Gemüseterror 

Nummer 3 und Nummer 4 hatten ganz schön Hunger und das Essen dauerte noch etwas. Also rückte ich ein paar Wäffelchen raus:

  

Nummer 3: „Da sind ja 52 Prozent Gemüse drin!“
Ich rechnete nun mit Protest oder Abscheu. Doch es kam anders. Und leicht seufzend. 
Sie: „Na ja, es müssen ja nicht immer 100 Prozent Gemüse sein.“

Ich bin eine Gemüseterroristin, oder?

Lampenfieber

Gestern gab es in irgendeiner Serie zu irgendeinem Anlass eine Cellistin, die einen Sänger beim Ave Maria begleitete.

Wenn ich etwas liebe, dann das Ave Maria. Ich mag das klassische lateinische in der Version von Bach/Gounod und auch dieses wunderbare von Schubert mit der Textstelle „…wir schlafen sicher bis zum Morgen, ob Menschen noch so grausam sind.“ 

Ich kenne es schon lange und erinnere mich an ergreifende Situationen, in denen ich es hörte oder selber gesungen habe.

Die ganze Familie kennt meine Liebe zu diesem Musikstück.

Nummer 1 und ich sahen uns also diese Serie an.

Ich: „Ooh! Wenn Dad und ich irgendwann in den nächsten Jahren kirchlich heiraten, dann will ich genau das! Eine Cellistin und das Ave Maria. Das wäre ja die Verbindung aus zwei wunderbaren Sachen auf einmal!“

Nummer 2 meldete sich zu Wort: „Also die Ignatia aus meiner Klasse spielt Cello. Die frag ich dann.“
Ich (nach kurzer Überlegung): „Ja, warum irgendwen engagieren! Ich hab doch auch eine Tochter, die so schön singen kann. Nummer 1, DU singst dann für uns das Ave Maria.“
Ein leicht panisches Flattern um die Augen eines schüchternen Mädchens.
Dann, heldenhaft:
„Okay. Kann ich machen.“
Ich jubelte, behielt sie aber gut im Auge.
Und schon kam ganz leise:
„Äh, außer, da sind viele Leute.“
Ich: „Na ja, das kommt drauf an. Wie viele genau wären denn für dich viele?“
Sie: „Mehr als … Fünf.“

Es spricht ja nichts dagegen, irgendwen zu engagieren … 

Gelöschter Kommentar

Ich habe eben zum ersten Mal einen Kommentar gelöscht, statt ihn freizuschalten.

Es ging um den Artikel Regretting Motherhood.

Ein Leser schrieb, ich sei ein Mensch ohne Größe und Charakter. Ein Mensch mit halber Seele.

Seine Mutter habe im Krieg vier Kinder geliebt und sich nie beschwert, obwohl sie sogar vergewaltigt worden sei.

Er sei froh, nicht bei so einer emanzipierten Frau wie mir groß geworden zu sein.

Ich hatte eine Antwort geschrieben und dann entschieden, dass unser Blog in seiner Art für respektvollen Umgang miteinander steht. Kommentare, die verletztend oder hasserfüllt sowie himmelschreiend unreflektiert sind, möchte ich nicht veröffentlichen. 

Dazu haben wir, unsere lieben Leser sowie wir Schreibenden, es uns zusammen viel zu nett hier gemacht, finde ich.

Um aber der Vollständgkeit gerecht zu werden, habe ich den Kommentarinhalt hier wiedergegeben.

Was sagt ihr dazu? Noch mehr seelelose Emanzen-Mütter da draußen, die es wagen, sich über Dinge ihrer Mutterrolle oder ihres Alltags zu beschweren? Fear the mighty Nachkriegskind-Police … 

Regretting Motherhood?

Ich bin eben durch die famose Katja („Krachbumm„) auf einen Artikel der Süddeutschen aufmerksam geworden.

Sehr spannend, wie die Reaktionen der Gesellschaft auf negative Äußerungen von Müttern sind. Man kann fast vermuten, dem lägen archaische Ängste zu Grunde. So in etwa: „Wenn die Mütter keinen Bock mehr auf ihren Job haben, dann sterben wir am Ende noch aus!“

Das Korsett

Natürlich liegt dies im Grunde am starren Moral-Korsett, das anscheinend nahezu allerorts angezogen werden muss, sobald der Babybauch sich wölbt. Wieso meinen wir als Gesellschaft bloß, dass Mütter strengstens in ihrem Verhalten und ihren Empfindungen reglementiert werden müssen?

Mir fiel schon oft auf, dass Mütter nicht einfach mal sagen dürfen:

„Ich bin grad total angekotzt und hab‘ echt keinen Bock mehr. Den Mist kann hier gern mal zwei Wochen ein anderer Trottel machen!“

Sollten sie es dennoch verwegen wagen, dann hängen sie gleich etwas wie Folgendes an:

„Ich liebe meine Kinder aber sehr. Sie sind das Beste in meinem Leben. Ich würde alles für sie tun.“

Und genau im letzten Satz liegt die Crux.

Genau das ist ein falscher und ein kurzsichtiger Ansatz.

Wenn ich jemandem mein letztes Hemd gebe, dann friere ich. Während ich mit den Zähnen klappere bin ich niemandem eine Hilfe.

Wenn ich mir den letzten Nerv rauben lasse, statt eine im Grunde nötige Grenze direkt zu ziehen, dann brülle ich irgendwann wütend vor mich hin.

Wem nützt das?

Vielleicht sorgt die Enge des Korsetts dafür, dass Mütter ihre Rolle und die damit verbundenen Besonderheiten, als besonders schwierig oder einschränkend empfinden (können).

„Ich kündige!“

Mütter, die ihre Jobwahl bereuen, schockieren.

Nun ja, es ist ein Job ohne Vorpraktika und Probearbeiten. Du wählst ihn und hast ihn bis an Dein Lebensende. Kann man in dieser Art über nur wenige Jobs sagen, oder? Wir kennen die restlichen Konditionen: Null Lohn, Null Beförderung, stark kompetetives Umfeld, Null Urlaub/Wochenende/Feiertage etc. Das weiß man vorher, aber man kann nicht mal ahnen wie sich das anfühlt. Schon gar nicht, wie es sich nach zehn und mehr Jahren anfühlt.

Und weil Du weißt, wie festgenagelt Du bist, spürst Du die Verantwortung und das Fremdbestimmtsein richtig deutlich. Ich gehöre nicht zu den Müttern, die ihre Lebensentscheidung bereuen. Aber ich empfinde Mitgefühl für sie.

Wunschträume

In manchen Phasen meines Lebens stelle ich mir vor, ein kinderloser Single zu sein. In meiner Welt habe ich eine schnuckelige Wohnung für mich alleine. Ich benutze das Bad alleine, meine Haarbürste liegt exakt da, wo ich sie am Vorabend hingelegt habe. Nirgendwo klebt etwas Undefinierbares. Überhaupt sieht abends alles noch so aus wie morgens. Ich verzichte auf kein einziges Paar Schuhe zu Gunsten von Kinderstiefeln. Ich verzichte nicht auf Museumsbesuche oder Kunstausstellungen. Ich gehe in Ruhe in Restaurants und fotografiere mein Essen. Ich fühle mich in der Vorstellung einsam und kaufe mir eine Katze überwinde das Gefühl wieder. Ich konzentriere mich auf einen Job. Ich muss vor Arbeitsbeginn keine Kinder kutschieren und keine Zettel unterschreiben. Ich muss nicht auf ein paar Hundert Euro verzichten, um arbeiten zu können. Ich brauche ja keine Kinderbetreuung.

Morgens mache ich mich in Ruhe fertig und abends habe ich bei der Heimkehr immer noch nichts mit den Bedürfnissen Anderer zu tun. Niemand will, dass ich mich um seinen Magenfüllstand oder sein Hygienebedürfnis kümmere. Ich lege die Füße hoch. Und stöhne, weil ich noch zwei wichtige Mails beantworten muss. Fertig.

Die Vorstellung verlasse ich jedesmal an dem Punkt, an dem ich begreife, dass mein Leben lange so weitergehen würde. Das gefällt mir nicht. Das ist nichts für mich. Ohne Menschen, die so sehr zu mir gehören wie meine Kinder. Ohne einen Partner, der so sehr zu mir gehört wie mein Mann. Ohne die besondere emptionale Tiefe einer Mutter-Kind(er)-Beziehung. Ohne die Herausforderungen, die Selbstreflexion im Umgang mit den Kindern und ohne die Vertrautheit eines mit einer Familie gefüllten Hauses.

Dann sehe ich Undefinierbares am Boden kleben, suche meineHaarbürste und verschwinde noch mal kurz im Gegenentwurf meines Lebens. Das mache ich ganz gerne so.

Regretting Motherhood?

Non, je ne regrette rien.

Aber ich bin manchmal angekotzt. Sehr sogar.

Wenn mal wieder kein Raum für mich in meinem eigenen Leben ist.  Wenn mein Körper vor lauter Überanstrengung rebelliert. Wenn ich spüre, dass ich gerade Zeit brauche, in Ruhe etwas zu verarbeiten und es natürlich mal wieder nicht geht. Wenn ich einfach mal sitzen möchte, aber der Toddler gerade aufwacht. Wenn ich mal wieder auf etwas verzichte, weil ich das achon so gewohnt bin und mir kleinlich vorkomme, wenn ich auf meinen Wünschen bestehe. Wenn ich endlich mal wieder meine Freundin treffen will und mal wieder irgendein Kind Fieber/Husten/Pest hat.

Oder wenn ich höre, wie ich mal wieder die gleichen Sätze herunterleiern muss. Manchmal auch einfach von viel zu viel Alltag und Zwängen gegenüber viel zu wenig Freizeit und Entspannung. Wenn die Mädels nervig herumstreiten und wenn mir auffällt, dass dieser Job ewig so weitergehen wird. Dann wiederum fühle ich mich eingesperrt, geistig unausgelastet und will raus aus dem mütterlichen Haushaltskäfig.

Wie man sich fühlt, wenn man seine Mutterrschaft in der Gänze bereut, kann ich nur ahnen. Und ich stelle es mir furchtbar vor. Ganz furchtbar. Ich sage aber selber, dass ich glücklich wäre, wenn ich mich mit den Kindern aber nicht mit dem zwangverordneten Drumherum (Haushalt, Schule …) beschäftigen könnte. Ein Traum wäre das.

Genau wie der von der schnuckeligen Single-Wohnung in der Großstadt. Die, in der ich allein in’s Bad gehe und in der mich nur mein eigener Magenfüllstand interessiert …

Yes, we want

Vorgestern begegnete mir der inspirierende Artikel über den Ja-Tag.

Ich fand das sofort spannend und interessant. Vor allem rechnete ich mit neuen Blickwinkeln und aufschlussreichen Wahrnehmungen. Einfach mal ausprobieren.

Heute kommentiere unsere liebe Leserin Kerstin exakt diesen Artikel als schönen Vorschlag eines Versuchs.

Wenn man bei einem Zwei-Kind-Haushalt mit einem Tag beginnt, so dachte ich mir, halbiert die verdoppelte Kinderzahl den Tag. Also starteten wir heute Mittag, nachdem Mr. Essential und ich das Ganze gestern besprochen hatten.

Die drei größeren Kinder waren sofort begeistert – Nummer 4 ist ja mit seinen bald 16 Monaten nicht ganz so involviert.

Wir hatten folgende Bedingungen, um Anflügen von Panik entgegenzuwirken:

– Nicht weiter als 30 Minuten Autofahrt von Zuhause entfernen

– Nicht teurer als 30 Euro insgesamt

– Niemand darf verletzt und niemand darf geärgert/verletzt/überfordert werden

Dann legten wir los.

Nummer 2: „Räumt ihr heute mal den Tisch ab, Mam und Dad?“

Wir: „Öh, ja, machen wir.“

Daraufhin half Nummer 2 wortlos und lädchelnd, den Tisch abzuräumen,

Ich meinte kurz darauf spaßend: „Ich wette, Nummer 3 erfüllt sich nun einen insgeheim lang gehegten Wunsch und bittet Dad, ihr die Fußnägel zu lackieren.“

Vager Seitenblick vom Vater zur jüngsten Tochter. Da sahen wir, wie ihr Gesicht leuchtete und sie immer breiter lächelte, bis sie Pausbacken bekam. Das war vielleicht niedlich!

Von ihr kam der nächste Wunsch: „Mama, können wir kuscheln. Nur zwei Minuten und dabei was auf Netflix gucken. Auf dem iPad. Bitte!“

„Klar, machen wir.“

Sie wollte ins Bett und Nummer 1 kam gleich mit. Ich kränkle heute und fand das ziemlich nett, dazu gezwungen zu sein, mich hinzulegen. Wir sahen uns eine Zeichentrickserie an, K2 (unser zierlich-damenhafter Kater) kam dazu und es wurde noch gemütlicher. Schließlich schlief ich ein und der Rest sah sich noch zwei Folgen an. Als ich aufwachte fühlte ich mich entspannter und etwas gesünder. Sehr nett.

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Währenddessen war Mr. Essential dem Wunsch der Mädels nachgekommen, etwas Süßes zu kaufen. Auf dem Weg erledigte er noch einen kleinen Einkauf mit.

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Die Mädels beschlossen sofort, die Schoko-Happen und die Toffifee zu teilen. Sonst wird eher manisch gegrapscht, wenn es denn mal was Süßes gibt …

Nummer 4 entdeckte die Schoki, rief sein übliches begeistertes „Nam!“ (Essen) und verlangte einen Anteil.

Damit schmierte er den Schlafzimmerteppich ein. Ich stand auf und sagte:

„Hey Mädels, euer Schokowunsch hat unseren Teppich versaut. Die beste Gelegenheit, mal diesen Teppichreiniger auszuprobieren, den ich Donnerstag im Aldi gekauft habe.“

Nummer 3 nahm mir die Flasche mit der aufgeschraubten Bürste und den feuchten Lappen aus der Hand und erledigte das mit Spaß und Elan. Nummer 2 half ihr. An dieser Stelle nahm ich zum zweiten Mal an, die Kinder seinen bei der Ankündigung des Ja-Tages von Aliens entführt worden. Alufolienhelm angebracht?

Anschließend wollte Nummer 3 an ihrem Vater rauf klettern und sich an seinen Arm hängen. Wurde gemacht. Gefiel beiden. Schließlich wünschte sie sich, mit der Bücher-Burg zu spielen, die ich ihm letztes Jahr in den Adventskalender gepackt hatte:

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Das war ebenfalls schön und sie war sehr glücklich damit. Währenddessen saßen die beiden Großen (und ihr Vater) daddelnd vor der X-Box und entspannten:

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… und das taten sie in Begleitung gesunder Happen:

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Die Kinder beklagten ein wenig, dass bei kaltem Wetter wie heute ja so etwas wie Eisessen flach fiel, obwohl sie dazu große Lust hatten. Sie wollten auch gerne in einen Park im Umreis, aber auch dafür war es einfach zu kalt, denn einige von uns sind mal wieder angeschlagen und erkältet.

Nummer 1 wollte mich unbedingt zur Osternachtsmesse begleiten – ich warnte sie, dass diese rund zwei Stunden dauern würde, sagte aber auch, dass es ein besonders festlicher Gottesdienst sei. Sie wollte mit und wir fuhren gegen halb Sieben los.

Da machten die anderen es sich gemütlich und beklagten nochmals, dass wir nicht spazieren und Eis mümmeln konnten.

Wir waren dann bis Neun in der Kirche und gingen bereichert nach draußen. Nummer 1 fiel die Idee ein, wir könnte einfach noch aus dem Supermarkt für jeden ein kleines Eis mitbringen und das machten wir. Wir kamen zurück, hatten die zwei kleinen klassischen Osterkerzen dabei, die in unserer Kirche richtig schön gestaltet wurden, wie wir fanden und ich hatte mir noch eine handgemachte Kerze gekauft, die dort angeboten worden war.

Ein riesiger Mond stand am dunklen, wolkenfreien Himmel und Nummer 1 sprach mit mir über den Gottesdienst und wie toll sie es fand, als beim Gesang und der großartig gespielten Orgel langsam die Lichter angezündet worden waren. Hab sie noch gelobt, dass sie so diszipliniert „durchgehalten“ hat und wir wünschten uns frohe Ostern.

Zuhause hatten Mr. Essential und der Rest darauf gewartet, endlich offiziell das fasten brechen zu dürfen dass wir zurückkamen. Nummer 2 spielte mit Nummer 3 wieder ein bisschen:

Jetzt sind sie im Bett und wir resümieren:

Der Ja-Tag war sehr schön. Man hatte endlich mal nicht diese dauernde Nein-Sage-Pflicht und das darauf folgende „Herumkämpfen“. Die Kinder haben vor allem mitnichten tausend Ideen gehabt, die uns Nerven, Zeit und Unmengen an Kohle kosten, sondern waren auf der Suche nach gemeinschaftlichen Erlebnissen. Zugleich übernahmen sie freiwillig bestimmte Teile wie das Saubermachen nach dem Schoki-Essen und das Tischabräumen. Es war echt harmonisch und wir wendeten uns den Kindern auf schöne Weise zu.

Durch das Wetter waren wir eingeschränkt und haben daher beschlossen, den Tag nachzuholen, wenn es warm ist.

Kann dieses Projekt durchaus empfehlen. Man kann es ja wirklich langsam angehen und einfach erst mittags anfangen;-)

Nun wünsche ich Euch allen Frohe Ostern und zwei sehr schöne, familiäre Tage mit Euren großen und kleinen Schätzen.

Was sagt Ihr dazu?

Erinnert Ihr Euch an meinen Tagesmutter-Frust?

Dauernd war eines ihrer Kinder krank oder sie selber. Dann machte sie drei Wochen eine Vertretungsstelle im Kindergarten, in dem sie eigentlich arbeitet – sie ist gerade in Elternzeit bis 2016.

Ich war nicht so ganz glücklich.

Und nun kam es noch viel heftiger:

Ich bekam von ihr im Dezember eine Rechnung über rund 120 Euro und nahm an, dies sei für die Eingewöhnungsphase, da diese ja vielleicht nicht vom Jugendamt vergütet wird und zahlte.

Im Februar bekam ich noch eine Rechnung in ähnlicher Höhe.

Nun wurde ich stutzig. Von Zuzahlungen neben dem Elternbeitrag hatte niemand etwas erwähnt. Auch stand davon nichts im Vertrag, den ich mit ihr geschlossen hatte. Ich sah noch einmal nach: Da stand nur, dass sie für ein zu spätes Abholen 7 Euro pro angefangene Stunde berechnen würde. Dies war die einzige genannte Zahl. Ich fand es irgendwie seltsam, dass man keine finanzielle Konditionen in einen Vertrag schrieb und wunderte mich – mein Bauchgefühl meldete sich leise.

Sie war ja gerade in ihrem Vertretungsjob und ich konnte nicht wirklich arbeiten.

Also nahm ich mir kurz Zeit, um dem Jugendamt zu schreiben und flott nachzufragen.

Mir war es irgendwie peinlich gewesen, die Tagesmutter selbst zu fragen. Die Situation kam mir doof vor: Ich bekomm ’ne Rechnung und frag „Hey, wofür latz‘ ich das denn eigentlich?“

Ich hatte ja noch nie eine Tagesmutter und dachte, vermutlich weiß jede Mutter selbstverständlich Bescheid, nur ich nicht …

So schilderte ich das dem Jugendamt und erhielt als Antwort zusammengefasst:

„Jegliche Zuzahlungen sind seit 1. August 2014 illegal. Nun sind wir in Kenntnis gekommen, dass Frau XY unerlaubt Zuzahlungen annimmt und müssen Schritte einleiten.“

Oh Mann.

Die echt supernette Mitarbeiterin klügelte daraufhin mit mir innerhalb von 18 (!) E-Mails eine Strategie aus, mit der sie der Sache nachgehen konnte ohne dass das Verhältnis zwischen der Tagesmutter und mir gestört würde. Mein Name sollte natürlich nicht fallen – ich hatte sie ja auch nicht anschwärzen, sondern mich nur informieren wollen. Ich solle auch die letzte Rechnung nicht begleichen, sondern abwarten.

Letztlich schrieb sie ihr allgemein, dass „in unserer Stadt mehrfach noch Tageseltern unerlaubt Zuzahlung annähmen und man bitte darum, unerlaubt angenommene Zahlungen an die betreffenden Eltern zurückzugeben.“

Ich betonte mehrmals, davon auszugehen, dass die Tagesmutter sicherlich vom Verbot nichts gewusst habe und es sich um ein Versehen handeln müsste. Nummer 2 konstatierte, dies sei ganz sicher ein bewusster Betrug. Warum auch immer ich naiver als meine Elfjährige bin – ich bin es.

Als ich wieder bei der Tagesmutter war, sprach sie das Thema nicht an und ich wartete ab. Ich wusste nicht, woran ich war.

Also sagte ich nach ein paar Tagen, dass sie ja noch Geld von mir bekäme. Ich ließ die Formulierung vage, damit ich diplomatisch auf die erlaubte Forderung nach dem Essensgeld umschwenken konnte, falls sie doch irgendwie bereits Bescheid wusste.

Daraufhin bekam ich dann ihren Zorn zu spüren:

„Wieso? Ihr kriegt doch was von mir! Ihr habt euch doch da beim Jugendamt gemeldet!“

kam es vorwurfsvoll von ihr. Dann regte sie sich auf:

„Ich hab mich so geärgert! So ein Schwachsinn! Ich hatte mit der Vorgängerin von der Frau Dingsda beim Jugendamt abgesprochen, wie viel Geld ich nehmen soll. Sie hat gesagt, die anderen Tagesmütter nehmen sechs Euro. Und das hab ich auch gemacht. Ganz toll, jetzt lohnt sich meine Arbeit ja gar nicht mehr!“

Von uns nahm sie die Zuzahlungen auch nach dem Verbot über das sie schriftlich informiert worden war, was sie im August mit ihrer Unterschrift bestätigt hatte, unerlaubt an. Von den Eltern mit den zuvor geschlossenen Verträgen nahm sie es auch, aber eben nach dem alten Recht legal. Diesen Umstand erfuhr ich später vom Jugendamt, nicht von ihr. Sie gab nicht zu, wissentlich gehandelt zu haben, erwähnt diese Möglichkeit auch überhaupt nicht. Sie regte sich nur auf.

Ich war ziemlich erschlagen, weil sie nun ja doch augenscheinlich wusste, dass ich der Anlass der Nachfrage vom Jugendamt war und mich niemand dahingehend vorgewarnt hatte.

Und ich war irritiert davon, dass sich nun ihre ganze Arbeit nicht mehr lohnte, weil sie auf unsere 60 Euro verzichten müsste. Ich dachte mir, dass es ärgerlich sein muss, für die gleiche Arbeit weniger Geld zu bekommen, aber ich sah es ja nicht ein, etwas zu bezahlen, dass ich nicht bezahlen muss.

Zuhause angekommen schilderte ich das Ganze kurz und recht sachlich der Dame vom Jugendamt. Diese ärgerte sich über die uneinsichtige Tagesmutter und sagte, ich solle auf die Rückzahlung bestehen. Ich erwähnte, dass mein Vertrauensverhältnis nun auch nicht mehr das beste sei, nachdem ich argwöhnen müsste, dass sie vielleicht doch vom Zuzahlungsverbot gewusst habe.

Ich erfuhr, dass die Tagesmutter hatte sich wohl gleich denken können, dass ich mich beim Jugendamt gemeldet hatte. Da sie von den anderen ja rechtmäßig Geld verlangte und nur von mir eben nicht. Sie hatte angerufen und war zu einem Gespräch eingeladen worden. Man hatte alles besprochen und sie sagte zu, das Geld zurückzuzahlen.

Beim meinem nächsten Besuch war sie nett und freundlich. Sehr sogar.

Die Rückzahlung sprach sie nicht an.

Ich beschloss, das Thema mal von meiner Seite zu erläutern, wenn sie mir das Geld dann bald zurückgeben würde. Das wäre sicher ein guter Zeitpunkt, das leidige Thema vielleicht abzuschließen und das Verhältnis wieder zu verbessern.

Ich würde ihr dann sagen, dass ich schließlich auf 150,- Betreuungsgeld verzichte, dann noch 80,- Elternbeitrag zahlte und wenn ich auch noch 60,- im Monat an sie abdrücke, dann würde ich für eine ermöglichte Reinarbeitszeit (ohne Bringen und Abholen) von vielleicht 12 Stunden pro Woche ja auf fast 300,- verzichten, um innerhalb dieser 12 Stunden sehr viel verdienen zu müssen, damit sich das überhaupt lohnt. Ein eigentlich politisches Thema, aber es ist nun mal einfach so. Auch meine Arbeit soll sich lohnen.

Ich würde ihr auch sagen, dass im Vertrag die Zahlungen eben nicht erläutert seien und ich daher beim Jugendamt nachgefragt hatte. Ich hatte ja nicht ahnen können, dass ich damit auf etwas Verbotenes aufmerksam machte. Klar hätte ich berechtige Forderungen gezahlt, aber doch keine unberechtigten.

Dann wäre meine Sicht auch dargelegt. Denn so war ich die doofe, geizige Petze und sie die arme, schuftende und unterbezahlte Tagesmutter.

Es nicht mehr zur glättenden Aussprache:

Gestern drückte sie mir die Kündigung in die Hand.

Leider seien nun zu viele Kinder bei ihr, weil der kleine Paule-Peter nun doch im August keinen Kindergartenplatz bekommen würde und dann wären es einfach zu viele. Im Angesicht der Qualitätssicherung ginge das nicht. Nummer 4 sei das zuletzt zu ihr gekommene Kind und müsse daher gehen. Sie habe ihn so gern gewonnen, es falle ihr wirklich furchtbar schwer.

Nummer 4 kam im Dezember. Ein anderer kleiner Junge ist erst seit zwei Wochen bei ihr … dieser kam definitiv zuletzt. Log sie mich gerade dreist an oder hatte sie den Eltern dieses Kleinen vielleicht schon vor uns im letzten Jahr zugesagt und ihn erst jetzt genommen?

Es fühlte sich wie eine Lüge an und ich wollte auch gerne nachfragen, aber was sollte es bringen, jetzt auf Konfrontation zu gehen? Ich blieb ruhig.

Ich raste eigentlich nie aus – ich bin nicht impulsiv. Aber ich komme auch leider nicht immer zu meinem Recht … genau wegen der fast manischen Impulskontrolle.

Nun brauchten wir jedenfalls ab 1. Juni eine neue Tagesmutter.

Also wendete ich mich wieder an die mir inzwischen gut bekannte Dame vom Jugendamt, damit sie mir eine vermitteln konnte.

Kaum hatte ich die Mail abgeschickt, klingelte das Telefon.

Sie wolle nun mit mir persönlich sprechen, sie sei total geschockt und sauer über so eine Frechheit. Sie habe meine Mail zwei Mal lesen müssen und habe bereits beim Lesen des Betreffs („Kündigung durch Frau XY/Bitte um Vermittlung einer neuen Tagesmutter“) schlucken müssen.

Sie war viel wütender als ich.

Ich war hauptsächlich getroffen, dass jemand mein innig geliebtes Nummer 4chen rausschmeißt. Das Nummer 4chen, das sich immer so darauf freut, mit den anderen Kleinen dort zu spielen. Das immer selbst den Klingelknopf drücken will und sich in dem Grüppchen wohl fühlte. Das tat mir einfach weh.

Doch die Mitarbeiterin des Jugendamtes war richtig sauer. Sie sagte, das sei schlichtweg gemein und charakterlich so schwach, dass sie findet, Kinder sind bei so einer Person nicht gut aufgehoben.

Erst illegal Geld verlangen, sich dann nicht mal entschuldigen, sondern uneinsichtig herumpampen und am Ende kündigen? Es sei offensichtlich, dass das eine Retourkutsche sei. Völlig offensichtlich, da Nummer 4 definitv nicht das letzte zu ihr gekommene Kind sei.

Neben ihr saß derweil ihre Kollegin, die bereits neue Tagesmütter heraussuchte.

„Lassen sie uns schnell mal gucken, dass wir jemanden finden, der sofort kann. Dann ziehen wir ab sofort die Zahlungen an Frau XY zurück. Das würde mich persönlich freuen. Unmöglich so ein Verhalten! Die Kinder in diesem Alter durchleben schließlich eine Charakterbildung und dazu brauchen sie Vorbilder, die über genau das verfügen – da scheint Frau XY wenig geeignet,“ kam es so ungefähr von ihr.

Ich sagte: „Ja, die Mischung aus Selbstlügen und Lügen muss ich auch erst einmal verdauen. Aber gut. Rein fachlich kann ich nichts Negatives über Frau XY sagen.“

„Wenn man sich so verhält, dann nützt reines Pädagogikwissen auch nichts. Überlegen sie mal, dass ihr Sohn Zeit mit so jemanden verbringt. Da können sie fast froh sein, dass sie nun wissen, was für ein Mensch sie ist. Wir finden jemanden für sie, keine Sorge.“

Ich erhielt die Nummer einer Tagesmutter, die ab sofort einen Platz hat und die ich morgen anrufen werde.

Die Mitarbeiterin sagte dann noch so ungefähr:

„Wir beide haben so etwas hier noch nie erlebt. Das tut uns wirklich leid. Wir wünschten, wir könnten das sanktionieren. Aber da haben wir keine vorgesehene Handhabe. Allerdings vermitteln wir die Kinder zu Frau XY. Und das können wir auch einfach lassen. Niemand zwingt uns, deren Nummer zu nennen, wenn Mütter hier anfragen. Wer Böses tut, darf auch mal Schmerzen leiden. Und bisher hat sie niemals erwähnt, nur drei Tageskinder haben zu wollen. Wir rechnen damit, dass sie statt ihres Sohnes in Zukunft ein anderes Kind übernehmen will und da machen wir dann nicht mit. Zuerst hat sie gesagt, es lohne sich nicht, wenn sie 60 Euro weniger bekommen würde. Wenn nun noch die 330 Euro des Jugendamtes wegbleiben, dann hat sich das Ganze für sie sicher ganz toll gelohnt.“

Ich muss jetzt mal sortieren, wie ich das Ganz finde. 

Ich brauche ja immer ein bisschen, um meine Gefühle alle wahrzunehmen, denn das übe ich noch nicht sooo lange.

Aber nun horche ich mal in mich hinein, wo es so verdächtig still blieb, während die liebe Frau vom Jugendamt so wütend war.

Da ist sicherlich eben doch etwas los in mir.

Okay, ich schau mal hin:

Sauer bin ich und auch verletzt, weil es mir wehtut, dass mein Holzwürmchen aus der süßen Gruppe fliegt. Ich bin angewidert von einem Charakter, der so viel lügt – vor mir und sich selbst. Es ist genau das, was mir an Menschen übel aufstoßen kann: Unreflektiertes und Unehrliches. Wenn man Fehler macht, kann man diese einsehen und sich entschuldigen oder es wieder gutmachen. So wächst man seelisch und reift, man lernt dazu, oder?

Unerlaubt Kohle zu verlangen, in der Hoffnung, nicht aufzufliegen, ist gierig und kurzsichtig. Letzteres kann geistiges Unvermögen sein, damit kann ich leben. Aber die Gier dahinter finde ich abstoßend. Dauernd ausfallen, niemals Alternativtermine dafür an anderen Tagen anbieten, aber voll abrechen – illegal abrechnen  – das ist wirklich eine Hausnummer.

Anschließend alle Schuld ausschließlich bei Anderen suchen und die dann als Sündenbock unter geradezu beleidigend fadenscheinigen Lügen rauswerfen – das ist echt … bäh.

Ich weiß schon, warum ich die Wahrheit so gerne mag. Auch die unangenehme, die man vor sich selbst eingestehen muss – das formt den Charakter, was nicht unbedingt zum Schlechten ist. Grrr …

Als arbeitende Frau mit der lieblichen Steuerklasse 5 wird man einfach nicht reich, das kenne ich. Habe auch schon meinen Halbtagsmonatslohn komplett in den Tank für die Fahrten zum Büro und in der Sommerferienbetreuung der Kinder versenkt. Kenne ich. Fühlt sich doof an. Man muss sich sagen, dass das gemeinsame Einkommen von Mann und Frau dann etwas höher ist, aber das der Frau halbiert sich eben.

Man fühlt sich n bisschen wie in der Beschäftigungstherapie, aber gut. Ma darf nicht alles negativ sehen. Ich hatte nette Kollegen, interessante Aufgaben, kam beruflich vorwärts, war chic angezogen und durfte alleine zur Toilette – das allein hat mir die Zeit im Büro total versüßt, echt.

Wenn die Tagesmutter vom Jugendamt für die drei zu betreuenden Kinder 990,- bekommt (und anscheinend noch Zuzahlungen der anderen Eltern mit den Verträgen von vor dem 1.8.2014), dann wird die Hälfte davon in Steuern und Versicherungen verschwinden. Das mag sich blöd anfühlen. Aber das berechtigt doch nicht zu unerlaubten Zahlungsaufforderungen. Wenn einem das als Aufwandsentschädigung/Verdienst zu wenig ist, dann kann man vielleicht einfach nur seine Elternzeit genießen und nicht drei zusätzliche Kinder betreuen. Wem das Freude bereitet, der macht es eben. Reich wird man durch Tagespflege ganz sicher nicht, aber ich weiß, dass es dennoch vielen Frauen und Männern Spaß macht.

Na, was sagt Ihr zu diesem wunderbaren Erlebnis in meine Welt der tagesmütterlichen Kinderbetreuung?

Entspannung mit Hindernissen

Vor einer ziemlichen Weile hatte Mr. Essential mal etwas über seine Sonntags-Neurose geschrieben. Er sehnt sich nach Freizeit und wenn sich diese mal ergibt, dann weiß er sie gar nicht mehr zu nutzen. Deprimierend.

Ich habe mir seine persönlichen Ausführungen zum Anlass genommen, mein Verhältnis zum Sonntag zu ändern. Zuvor nahm ich ihn als Ende des Wochenendes in Kauf. Gemocht habe ich ihn nie. Schon als Kind waren die Optionen in kalten Monaten Lindenstraße-gucken-und-Waffeln-dabei-essen und in warmen Monaten Dusseliges-Spazierengehen-mit-ner-Eiswaffel-in-der-Hand total öde.

Ich habe aber an den letzten Sonntagen immerhin solche Sachen gemacht, wie etwas Kleines zu nähen, etwas zu basteln. Fotos einzukleben oder Ähnliches. Wenigstens eine Stunde geriet dadurch zum Highlight und machte den Tag erträglich. Ich ging sogar weiter und nutzte die Schlafenszeiten Nummer 4s zusammen mit Mr. Essential zum echten Entspannen. Reden, Tee trinken, lachen. Das habe ich gut kultiviert und war zufrieden.

Heute erwischte mich der Karfreitag. Der heißt nicht Sonntag und war daher nicht in mein neues Programm integriert. Ich habe leider absolut keine Oster-Stimmung. Morgen Abend um Sieben gehe ich mit Nummer 1 in die Kirche zur Osternacht. Dann werde ich definitiv innerlich geklärt und bereichert nach Hause gehen. Aber heute gammelte ich herum. Nummer 4 machte ein Schläfchen, Nummer 1 bis 3 spielten „Die Legenden von Andor“ (Brettspiel/Rollenspiel) mit Mr. Essential.

Mein Nähzimmer steht voll mit Handwerksmaschinen, der Badezimmertür und so weiter. Nähen und ähnlich Kreatives fielen flach. Wie in den Monaten zuvor, denn da stand die Eckbadewanne (Monstrum), das Klo und der Doppelwaschtisch da drin. Kurz war Ordnung – nun ist es wieder furchtbar.

Was tun?

Ich habe das Bad geputzt, den verstopften Waschbeckenabfluss mittels eines simplen und effektiven sowie ökologisch unbedenklichen Gerätes befreit. Und dann habe ich gebügelt – dazu hörte ich ein Hörbuch. Anschließend hatte Mr. essential gekocht und wir haben gegessen. Nun hatten wir den verwegenen Plan, während Nummer 4s Mittagsschlaf und dem Spielen der Größeren im Garten, eine Serie weiterzugucken, die uns gestern Abend so sehr gefesselt hat, dass wir sie bis 1 Uhr nachts geguckt haben. Wir sind nicht nach einer Folge eingepennt und nachts aufgewacht. Wir haben richtig geguckt!

Nun wollten wir das Vergnügen fortsetzen. Richtig schön entspannen!

Also schnell Küche aufgeräumt und hingesetzt. Kaum lief das US-amerikanische Remake einer dänischen Krimiserie, kamen die Kinder rein:

„Hilfe! Hilfe! Unser Spielturm fällt fast um, wenn man schaukelt! Das kippt immer nach vorne! Hilfe!“

Stöhnend löste sich Mr. Essential aus der beginnenden Entspannung und sah nach. Eine Schraube war gebrochen. Das ging ja noch, ließ sich behelfsmäßig beheben und wird morgen komplett repariert. Heute darf man schließlich nicht den Schlagbohrer rausholen – ist ja Feiertag.

So. Nun gucken wir aber weiter. Wetten, Nummer 4 wacht jetzt sofort unerwartet früh auf? 😀

Das Baumarkt-Dilemma

Da Mr. Essential heute Urlaub hat, haben wir das getan, was man eben als Haus besitzende Eltern dann so tut:

Wir waren im Baumarkt.

Dort entdeckte ich ein Daybed. Das ist so eine Art romantisches Kuschel-Ei für den Garten. Mit Verdeck. Mittels des Verdecks kann man das Teil schließen und in diesem Kokon kuscheln, bis man als zwei Schmetterlinge wieder raus kommt. Ich sah uns als zwei Raupen Nimmersatt nach einem Lolli-Kuchen-Pasteten-Wurst-Orangen-Erdbeeren-Eiswaffel-Mahl da reinkippen und das Ding zu machen.

Dann aber sah ich ein anderes Teil. Es weckte den kleinen Jungen in mir. Den gibt es echt. Und er liebte den Landroid. Ein Rasenmähroboter, der flüsterleise über einen knallorangen Kunstrasenteppich surrte. Ich sah uns bereits ein Häuschen für ihn bauen. Mit seinem Namen drauf. „Optimus Mow“ hätte da gestanden. In Knallorange.

Mr. Essential: „Wir können uns ein Daybed kaufen. In dem hab ich dann keine Zeit zu liegen, weil ich dauernd Rasenmähen muss. Oder wir kaufen den Landroid. Dann haben wir aber keinen bequemen Platz zum Kuscheln.“

Wir zogen einen Flunsch und gingen weiter.

Ich:  „Guck mal mal, da ist das passende Mosaik für unser neues Bad. Nummer 2s Pate hatte doch empfohlen, dieses passend zum Stäbchenmosaik an der Wand auch um die Badewanne herum zu machen.“

Er:  „Da geht sie hin, die Entscheidung zwischen Kuscheln und süßem Nicht-selber-Mähen. Zu Gunsten von Steinen. Von Steinen!“

Wir haben es getan!

Wir haben es getan!

Yeah, wir haben gestern und heute Eier gefärbt.

Ohne Ostereierkleid und Dauergrinsen. Dafür aber in der Tat mit etwas Spaß. Zumindest, nachdem wir Nummer 4 beschäftigt hatten und er sich nicht mehr nölend an unsere Beine klemmte (im Hintergrund rechts Teile der Dauerbaustelle hier …).

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Nummer 3 als Fachfrau für Farben und Schmierereien schritt zu Werke:

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Hier benutzt Nummer 2 die Eierstempel – solche hatten wir nie zuvor ausprobiert und waren neugierig …

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… sah ganz einfach aus …

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… war es aber nicht:

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Und das Ergebnis? Na ja, mal ehrlich:

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Dann machten wir Brillant-Eier. Klingt nobel. War ein bisschen Sauerei, aber nur ein bisschen. Dafür machte das Geschmiere allen Spaß. Mir auch.

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Und heute dachten wir, 30 Eier seien vielleicht zu wenig. Wir haben noch 20 weiße gekauft und dann sehr hübsche Farben verwendet. So sehen unseren gesammelten Werke nun aus und warten auf ihren Einsatz am Sonntag:

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Dann werden sie getätscht – eine alte Tradition der Familie Mr. Essentials.

Nach dem Tätschen (dem Aneinanderhauen durch zwei Personen mit je einem Ei in der Hand) sehen sie dann so aus wie Nummer 2s verunglücktes Stempel-Ei …