Süß. Niedlich. Müde.

Süß. Niedlich. Müde.

Alltag mit Baby. Kennen wir Mütter. Aber: Es ist kracher-witzig, wenn man es mal liest. So richtig als Tagesablauf mit Zeitangaben. Das kann man im Artikel der Bloggerin Sarah O‘ Grady tun. Und schmunzeln.

Und es inspiriert. Ich möchte das auch mal tun.

Aus meiner Babyphase, die für mich gefühlt immer endet, wenn das Baby ein Jahr alt wird. Wie unseres morgen.

Vielleicht hat ja eine meiner geschätzten Mit-Mama-Bloggerinnen danach auch Lust? Ich fände es sehr interessant und bestimmt auch lustig, wenn wir uns da austauschen würden.

Ein Tagesablauf mit 3 Großen und 1 Baby

Wann fängt ein Tag denn genau an? Um 5? Hatte ich öfter mal. Um 4:30Uhr? Gab es auch. Für meinen exemplarischen Tagesablauf starte ich den Tag aber zu einer humanen Zeit.

Ich beschreibe mal kurz eine der diesem Tag vorangegangenen Nächte: Baby (an diesem Beispieltag/ in der Beispielnacht ist es circa vier Monate alt) schlief nach langem Ritual üblicher Weise zwischen 21 und 22.00 Uhr ein, um 1 war es wieder wach und wurde gestillt bis 2. Danach brauchte man eine Stunde, in der man es auf dem Arm halten musste, sonst wachte es beim Ablegen sofort wieder auf. Um 3 ging es wieder ins Bett. Manchmal weinte es auch ohne einzuschlafen und man musste nachts noch eine Runde mit ihm spazieren gehen. So gegen 3.30 Uhr bis 4:30 Uhr. Von 3 bis 5 Uhr schlief es für gewöhnlich, um anschließend Hunger zu haben. Wieder stillen bis 6 Uhr war dann angesagt.

Und damit beginnt der Tagesablauf

6 Uhr Das Baby liegt in meinem Arm im Bett und schläft. Seine jüngste Schwester schleicht sich zum Kuscheln rein. Reden dürfen wir nicht, sonst wacht das Baby wieder auf. Der Herr Vater sieht zu, dass die Großen sich für die Schule fertig machen und geht ins Bad. Draußen landen mit lautem Rumms die beiden Kater auf dem Fensterbrett. Ein Holzhaus ist recht hellhörig. Ich hoffe, die wecken das Baby nicht. Sie jaulen und stampfen und poltern vor dem Fenster und dem Nebeneingang.

7 Uhr Die großen Geschwister kommen herein und winken uns zu – sie gehen zum Bus.

7:20 Uhr Die Jüngste muss aufstehen und ins Bad. Ich stehe mit ihr auf und sehe zu, dass ich einen Kaffee bekomme. Ich fühle mich wie ein Zombie. Ich muss bis um 8 im Bad gewesen und angezogen sein. Vielleicht schnell, schnell duschen? Das wäre Wellness. Ich bin angespannt wegen das bevorstehenden langen und anstrengenden Tages. Ich muss aber auch noch das Baby warm einpacken, um mit ihm die Schwester zum Bus zu bringen. Schaffe ich das Duschen vorher?

8:00 Uhr Die Jüngste muss los. Das Baby schläft, ist warm verpackt und liegt im Wagen. Ich habe das Duschen nicht geschafft. Aber die Zähne geputzt und mir die Haare ganz praktisch in eine Spange gestopft. Der zweite Kaffee ist in einem To-Go-Becher in seinem Halter am Kinderwagen. Das, meine Lieben, ist wahrer Luxus! Ich warte an der Haltestelle und unterhalte mich mit dem Töchterlein, was sehr süß ist. Sie kuschelt sich in meinen Mantel. Ich knuddle die Kleine und winke ihr nach. Danach gehe ich spazieren. Weil der Kleine dann noch etwas schläft. Und dabei höre ich ein Hörbuch via Kopfhörer. Ihm ist schön warm. Mir nicht. Aber ich brauche ein bisschen Zeit ohne seine Bedürfnisse. Die kalte Luft weckt mein wie betäubt müdes Gesicht. Ich bin zu alt für dauernden Schlafentzug, Einer der Kater begleitend mich miauend. Süß.

9:00 Uhr Zurück vom Spaziergang. Die Katzen schießen an mir vorbei ins Haus. Schnell die patschnassen Stilleinlagen aus dem BH in den Müll befördern und neue reinstopfen, während die Kater um meine Beine streichen. Das Baby wacht gleich auf. Jetzt aber schnell! Ich werfe meinen Mantel über’n Sessel und streife die Stiefel ab. Die muss ich nachher wegräumen – Vorbildfunktion und so. Ich hole ihn aus dem warmen Deckendings und stille ihn. Ach, wie schön, dass der Schmerz beim Stillen nicht mehr ganz so schlimm ist. Ich versuche, dabei die Schultern zu entspannen, um nicht wieder Kopfschmerzen zu bekommen.

9:45 Uhr Er ist satt. Und wieder müde. Aber er schläft tagsüber nicht, wenn man ihn ablegt. Nur auf mir drauf. Also versuche ich, eine irgendwie erträgliche Position auf dem Sofa einzunehmen, ohne das einschlafende Baby auf mir zu wecken. Okay, es ist nicht bequem. Aber so kann ich die zwei Stunden aushalten, ohne dass mir wieder die Knie so komisch durchhängen. Das vorher schnell bereitgelegte iPad hole ich mir mit dem kleinen Finger heran, indem ich den Fingernagel unter die Hülle schiebe. Ich lade die neue Ausgabe einer großen Tageszeitung herunter und lese. Und lese. Auch den Newsticker. Danach tippe ich mit einem Finger Suchworte oder Internetadressen ein. Ich tippe auch so. Wie auch sonst? Ein paar Mal hab ich vergessen, das iPad vorher hinzulegen, Da habe ich dann zwei Stunden aus dem Fenster in den kahlen Garten gestarrt und abwechselnd an den Himmel. Hab mich gefreut, wenn da Wolken und Wind waren. Das hat einen hohen Unterhaltungswert – hätt‘ ich zuvor echt nicht gedacht …

11:15 Uhr Er wacht auf und sieht sehr niedlich aus. Ich knuddle ein bisschen mit ihm und lege ihn in seine Wippe, damit ich kurz staubsaugen kann. Das will er nicht. Er weint. Wer hätte das erwartet? Also Tragetuch raus, Baby rein und das tun, was ich zärtlich den Afrikamodus nenne: Mit dem Baby an mir dran ein bisschen was tun. Ich habe ihn nun vor der Brust. Sechs Personen verursachen viel Wäsche und Schmutz. Ich staubsauge und räume auf. Sich mit dem Baby vorne dran dauernd zu bücken und aufzurichten ist echt anstrengend. Aber man kann sein Köpfchen riechen und küssen. Das ist prima. Ich stapfe die Treppe hoch und wundere mich mal wieder, dass sich meine Muskeln so schwach anfühlen und ich mein Herz im Hals donnern fühle. Ich sollte vielleicht doch mal zum Arzt. Aber mit dem Kleinen ist das so anstrengend und sooo schlecht geht es mir ja nicht … ich warte bis er größer ist. Oh Mist, ich muss mal.

12:00 Uhr Ich muss mich mit dem Baby vorne dran auf das Klo pfriemeln. Denn abgelegt werden will es ja nicht. Das nervt kolossal. Will alleine auf’s Klo. Will auch einfach Wääähh! machen. Bin müde und grrr … Oh! Ich muss in zehn Minuten an der Haltestelle stehen und die Jüngste abholen! Schnell! Baby raus aus dem Tuch. Nur eine Jacke drüber werfen wäre zu kalt für ihn. Er muss also da raus und am besten gleich in den Kinderwagen – das ist am praktikabelsten. Also Baby in die Decke und das warme Säckchen stecken. Baby will das nicht und schimpft. Das Schimpfen im Ohr ziehe ich meine Schuhe an. Mir bricht der Schweiß aus. Das sag ich dann auch dem Arzt. Später irgendwann. Ich werfe mich in den Mantel und hieve um 12:10 Uhr den Kinderwagen die Eingangstreppe runter, um zur Haltestelle zu eilen. Dabei trete  ich einem der Kater auf die Pfote, die wie die Pfeile zwischen Kinderwagen und Beine durchhuschen.

Ich sage mir, dass ich die Zeit besser im Blick haben muss. Wenn ich weniger trinke, hab ich weniger Milch. Aber so muss ich dauernd auf’s Klo. Wenn ich morgens weniger trinke, reduziert sich das Klo-Gerenne. Dann schreit er weniger, weil er ja nicht abgelegt werden will. Nachmittags kann eine Schwester ihn kurz bespaßen, während ich pinkeln muss. Das ist ein Plan. Morgens weniger trinken, nachmittags mehr. Zynisch erwäge ich einen Toiletten-Plan aufzustellen, um das alles nicht wieder zu vergessen.

12:30 Uhr Ich habe mir auf dem Weg ganz viel aus der Schule erzählen lassen. Das war sehr niedlich. Nun sind wir gerade zurück und die Jüngste setzt sich zum Baby neben die Wippe. So mag der Kleine es. Die Jüngste will nun abschalten und sich etwas auf dem iPad ansehen. Ich beschäftige mich derweil mit dem Baby. Dann versuche ich, mir den Laptop auf den Schoß zu nehmen, um noch ein paar wichtige E-Mails zu schreiben. Geht nicht. Das Baby weint. Es hat Hunger. Ich stille ihn bis um

13:15 Uhr Das Baby ist noch nicht eingeschlafen. Wenn es tief einschläft, kann ich es in die Wippe legen. Das wäre toll, dann könnte ich kochen. Es ist aber müde und wach. Also wieder das Tragetuch raus und das Baby rein. Während ich stehe und Kartoffeln schäle meckert und schimpft er. Er will natürlich, dass ich laufe. Also wippe ich auf und ab und wackle hin und her. Die zu schälende Kartoffel muss ich dabei hoch halten, weil ich sie sonst nicht sehe  – Baby im Blickfeld. Ich schäle wippend und beruhigungssummend Gemüse. Dabei helfe ich nebenbei der Jüngsten bei den Hausaufgaben, mit denen sie begonnen hat. Die Katzen schmeicheln um meine Beine. Ich muss sie schnell füttern.

14 Uhr Die Großen kommen nach Hause. Das Baby ist im Tuch eingeschlafen. Alle müssen flüstern. Als das Essen fertig ist, hole ich den Kleinen vorsichtig heraus und lege ihn in die Wippe. Ich decke ihn zu und wir hoffen auf ein nettes Mittagessen.

14:30 Uhr Er hat geschlafen und wir haben gegessen. Das hatten wir auch schon anders. Heute ist es entspannter. Mir fallen meine wichtigen E-Mails wieder ein. Wir räumen den Tisch ab, stellen die Spülmaschine an und ich räume die Küche auf. Als ich mich hinsetzen und mein Notebook nehmen will, ist der Kleine wieder wach. Er hat nicht genug geschlafen und hat miese Laune. Wir singen ihm etwas vor. Die Schwestern wollen ihn herumtragen. Die Jüngste meckert, weil sie ihn noch nicht tragen darf. Es entbrennt ein kleiner Streit zwischen ihr und der Großen deswegen. Beleidigt zieht sie sich an den Esstisch zurück, um die Hausaufgaben fertig zu machen.

14:50 Uhr Ich trage den Kleinen herum und singe ihm etwas vor. Er grapscht nach meiner Nase, ich küsse seine Fingerchen. Ich könnte ihn aufessen. Er hat wieder Hunger.

15 Uhr Ich habe die Großen gerufen, damit sie Hausaufgaben machen. Sie sitzen am Tisch und ich stillend auf dem Sofa. Von dort aus helfe ich ihnen bei den Aufgaben. Wir rufen uns Vokabeln durch den Raum zu.

15:30 Uhr Er trinkt immer noch. Ein Paketbote klingelt. Alle Kinder springen auf und rennen zur Tür. Sie rufen mich zum Unterschreiben. Ich knurre innerlich und hieve mich mit an mir saugendem Baby hoch. Schneller Check, ob man nichts von meiner Brust sieht und zur Tür. Der Postbote lächelnd entschuldigend – er hat selber Kinder – und die Kinder tragen das Paket mit Babysachen hinein.

16 Uhr Ich gucke sehnsüchtig auf die Uhr. Ich brauche dringend einen Erwachsenen in meiner Nähe. Telefonieren geht nicht wegen das Babies. Das habe ich aufgegeben. Und mochte es eh nie so. Wieso ist es nicht schon 18 Uhr? Der Kleine ist immerhin satt und liegt in der Wippe neben mir. Ich muss mal. Wenn ich aufstehe, dann weint er. Ich bitte eine der Großen, sich neben ihn zu setzen und flitze zum Klo. Er weint trotzdem. Mir bricht der Schweiß aus. Die Jüngste kommt hinter mir her und erzählt mir Unverständliches durch die Badezimmertür. Ich bitte sie, mir das später zu erzählen. Wir packen das Paket mit den Babysachen aus. Dabei halte ich das Baby auf einem Arm. Ich bin ein einarmiger Bandit, seit das Baby da ist. Die Sachen sind schnuckelig und wir freuen uns. Ich bitte die Kinder, den Karton zum Altpapier rauszubringen. Dann entferne ich die Etiketten von den Sachen und bringe sie – Baby auf dem Arm – in die Wäsche.

16:30 Uhr Ich lese den Kindern etwas aus einem E-Book vor, während der Kleine in der Wippe liegt. Er wird wieder müde. Also muss ich ihn rausnehmen, denn auch das Wippen überzeugt ihn nicht vom Einschlafen. Ich höre mit dem Vorlesen auf. Dann entscheide ich spontan, spazieren zu gehen. Die Mittlere möchte mit. Ich warne sie, dass wir etwas länger gehen werden, damit der Kleine schlafen kann. Wir ziehen los und unterhalten uns auf dem Weg. Mir fallen die wichtigen E-Mails wieder ein. Ich habe Tee in meinen Warmhaltebecher gemacht, den wir uns teilen. Der Kleine schläft schnell ein. Ich kann mich darauf verlassen, dass er im Kinderwagen gut schläft. Daher gehe ich morgens auch manchmal eineinhalb Stunden durch die Gegend. Damit er guten Schlaf bekommt und ich Hörbücher hören kann. Nun gehe ich mit der Mittleren und höre ihr zu. Der Kater folgt uns. Niedlich.

17:15 Uhr Wieder zurück und der Blick auf die Uhr ist ganz erträglich. Ich sage mir, dass der Kleine abends ja meistens schon vor zehn schläft. Wir wagen es inzwischen, eine Serienfolge zu gucken, damit wir 30 Minuten Feierabend haben, ehe wir schnell einschlafen müssen. Was für ein Luxus das doch ist. Bald, bald wird er noch früher einschlafen und nachts nur noch ein Mal aufwachen und das wird ein Fest! Und ich erinnere mich daran, wie er noch Wochen zuvor in den Schlaf gebracht werden musste: Ewiges Tragen und wenn das nicht ging, dann saß der Herr Vater auf der Sofakante, vornüber gebeugt und machte so eine Art zart-aber-spürbare Vibrationsbewegung mit den Armen in denen er ihn hielt. Bis er schlief. Danach musste man 45 Minuten warten, bis er tief genug schlief, ehe er in seinen Babybalkon gelegt werden konnte. Das dauerte alles bis 23 Uhr und man hatte immer schon Panik, nicht genug Schlaf zu bekommen um morgens nicht zuerst weinen zu wollen. Zwei bis drei Stunden Schlaf und oft dazu wach sein ab 5 machen ein Tier aus mir. Einmal hatten wir abends Besuch und ich hoffte, dass er nicht lange bleiben würde, damit ich nur ja genug Schlaf bekäme. Die Jüngste reißt mich aus dem Luxus eigener Gedanken um’s eigene Wohl und sagt, sie habe Hunger. Die Katzen auch. Ich stolpere mal wieder über den einen der beiden.

18 Uhr Schon Sechs! Noch eine Stunde oder vielleicht anderthalb – dann kommt der Herr Vater nach Hause. Der Gedanke an einen Gesprächspartner gibt mir Aufwind. Lang waren die Monate der Entbehrungen und an der Front ist nicht nur der Hunger ein Feind … apropos: Es ist Abendessenszeit. Auch für das Baby. Ich stille ihn und sehe zu, wie die Kinder sich etwas zu essen nehmen. Sie sitzen am Tisch, ich auf dem Sofa. Stillen auf den Esstischstühlen geht nur unter Inkaufnahme fieser Verspannungen. Ich habe ein komisches Gefühl im Bauch. Muss ich das auch dem Arzt sagen, den ich später-später besuchen werde? Nein. Es ist Magenknurren, diagnostiziere ich. Ich sehe den Kindern beim Essen zu.

18:45 Uhr Das Baby ist satt und die Große trägt den Süßen herum. Ich stopfe mir ein Brot hinein. Die Mittlere der Mädels hat mir einen Kaffee gemacht. Wunderbar! Dann nimmt die Kaffeekocherin das Baby und ich verlangsame das Ess-Tempo. Wir unterhalten uns nebenbei alle ein bisschen. Das Baby ist zufrieden. Ich sehe zu, wie sie sich gegenseitig mit dem Baby fotografieren. Sie sind furchtbar süß alle zusammen.

19 Uhr Ehemann kommt später, es ist Stau, teilt mir seine Sprachnachricht mit. Ich vermisse ihn. Nicht nur als Gesprächspartner. Auch als Mann. Werde ich jemals wieder Zeit und Kraft für etwas wie zwei Gläser Rotwein, erotische Literatur und alles Folgende haben? Habe ich jemals so etwas erlebt? Öh ja, bevor ich schwanger war. Wie lange ist das her? Lichtjahre. Ich lebe auf unbestimmte Zeit in einer Askese. Mir bricht der Schweiß aus. Muss ich aufschreiben, damit ich es dem Später-später-Arzt sagen kann. Ich vergesse auch so viel. Muss die Still-Demenz sein.

19: 40 Uhr Der Herr Vater ist da und alle freuen sich. Die Kinder erzählen ihm zuerst all die Dinge, die sie erlebt haben. Es gab zwei gute Noten und sie sind stolz. Er zieht seine Jacke aus und macht sich sein Essen warm. Währenddessen trage ich das Baby. Danach nimmt er es und wir setzen uns hin. Damit wir uns kurz unterhalten können, nehmen die beiden Großen das Baby und gehen mit ihm im Schlafzimmer kuscheln – die sind beide heute sehr nett zu uns.

20 Uhr Wir sitzen mit dem Baby auf dem Sofa und mir fällt die Wäsche ein. Ich eile nach oben und hänge sie auf. Dabei sage ich den Kinder Bescheid, dass sie ins Bad müssen – es ist Schlafenszeit. Das finden sie heute total doof. Aber nur heute.

20:30 Uhr Baby wird wieder gestillt und wird danach müde. Mir fallen die wichtigen E-Mails wieder ein. Babymann schläft auf Herrn Vaters Arm ein. Herr Vater legt ihn auf seine Brust und wir unterhalten uns. Wir sind total müde. Leise wünschen uns die drei Größeren eine Gute Nacht. Blick zurück zu Ehemann: Kopf nach hinten gesunken, Mund offen. Schläft. Fast auch süß. Fast. Ich nehme mir das Notebook und will die wichtigen E-Mails schreiben. Dann aber habe ich einfach keine Energie mehr dazu.

21:30 Uhr Das Babylein wird in seinen Babybalkon gelegt. Wir haben in den letzten Nächten gemerkt, dass wir alle besser schlafen, wenn wir in getrennten Zimmern schlafen. Der Babymann wacht dann ein Mal weniger auf. Wir legen uns auf das Sofa nebenan. Und schauen uns auf dem iPad irgendeine Serienfolge an. Wir schaffen noch zwei müde Lacher.

22 Uhr Mir fallen die Augen zu. Bis sie in spätestens drei Stunden wieder aufgehen werden. Mir fallen meine wichtigen E-Mails wieder ein.

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13 Gedanken zu “Süß. Niedlich. Müde.

    • Ach, Kerstin! Die sind doch soooo niedlich! Und man vergibt ihnen doch sofort alles. Und der Frust und das Decke-fällt-auf-den-Kopf-Syndrom ist ja auch nur für ein klitzekleines Jährchen richtig intensiv.
      Nun besser?
      Ich hatte vor Nummer 4 vergessen, wie es war.
      Hätte ich den Text selber vorher gelesen, hätte ich es auf jeden Fall trotzdem gewagt. Aber ich wäre gleich zu Beginn heilsam desillusioniert gewesen, anstatt wieder auf diese besondere Baby-Romantik zu warten, die in den Eltern-Medien verkauft wird. Die muss man wohl mit Hormonspritzen selber produzieren.

      Du musst einfach nur versuchen, die Desillusion als etwas Gutes zu sehen 😀 Oder so. Oder mich einfach mal kräftig beschimpfen, weil Du Dich nun gruselst. Das ist auch okay 🙂

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  2. Das ist echt gut geschrieben. Ich weiss voll was du meinst ich habe 4 Kinder. Wenn ich fragen darf warst du beim Arzt. Mir gehts mit dem Herzklopfen und den anderen Sachen auch so aber kein Arzt weiss was los ist. Lasst es euch alle gut gehen und wir mütter wissen ja es kommen bessere Zeiten. 😉

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    • Hallo Katrin,

      ich freue mich, dass Du meinen Artikel gelesen hast und danke Dir herzlich für das Kompliment 🙂
      Ich war bei der Ärztin als mein Puls (nach einem riesigen Wasserschaden in unserem Haus) auch über Nacht noch bei 120 oder 130 blieb: Sie diagnostizierte eine heftige Schilddrüsenüberfunktion. Ausgelöst vermutlich durch Dauerstress. Es ist eine Autoimmunerkrankung. Habe inzwischen Medikamente genommen und parallel meine ganze Ernährung und noch ein paar andere Dinge umgestellt. Seit ich auf mich achte sind die Werte besser geworden und konnte probeweise für bald vier Wochen die Medikamente absetzen. Herzklopfen hängt oft mit der Schilddrüse zusammen. Bei Über-und Unterfunktion. Aber es kann auch andere Ursachen haben. Vielleicht noch einmal einen anderen Arzt aufsuchen? Ich wünsche Dir alles Gute, meine liebe „Berufs-Kollegin mit vier Kindern“ 🙂

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    • Liebe Henrike,

      Das ist eine gute Idee! So ein Artikel „1 Jahr nach Süß.Niedlich.Müde“. Das könnte ich echt mal schreiben 🙂

      Liebe Grüße!

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  8. Und wieder ein Artikel, der meinen Alltag fast Haarklein wiedergibt! Nur dass ich eben nur 1 Schulkind zum Vokabeln pauken hab, dafür aber ein forderndes Trotzkind und die Babyzwillinge, die auch z.Z. ständig meckern! Super, wenn dann der Mann endlich um 19.30 heimkommt- endlich Entlastung von diesem Wahnsinn!! Aber nein, leider muss er sich mit Hausbaukram herumschlagen 😣. Ich hatte vergessen, wie sehr mich dieser Freiheitsentzug fertig macht, 7 Jahre nach der großen…Und ich kann dich so so so gut verstehen! Auch dieser Spagat zwischen den Kindern ist schwierig! Wären sie alle klein, wärs vielleicht leichter? Meine Große muss mehr oder weniger alles alleine schaffen, mit den drei Zwergen kann ich ihr eben kaum noch beistehen. Auch sie ist übrigens so ein spezielles Kind, wie deine 2. und macht ähnliche Erfahrungen..Wir habe echt so viele Parallelen, Wahnsinn! Hab auch einen Text über meine erste Zeit mit den Zwillingen bzw. einen Rückblick in Zahlen von 2016 geschrieben, ich sag nur 6000 Windeln.😂

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