Mama, Mama, Kind – Warum die konservativen Argumente gegen die „Homo-Ehe“ komplett ins Leere gehen

Stehen auf Rothaarige: Nummer 3s Animator-Puppen

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Ich bin mittlerweile weiß Gott ein konservativer Mensch. Das hat mit meiner Rolle als Familienvater zu tun, aber auch mit meiner Partizipation am Wirtschaftssystem und dem gewöhnlichen Reifungsprozess der menschlichen Einsichten über die unterschiedlichen Lebensalter hinweg. Ich bin so konservativ, dass ich noch immer mit der gleichen Frau verheiratet bin. Sie ist katholisch und wir haben vier Kinder (für alle, die es noch nicht wissen). Die auch katholisch getauft sind. Ich verbringe meine Samstage im Garten und mähe den Rasen und ärgere mich, wenn der Nachbar mal wieder blöd an meinem Grundstück parkt. Wenn ich politische Kinderlieder aus den Siebzigern höre denke ich „Oh wie niedlich, dieser Kommunisten-Hippie-Scheiss!“ Ich drohe meinen Töchtern, ihre ersten (männlichen) Freunde in unserem Wasserbassin im Garten zu entsorgen. Ich wasche mein Auto und poliere dabei die Felgen.

Was meine konservativen „Brüder im Geiste“ jetzt aber wieder zur Homo-Ehe vermelden fällt mir wirklich schwer zu unterstützen. „Fortschritt braucht Vater, Mutter, Kinder„, heißt es beispielsweise aktuell in der FAZ. Ich meine, wem wird noch einmal etwas weggenommen, wenn gleichgeschlechtliche Paare die gleichen Rechte haben wie „normale“ Paare? Was kann ich mir nochmal davon kaufen, wenn die „Homos“ sich nur „eingetragene Lebenspartner“ nennen dürfen? Inwiefern schützt das meine Ehe?

„Hm, wir haben schwere Eheprobleme und würden uns eigentlich scheiden lassen, aber weil wir ja Eheleute sind und nicht nur eingetragene Lebenspartner überdenken wir das nochmal?“

„Oh, ich habe ein Aggressionsproblem und würde jetzt eigentlich zünftig meine Frau und die Blagen verwämsen, aber weil ich ja ein Ehemann bin und nicht nur so ein komischer schwuler Lebenspartner lasse ich das lieber mal sein?“

Wenn man immer über die Sonderrolle der Hetero-Ehe schwadroniert und den besonderen Schutz der Familie kann es doch am Ende nur um eins gehen: die steuerliche Bevorzugung von Ehepaaren. Und die ist doch in der aktuellen Gesellschaft totaler Blödsinn! Der Staat ist es noch gewohnt – aus Zeiten, in denen Ehen quasi immer Kinder hervorbrachten – dass die Ehe ihm als Gegenleistung für ein paar Vorteile neue Mitglieder liefert. Das können Homo-Ehepaare alleine so nicht – klar. Aber genug Hetero-Paare tun es doch auch nicht mehr! Also kann es nur eine logische und gerechte Lösung geben: Ehegattensplitting abschaffen und Familiensplitting einführen. Dann genießen gleichgeschlechtliche Paare, die sich die Mühe machen, Kinder großzuziehen, zu Recht (!) die gleichen Vorteile wie Hetero-Paare, die das tun. Wir belohnen Ehepartner doch nicht für die theoretische Fähigkeit, Kinder zu bekommen – wenn wir eine finanzielle Sonderstellung begründen dann doch wohl nur als Ausgleich für die Mühe und die Einbußen, die Kinder nun mal so mit sich bringen.

Klar brauchen wir Frauen, die bereit sind, diese Kinder auch zu bekommen. Aber ganz im Ernst – welche heterosexuelle Frau wird denn ihren eigenen Kinderwunsch davon abhängig machen, dass sie eine Sonderstellung gegenüber homosexuellen Eltern hat? Es verfängt leider überhaupt nicht zu unterstellen, dass heterosexuelle Ehepartner hier einen besonderen Schutz benötigen. Natürlich gibt es sehr viele Bereiche, in denen eine familienfreundliche Familienpolitik, ein Schutzraum für die Familie, dringend notwendig wäre – Betreuungsplätze, echte Wahlfreiheit, vernünftige Anerkennung der Familienarbeit, you name it. Aber all diese Punkte werden doch nicht besser, wenn ich aus einer verbrämten Ideologie heraus ein paar schwulen und lesbischen Paaren mit einem saftigen „Du kommst hier ned rein!“ die Tür vor der Nase zuschlage.

P.S. Der Stern hat hier nochmal die Unterschiede zusammengestellt. Das Ehegattensplitting ist nicht mal mehr ein Unterschied, man kann also höchstens eine ungerechtfertigte steuerliche Bevorzugung kinderloser Ehepaare/ Lebenspartner gegenüber Familien monieren. Aber das hat ja mit der sexuellen Ausrichtung zu tun – und ließe sich per Familiensplitting ebenfalls lösen.

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16 Gedanken zu “Mama, Mama, Kind – Warum die konservativen Argumente gegen die „Homo-Ehe“ komplett ins Leere gehen

  1. Ich sehe das anders:

    Warum tut man so als wenn die Schwulen die NORMALEN wären.
    Die Schwulen sind die „Abartigen“ und nicht die Normalen Menschen – wie man uns das als unentwegt einreden will.
    Sonst wären die Menschen längst ausgestorben.
    Das Leben und zwar aller Spezies ist auf diesem Planeten nun mal zweigeschlechtlich. Die natur oder wegen mir auch der Schöpfer hätte das bestimmt auch anders machen können – hat aber nicht.
    Gleichgeschlechtliche können sich nicht vermehren!!! Und die Erhaltung der Art ist nun mal der Lebensinhalt der belebten Natur – deren Bestandteil wir sind und nicht als selbsternannte Krone der Schöpfung darüber stehen.
    Also sind die, die Abartigen.
    Millionen Jahre erfolgreiche Evolution bedürfen keiner Korrektur durch vermeintlich politisch Korrekte.
    “Meine Mama heißt Klaus – geht´s noch?“
    Das ist ebenso pervers wie Pädophile!!!
    Es widert mich an.
    .
    Und noch weitsichtiger gedacht…
    …werden bald die Befürworter einer Bi- und Polygamie eine Legalisierung einfordern – wenn wir schon einmal dabei sind, alte Zöpfe zu kappen. Dann wäre ja eine Vielehe moralisch ebenso wenig zu beanstanden wie eine homosexuelle Ehe (zumal ja auch eine homosexuelle Vielehe durchaus denkbar ist. Und dann geht’s mit Tiere weiter.)

    Es soll jeder seine sexuellen Vorlieben ausleben können.
    Sollen sie doch ihre Spielchen mach.
    Wobei es mich anwidert wenn sich 2 Männer auf der Straße Küssen. Aber das ist mein Problem.

    Was ich jedoch strikt ablehne:
    „Eine Gleichstellung mit einer normalen Ehe.“
    Was das Fundament unserer Kultur ist. Nein mehr, der Zivilisation allgemein auf der Erde ist.
    Wenn man diese aufgeben will, dann kann man auch die Vielehe legalisieren.
    Was in islamischen Ländern der Fall ist. Was ist da der Unterschied ???
    Oder die Ehe als Institution ganz abschaffen!

    Und noch ein Wort zu AfD oder Neo-Nazis, weil das auch genannt wurde. Auch hier wieder die Nazikeule.
    Ich bin nach 45 geboren und schulde der Welt einen scheiß. Ich liebe meine Heimat unsere Kultur unsere Sitten und Bräuche.
    Wenn alle die ihre Heimat Lieben, d. h. nationale Interessen über die einer Staatengemeinschaft stellen, (zu deren Mitgliedschaft kein Bürger ein Mitspracherecht hatte) – Nazis sein sollen – bin ich stolz darauf ein Nazi zu sein.
    Denn Multi-Kulti zerstört jeden nationalen Zusammenhalt. Und die Legalisierung von Homo, moralische Grundwerte.

    Westliche Dekadenz macht Platz für NWOs homosexualistische, kultische Hexenjagd, Inquisition und Proskription gegen die Mehrheit.

    http://new.euro-med.dk/20150508-westliche-dekadenz-macht-platz-fur-nwos-homosexuelle-kult-tyrannei-und-hexenjagd-auf-die-mehrheit.php

    Kurzfassung: Seit 25 Jahren entwickelt sich Homosexualität in Homosexualismus – also eine Ideologie, die von der NWO massiv gefördert wird. Henry Makow schreibt diese Entwicklung der Freimaurerei zu.
    Die Freimaurerei ist in führenden Politikerkreisen weit verbreitet.
    Merkwürdigerweise wurde Michael Swifts Homosexuelles Manifest (1987) in die Protokolle des US-Kongresses eingetragen.
    Dieses gehässige und ekelhafte Manifest, das verspricht, unsere Jugend überall zu vergewaltigen und zum Homosexualismus zu verführen, die Mann-Frau-Ehe kaputt zu brechen und jeden, der diese pervertierten Ideologen kritisiert, zu tyrannisieren, ist eine Weiterführung des 6-Punkte-Programms des Jesuiten /Illuminaten Adam Weishaupt und Mayer Amschel Rothschilds, um die Familie und alle Moralität abzuschaffen.

    […]
    Was die Homosexualität angeht, ist ihre Förderung in voller Übereinstimmung mit Adam Weishaupts/Mayer Amschel Rothschilds 6-Punkte-Programm.
    Darüber hinaus hat es den “Nutzen”, die Kindergeburtenraten der Westler zu reduzieren. Nur Westler werden im NWO-Staat wegen Hassreden gegen Homosexualität verfolgt, während Muslime Homosexuelle verurteilen sowie Hassreden gegen uns Ungläubige “Affen und Schweine” – Sure 2:65, 5:60 – unbestraft verwenden können.

    Warum? Während wir dekadent sind und uns mit allem abfinden, sind die Muslime bereit, für ihre “Werte” bis zum Tode zu kämpfen.

    Vatikan: Homo-Ehe sei „Niederlage für die Menschheit“
    http://diepresse.com/home/panorama/religion/4740063/Vatikan_HomoEhe-sei-Niederlage-fur-Menschheit
    http://www.sueddeutsche.de/politik/nach-referendum-in-irland-vatikan-nennt-homo-ehe-niederlage-fuer-die-menschheit-1.2495248
    Auch wenn ich mit dem Klerus nichts im Sinn habe – schließe ich mich dieser Meinung an.

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    • „Danke“ für diesen toleranten und umsichtigen Kommentar. Ich fasse mal zusammen:

      Bla, bla, bla, der einzige Sinn unserer Existenz ist es sich zu vermehren, bla, bla, bla, Schwule sind so pervers wie Pädophile, bla, bla, bla, wer Schwule toleriert mag auch Sodomisten, bla, bla, bla, Verschwörungstheorien-Schmonsens, bla, bla, bla, wer anderer Meinung ist als ich ist ein Gutmensch und schwingt die Nazikeule, bla, bla, bla, Untergang des Abendlandes.

      Das hättest Du auch kürzer haben können. Ist das eigentlich aus dem Vorurteils-Baukasten oder hast Du das alles selber gebastelt?

      Gefällt 4 Personen

    • Was „normal“ ist, wird für gewöhnlich von der Mehrheit definiert. Praktisch, wenn man zu dieser Mehrheit gehört, nicht wahr? Nun, nennen wir es stattdessen „natürlich“. Homosexualität ist natürlich. Sie kommt auch bei anderen Spezies vor. Sie ist angeboren, man kann weder etwas dafür, daß man homosexuell ist, noch kann man etwas dagegen tun. Homosexuelle Beziehungen zu verbieten würde nur Menschen unglücklich machen, sonst nichts bewirken. Genauso könnte man versuchen, den Besitz von zwei Beinen zu verbieten.

      Homosexuelle Paare, die einander einvernehmlich und ohne Zwang gewählt haben, tun auch niemandem weh, verletzen niemandes Rechte. Das ist ein fundamentaler Unterschied zu Pädophilen, die ihre Neigung ausleben, da sie damit die Rechte des beteiligten Kindes verletzen. Homosexualität mit (ausgeübter) Pädophilie gleichzusetzen ist pervers, nicht aber Homosexualität selbst.

      Ich bin Mr. Essentials Meinung, daß statt der bloßen (heterosexuellen) Ehe die Familie besonders geschützt werden sollte, und zwar jede Form von Familie. Da unterscheide ich nicht zwischen der konventionellen Familie mit Ehepaar und Kindern oder anderen Lebensmodellen wie Unverheirateten mit Kindern, Alleinstehenden mit Kindern, Patchwork-Familien oder eben gleichgeschlechtlichen Paaren mit Kindern. Das gemeinsame wichtige Merkmal sind für mich die Kinder.

      Solche Familien sollten besser gefördert werden, wohingegen ich keinen Grund für die steuerliche Bevorzugung von Ehe oder Lebenspartnerschaften ohne Kinder sehe.

      (Ich hatte eben einen Server-Fehler, ich hoffe, ich antworte jetzt nicht gleich zweimal.)

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  2. Selbstverständlich wählt ein Mensch nicht, homosexuell zu sein. Wer miterlebt hat, welche Qualen es bedeuten kann, herauszufinden, dass man diese Orientierung hat, der kann niemals so etwas behaupten. Und wer nur einen Funken Nächstenliebe besitzt, der setzt sich mit seinen Mitmenschen auseinander – so wie ich mich gerade mit Deinem Kommentar auseinandersetze, obwohl ich sehr tief durchatmen musste, um ihn bis zum Ende emotional und geistig zu verarbeiten.

    Und solange die Möglichkeit besteht, Homosexualität läge in der Genetik, der Hormonkonzentration der frühen Embryonalentwicklung oder in der frühkindlichen Psychologie begründet – was bisher mögliche wissenschaftliche Gründe sind – kann man wohl niemanden dafür verurteilen.

    Und weiter:
    Darf ich annehmen, Gott würde Homosexuelle als Fehler erschaffen? Oder sind sie eher ein Test des „Teufels“? Warum gibt es sie denn? Im besten Fall? Und im schlimmsten Fall?
    Sie suchen sich nicht aus, so zu empfinden, wie sie es tun, also gibt es keinen Plan dahinter.
    Ich werde mich nun nicht stundenlang mit den weltverschwörerischen Ideen rund um die New World Order befassen. Ich denke im Kern sind die Ideen der Ausrottung des Westens durch Homosexuelle mit meinem Satz rund um die Unfreiwilligkeit der Homosexualität widerlegt.

    Ich bin ein christlicher Mensch. Das bedeutet, das größte Gewicht der Worte und Inhalte hat für mich ganz persönlich als geistiges Vorbild nach wie vor Jesus Christus. Und ich frage mich, was er gesagt hätte, wenn jemand mit verbalen Steinen auf Menschen geworfen hätte, die gleichgeschlechtlich lieben.
    Er hätte sicherlich nicht mitgeworfen. Und das tue ich auch nicht.

    Ich glaube immer noch an Gottes Liebe innerhalb der Schöpfung und diese Liebe trage ich weiter. Für meine Familie, für mich selbst und für alle anderen Menschen. Auch für jene, deren Worte mir wehtun.
    Homosexuelle als Perverse zu bezeichnen, die so schlimm sind wie jene, die gerne mit Kindern schlafen wollen (ich nehme an, mit Pädophilie meintest Du eigentlich Pädosexualität, daher behandle ich Deine Aussage so, obwohl Du das nicht differenziert hast) – das ist sehr heftig.

    Dir als kommentierender Person ist augenscheinlich gar nicht bewusst, mit wie viel Hass und auch Oberflächlichkeit (Hass funktioniert nur innerhalb starrköpfiger, einseitiger Betrachtung) Du schreibst.
    Aber es ist Dein Recht. Sogar Beleidigungen und auch inhaltlich falsche Dinge darf man schreiben. Homosexualität ist nämlich rein wissenschaftlich nicht mit Pädophilie gleichzusetzen. Ich würde hier wirklich empfehlen, beides mal genau inhaltlich kennenzulernen, ehe ich meine Mitmenschen auf’s Geratewohl beleidige.
    Wer keine Angst hat, Zweifel zu bekommen, der kann sich auch breitgefächert informieren. Dazu müsste man ganz offen an seine „Feinde“ herangehen und sich in sie hineinversetzen. Anschließend ist man zu einem reflektierten Urteil fähig. Wenn man denn unbedingt urteilen möchte.

    Natürlich können nicht alle Menschen Homosexuelle werden, denn dann stürbe der Mensch aus. Das ist richtig.
    Aber das wird auch nicht passieren. Wie sollte es auch? In jeder Generation wird die Homosexualität als Möglichkeit genetisch neu vergeben. Es wird immer Homosexuelle geben. Sie sind einfach da und prinzipiell ebenso liebenswert wie alle anderen Menschen. Wie sie sich dann individuell und charakterlich entwickeln ist ihnen ebenso gegeben, wie allen anderen. Man kann jeden dann mögen oder nicht.

    Menschen, die sich für den Hass gegen jemanden entscheiden, leben in einer kalten eigenen Welt und dafür erhalten sie in jedem Fall mein tiefes Mitgefühl. Denn Hass ist kein Bestandteil der göttlichen Idee von Liebe, der ich folge.

    Was mich neben der Beleidigungen und der Unwissenschaftlichkeit an Deinem Kommentar ärgert, ist die Hybris, Homosexuellen ihre Fähigkeit zur Liebe abzusprechen. Denn sobald man davon ausgeht, dass zwei Menschen glücklich miteinander sind, sich aufgeregt freuen einander zu sehen, ihre Hände halten während der eine krank ist und leidet und bei Abschieden Schmerz empfinden, kann man ihnen wohl kaum noch mit Hass begegnen.

    Warum mache ich mir die Mühe, einen Kommentar gründlich zu beantworten, der mir so widerstrebt?
    Weil ich jedem Menschen gegenüber Respekt empfinde.
    Denn nur so kann meiner Meinung eine lebenswerte Gesellschaft funktionieren.

    Auch wenn ich einen ganz konträre Meinung vertrete und mir die Inhalte seiner Worte zuwider sind, respektiere ich einen anderen Menschen.

    Oder wenn er mir im Herzen wehtut, weil ich einen Menschen in meinem Leben habe, der mir als Kind die einzige Zuflucht war. Der mich seelisch rettete vor einem ganz „tollen Hetero-Elternhaus“, das mich traumatisierte und zutiefst verletzte. Und diesen Menschen liebe ich sehr, seit wir beide in der Grundschule Freunde wurden, weil wir uns der Klassengruppe aus uns damals nicht bekannten Gründen nicht zugehörig fühlen konnten.
    Und weil ich miterlebte, wie dieser Mensch, der mir wie ein Seelenverwandter war und ist, langsam erschrocken bemerkte, dass er anders war als die meisten Jungen. Und weil ich miterlebte, wie er dafür beleidigt und gedemütigt wurde, auch wenn er selbst dies erstaunlich gut verkraftete. Mir schmerzt noch heute das Herz beim Gedanken an die dumme Wut, mit der er verletzt wurde.

    Wer so etwas miterlebt hat, der kann dankbar sein so viel Einblick erhalten zu haben, dass er ganz ganz weit weg von solchen hasserfüllten Gedanken ist.

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  3. Der Artikel kann auf zwei Arten gesehen werden: was „normal“ ist oder was „gerecht“ ist.

    Gerecht in unserer Gesellschaft wäre es bestimmt, Familien mit dem von Dir beschriebenen Familiensplitting zu unterstützen – ob das nun ein gleich- oder verschiedengeschlechtliches Paar oder Alleinerziehende sind, bleibt sich dabei schlicht egal.
    Dies muss auch nicht direkt monitär erfolgen, eine Unterstützung von ausreichend und sinnvoll gelegenen Kindergärten etc. bewirkt bereits viel und entlastet die Eltern zeitlich und finanziell.

    Bleibt die Frage was „normal“ ist. Darüber gibt es mehr Literatur als ich lesen kann 😉 Konsens ist, dass Homosexualität in unserer Gesellschaft zwischenzeitlich akzeptiert ist.
    Ich erwarte auch nicht, dass darüber jeder begeistert sein muss, aber eine Grundtoleranz muss vorhanden sein.
    Wirkliche Gegenargumente habe ich übrigens bisher keine gelesen – auch im ersten Beitrag nicht (Menschheit würde aussterben, nur die Ehe kann Kinder vorbringen, Evolution braucht keine Korrektur, Fundament unserer Gesellschaft, …).

    Wäre es nicht wichtiger, dass Kinder in einer liebevollen und gerechten (s. o.) Umgebung aufwachsen – unabhängig von dem Geschlecht der erziehenden Personen?

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  4. Wow, ich bin immer wieder erschrocken über so manchen Mitmenschen und dessen Meinung. Ich schließe mich Lulu und lareine an. Ich bin ganz eurer Meinung!
    Wir selbst haben viele schwule Freunde und kennen viele homosexuelle Paare. Allesamt feine Menschen, die es teilweise nicht immer leicht hatten.
    Ebenso sind wir mit einigen Leuten muslimischen Glaubens befreundet. Ich selbst durfte einige Jahre Familienanschluss in einem orientalischen Land genießen. Es stimmt, dass dort oft eine ablehnende Meinung gegenüber Homosexuellen gepflegt wird. Allerdings wird dort auch heterosexuell öffendlich ausgelebte Zuneigung abgelehnt.
    Gleichzeitig gilt für alle Menschen, egal welchen Glaubens, Geschlechts und sexueller Ausrichtung:
    Vorurteile und Angst vor dem ‚anderen‘ entwickelt sich meist aus Bildungsmangel (und sei es nur auf einem speziellen Gebiet), oder dem Gefühl von der Gesellschaft abgehängt/abgelehnt zu werden/zu sein oder gar aus beidem.
    Ich kenne auch Homosexuelle mit Vorurteilen und einem trotzigen provokativen Auftreten, mit denen gehe ich auch in die Diskussion.
    Toll fand ich von meinem damaligen orientalischen und streng gläubigen Gastvater den Satz: Man muss den Koran im Jahr 2000 lesen und nicht in seinem Entstehungsjahr!
    Gleiches gilt für mich für alle religiösen Schriften.
    Und zum Abschluss: Familie ist idealerweise da, wo Menschen zusammen leben, sich umeinander kümmern, sich lieb haben und eine möglichst gute Zeit zusammen haben. Egal ob Mama ‚Klaus‘ heißt, oder Papa ‚Susanne‘, ob man echt verwandt ist, verheiratet oder nicht, oder ob gar Mama mal ein Mann war oder umgekehrt.
    Familiensplitting wäre tatsächlich die einzige konstruktive Lösung.

    Gefällt 2 Personen

    • Liebe Bea,

      danke für Deinen Kommentar und die interessante Schilderung Deiner persönlichen Erfahrung.
      Ich bin mir sicher, dass Kinder, die mit homosexuellen Eltern leben nicht von diesen benachteiligt werden. Sie sind gewollt und erwünscht, man kümmert sich um sie und liebt sie.

      Vermutlich erfahren sie unangnehme Reaktionen der Umwelt, aber diese liegen dann auch eher an der Umwelt selber als an den Eltern …

      Ganz liebe Grüße 🙂

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