Trois jours parfaits

Nachdem 1878 das elektrische Licht und der Eisschrank die Renner der Weltausstellung in Paris gewesen waren, wollte man diese Erfolge durch ein Ausstellungsobjekt toppen, das vielen schnell ein Dorn im Auge wurde. Es gab sogar einen berühmten Schriftsteller, der extra in diesem Gebäude zu Mittag aß, um es beim Mittagessen nur ja nicht im Blick zu haben…

Ich stand schon zwei Mal genau dort, wo man sich 1889 eingefunden hatte, um dieses die Nation spaltende Bauwerk feierlich einzuweihen. Und beim zweiten Besuch war eigentlich noch eingenommener als beim ersten.

Der Eiffelturm sieht aus wie aus straffen Schnüren und Drähten filigran zusammengefügt, und er ist dabei in Wirklichkeit ein tonnenschweres, riesengroßes Monsterobjekt. Mit, wie ich finde, perfekten Proportionen.

Wie komme ich darauf? Ich habe ihn vorgestern gesehen. Zusammen mit Nummer 2 und Nummer 1 sowie meiner Schwägerin, die von den Kindern auf Grund einer netten Anekdote „Die Mondtante“ genannt wird. Nummer 1 hatte diesen Kurztrip des letzten Wochenendes zum 12. Geburtstag bekommen. Sie wollte schon immer nach Paris und ganz besonders zu seinem berühmten Turm. Hier ein paar Impressionen:

Eiffel groß EiffelEiffel Suvi

Unsere Unterkunft war Dank Airbnb ein ganz phantastischer, klassischer Pariser Altbau mit hohen Decken, langen Gängen und einem Kaufpreis jenseits der 350.000…

WZ Gang WZ2

Wir haben allein den Ausblick auf die Straße bereits genossen. Wir liebten das Leben am Freitagabend in den Straßen, dem wir begegneten und ließen uns später bei weit geöffneten Fenster im Salon von ein bisschen Wein, beziehungsweise Orangina und Snacks erfreuen.

Samstags marschierten wir bei sonnigen 26 Grad vom Eiffelturm durch den Trocadéro zum Triumphbogen und dann zu den Champs Elysées. Dort erstand ich nach langer und liebevoller Suche einen kuschelweichen Teddy für die daheim gebliebene Nummer 3. Nur um dann zehn Minuten später den Disney-Store zu entdecken. Innen ein Traum für meine Fans der „Eiskönigin“. Regale voll mit Puppen, Kostümen und vielem mehr. Dazu lief dann „Let it go“, was Nummer 2 und ich mitten im Laden ganz lebensfroh mitsangen. Jedenfalls kaufte ich dort noch eine große süße Anna-Puppe für Nummer 3, die sich zuhause später so sehr freute, dass man feuchte Augen bekam.

Sonntags ging es ins Musée Maillol, wo wir wundervolle Dinge (zumindest für eine Geschichts-Begeisterte wie mich) der italienischen Renaissance sahen. Dinge wie die Haarlocke der Lucrezia Borgia, persönliche Briefe ihres Bruders und Lorenzo de Medicis Totenmaske. Sowie Filmplakate- und Kostüme zum gleichen Thema. Für Nummer 4 bekam ich dort einen kleinen Teller mit supersüßem Ritter-Druck. Er hatte bisher ein Shirt aus dem Petit-Bateau-Shop auf den Champs-Elysées abgestaubt.

DisneyCesareMusée

Wir waren am Samstagabend zum Abendessen in einer hervorragenden Brasserie. Dort hatten meine Schwägerin und ich einen großartigen Sala mit Käse und Schnickschnack und stellten fest, dass wir ganz kurz davor waren, unser Essen zu fotografieren…Und kaum kommentierten wir dies lachend, kam ein Musiker mit Akkordeon und spielte „La vie en rose“. Wir befanden, dass dies zusammen das beste Stück Klischee war, das man nur genießen konnte. Wir haben anschließend gegen 22 Uhr gut gelaunt noch einen Carrefour-Supermarkt gestürmt, um uns mit Croissants für das Frühstück einzudecken.

BrasserieAussicht

Als wir Sonntagabend wieder zuhause ankamen, waren wir absolut bereichert (nicht nur an Mitbringseln und Taschen mit Paris-Aufdruck…) und voller Erinnerungen. Ein langes Wochenende in dieser Stadt kann einem wie eine ganz Urlaubswoche vorkommen.

Und diese drei Tage voller Shopping, langer Spaziergänge, gutem Essen und köstlichem Rotwein waren in Begleitung zweier Kinder absolut nicht anstrengend oder nervig. Sie waren einfach klasse! Die beiden haben genau so schön alles genießen können wie wir. Ja, meine Schwägerin und ich mussten eine gefühlte Stunde in und noch einmal eine gefühlte Stunde vor dem Disney-Store warten. Aber wir haben entspannt darüber gelacht, weil die beiden Kinder so selig waren und uns der Gedanke erfreute, Nummer 3 mit der Puppe glücklich zu machen. Und die beiden haben nicht einmal genörgelt oder über Fußwege gemault, die uns Erwachsenen gut gefielen. Sie waren im Museum diszipliniert, weil sie wussten, dass ich das Ausstellungs-Thema sehr gern mochte. Was soll ich dazu sagen?

Fazit: Paris ist die Stadt der Liebe…

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2 Gedanken zu “Trois jours parfaits

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