Ein Wochenende als Wochenendvater

Ich habe mich letztes Wochenende als Wochenendvater betätigt. Ihr wisst schon – die, die immer nur Ausflüge mit den Kindern machen, zu allem „Ja“ sagen und so die Alltagspädagogik der Mutter komplett unterwandern. Warum ich das gemacht habe? Na ja, meine Frau war mit den beiden Großen und meiner Schwester in Paris, und irgendwer muss ja den Herd hüten. Wir können ja nicht beide gleichzeitig den „lifestyle of the rich and famous“ pflegen. 😀

(Okay, okay, sie hatte(n) das alle vier mehr als verdient, und ich reise eigentlich auch gar nicht so gerne, weil wir dann immer Wasserschäden haben)

Jedenfalls habe ich Nummer 3 versprochen, dass wir in einen Indoor-Spielplatz gehen. Eigentlich dachte ich ein Ausflug reicht für´s Wochenende, aber nix da – weil das Wetter so schön war, gingen wir erst in den Tierpark, dann in den Freizeitpark und dann in den überdachten Spielplatz. Was fällt mir als Serienvater da natürlich am meisten auf?

Ich konnte zu allem „Ja“ sagen! 

Das Leben mit nur einem Kind (Nummer 4 zählt jetzt mal nicht) ist so unglaublich billig! „Dada ich will ein Eis!“ – „Kein Problem!“ – „Ich will Karussell fahren!“ – „Na los Süße, fahr gleich zweimal!“ – „Ich will ein Happy Meal!“ – „Okay, vielleicht noch eine Apfeltasche dazu?“

Wenn ich ein Einzelkind hätte, wäre das unglaublich verzogen. So richtig übel, wie es alle Einzelkind-Eltern, auf die ich jemals verächtlich herabblickte ob ihrer mangelnden pädagogischen Konsequenz, nicht schlimmer machen könnten. Ich wäre der Albtraum aller Eltern mit größeren Familien, bei denen die Kosten für jedes erschöpfte kleine „Na gut, aber nur als Ausnahme …“ direkt durch den Faktor drei oder vier durch die Decke gehen. Hach, was wäre das schön …

Wochenendvater

Wie schön, konnte ich dann direkt beobachten, als wir wirklich im Indoor-Spielplatz angekommen waren. Als gut organisierter Wochenendvater hatte ich natürlich stets eine Wickeltasche mit Vorräten dabei, und als Nummer 4 Hunger hatte, fütterte ich ihn mit selbstgemachten Möhren-Muffins (habe ich erwähnt dass ich einer von den guten Wochenendvätern war? :D). Minuten später krabbelte er durch die Gegend, ich hinterher, und als ich wieder zurück zum Tisch kam raunte mich ein Mitarbeiter des Etablissements an.

Mitarbeiter: „Ist das ihr Tisch?“

Ich: „Ja, ich bin gerade dem Baby hinterher …“

Er: „Das Mitbringen von Speisen und Getränken ist hier leider nicht erlaubt.“

Ich: „Auch nicht für ihn?“ (Ich zeigte auf Nummer 4, den ich auf dem Arm hatte) „Soll er Pommes essen?“

Für Babys war Mitbringen dann wohl doch erlaubt, aber ich konnte leicht beobachten, wie sich mehr als ein paar Gäste über dieses Verbot ärgerten. Einige gingen sogar wieder – hätte ich mehrere Kinder 😉 könnte ich das sogar verstehen, denn nur für Eintritt und ein bißchen Junk Food war ich am Ende 25 Euro los. Das ganze mal drei … puh, so viel wären mir ein paar überdachte Hüpfburgen dann doch nicht wert. 

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