Die Hausfrauenbank

Es war heute einer dieser Tage. Diese, an denen alles nervt. Erst nervte der hirnige TAN-Generator der Sparkasse bei meinem Online-Banking. Ich habe 20 Minuten gebraucht um eine TAN zu generieren. Danach klappte es nicht mehr. Ich habe das Teil dann vor Wut auf den Tisch geklatscht. Anschließend hatte das dämliche Display Risse. Es gab ja nerviger Weise noch nie eine Hintergrundbeleuchtung. Nun würde es ganz sicher niemals eine haben.

Dann also zur Sparkasse, um mich auf ein besseres TAN-Verfahren umstellen zu lassen. Dort durfte ich dann den verhassten Generator der Bankangestellten verwenden. Ummeldung hat immerhin geklappt. Anschließend zum Discounter meiner Wahl.

Dort an der Kasse tat es meine Karte plötzlich nicht mehr. Also Wagen zurückstellen lassen und Geld holen fahren. Am Automaten tat die Karte es auch nicht. Also nach Hause, Bargeld holen und zurück fahren. Dort Wagen ganz hinten parken müssen – es regnete und alle quetschten sich nahe an den Eingang. Ausgestiegen und gebeten worden, nochmal umzuparken, weil das Auto neben mir Platz brauchte, da es Starthilfe bekommen sollte. Auch das noch gemacht.

Einkauf bei mürrischer Kassiererin erledigt, noch schnell zum Drogeriemarkt meiner Wahl um unseren Mädels die versprochenen Riesen-Weihnachts-Ü-Eier zu holen. Da dachte ich noch „Der Tag nervt. Ich husch mal flink zum Second-Hand. Das ist nett.“ Der machte aber gerade zu und die sonst so nette Inhaberin war auch irgendwie motzig. Drehe mich um, damit sie murrend ihr Fahrrad an mir vorbeischieben kann und rutsche an der Bordkante ab. Verdrehe mir den Fuß. Aua. Kurz in ein Modegeschäft gehinkt, um nach einer braunen Jacke für Nummer 4 zu suchen. Fand eine perfekte. Die war nicht nur um die Hälfte, sondern gab es in allen Größen – außer in seiner. Nase voll – zurück nach Hause.

Nach dem Mittagessen hatte ich keine Lust, sofort wieder zur Sparkasse zu fahren. Als ich dann später fuhr, hatte sie gerade geschlossen …

Die Sparkasse gab mir heute echt den Rest. Und dabei begleitet sie mich seit meiner Geburt. Ich bin aber nicht dort, weil ich noch heute den damals obligatorischen „Sparkassen-Geburtsgeschenk-Löffel“ habe (hab ich echt noch!), sondern weil die überall da einen Geldautomaten haben, wo ich einen brauche. Und das in jeder Stadt, die ich bisher bewohnte. Sie nervt aber auch immer wieder. Bei jedem Umzug muss man hin und her fahren, da die nicht in der Lage sind, einfach Geld zu einer anderen Filiale zu transferieren. Alles wird immer ausgedruckt und in sechsfacher Ausführung in Mäppchen geheftet. Online gibt es fast nichts außer das Banking selber. E-Mail-Verkehr hatte ich mit denen noch nie. Sie wird daher von mir auch zärtlich Die Hausfrauenbank genannt. Weil sie so schön retro ist und so anti-urban und so mit extra viel Aufwand für jeden Kram. Wie eine der 50er-Jahre-Hausfrauen. Diese, die immer den Hintern hochrecken, wenn sie etwas mit dem Handfeger saubermachen. Damit man sieht, wie viel Arbeit sie sich bei der Arbeit machen. Noch meine Mutter hat mir das so beigebracht. „Hocken ist für die Faulen. Die Fleißigen bücken sich.“ Ja ja und haben dann Ischias.

Egal – die Hausfrauenbank brachte mich dann zum Ausflippen. Ich sah meinen mich begleitenden Mann an und schnauzte los:

„Heute Morgen haben wir ja noch vermutet, dass die Sparkasse alle Daten des Onlinebankings per Brieftaube zur nächsten Filiale mit Internetanschluss sendet. Die Brieftauben werden dann wohl während der Saison von den Jägern auch schon mal abgeschossen. Aber jetzt wissen wir, dass das Fräulein heute zu allem Übel die Filiale früher schließen musste, weil es wegen des Regens schneller los sollte, um die mit der Schreibmaschine abgetippten Überweisungsträger rechtzeitig zur Postkutsche zu bringen. Damit sie noch morgen per Telegraph weitergeleitet werden können.“

Ich darf da morgen wieder hin. Ich freu mich schon drauf. Und nehme ein bisschen Konfekt und Frauengold mit, damit das Fräulein gestärkt an’s Werk gehen kann. Und ich werde das Fräulein daran erinnern: Immer schön den Hintern nach oben, wenn die Überweisungspapiere hinfallen und man sich danach bücken muss. Grrr …

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6 Gedanken zu “Die Hausfrauenbank

    • Ich danke Dir Barbara heute waren sie sehr nett in der Sparkasse als sie mir sagten, dass der Discounter mir die Karte geschrottet hat. Dafür darf ich nun 10 Euro für eine neue Karte bezahlen …Aber der Tag war dennoch besser als der gestrige 😉

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  1. Ohne hier Schleichwerbung machen zu wollen, aber ich bin bei der ING Diba. Super online Banking und mit der Kreditkarte kann man bei allen möglichen Banken innerhalb der Euro Zone kostenlos Geld haben, also auch bei der Sparkasse, aber z.B. auch bei der Volksbank. Der einzige Nachteil ist, dass man halt nicht persönlich zu denen kann, wenn man ein Problem hat. Aber in der Hotline, bin ich bis jetzt nur auf sehr nette Mitarbeiter gestoßen und meine Probleme wurden immer gelöst.

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    • Das könnte man sich wirklich mal durch den Kopf gehen lassen, Luisa. Ich merke mir Deinen Tipp für die nächsten frustrierende Situation 😉 Vor allem, überall Geld abheben zu können, klingt sehr gut …

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