Telefonterror

Nummer 2 hat heute bei der Familie meines Cousins übernachtet. Dementsprechend planten wir, sie am Nachmittag abholen zu fahren. Nummer 1 und Nummer 3 wollten lieber zuhause bleiben und da spielen, was wir durchaus okay fanden.

Unterwegs sahen wir, das unser Ikea verkaufsoffenen Sonntag hatte, und hielten da kurz an. Irgendwas brauchen wir eigentlich immer, und es sah immerhin weniger voll aus als an einem typischen Samstag …

Auf dem Parkplatz sah ich vier Anrufe der Kinder auf meinem Handy.

„Warte mal kurz …“, meinte ich zu meiner Frau und rief zurück.

Nichts. Noch ein Anruf – wieder nichts. Dritter Versuch – keine Antwort.

„Was machen wir jetzt?“ fragte ich.
„Keine Ahnung – weiter versuchen?“

Dazu muss man wissen dass die Kinder eigentlich jedes Mal anrufen, wenn wir mal nur mit Nummer 4 einkaufen sind. Um uns Dinge mitzuteilen wie:

„Nummer 1 hat eine Packung Mehl runtergeworfen.“
„Nummer 3 räumt nicht auf.“
„Bringt ihr Chips mit?“
„Darf ich morgen bei Isabell schlafen?“

Wir brachen also nicht in Panik aus, konnten aber auch nicht so richtig entspannt reingehen. Es war nichts passiert, aber wir wollten schon hören, warum sie angerufen hatten. Vielleicht war ja doch gerade heute …

Es gab nur zwei Möglichkeiten:

1. Sie hatten das Haus angezündet, wollten uns dann fragen wie man den Brand löscht und hatten dann die Flucht ergriffen
2. Sie wollten irgendeinen Kram fragen oder petzen, erreichten uns nicht und waren dann nach oben gegangen

Variante 2 war deutlich wahrscheinlicher, aber wir haben uns trotzdem angespannt gefühlt. Nach fünfzehn Minuten ging endlich Nummer 3 ans Telefon.

„Was war denn los? Warum habt Ihr vier Mal angerufen?“ fragte ich.
„Och, meine Hand hatte wehgetan, aber jetzt tut sie nicht mehr weh“, antwortete sie.
Mir platzte der Kragen. „Ist Dir eigentlich klar dass ihr nur im Notfall auf meinem Handy anrufen sollt? Wir haben uns Sorgen gemacht, es hätte ja auch was passiert sein können!“
„Meine Hand tat halt weh …“
„Ihr ruft uns beim Einkaufen gefälligst nur noch an, wenn das Haus brennt oder eine von Euch blutet. Stark blutet. Verstanden?“

Wir hatten es ja geahnt. Aber man kann ja nicht guten Gewissens die Anrufe einfach ignorieren …

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