Blogparade „#Momsrock“

Es tun immer mehr und ich tue es nun auch: Ich beteilige mich an der Blogparade #Momsrock.

Was habe ich also alles gut gemacht?

Ich habe sehr gut analysiert, warum ich etwas nicht so gut gemacht habe. Das hab ich prima geschafft. Ich hab‘ begriffen, dass wir Mütter als ganz junge Frauen einfach meist mit einem miesen Selbstwertgefühl in die Welt entlassen werden. Weil wir als Mädchen immer lernen, was wir alles an uns verbessern und wie wir noch nützlicher oder dienlicher sein können.

Nun werfe ich das um.

Weil ich den Mummy War (Danke für den Begriff, Käthe) satt habe. Weil es mich total nervt, dass ich meinen ehrenamtlichen-24-Stunden-Job mit so viel Kraft und Liebe mache und mein berufliches Appraisal dabei fast immer mies ausfällt. Nicht nur ohne die joblike Goodies wie Beförderungen oder vielleicht nach 12 Jahren endlich mal einem Assistenten, der den fisseligen Krempel übernimmt. Das wäre ja mal was. Es nervt, dass meine Jobbilanz immer ist:“Das und das könntest du auf jeden Fall noch besser machen.“

Schluss damit. Was mache ich also gut?

Ich habe natürlich diese Anzahl an Kindern. Das allein ist schon eine Menge – klar. Das alleine ist aber gleichzeitig nicht das, was ich belobigen möchte. Ich pflege auch unsere über-200qm-Behausung, in die alle alles hineinzuwerfen scheinen, richtig gut und schaffe dadurch eine Atmosphäre, in der man sich wohlfühlt. Ich bin immer bereit, an mir zu arbeiten und gehe auf Kritik oder kindliche Anregungen ein. Ich beantworte meinen Kindern jede ihrer Fragen. Wirklich jede. Ich lüge sie niemals an. Niemals. Da habe ich einen Kodex. Kein „Oh, ich weiß nicht, wo dieses nervige, laute Spielzeug ist – das haben wir wohl verloren“ – wenn ich genau weiß, dass ich es weggeschmissen habe. Meine Kinder sind dementsprechend respektvoll behandelt worden und wertschätzen nun auch ihre Mitmenschen. Sie bieten älteren Damen und Herren den Platz im Bus an, sagen Bitte und Danke sowie auch Guten Tag.

Ich habe (und das soll nur ein einziges Beispiel sein) unser „trauriges Knöpfen“ Nummer 2 dabei begleitet, ein selbstbewusstes und schlagfertiges Mädchen zu werden. Habe durchgeboxt, dass sie eine Klasse überspringt und das gegen einige recht basisuninformierte Lehrer. Unsere Vier sind grundverschieden und ich betrachte sie äußerst individuell obwohl sie zusammen eine ganz heftige Horde sein können. Ich kenne ihre seelischen Thematiken und gehe auf sie ein, ich beziehe sie in mein Leben ein und sie bekommen sowohl Respekt als auch Anleitung.

Und sie bekommen zu Karneval jedes Mal ein Kostüm von mir genäht, das sie sich wünschen. Mit allem Schnickschnack und gern auch nach einem krakeligen Entwurf von ihnen selbst gestaltet. Sie lernen von mir Nähen und Häkeln und Sebstverteidigung und Psychoanalsyse. Sie wissen von mir, wer Charles Darwin, Sigmund Freud, Niccolò Machiavelli, Alf, Karl der Große, E.T., Michael Ende, Stephen Hawking, Marie Curie, die Heilige Katharina und die Heilige Teresa von Avila, Jeanne D’Arc, Simone de Beauvoir und Mary Shelley sind oder waren.

Manchmal könnte ich sie an die Wand klatschen, aber ich kann kurz darauf schon wieder sortieren, warum etwas schief gelaufen ist. Und sie selber sagen über mich:

„Du bist nicht nur schön, lustig und klug, was wir echt toll finden und so. Sondern du schimpfst immer nur mit dem, der es verdient hat. Zu den anderen bist du im gleichen Atemzug nett. Das ist genau das, was Gerechtigkeit ausdrückt. Das wollen wir später auch so machen.“

Und davon ist mir der letzte Satz der wichtige. Ich hatte von Kindheit an nur einen Satz im Kopf.„Ich darf nur ja nicht wie Mama werden. Alle Kraft wird eingesetzt um nicht so zu werden.“ Und daher ist dieser Satz der Ausdruck dessen, was ich gut gemacht habe. (An späterer Stelle werde ich in unserem Blog sicher mal erklären, warum meine Mutter für mich das Antivorbild war.)

Ich habe einige Freundinnen, die Mütter sind. Und auch für jede Einzelne von ihnen könnte ich so einen Post schreiben. Fühlt Euch gedrückt – ich denke gerade an jede von Euch! Wenn Ihr nicht immer auf dem Schirm haben solltet, womit ihr rockt – ich habe es!

Und nun Ihr, liebe MitBloggerInnen! Es wäre klasse, wenn Ihr auch an der bis zum 31.12.2014 laufenden Blogparade beteiligen würdet. Auf in die Schwarmempathie. Spendet Euch Lob und seid gut zu Euch! Immerhin sind wir Mitarbeiterinnen, Chefinnen und Mediatorinnen in einem – da werden wir ja wohl eine Beurteilung schreiben können …

Natürlich gilt der Aufruf auch für die gefühlten drei Hausmänner in Deutschland im exakt gleichen Maße.

lucie_marshall_blog_003

❤ Ihr rockt, moms! Wir rocken! ❤

Advertisements

2 Gedanken zu “Blogparade „#Momsrock“

  1. Pingback: Jammer auf niedrigem Niveau Teil 2: Und plötzlich ist man allein. | Essential Unfairness

Kommentar verfassen: Schreib uns etwas dazu - wir freuen uns!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s