Von der Kunst, die Menschen zu zeichnen

Gestatten, das ist Schindholm, der Knecht:

Foto 4

Mit seinem stets wachen Blick und dem lächelnden Munde begeistert er die Menschen rings um ihn.

Und das ist Kuniberta, die Magd:

Foto 3

Leider gab ihr der Herrgott eine Mixtur aus Gleichmut und Einfalt in die Wiege.

Die beiden arbeiten nicht alleine auf ihrem Hof. Sie haben Gefährten und Gefährtinnen. Diese zusammen nennt man das Gesinde. Ohne „l“ bitte, darauf legt das Gesinde Wert. Allesamt haben sie, die kleinen und große Mägde und Knechte eine wunderbare neue Aufgabe: Sie zeigen jungen Menschen die Schönheit und Vollkommenheit des menschlichen Körpers. Und den Wandel desselben vom Kinde zum Herangewachsenen. Hierbei zeigen sie die wichtigsten Merkmale der männlichen und weiblichen Leiber. Besonders zu nennen sind bei den Frauen die großen Füße, die breiten Hälse, der wie zufällig positionierte und schräg sitzende Bauchnabel, das manchmal interessant trichterförmige Intimmerkmal, stets unterschiedlich große und nicht immer runde Brüste, sehr lange Oberschenkel, fehlende Taillen und Hüften sowie möglichst missproportionierte Gesichter:

Foto 2

Ja, oh! Haben Sie da gerade Schindholm entdeckt? Ich auch! Dann hat er uns bisher gekonnt belogen und sich als Mann ausgegeben. Gut, dass das nun herauskam, ehe er versucht, sein Heimatland von englischen Invasoren zu befreien!

Das männliche Gesinde präsentiert sich für die Bildung der Jugend ebenfalls gern nackt. Besondere Merkmale: Große Füße, sympathische Gesichter, Bartstoppeln:

Foto 1

Es wird seither vermutet, der Zeichner – vermutlich ein neuer Zögling seiner Zunft – wurde bei der Lektion der Aktzeichnerei der Mägde ausgeschlossen, weil er dafür zu jung war. Fortan musste er sich das Weibsvolk vorstellen, wie es ihm richtig deuchte. Und seine Vorstellungskraft war mager. Der Bursche wird inzwischen wohl mit aus Pinseln gefertigten Ruten gegeißelt. Recht so!

Wie sollen die armen Kinderlein denn lernen, wie der Storch die Kindchen bringt, wenn ein Stümper wie er ihnen das Interesse mit gräulichem Bilde im Keime erstickt?

(Bildmaterial aus dem Unterricht der zweiten Grundschulklasse zum Sexualaufklärungsunterricht. Führte bei unseren Kindern zu satirischem Protest. Bei mir übrigens auch …)

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2 Gedanken zu “Von der Kunst, die Menschen zu zeichnen

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