Imitation …

… ist doch die direkte Vorstufe des Begreifens. Oder ?!?

Im Moment geht es hier ungefähr so zu:

Nummer 4chen grapscht in die Blumenerde und will eine Hand voll essen.

Ich sage: „Nein, Nummer 4, das ist ein Bah!

Nummer 4 sagt inbrünstig wie begeistert „Bah!“ und stopft sich die Erde in den Mund.

Nummer 4 krabbelt zur Steckdose und will einen Stecker ziehen.

Ich sage: „Nein, Nummer 4. Nein.

Nummer 4 sagt inbrünstig sowie kopfschüttelnd „Neinneinnein!“ und zieht den Stecker aus der Dose. 

Ich frage mich, wie er es fände, wenn er mal wieder schnalzt um zu zeigen, dass er etwas trinken möchte und ich dann auch einfach nur schnalzen würde … harhar. Es ist Halloween. Bad Mum is in town 😀

Entschlossenheit hat einen Namen …

… oder eine Nummer: Nämlich 3

Ihr Kommentar, als sie hörte, dass die liderlichen aggressiven Horrorclowns nicht mehr nur in Frankreich, sondern auch bei uns ihr Unwesen treiben:

„Was soll’s? Ich gehe einfach nicht mehr ohne meine Bratpfanne aus dem Haus.“

Ich denke darüber nach, es ihr gleichzutun. Wir haben so ein Pfannenset bestehend aus einer großen und einer kleinen …

Zwei Syndrome zugleich

Ihr habt sicher schon bemerkt, dass ich mich in der letzten Zeit mit dem mütterlichen Seelenleben und der Befreiung aus bestimmten inneren Programmen befasse.

Zum Thema Hausfrau und Mutter fiel mir neulich ein launischer Gedanke ein:

„Das hier ist der einzige Job, bei dem man gleichzeitig einen Burnout und einen Boreout erleiden kann.“

In diesem Sinne landet mal ein eigenes Quote hier, man möge mir gnädigst etwaigen Hochmut verzeihen 😉

Blogparade „#Momsrock“

Es tun immer mehr und ich tue es nun auch: Ich beteilige mich an der Blogparade #Momsrock.

Was habe ich also alles gut gemacht?

Ich habe sehr gut analysiert, warum ich etwas nicht so gut gemacht habe. Das hab ich prima geschafft. Ich hab‘ begriffen, dass wir Mütter als ganz junge Frauen einfach meist mit einem miesen Selbstwertgefühl in die Welt entlassen werden. Weil wir als Mädchen immer lernen, was wir alles an uns verbessern und wie wir noch nützlicher oder dienlicher sein können.

Nun werfe ich das um.

Weil ich den Mummy War (Danke für den Begriff, Käthe) satt habe. Weil es mich total nervt, dass ich meinen ehrenamtlichen-24-Stunden-Job mit so viel Kraft und Liebe mache und mein berufliches Appraisal dabei fast immer mies ausfällt. Nicht nur ohne die joblike Goodies wie Beförderungen oder vielleicht nach 12 Jahren endlich mal einem Assistenten, der den fisseligen Krempel übernimmt. Das wäre ja mal was. Es nervt, dass meine Jobbilanz immer ist:“Das und das könntest du auf jeden Fall noch besser machen.“

Schluss damit. Was mache ich also gut?

Ich habe natürlich diese Anzahl an Kindern. Das allein ist schon eine Menge – klar. Das alleine ist aber gleichzeitig nicht das, was ich belobigen möchte. Ich pflege auch unsere über-200qm-Behausung, in die alle alles hineinzuwerfen scheinen, richtig gut und schaffe dadurch eine Atmosphäre, in der man sich wohlfühlt. Ich bin immer bereit, an mir zu arbeiten und gehe auf Kritik oder kindliche Anregungen ein. Ich beantworte meinen Kindern jede ihrer Fragen. Wirklich jede. Ich lüge sie niemals an. Niemals. Da habe ich einen Kodex. Kein „Oh, ich weiß nicht, wo dieses nervige, laute Spielzeug ist – das haben wir wohl verloren“ – wenn ich genau weiß, dass ich es weggeschmissen habe. Meine Kinder sind dementsprechend respektvoll behandelt worden und wertschätzen nun auch ihre Mitmenschen. Sie bieten älteren Damen und Herren den Platz im Bus an, sagen Bitte und Danke sowie auch Guten Tag.

Ich habe (und das soll nur ein einziges Beispiel sein) unser „trauriges Knöpfen“ Nummer 2 dabei begleitet, ein selbstbewusstes und schlagfertiges Mädchen zu werden. Habe durchgeboxt, dass sie eine Klasse überspringt und das gegen einige recht basisuninformierte Lehrer. Unsere Vier sind grundverschieden und ich betrachte sie äußerst individuell obwohl sie zusammen eine ganz heftige Horde sein können. Ich kenne ihre seelischen Thematiken und gehe auf sie ein, ich beziehe sie in mein Leben ein und sie bekommen sowohl Respekt als auch Anleitung.

Und sie bekommen zu Karneval jedes Mal ein Kostüm von mir genäht, das sie sich wünschen. Mit allem Schnickschnack und gern auch nach einem krakeligen Entwurf von ihnen selbst gestaltet. Sie lernen von mir Nähen und Häkeln und Sebstverteidigung und Psychoanalsyse. Sie wissen von mir, wer Charles Darwin, Sigmund Freud, Niccolò Machiavelli, Alf, Karl der Große, E.T., Michael Ende, Stephen Hawking, Marie Curie, die Heilige Katharina und die Heilige Teresa von Avila, Jeanne D’Arc, Simone de Beauvoir und Mary Shelley sind oder waren.

Manchmal könnte ich sie an die Wand klatschen, aber ich kann kurz darauf schon wieder sortieren, warum etwas schief gelaufen ist. Und sie selber sagen über mich:

„Du bist nicht nur schön, lustig und klug, was wir echt toll finden und so. Sondern du schimpfst immer nur mit dem, der es verdient hat. Zu den anderen bist du im gleichen Atemzug nett. Das ist genau das, was Gerechtigkeit ausdrückt. Das wollen wir später auch so machen.“

Und davon ist mir der letzte Satz der wichtige. Ich hatte von Kindheit an nur einen Satz im Kopf.„Ich darf nur ja nicht wie Mama werden. Alle Kraft wird eingesetzt um nicht so zu werden.“ Und daher ist dieser Satz der Ausdruck dessen, was ich gut gemacht habe. (An späterer Stelle werde ich in unserem Blog sicher mal erklären, warum meine Mutter für mich das Antivorbild war.)

Ich habe einige Freundinnen, die Mütter sind. Und auch für jede Einzelne von ihnen könnte ich so einen Post schreiben. Fühlt Euch gedrückt – ich denke gerade an jede von Euch! Wenn Ihr nicht immer auf dem Schirm haben solltet, womit ihr rockt – ich habe es!

Und nun Ihr, liebe MitBloggerInnen! Es wäre klasse, wenn Ihr auch an der bis zum 31.12.2014 laufenden Blogparade beteiligen würdet. Auf in die Schwarmempathie. Spendet Euch Lob und seid gut zu Euch! Immerhin sind wir Mitarbeiterinnen, Chefinnen und Mediatorinnen in einem – da werden wir ja wohl eine Beurteilung schreiben können …

Natürlich gilt der Aufruf auch für die gefühlten drei Hausmänner in Deutschland im exakt gleichen Maße.

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❤ Ihr rockt, moms! Wir rocken! ❤

Survive the Erbsen-und-Möhren-Dose!

Meine Freundin erzählte mir vor einigen Monaten, warum sie mit ihrer Schwester für ein Wochenende nach Berlin gereist war:

„Es war ein Punkt in meinem Leben, an dem ich entschied, dass etwas passieren muss. Ich war seit langen Jahren darauf konzentriert, Mutter zu sein und meinen Bürojob nebenher zu machen. Es war ein Mittag vor einigen Monaten und ich wollte Nudelsalat machen. Ich saß da in der Küche, den Dosenöffner in der Hand und die Augen auf die Dose mit Erbsen und Möhren gerichtet. Und ich dachte Oh mein Gott, ich habe so überhaupt keine Lust und keine Kraft und keinen Willen, die beschissene Dose jetzt aufzumachen. Ich will einfach nicht, ich kann nicht.“

Ich weiß noch, wie ich sie ansah. Und dann sagte sie:

„Ja. Und das war dann der Moment, als ich mir einen Arzttermin gemacht habe. Und wenig später – dazu brauchte ich keine Diagnose – habe ich beschlossen, mit Nina regelmäßig mal abzuhauen.“

Ich hatte diese Sätze im Ohr, als ich die Paris-Reise plante und ich hatte sie auch in Paris im Kopf, als ich ein Glas Rotwein bestellte und besonders, als ich ein gutes Essen genoss.

Das kann einem nur als Eltern passieren. Es fehlt die Kraft, die Bonduelle-Dose zu enthaupten. Erst da horcht man in sich hinein und merkt „Hey, ich spüre mich seit Jahren immer weniger.“

Und wie kann das so kommen? Vielleicht, weil man weder beim Telefonieren noch auf der Toilette seine Ruhe hat? Ich habe mich vor vielen Jahren – als Nummer 1 und 2 klein waren – auf dem Klo eingeschlossen, um ein Telefonat Zu Ende führen zu können. Während sie gegen die Tür hämmerten und traten. Und das taten sie auch, wenn ich kein Telefon mit ins Klo nahm …

Ich habe das Telefonieren mit der zeit aufgegeben und ich hasse es inzwischen. Und es ist auch nur ein Beispiel von vielen.

Ich musste über das Thema „Die Toilette und ich – ein gestörtes Verhältnis“ schon oft bitter lachen. Bis ich in der Krabbelgruppe ein Plakat sah, bei dem ich lieber ausgeflippt wäre. Es lautete:„Auch Du bist ein Mensch. Auch Du hast das Recht zur Toilette zu gehen. Denk‘ an Dich!“ Ich konnte es nicht fassen. Stelle man sich das mal an der Wand in einem Büro vor. In der Chefetage am liebsten. Oder sonst wo. Es kann wirklich nur in einer Krabbelgruppe hängen …

Aber zurück von der Toilettenthematik und den Menschenrechten zu meinem Punkt:

Liebe Mit-Mütter,

lasst Euch bitte, bitte auch immer wieder zu einem Wochenende mit Euren Ninas hinreißen! Tut Euch etwas Gutes ohne schlechtes Gewissen. Ihr arbeitet rund um die Uhr für lau – Ihr werdet bezahlt mit Liebe. Und ich liebe die Liebe. Ich bin eine große Verfechterin der Liebe. Aber diese wunderbare Kraft reicht nicht aus, um nicht irgendwann doch vor der unbezwingbaren Erbsendose zu sitzen. Irgendwann tun wir das nämlich alle.

Daher besser früher als später mal kurz abtauchen in die Welten der Kinderlosigkeit und tief durchatmen. Ich wünsche Euch allen Gute Erholung und wundervolles Krafttanken!