Radioactive Mum is back – and her back too …

Ich habe den Vormittag an dem ich radioaktiv verstrahlt wurde, ganz gut herum bekommen. Den Kopf in diesem engen Donut des MRT zu haben, eine Metallplatte bis an die Nasenspitze gedrückt – das war weniger nett. Ich bin zwar nicht klaustrophobisch veranlagt, aber in diesem Moment wollte ich mir das noch mal überlegen.

Nach fünf Minuten wusste der etwas fahrig und gestresst aber sympathisch wirkende Arzt (Merkmale: Hektischer Redefluss, zittrige Hände, falsch herum angebrachtes Namensschild), was ich habe. Danach ging es nach Hause und dort sollten Nummer 1 und Nummer 2 ihr Brüderchen „übernehmen“. Wir hatten das bereits seit einer Woche erklärt und so waren sie theoretisch vorbereitet. Denn ich durfte den Kleinen nicht lange bei mir haben. Nicht tragen und nicht knuddeln bis zum Abend. Denn das radioaktive Zeugs musste ja erst mal zerfallen. Die beiden stritten sich daraufhin den halben Nachmittag darüber, wer etwas tun sollte und wer bereits meinte, genug getan zu haben … Sehr hilfreich.

Tragen konnte ich ihn eh nicht, denn ich hatte einen sich steigernden Rückenschmerz. Dieser wurde durch die Streitereien der beiden Großen wirklich viel angenehmer. Und eben dieser brachte mich heute zum nächsten Arzt. Ich musste im Liegen warten, so heftig war das inzwischen geworden. Mein Mann versuchte zu klären, wer hier wegen der Rückenschmerzen im Haushalt helfen könnte. Er hatte sich eingeredet, dass der Vater und Ehemann per Krankschreibung zu Hause bleiben dürfe. Das hat er getan, weil er einen unbürokratischen Gerechtigkeitssinn zu haben scheint.

Die Dame von der Krankenkasse teilte jedoch mit, das dies so nicht ginge. Er könnte zu Hause bleiben bei anteiligem Lohnausgleich. Irgendwas zwischen 70 und 80 Prozent. Oder es müsse eine Haushaltshilfe her. Aber einfach da bleiben und sich um das Baby kümmern – das ginge nicht. Man setzt anscheinend bei solchen Regelungen auf die Omas und Tanten, die wir so nicht oder nicht in der Nähe haben. Alles Andere wird schön kompliziert gemacht. Mit Anträgen, Faxgeräten und Telefonaten. Hoffen, dass Anträgen stattgegeben wird und warten und währenddessen vermutlich gesund werden…

Nun schrieb mir der Arzt auf, dass ich für 14 Tage eine unterstützende Haushaltshilfe bekomme, weil ich mich kaum rühren kann. Vier Stunden am Tag. In den anderen Stunden werde ich versuchen, keine Schmerzen zu haben…

Dazu muss ich mich dann morgen bei einer Sozialstation melden. Und eigentlich wollte und sollte mein Mann den betreffenden Antrag auch zur Krankenkasse schicken. Aber dazu kam er nicht – denn er hat heute Urlaub. Ja, er musste schließlich Urlaub nehmen, um mich zum Arzt zu bringen, wegen der langen Wartezeit Nummer 3 von der Schule in die Praxis zu holen und zu kochen. Spontaner Urlaub ist aber nicht so einfach, denn heute Abend muss er arbeiten, weil er eben keine Stelle hat, bei der man einfach mal einen Tag fehlen kann.

Ich wette, er hat seinen Urlaubstag heute sehr genossen.

Schon spannend, dass Mütter nicht krank werden sollten, oder? Dieses ganz Bohai schreckt ja ganz schön ab. Ich hoffe, diese Wirkung hat es zukünftig auch auf Viren, assymmetrisch verspannte Rückenmuskeln und (vermutlich durch Stress) wie verrückt arbeitende Schilddrüsen …

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3 Gedanken zu “Radioactive Mum is back – and her back too …

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