„Du siehst eher aus wie die da!“

Ein Junge im Schulbus zieht Nummer 2 gern damit auf, dass sie aussieht wie Anke Engelke. Was natürlich Quatsch ist. Weil die Mädels sich gerade beim Spülmaschine einräumen (2 Teller und die 18 Gläser halt, die sie so am Tag verwenden …) ziemlich aufführten, rächte meine Frau sich:

„Sei Du mal schön ruhig, Nummer 2, Du siehst ja eh aus wie Anke Engelke!“

Ihrer Konditionierung entsprechend regte sie sich brav auf. Das rief ihre kleine Schwester auf den Plan – sie zeigte erbost auf den Fernseher.

„Die sieht gar nicht aus wie Anke Engelke, die sieht eher aus wie die da!“

Meine Frau und ich lachten schallend los. Nummer 3 regte sich auf. Was sie nicht wusste: Die Frau im Fernsehen, auf die sie gerade gezeigt hatte, war Anke Engelke. 

„Ei machen“

Wir verwenden jetzt nicht wirklich besonders viel Babysprache. Aber dann und wann gibt es halt doch einen Begriff, den wir gerne verwenden. Dazu gehört zum Beispiel „Ei machen“. „Ei machen“ ist ein Konzept, das wir Nummer 4 gerade nahezubringen zu versuchen. Und das geht so:

Nummer 4 liegt neben mir im Bett. Er streckt die Arme aus, und es sieht so aus, als ob er mich umarmen will. Sobald er in Reichweite meines Gesichts kommt, krallt er sich mit aller Kraft darin fest (abhängig davon, was er gerade zu greifen kriegt, kann das Nase, Wangen, Kinn oder Augen betreffen). Wir sagen dann mit all unserer Überzeugungskraft:

„Nummer 4, Ei machen!“

Wenn ich Glück habe lässt er kurz darauf los. Ich nutze die Gelegenheit meine Visage ein wenig in Sicherheit zu bringen und Nummer 4 holt begeistert aus. Er hat nämlich schon verstanden, was Ei machen bedeutet. 

Mit einem lauten Klatschen haut er mir dann seine kleine Hand ins Gesicht. In dem Moment, in dem er sich nicht darin fest krallt, applaudieren wir laut und sagen:

„Toll Nummer 4, Du hast ja Ei gemacht!“

Die Grenzen zwischen „Ei machen“ und Boxen sind halt fließend …

Igelfutter

Igelfutter

Vor dem Urlaub haben wir die Katzenfutterstation in den Garten verlegt. Wir wollten unseren Nachbarn die Mühe ersparen, die Katzen nach dem Füttern wieder rauswerfen zu müssen. Am letzten Abend vor der Abreise ging ich nachts in den Garten, um das Tor zu schließen. Es war irgendwie verdammt dunkel, deshalb schaltete ich meine Generation Smartphone-Taschenlampe an (den LED-Blitz meines iPhones). Mitten auf dem Rasen lag ein runder brauner Ball. 

Ich rief schnell meine Frau, und wir beobachteten zusammen, wie der Ball zum Katzenfutter lief und zu fressen begann. Die beiden Katzen bebachteten ihn dabei konsterniert. 

Meine Frau (die Igel mehr liebt als Katzen): „Ja, da guckt ihr, was? Seid froh, dass ihr überhaupt noch was von unserem Igelfutter abbekommt!“

Das soll eine Überraschung sein!

Vor kurzem habe ich auf meiner Facebook-Seite ein neues Profilbild eingestellt. Darauf ist neben mir auch Nummer 4 zu sehen. Ein ehemaliger Kollege kommentierte das Bild: 

„Der ist aber ganz schön proper!“

Das kam auch Nummer 3 zu Ohren, die sich maßlos darüber ärgerte. Sie kann es nicht leiden, wenn man ihren kleinen Bruder kritisiert (auch wenn ich ihr gesagt habe, dass das spaßig gemeint war). Schließlich meinte sie:

„Dem haue ich das Ohr blutig!“

Meine Frau (schmunzelnd): „Das kann ich ihm ja so antworten.“

Nummer 3: „Nein! Das soll eine Überraschung sein!“

Nicht jede Überraschung ist eben eine gute Überraschung … 

Essig und Entenkacke

Essig und Entenkacke

Süß, oder? Was Uneingeweihte nicht wissen: Dieses waschmittelwerbungstaugliche Mädchen trägt ein Kleid, das über und über mit behelfsmäßig entfernter Entenkacke übersät ist.

Wie es dazu kam?

Gestern waren wir mit der ganzen Familie zum 80. Geburtstag meiner Tante eingeladen. Dabei gab es – statt dem üblichen Familienessen – eine Busfahrt in die Vulkaneifel sowie eine Fahrt mit einer historischen Eisenbahn durchs Brohltal. (Sehr empfehlenswert, übrigens)

Zwischendurch aßen wir in einem Hotel am Rhein zu Mittag. Und weil die Kinder bis dahin etwas zu wenig Bewegung bekommen hatten, spazierten sie raus und ans Wasser. Der Rhein stand recht hoch, weshalb sehr viele Enten direkt in Laufweite zu finden waren … und das Unheil nahm seinen Lauf.

Meine Frau und ich saßen nichtsahnend mit Nummer 4 im Restaurant, als plötzlich Bewegungen in der Tür zu bemerken waren. Einige Kinder (die meisten davon unsere) liefen geschäftig hin und her, meldeten sich aber noch nicht bei uns. Wir schauten misstrauisch zur Tür – aber so lange niemand heult, muss man sich ja nicht aufdrängen …

Einige Minuten später kam Nummer 2 an den Tisch.

„Nummer 3 hat sich in Entenkacke gesetzt. Das ganze Kleid ist voll. Aber Nummer 1 wäscht das gerade raus.“
Wir: „Wie jetzt – Entenkacke?“
Nummer 2: „Ja, da waren drei riesige Haufen, und sie hat sich in alle drei reingesetzt.“

Wie setzt man sich in drei Haufen Entenkacke gleichzeitig? Ich wandte mich übereifrig dem Baby zu. Nummer 4 wollte bestimmt noch was essen oder trinken oder so. So landete das Entenkackeproblem bei meiner Frau. Während sie zusammen mit Nummer 2 aus dem Restaurant spazierte, erzählte diese:

„Das war wirklich ein riesiger Berg Entenkacke, Mama. Aber der Leo meinte, das man Entenkacke gut mit Essig rausbekommt.“

Leo ist übrigens der jüngere Sohn meines Cousins. Während ich den beiden nachblickte fragte ich mich: Woher weiß der Junge das? Vielleicht sind wir ja doch nicht die einzigen mit einem Entenkackeproblem …

Sie nehmen wie sie sind

Am Freitag waren wir im Kernies – unserem Lieblingsfreizeitpark. Wir mögen die Tatsache, dass es keine übermäßigen Wartezeiten gibt, dass es für jede Altersgruppe was zu fahren gibt, die Gratispommes und das Eis … und die Schiffsschaukel. 🙂

Einmal im Jahr fahren wir deshalb dahin, das ist so eine Art Familientradition. Deshalb waren meine Frau und ich auch leicht distinguiert, als Nummer 2 sich praktisch direkt nach dem Betreten des Parks absetzte und auf Solotour ging. Sie ist halt sehr selbstständig, traut sich auf so ziemlich jedes Karussell – und konzentriert sich schon mal ganz gerne auf sich selbst.

Sie war also erst einmal weg, und da wir lieber den Besuch genießen als sie suchen wollten, nahmen wir das erst einmal hin. Ungefähr zwei Stunden später saßen wir bei unserer ersten Portion Pommes und blickten uns an.

„Langsam könnte Nummer 2 auch mal wieder auftauchen, oder?“ meinte ich.
„Ach, vielleicht müssen wir nur lernen, die Kinder mehr so zu nehmen wie sie sind. Nummer 2 ist halt einfach so …“
„Ja, vielleicht sollten wir lernen etwas weniger neurotisch zu sein. Nummer 1 ist halt zum Beispiel etwas gefräßig und verpeilt, und Nummer 3 …“
Sie unterbrach mich. „Wo ist eigentlich Nummer 1?“
„Ach, die hat sich noch eine Schale Pommes geholt und findet uns jetzt nicht.“

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, und so.

Nummer 2 hatte sich übrigens eine Freundin angelacht, mit der sie sich durch den Park trieb. Das Mädchen war mit seinen Großeltern da, de facto aber quasi den ganzen Tag allein unterwegs. Entsprechend kontaktfreudig war sie, und so waren die beiden erst einmal nicht voneinander zu trennen. Aber bei unserer traditionellen Wasserbahnfahrt am Ende schwang sie sich dann doch trotz erheblichen Drucks aus der Peer Group in unser Familienboot. Vielleicht muss man ihnen manchmal auch nur Zeit geben.

Wasserbahn