schule schon gewechselt?Ich hoffe,dass es dann besser wird…Sowas habt Ihr auf jeden Fall nicht nötig!
    Ich finde das auch unmöglich,dass die ganze Verantwortung auf Deine Tochter geschoben wird.Jeder hat immer eine Wahl,man ist doch nicht dazu gezwungen,andere so schlecht zu behandeln!Aber das kenne ich auch,ich war angeblich auch immer an allem selbst „schuld“.
    Wenn die SO argumentieren,könnte Deine Tochter ja aber auch eigentlich den Spieß umdrehen,blöd zu den anderen sein bzw sich wehren und dann auch alles auf die anderen schieben (sie also mit ihren eigenen Waffen schlagen).Ich wüsste gerne,wie die das dann wohl finden!Dadurch hätte sie ja auch einen „Freifahrtschein“,wenn nach Meinung der Schule immer nur die anderen verantwortlich dafür sind,wenn man jemanden schlecht behandelt…
    Ich würde es dann einfach mal umdrehen,damit die mal sehen,die „schön“ das doch ist.Mal sehen,ob die dann immer noch so eine große Fresse haben!!

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    • Liebe Veonyx,

      das habe ich auch manchmal gedacht – wenn sie sich auch so verhalten würde, dann würden die Lehrer ja auch ihr gegenüber nichts unternehmen. Aber so ist es ja eben nicht: Da gibt es einen Fokus auf die einzige variable, die man verändern kann: Das einsichtige und kluge Kind. Also in diesem Fall (und in vielen weiteren auch) das Opfer.
      Hier setzen Lehrer oft an, weil sie eben nicht wissen, wie sie gegen die Mobber vorgehen sollen. Weil das System eben so ist, dass man immer erst beim Opfer nach Schuldanteilen sucht.
      Schrecklich ist das!

      Wir werden mit unserem Umzug im kommenden Jahr auch die Schule wechseln und hoffen auf einen guten Neubeginn.

      Liebe Grüße an Dich 🙂

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  32. Pingback: Burnout Prävention: 1 Jahr nach der Kur | Essential Unfairness

  33. Hallo. Ob es veröffentlicht wird oder nicht bleibt dir überlassen. Habe deinen Blog mal quergelesen und empfinde es als befremdlich, dass gerade jemand wie du, mit so einer unverschuldet, jedoch traumatischen Kindheit, auch noch 4!!! Kinder bekommt. Kein Wunder, dass solche ‚vererbten‘ Probleme dann wie mobbing oder burnout bei dir aufpoppen. Du hättest vielleicht mehr Platz und Zeit mit vllt erstmal 2 Kindern um dann deine eigene Geschichte zu verarbeiten. Da ist ja vorprogrammier, ganz bestimmt auch nicht gewollt, dass unverarbeitet die Geschichte nun von Generation zu Generation weitergetragen wird! tragisch.. für alle Beteiligten!!! Sogar deinen kleinen Kindern fällt auf, dass du was verheimlichst …hol dir Hilfe!!!

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    • Liebe Nana,

      danke für Deinen Kommentar.
      Schade, dass Du unseren Blog nur quergelesen hast. Bei tieferem Einstieg hättest Du erfahren, dass ich mir keine Hilfe holen muss, sondern im Gegenteil aus tiefem Verantwortungsbewusstsein schon ausreichend Unterstützung hatte.
      Wenn man Deinen Konklusionen folgt, müsste jedes gemobbte Kind mindestens einen gemobbten Elternteil haben. Und Bunrout wäre nach Deiner Sichtweise also ein transgeneratorisches Problem. Vom „Weitertragen“ der Geschichte kann somit kaum eine Rede sein.
      Ich bin – und das ist nicht unbedingt unünblich – im gesamten familiären Umfeld (Großeltern, Vater meiner Kinder, Geschwisterkinder) das einzige gemobbte Kind gewesen. Zudem erfuhr nur eines meiner Kinder Mobbing – auch dies zeigt bereits, dass Mobbing nicht zwingend eine psychologische Erbschaft ist.

      Ich bin in fortlaufender Supervision und übe alltägliche Selbstreflexion. Dadurch habe ich sehr viele Konflikte und Problematiken eben nicht weitergegeben. Diese Leistung ist das Ergebnis eines hohen Verantwortungsbewusstseins und dem Streben nach Ganz – und Gesundwerdung. Letztere wurde für mich greifbar und auch umsetzbar.
      Es bedarf viel innere Arbeit, sich selbst ehrlich zu betrachten und Hilfen anzunehmen, wenn man sie benötigt.

      Ich frage mich nun, warum Du gerade bei mir ein erhöhtes Maß an vermuteter Verantwortungslosigkeit siehst und führe es schlichtweg darauf zurück, dass Du eben diesem Blog eine nicht wirklich intensive Aufmerksamkeit gewidmet hast.
      Denn genau dies ist eines meiner und unserer (wir schreiben ja gemeinsam, mein Mann und ich) Themen: Der verantwortungsbewusste Umgang mit Konflikten, die ja oft aus der Kindheit und dem eigenen Elternhaus herrühren. Das Aufarbeiten und gründliche Ausräumen der Folgethematiken und eventueller Erkrankungen gehören für uns fest dazu.

      Die Beschränkung der Anzahl eigener Kinder auf Grund bewusster und bearbeiteter Themen erscheint mir generell und auch in Betrachtung meines persönlichen biographischen Hintergrunds als eher schwieriger Vorschlag. Solange ein Mensch seine unverschuldeten Traumata gründlich und in professioneller Begleitung bearbeitet, ist er ein ebenso freier Mensch, wie alle anderen. Letztlich bearbeitet die Mehrheit der Menschen ihre psychologischen Konflikte tendenziell nicht oder nur in Teilen. Dies würde ja bedeuten, dass eine feste und geringe Kinderanzahl generel empfehlenswert wäre.

      Beste Grüße
      Lareine

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    • Liebe Nana,
      ich lese bei den Essentials schon lange mit und gebe Hie und Da auch meinen Senf dazu. Daher möchte ich behaupten, dass ich die Situation „kenne“ und auch etwas „einschätzen“ kann.
      Ich habe Dich im speziellen hier noch nicht lesen können im Kommentarbereich, was aber nichts heissen muss.
      Beim Lesen Deines Kommentars kamen mir sofort, aus o.g. Gründen, Fragen auf.
      1. Wieso bist DU hier hängengeblieben beim Thema „Mobbing“, wenn Du vorher nicht auf diesem Blog gelesen hast?!
      (Ich gehe davon aus, dass Du zu diesem Thema eine Arbeit schreibst oder es selbst Dein Thema ist?!…)
      2. Wieso glaubst Du das die Anzahl der Kinder etwas mit der „Verantwortungslosigkeit“ zu tun hat?
      (Du würdest z.B. damit unterstreichen, dass ein Kind von sexueller Gewalt in seinem Erwachsenenleben nie Kinder haben dürfte, weil diese Kinder dann auch mit sexueller Gewalt gefährdet werden..?! Oder Du selbst hast Schwierigkeiten Kinder zu bekommen und es tut Dir weh, das jemand anderes 4 bekommen hat?! Oder Du bist erstaunt, dass es jemand mit 4 Kindern, Haushalt und Mann schafft zu bloggen, während Du es kaum schaffst Deine 2 zu managen?!….)

      Zur Aufklärung: Wir alle leben in einem „Generationenvertrag“ – sei es monetär oder sozial-emotional.
      Wir alle haben eine Vergangenheit und eine Geschichte die unser tun beeinflusst und bei jedem könnte man ein Köpfchen finden, dass einen so sehr triggert, dass es uns aus der Bahn wirft. Auch bei Dir ist das so, Nana.
      Und wir alle handeln so, wie wir es aus einer Gewohnheit heraus kennen, auch wenn es destruktiv ist (zB.: „Ich gerate immer an die falschen Männer! Warum passiert immer MIR das?“) und manche sind so reflektiert, dass sie einen Weg aus dem Destruktivismus finden.

      Wenn jemand einem anderen Rät „sich Hilfe zu holen“ ohne zu helfen, dann ist er selbst nicht in der Lage zu Helfen, Tips zu geben und Empathie zu entwickeln für die betroffene Person. Vielleicht, weil man selbst nicht weiss, wie man sich und anderen helfen kann.
      Mit dem Finger auf andere zu zeigen, Schuld zuzuweisen und/oder in Unkenntnis zu verurteilen zeugt jedenfalls davon, dass diese Person selbst eine unverarbeitete Geschichte in sich trägt und nicht in der Lage ist Verantwortung zu übernehmen.
      Als Mutter von zwei Kindern würde ich sogar soweit gehen, dass dieses Verhalten „infantil“ ist und diese Person leider nicht so viel aus dem elterlichen Haus mitbekommen hat der eben eine Geschichte mitträgt, die dieses Verhalten begründet.
      Dann würde ich diesem Menschen sagen: „Bitte hole Dir Hilfe, damit Du andere nicht mehr verurteilen musst, um Dich besser zu fühlen und übe Dich selber zu halten (wie eine erwachsene Person das können sollte).

      Ich würde mich freuen von Dir zu hören, Nana – ganz aufrichtig!

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    • Ich bin schockiert über diesen Kommentar! Erstens kommt hier das auf ,was in dem Brief doch verdeutlicht wird: Opfer-blaming…was für ein Unsinn, dass die Mutter daran Schuld sein soll, dass ihr Kind gemobbt wird/wurde!
      Und zweitens, ist mir ja klar dass es neuerdings total verpönt ist mehr als ein Kind zu kriegen, aber jemandem vorzuwerfen verantwortungslos zu sein weil man vier Kinder hat, ist doch wohl ein Scherz. Dass du sagst man solle doch lieber nur zwei kriegen, zeigt dass du wohl keine Kinder hast. Es ist ziemlich egal ob man zwei oder vier Kinder hat am Ende des Tages ist man bei beiden Varianten todmüde aber glücklich…

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  34. Liebe Lareine,

    wie so viele andere hier habe ich in meiner Schulzeit ähnliche Dinge erlebt wie deine Tochter. Als ich deinen Brief gelesen habe, musste ich bitterlich weinen, denn deine Worte beschreiben so treffend, wie man sich in dieser Situation fühlt. Und ich habe zum ersten mal reflektiert, wie meine Mutter diese Zeit erlebt haben muss. Ich habe den Brief dann meiner Mutter gezeigt und wir haben sehr lange darüber gesprochen. Vielen Dank dafür!

    Es ist so toll, was ihr als Familie für Nummer 2 tut! Ich wünsche euch allen ganz viel Glück und Kraft für den Neuanfang! Bei mir hat es damals sehr geholfen, die Schule zu wechseln. Ich wünsche euch so sehr, dass sich für euch alles zum Guten wendet!

    Bitte grüße deine Tochter von mir. Sie ist ein wundervoller Mensch und sie wird Menschen finden, die das erkennen! So, wie ich auch diese Menschen gefunden habe. Sie soll die Hoffnung bitte nicht aufgeben!

    Alles Liebe
    Natalie

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  35. Pingback: Goodbye, 2016 | Essential Unfairness

  36. Pingback: Leseempfehlungen Okt./Nov. 2016 | Muttiheft

  37. Der Beitrag ist schon älter, aber ich wollte dazu mal sagen dass es mir unendlich Leid tut für deine Tochter!
    Ich habe schreckliche Gänsehaut. Mir wurde zwar nie Gewalt in der Schule angetan aber gemobbt wurde ich auch und selbstreflektierend, sehe ich heute immer wieder wie es sich immer noch auf mich und mein Wesen auswirkt. Wie oft ich plötzlich Panik habe, dass die Leute um mich ( selbst mein eigener Mann und meine Kinder) mich in Wirklichkeit gar nicht leiden können und mich verlassen, so wie meine Freunde in der Schulzeit.

    Ich hoffe für deine Tochter, dass sie das nicht hat, dass sie später keine Angst hat, obwohl ich bei so verständigen Eltern, die ihr zu sein scheint, die Hoffnung habe dass sie es überwinden kann und ein glücklicher, großer Mensch wird!

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  38. hallo,(13jahre/mädchen)
    ich werde selber von meiner Klasse beleidigt und schlecht behandelt,
    aber niemand merkt das es mir nicht gut geht. Wenn ich dann zu den Lehrern gehe, ach das bildest du dir doch nur ein….oder….du übertreibst bestimmt.
    und das zieht nicht nur an meinen Nerven sonder auch an meinen Noten. Ich weiß selber nicht wie ich damit umgehen soll. Meine Mum weiß bescheid hat aber keine Ahnung wie sie damit umgehen soll. Dein Eintrag hat mir geholfen zu verstehen das ich mir das eben nicht einbilde….. Glaubst du es hilft mir die schule zu wechseln?

    alles gute an kind nummer 2 und noch einen schönen tag!!!!

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  39. Pingback: Hausrenovierung, Teil 2 | Essential Unfairness

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