Glotze aus!? Medienkompetenz für Kinder

Glotze aus!? Medienkompetenz für Kinder

Medienkompetenz ist ein Wort, das wir inzwischen alle kennen. Wie schult man Medienkompetenz und wie halten wir persönlich das? Wir geben Einblicke in unser fernseharmes Leben und natürlich gibt es am Schluss auch Experten-Tipps: Was müssen wir unseren Kindern über den Umgang mit modernen Medien beibringen?

Medienkonsum muss individuell gestaltet werden

Der Umgang mit den Medien gehört für Kinder zum Alltag. Oft wird kommentiert, es solle nur nicht zu viel sein oder nicht zu früh starten. Fakt ist immerhin: Man muss sich selbst und auch die Kinder bewusst auf den Umgang vorbereiten. Wer sagt denn, dass die elterlichen Vorbilder immer einen wünschenswerten Umgang haben?

Die unseligen Frankfurter Plakate, welche Mütter vor einer Weile mahnten, brav den Nachwuchs im Blick zu haben und kein Smartphone auf Spielplätzen zu nutzen, waren ein Gipfel der Diskussion. Gut, dann dürften Mütter auch keine Zeitschrift, kein Buch und auch keine Gesprächspartnerin als Ablenkung akzeptieren – aber soweit wurde da wohl nicht gedacht.

Zumindest regten sie an, über die Vorbildfunktion nachzudenken. Und ja, früher nahm man im Wartezimmer die Zeitschrift, heute das kleine Kästchen, das mütterliche Tor in die Welt, von  der sie sich manchmal so abgeschnitten fühlt. Warten sorgt schnell für Smartphonekonsum und das ist sicher auch in Ordnung. Wenn die eigenen Kinder kopfüber am Klettergerüst hängen und um Hilfe rufen, dann bemerkt man das schon.

Wir sind ja bekanntermaßen (zumindest für jene, die schon länger hier bei uns mitlesen) ziemliche Nerds und mögen Technikkrams. Und gerade deshalb haben wir darüber nachgedacht, wie wir den Umgang gestalten wollen. In Maßen, ja klar, das sagt ja jeder. Ich handhabe das eher variabel. In den Ferien zum Beispiel hängen sie länger dran. Sie spielen Minecraft, hören Musik oder gucken Videos. Irgendwann kommandiere ich sie ab, wenn sie nicht schon selbst vorher aufgehört haben. Ich will, dass sie ein paar Mal den Overload erleben, den der Konsum bedeutet.

Ich habe früher mal so lange Tetris gespielt, dass ich im Supermarkt schon begann, mir automatisch vorzustellen, wie ich die das Paniermehl zwischen die Packungen mit den Klößen schiebe. Das machte mir dann etwas Angst und war ein Aha-Erlebnis.

Der Umgang mit den Medien gehört ebenso zu den mannigfaltigen pädagogischen Aufgaben, die eng an Selbstreflexion gekoppelt sind, wie eben auch das Thema Geld oder das Thema Freundschaftspflege. Oder um die Hundert andere.

Vier Individuen

Wir hier besprechen den Umgang je nach Alter und individueller Wirkung der Medien auf das einzelne Kind.

Medienkompetenz bis in den kleinen Zeh: Daddelnde Nummer 2 und 3

Medienkompetenz bis in den kleinen Zeh: Daddelnde Nummer 2 und 3 (ja, die Spiegeltüren hat Nummer 4 mit Schmierfingern dekoriert)

Nummer 1  (bald 13) schaltet innerlich ab und amüsiert sich zugleich, wenn sie sich Youtuber ansieht. Sie fühlt sich da irgendwie verstanden und abgeholt, weil sie für ihr Alter sehr reif ist und die Gesellschaft Erwachsener präferiert. Also darf sie das durchaus genießen. Zudem findet sie es toll, dass ich die ganzen Typen und Typinnen da nicht kenne und sie sich dadurch pubertär notwenig abgrenzen kann.

Sie hört gerne Musik über das Smartphone und auch das ist völlig in Ordnung für uns. Sobald sie kein Gerät in der Hand hat, ist sie ein (altersgemäß müdes) ausgeglichenes und aufmerksames Familienmitglied.

Nummer 2 (11) liebt Minecraft. Das spielt sie gerne mit einem weiter entfernt wohnenden Freund. Sie telefonieren dabei dann per Lautsprecher und gackern mächtig rum. Dies begrenze ich auf zwei Stunden – das Limit wird murrend hingenommen. (Auch aus dem Telefonhörer). Ansonsten chattet sie mit Freunden innerhalb der Gruppe ihrer Schulklasse und spielt Spielchen. Sie neigt dazu, müde und bräsig zu werden, wenn sie den Medienkonsum übertreibt.

Nummer 3 (8) war neulich mal krank und erlebte den ersten Medien-Overload. Sie glotzte pausenlos diese kreischigen Filme mit der Meerjungfrau, die von einem Hai (?) beschützt wird und die ein anderes Tier immer auffressen will.  Mamma mia, hat mich das genervt. Aber gut. Sie lag malade hernieder und nach drei Stunden hatte sie eine heiße Stirn. Aber nicht von Fieber  – sondern vor Anstrengung. Und das fand sie selber schrecklich. Seitdem achtet sie selber (meist) darauf, wie viel sie guckt.

Nummer 4 (1,5) guckt gerne Videos von Baggern auf YouTube (hey, die sind sehr meditativ!) und auch die Sendung mit der Maus – Themenschwerpunkt Bagger … Seine Aufmerksamkeitsspanne beträgt durchschnittlich circa vier Minuten. Vom Overload weit entfernt, daher darf er das gucken.

Die Glotze

Das Fernsehen hat für mich persönlich die erschreckendste Wirkung auf Kinder.

Wir kennen sie natürlich, die großen und kleinen Glotzzombies. Wir haben sie auch hier gehabt.

Bis vor zwei Jahren. Da haben wir die Glotze ausgeschaltet. Seitdem wird sie nur genutzt, wenn ab und an eine Spielkonsole läuft und sie den Bildschirm dafür darstellt.

Warum haben wir das so entschieden?

Weil sie so gut darin waren, hirnlose Werbe-Jingles zu singen und niemals antworteten, wenn man sie ansprach. Und weil sie nach dem Glotzen genau die fiesen, streitlustigen, Miesepeter waren, die ich erwartete. Während des Glotzens sahen sie aus wie Zombies. Sogar ihr sonst ausgelassenes Lachen klang wie das müde, geistlose Grunzen eines Untoten. Bah!

Trotz dieser Beobachtungen war dies nicht der Anlass, die Glotze fortan als Staubfänger zu benutzen. Schließlich gucken doch alle Kinder Fernsehen, ne? Da will man seine ja nicht ausgrenzen und so.)

Es ergab sich so. Ich erinnere mich, dass sie gerne nach der Schule beim Ansehen einer der Kinderkanäle abschalteten. Also innerlich. Komplett gehirnmäßig. Sie wurden zu den erwähnten Glotz-Zombies. Ich hatte dem TV gegenüber immer ein latent schlechtes Gefühl. Zwischendurch dudelten Werbepots und nach dem Ausschalten hatten sie plötzlich tausend Wünsche – alle gefüttert durch die TV-Werbung. Dauerte die Fernsehzeit zu lange, waren sie mies gelaunt und meckerten sich gegenseitig an.

Das letzte, was wir noch  zusammen im regulären TV guckten, waren die für mich nostalgischen Serien „She Ra“ und „He-Man“. Die Kinder meinten irgendwann, die beiden Serien seien so viel ruhiger und nicht ganz so „dämlich“ wie die anderen. Am nächsten Tag schalteten wir nicht mehr ein und am Tag darauf auch nicht. Ich habe es einfach gar nicht angesprochen und sie befassten sich mit etwas Anderem.

Und was gucken wir und die Kinder dann? 

Wir präferieren Streaming-Dienste wie Netflix, Watchever oder Amazon Instant. So haben wir ausgesuchte Unterhaltung und keine Werbeunterbrechungen. Okay, Watchever nennen wir wegen dauernder technischer Probleme zärtlich WatchNever und kündigen es häufig wieder.

Oder wir gucken auch einfach mal nix.

Nummer 1 und Nummer 2 sind mit bald 13 und 11 Jahren eh in einem Alter, in dem das Smartphone an der Handinnenfläche angewachsen ist – sie bilden eine Symbiose mit dem Teil und sind nur noch operativ zu trennen. Sie wissen nicht, wie man mit ihren Spielzeugen telefoniert und nutzen sie als etwas, das wir Dinosaurier Walkman nannten. Aber auch das schränke ich ein, was sie allerdings begrüßen, weil sie um das Suchtpotential wissen. Und ihnen ebenso von uns bewusst gemacht wurde, dass man manchmal eben von außen einen Hinweis annehmen kann und sollte, der einen unterstützt.

Einstiegsdroge: Das Baby Tablet

Einstiegsdroge: Das Baby Tablet

Vorbilder: Ein Bekenntnis

Ja, wir sind die Vorbilder unserer Kinder. Sie sehen nicht nur, welche Art von Beziehung wir Eltern miteinander führen, wie wir mit unseren Freunden umgehen und wie wir uns die Schuhe anziehen. Sondern auch, wie viel wir uns gegenseitig phubben oder wie oft wir uns das Tablet schnappen. Und das beobachten wir hier. Unter dem Stichwort „Horror-Techies“ sitzen wir hier manchmal und machen genau das. Alle haben irgendein Gerät zur Hand: Ich tippe etwas auf dem Notebook, Mr. Essential surft auf dem iPad Mini, die Großen haben die Smartphones und Nummer 3 spielt ein Spiel auf dem anderen iPad. Nummer 4 schläft dann entweder oder wirft mit Plastikbaggern auf uns. Dann hören wir auf.

Genau dann, wenn uns die erste Baggerschaufel mit beinahe tödlicher Wucht trifft, merken wir wie zufällig, was wir gerade getan haben. Und es findet sich immer einer von uns, der dann sagt:

„Oh Mann, wir Eierköpfe.“

Ein anderer konstatiert dann: „Aber es ist gemütlich und zeitgemäß. Man muss ja nicht immer miteinander labern.“

Meine Ohren stimmen stöhnend zu, aber auf die zwei blutigen Dinger hört hier eh niemand.

Schließlich komme ich dann mit dem weisen Satz: „Es ist nichts so schlecht, als dass es nicht noch ein schlechtes Beispiel taugt“ und die Bagger fliegen plötzlich alle in meinen Richtung.

Diese Momente gab es mal häufiger, inzwischen gibt es sie kaum noch. Auch wir Eltern mussten erst einmal lernen, mit den verlockenden Spielzeugen umzugehen. Ich nehme das Smartphone ab und zu in die Hand. Dies ist etwas häufiger geworden, seit ich ein schönes, neueres Apfelmodell habe, beobachte ich. Und wegen Schneewittchen, Ihr wisst schon, bin ich dem Apfel verpflichtet. Ich habe natürlich auch so einen Schneewittchen-Sticker vorne auf meinem Notebook. Aber gut, ich schweife ab.

Wir sind Vorbilder – auch ohne es zu merken. Ich erziehe meine Mädels beispielsweise zu gleichberechtigt denkenden Frauen – mal so als Beispiel. Und trotzdem sagte Nummer 3 mal irgendwann: „Der Dada ist der Chef. Weil der verdient das ganze Geld. Und du musst dauernd aufräumen und kriegst nix dafür.“ Das saß, klar. Ich habe dann mit ihr gesprochen und sie erklärte mir die Auswirkungen des knallharten Kapitalismus auf sie als Beobachterin der modernen Frauenrolle. Wieder was dazugelernt. Der Dada, der putzt fast nie. Also sind Frauen für das Putzen da. Und er verdient mehr Geld. Also ist er der Ansager.

Habe das alles inzwischen natürlich korrigierend erläutert. Sie weiß nun, dass ihr Vater und ich gleichberechtigt entscheiden. ich die Ansagen mache.

Kinderstimmen zum Thema Medienkompetenz

Habe Nummer 1 bis 4 eingehend zum Thema Medienkompetenz befragt. Sie sagten ungefähr Folgendes:

Nummer 1: „Ich würde echt gern den ganzen Tag am Smartphone hängen und YoutTubeVideos von iBlabla gucken. Aber leider schlafe ich dauernd.“

Nummer 2: „Während ich über den Rechner ein Let’sPlay gucke und in der einen Hand das Smartphone für die Musikauswahl habe, hab ich glücklicher Weise noch eine Hand frei, um nebenher Manga-Figuren zu zeichnen.“

Nummer 3: „Ich BIN ein iPad!“

Nummer 4: „Babba gucke!“

Expertenrat

Es geht nicht darum, Kindern möglichst den Zugang zu den Medien zu verwehren oder einzuschränken, sondern ihnen Kompetenz also Können zu vermitteln.

Schon kleine Kinder interessieren sich brennend für die kleinen Geräte mit den bunten Bildern und lustigen Tönen – wir alle kennen das.

Experten raten, bestimmte Fähigkeiten zu vermitteln. Hierbei geht es um Folgendes:

  • Kinder sollen lernen, Werbung von anderen Inhalten zu unterscheiden
  • Es ist wichtig, den Kindern alles Notwendige über das Thema Sicherheit im Internet zu erklären
  • Der Umgang mit einem Touchscreen erfolgt meist intuitiv nach Beobachtung – auch dies gehört zum Bereich der Medienkompetenz
  • Das Kind sollte wissen, welche Funktionen Geräte wie Tablet, Notebook, PC und Co haben
  • Bei größeren Kindern ist es wichtig, sicherheitsrelevante Phänomene zu erklären: Kettenbriefe bewirken nicht den Tod eines Angehörigen und nein, wir verschicken keine Nacktfotos an jemanden. Nein, auch nicht, wenn wir glauben, ihn (oder sie) für immer zu lieben.
  • Wie gehe ich mit Cybermobbing um? Was genau ist das? Auch hier ist es wichtig, dass Eltern erklärend zur Seite stehen

Ich finde auch noch das hier wichtig:

  • Wie gehe ich mit einer Suchmaschine effizient um?
  • Wo genau finde ich Informationen, die ich brauche?
  • Wie kann ich das Internet als lehrreich erfahren?
  • Was genau bedeutet das hier: „Das Internet vergisst nichts“?
  • Wie verhalte ich mich in Chatrooms und wie schütze ich mich dort?

Kinder sind von kleinauf mit Medien umgeben.

Eigentlich gehören auch Zeitungen dazu – aber ich habe den Kindern bisher nie das Layout einer Tageszeitung erklärt. Obwohl ich als Dinosaurier dies in der Schule durchaus gelernt habe.

So gehört es zu den Aufgaben der neuen (unserer) Elterngeneration, die Kinder im Umgang mit den Medien zu schulen.

Ganz niedlich für etwas jüngere Kinder ist der Internet-Führerschein. Diesen findet man hier. Die Seite, auf der Kinder den Surfschein erwerben können bietet per E-Mail auch Expertenrat für die Kinder. Die Seite empfehle ich, weil sie uns selber gut gefiel – dafür sahne ich nicht ab. Mist, hätte ich mich mal vor diesem Artikel bei denen gemeldet 😀

Wie läuft das bei Euch zuhause ab? Wird viel geglotzt oder wenig oder gar nicht? Hängen die Kinder an den Tablets und Konsolen? Sind sie internetfit?

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14 Gedanken zu “Glotze aus!? Medienkompetenz für Kinder

  1. Ein Internet-Führerschein, wie süß!
    Bei uns bleibt der Fernseher eigentlich immer aus, wenn der kleine Kaaskop noch wach ist (ausgenommen am Königstag). Er ist jetzt 3,5 Jahre alt und guckt nur altersgerechte Kinder-DVDs oder noch lieber Filme auf youtube oder so. Feuerwehrmann Sam, Petterson&FIndus, Helden der Stadt, Conni, Peppa Wutz usw. Die wähle ich ihm aus und darf er eigentlich auch nur, wenn ich Essen koche. Oder wenn ich an einem Regentag mal eine Viertelstunde Ruhe brauche! Wir haben seit Kurzem ein Tablet, nach dem er manchmal fragt. Kennengelernt hat er so ein Ding kurz vor seinem 3. Geburtstag im Winterurlaub bei seinem Onkel. Wenn wir den besuchen, fragt der kleine Kaaskop auch oft ziemlich schnell, ob er darauf was spielen darf. Wir haben ein paar Kinder-Apps heruntergeladen.
    Ich selber ärgere mich oft darüber, dass der große Kaaskop so viel Fernsehen guckt, bzw. die Glotze anmacht und dann gar nicht richtig guckt, während dort irgendein Scheiß läuft, der mich nervt und ablenkt. Dafür schaue ICH ziemlich oft auf meinem Smartphone bei Instagram oder Facebook rein. Und das nervt dann wiederum den großen Kaaskop…
    Spielekonsolen und im Internet surfen ist hier noch nicht angesagt.
    Liebe Größe aus Holland,
    Kristine

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    • Hallo Kristine,

      ja, den Surf-Führerschein finde ich auch eine süße Idee. Schult einfach auch den Fokus, dass man sich mit Medien ein bisschen auskennen sollte.

      Wir haben auch mit altersgerechten DVD (bei uns viel Bob der Baumeister) angefangen, als die beiden Großen klein waren. Das mochten sie natürlich sehr gern – und ich fand es gemütlich, mit ihnen zusammen zu gucken.

      Ich finde auch, dass die Kinder mit dem Medienkonsum aufwachsen – eben so, wie es die Familie hält. Manche schauen viel fern, andere gar nicht. Einige kleben am Smartphone – andere besitzen nicht mal eines. Ich suche immer den goldenen Mittelweg, weil ich gemerkt habe, dass Dogmen selten etwas bringen.

      Ganz liebe Grüße nach Holland! 🙂

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  2. Ich ertappe mich dabei, dass ich oft auf dem Ipad surfe. Mittlerweile lege ich es ganz bewusst weg, wenn ich meiner Tochter (knapp 3) Zeit schenke. Sie darf schonmal Puzzle oder Tierstimmen Apps spielen, hält dann aber nicht lange durch. Wenn sie aber das Essen beendet, aufstehen darf, durchs Haus wuselt und Sachen anstellt, dann surfen mein Mann und ich schonmal während des restlichen Essens. Das würde ich gerne einschränken, lenke mich aber auch gerne nach einem anstrengenden Arbeitstag ab und entspanne so.

    Fernsehen gibt es für sie als klassischen TV eigentlich nicht, mit Ausnahme von Tiere suchen ein zu Hause, das will ehrlicherweise aber eigentlich ich sehen. Sonst bleibt der Fernseher aus, bzw. darf sie am Wochenende schonmal ein-zwei Folgen Mascha und der Bär oder Shawn das Schaf oder Petersson und Findus auf Prime schauen. Dann aber mit uns zusammen (was sie auch einfordert). Morgens oder unter der Woche Prime gibt es aber auch nicht, dazu haben wir so zu wenig voneinander. Aber an verregneten Samstagnachmittagen oder wenn man schon einen anstrengenden Ausflug gemacht hat, finde ich so 1-2 Folgen völlig okay. Und ich mag die oben genannten Serien selber gerne (gerade über Mascha und Shawn beömmel ich mich fast mehr als sie).

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    • Hey Kathi,

      Shawn lieben wir hier auch sehr – sogar Nummer 4 lacht dabei und kommentiert, was er da sieht.

      Ich finde es ziemlich in Ordnung, Kinder ab und an etwas gucken – auch an Regentagen ist das gut 😉
      Gerade das Zusammen-Gucken ist sehr gemütlich, oder?

      Am Tisch darf bei uns niemand Medien nutzen – außer: Ich bekomme mittwochs meine Zeitschrift (ein kurzweiliges Frauenblättchen). Die nehme ich mir dann, weil die Kinder immer viel schnattern, dabei wenig essen und es dann ewig dauert. Ich bin immer als Erste fertig und … langweile mich. Außer eben mittwochs 😀

      Ganz liebe Grüße 🙂

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  3. Hallo,
    ich bin ganz neu hier.
    Medienkonsum bei mir: Schwierig.
    In Ermangelung eigener Kinder beobachte ich das bei Patenkindern, Nichten und Neffen.
    Da sind alle Strategien vertreten. Vom Fernseher/PC als Babysitter bis zu striktem Nutzungsverbot (nur fürs Kind, was ich schon mal selten bescheuert finde).
    Ich denke, es ist wie alles im Leben, die Dosis machts halt. Und die Kids wissen schon was gut ist. 🙂
    Sämtliche technischen Geräte waren letztens sowas von out, als ich die vollkommen analog gewachsenen Himbeersträucher zum Naschen freigegeben habe.
    Rummatschen mit Wasser und Schlamm ist auch immer noch das Beste, also mach ich mir da keine Gedanken.
    Tscha, bei Regen….da gibts halt auch mal Spiele am PC oder DvD und so. Wobei auch da die Bücher-und Spielekiste oft interessanter ist.
    Ich macht das gut so!
    Libe Grüße
    Sylana

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    • Hallo Sylana,

      herzlich willkommen bei uns! Wir freuen uns sehr, dass Du bei uns liest und auch kommentierst 🙂

      Ja, die Dosis macht es wirklich. Und die setzte sich irgendwie aus individuellem Bedarf und der familiären Einstellung sowie dem Wissen über Medien zusammen, glaube ich.

      Pfützen, Bäume, Blumen und Freunde sind für unsere Kinder irgendwie auch sehr viel länger spannend als eben elektronische Unterhaltung. Nummer 2 ist eine ausgemachte Leseratte und auch Nummer 3 hat inzwischen immer einen Bücherstapel neben dem Bett.

      Wir haben hier auch einen Himbeerstrauch – ich musste schmunzeln: Wenn da die ersten reifen Beeren zu sehen sind, dann wird der auch immer sofort geplündert. Ebenfalls sind da alle Smartphones etc vergessen 😀

      Danke für Dein Feedback.

      Liebe Grüße von den Essentials 😉

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  4. Ich finde, das hört sich doch wie ein guter Plan an, wie ihr das macht. Wichtig ist eben, dass jedes Kind je nach Alter etwas anderes will und verträgt – medientechnisch. Aber dieses ‚Medien sind schlecht für Kinder‘ Geplärre regt mich auf. Unsere Kleine z.B. will ständig, dass wir ihr Jim Knopf Puppenkiste anmachen. Die liebt das und singe alle Lieder mit. Die Große find das schon langweilig. Die ist jetzt auf Sesamstrasse und Tierdokus. Gut, wir haben keinen TV aber einen Beamer an der Decke hängen… Das führt dazu, dass wir nur Filme und Serien schauen, keine NachmittagsTVSachen mit Werbung etc. eben nicht wahllos. Ich kenn mich auch seit 10 Jahren gar nimmer im normalen Fernsehprogramm aus. Aber ich finds super, dass die Kinder keine Berührungsängste bei Handy und Computer haben.

    Und mal ganz am Rande – ich hab als Kind gern und viel Fernseh geschaut, war trotzdem oft draußen, nie dick, und ja aus mir ist weder ein Zombie noch ein Totalversager geworden, auch wenn ich nicht jede Sekunde meines Lebens pädagogisch wertvoll verbracht habe. Man stelle sich das mal vor…

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    • Liebe Rosalie,

      „extremes/dogmatisches Geplärre“stößt mich auch immer sehr ab. Ganz gleich, um welches Thema es geht.

      Ich als Kind der 80er war auch mit dem Vorabendprogramm verwachsen. Wir haben damals alles geguckt: Trio mit vier Fäusten, A-Team, Agentin mit Herz, Hart aber herzlich und so weiter …

      Auch ich war nie dick und kein Zombie. Aber ich hatte auch keine fast gleichaltrige Schwestern, mit denen ich mich nach zu exzessivem Fernsehkonsum stundenlang nur noch gestritten habe. Daher kann ich dazu nichts sagen. Ich erinnere mich nicht, dass meine Mutter je kommentiert hätte, ich sei nach dem Glotzen irgendwie bräsig oder so gewesen. Unsere Kinder neigen dazu und daher schränke ich das ein. Sie haben ja irgendwie nichts davon, wenn sie sich hier bekämpfen.

      Was die Langzeitfolgen angeht bin ich da jedoch auch eher entspannt.

      Lieben Gruß 🙂

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  5. Unsere Tochter (8) spielt Kinderspiele auf ihrem Tablet (ein kleines Amazon Kindle Fire HD, Geschenk der Patentante). Es ist so eingestellt, dass sie nichts alleine installieren kann und ich so immer vorab schauen kann, was sie haben möchte. Eine Zeit lang hat sie hierüber auch Musik gehört, aber das hat nachgelassen.
    Sie hat zwar Zeitvorgaben, legt aber meist selbst innerhalb der vereinbarten Spielzeit das Tablet an Seite.

    Unser Sohn (6) spielt mit seinem Nintendo 2DS. Aber alles Nintendo-typische Kinderspiele (Super Mario, Mario Kart usw.). Ab und an darf er das Tablet meiner Frau zum Spielen nutzen (Subway Surfer oder ein Sonic-Pendant dazu). Bis vor kurzem hatte er auch dieses Disney Infinity für die XBox mit entsprechenden Avengers-Figuren (meine Schuld).
    Er neigt zur Computerspielsucht und bekommt strikte Zeitvorgaben, sonst wurde er ohne Probleme den Ganzen Tag „zocken“. Das Disney Infinity wurde verbannt, weil zunehmend zu Handgreiflichkeiten neigte und auch eine regelrechte Fixierung darauf bestand.

    Fernsehen dürfen sie grundsätzlich länger schauen, als die Empfehlungen lauten, aber im Alltag bleibt oft keine Zeit dazu (Freunde, Hobbies etc.) und so gucken sie oft tagelang kein Fernsehen. Es gibt aber auch Tage da schauen sie lange fern (gerade jetzt in der Ferienzeit, wo meine Frau im Büro ist und ich im Keller im Homeoffice sitze), aber da merkt man ihnen an, dass sie nach einer bestimmten Zeit „bräsig“ und zankig werden.

    Handys bzw. Smartphones und soziale Netzwerke sind bei uns noch kein Thema, aber es ist mir schon wichtig, dass ich ihnen die entsprechenden Softskills hierzu vermittle.

    Ich selbst habe bereits als Kind sehr viel Ferngesehen und im Jugendalter exzessiv Computerspiele gespielt (allerdings meist „solo“ ohne Internet, denn im Zeitalter der 56k-Modems war das nicht so dolle).
    Heute schaue ich immer noch regelmäßig Abends fern, aber meist dann wenn die Kinder bereits im Bett sind. Einzige Ausnahmen hiervon sind die Nachrichten (Tagesschau) oder Bundesligaspiele. „Zocken“ tue ich heute eher selten und das auch nur, wenn die Kinder entweder nicht zu Hause oder im Bett sind.
    Aufs Smartphone schaue ich schon regelmäßig, aber in Anwesenheit der Kinder lasse ich es meistens bleiben.

    Generell würde ich sagen, dass wir das Thema Medienkonsum eher sehr locker sehen. Einen fernsehfreien Haushalt, wie manche aus dem Bekanntenkreis ihn haben könnte ich mir persönlich z.B. nicht vorstellen. Dafür schaue ich selbst zu gern. Das Internet spielt für unsere Kinder noch keine Rolle. Zocken dürfen sie auch. Auch mehr als die offiziellen Empfehlungen lauten, aber wir achten dennoch darauf, dass nicht zu viel wird und als Ausgleich auch mal draußen an der frischen Luft gespielt wird.

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    • Hallo Marc,

      unsere sind da wohl ähnlich wie Dein Sohn. Sie werden einfach fies zueinander und so nölig nach zu viel TV.

      Diese Avengers für die Infinity hätten mir auch gut gefallen – ich mag die Avengers gern (unsere ganze Familie mag die, sogar Nummer 4 mag Captain America). Unsere haben nur die erste Infinity und da klappt das mit den Avengers nicht.
      Sie neigen nicht zur Gewaltnachahmung muss ich sagen, aber wenn, dann muss man dann wohl echt irgendwie unterstützend eingreifen.

      Fernsehfrei, also ohne TV-Programm macht mir echt nichts aus. Wie im Artikel erwähnt fanden wir es im Urlaub lustig, aber dann reichte es uns auch wieder. Bisher spricht mich da nichts mehr richtig an – aber dafür streame ich sehr gern.

      Wir hatten früher immer „Medienminuten“ – für 2 Minuten an der frischen Luft gab es pro Tag 1 Minute Medienzeit. Und das mochten sie. Meist waren sie einfach so richtig gern draußen und vergaßen, wofür sie überhaupt an die frische Luft gegangen waren. Jetzt sind sie zu alt für die Medienminuten (also die Großen und die Kleine würde streiken, wenn sie sich etwas erarbeiten muss, das die Großen geschenkt bekommen …), aber das hat immer sehr gut geklappt.

      Liebe Grüße 🙂

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  6. Ich denke auch, dass der Medienkonsum individuell gestaltet werden muss. Meine 3 Kinder sind noch recht klein, der große ist jetzt 4 1/2, aber er guckte schon vor 2 Jahren das Dschungelbuch. Es ergab sich, dass ich ihn mal ‚rugigstellen‘ musste und ich hatte allein diesen Film als DVD. Den Fernseher wollte ich nicht nehmen. Und der kleine Mann sah sich konzentriert diesen Film an. Bis zum Ende. Er sah ihn in dem letzten 2 Jahren zig mal, immer mit wachsender Begeisterung und hört sich auch die CD immer gern an. Die Lieder singt er alle mit. Spielt die beeindruckenden Szenen gern nach. .. es haben sich Jim Knopf und Thomas die Lokomotive und jüngst Pippi langstrumpf dazugesellt. Die mittlere Tochter 3j. guckt mitlerweile mit. Es sind immer die gleichen Folgen, die eingefordert werden und auch ausgiebig diskutiert und nachgespielt werden. Aufkommende Fragen werden beantwortet. Ich habe den Eindruck, dass es bisher nicht geschadet hat, im Gegenteil auch angeregt. Aber eben weil es nicht immer was Neues zum gucken gibt, sondern die Sendungen am Ende auswendig bekannt sind.
    Die Kinder sind sportlich, kreativ und lebensfroh, können sich sprachlich super ausdrücken und gehen auch gerne raus.
    Ich selbst habe als Kind auch ziemlich viel Fernsehen geguckt.lareine’s Serienliste aus den 80ern hab ich mir auch reingepfiffen und sie geliebt :-D. Ich würde behaupten hat nicht geschadet.
    Das Internet nutzen wir auch als Quelle für Informationen. Dampfloks und Dieseloks bei der Arbeit. Was macht der Schaufelradbagger? Wie heißt diese und jene Pflanze? Was ist das für ne komische Spinne? Etc.
    die Medien sind nicht mehr wegzudenken.
    Kompetenz ist alles.
    Und zu starkes Reglement hat, von mir beobachtet, auch gern mal eine krasse Gegenreaktion zur Folge und es wird nur noch von Konsumfenster zu Konsumfenster gelebt. Der bräsige Overkill hat definitiv den besseren Lerneffekt 😀

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Bea,

      Verbote bewirken wirklich oft (oder sogar meistens?) das Gegenteil. Das ist nicht nur bei den Medien so, sondern auch bei der Ernährung, bestimmten Spielzeugen und so weiter. Und nicht nur bei Kindern – auch wir Erwachsene reagieren ja darauf oft etwas kontraproduktiv 😀

      Nein, das A-Team KANN einem gar nicht schaden, ne? 😉 Ich denke, man sieht als Eltern ja, was die Kinder ansehen. Wenn sie größer sind, bemerkt man ebenfalls, was sie gut sehen und verarbeiten können und was eben nicht.

      Das ist ja auch oft sehr unterschiedlich. Unsere Älteste ist eher vorsichtig und etwas ängstlich – auch bei Filmen ist sie zartbesaiteter als die jüngere Schwester. Daher schauen wir uns Filme gerne zusammen an, damit wir reden können, wenn etwas Gruselig ist.

      Manches beschäftigt Kinder auch unerwartet: Nummer 3 (8 Jahre) sah mit uns „Schick mir keine Blumen“ – eine Komödie, in der Doris Day ihrem Filmmann durch ein Missverständnis böse war. Da ohrfeigte sie den Mann während er schlief und tat dann unschuldig als er verwirrt aufwachte und meinte, ihm sei als habe ihn jemand geschlagen. Während wir (Nummer1, 2 und ich) uns bei ihrem geflöteten „Oh Darling, aber wer würde so etwas Furchtbares nur tun (und dich ohrfeigen)?“ halb schlapp lachten, war Nummer 3 wochenlang geknickt, weil ihr der unschuldige Mann so leid tat …

      Liebe Grüße! 🙂

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