Die große Zauberin

Nummer 3 übt Zaubertricks.

„Seht her, in diesen Ärmel stecke ich eine gelbe Münze …“

Es folgt eine komplizierte Geste.

„Und in diesen Ärmel – stecke ich eine rote Münze …“

Kurze Pause.

„Und jetzt sehen Sie bitte einmal kurz weg.

Das nenne ich einen universellen Zaubertrick. 

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Lebenszeichen …

So, die letzten Wochen waren extrem turbulent und ich bin wirklich quasi gar nicht zum Bloggen gekommen. Auf der Arbeit war ich permanent in Meetings oder auf Geschäftsreise, zu Hause war ich dann mit müde sein und meinen diversen väterlichen Pflichten (IT-Support, Reparaturen, Garten halbwegs in Schuss halten sowie was sonst noch so anfällt) vollkommen ausgelastet.

Die letzte Woche waren wir dann in Frankreich bei den Sch’tis:

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Da gab es neben einigen kulturellen Ausflügen (Azincourt) …

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… auch die ersten Stranderfahrungen für Nummer 4:

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Das war nett, nur leider hatten wir derweil einen bösen Wasserschaden in der Heimat, der uns nun nach der Rückkehr den Spaß ein wenig vergällt. Von daher kann ich auch nach diesem kurzen Lebenszeichen keine Versprechungen machen, wie präsent ich hier in den nächsten Tagen sein werde 😦

Rheuma und Kloppe

Die Kinder kommen gerade nach Hause und verschwinden direkt nach oben. Meine Frau und ich sitzen mit Nummer 3 und 4 am Esstisch, während ich ihn mit Brei füttere.

„Die spielen nur auf ihren Handys …“ meckert Nummer 3.
Ich blicke vom Breilöffel auf. „War ja klar, dass es für so viel Ruhe keine andere Erklärung gibt. Die daddeln ja irgendwie nur noch.“
Darauf Nummer 3: „Was habt Ihr denn früher so gespielt?“

Meine Frau und ich blicken uns an. Ich grinse.

„Wir hatten ja nichts …“ seufze ich im besten Bollerwagen-Tonfall.
„Fangen, Verstecken, Räuber und Gendarm …“ zählt meine Frau auf. Kurze Pause von Nummer 3. Dann fragt sie:
„Wie geht das denn – Rheuma und Jeanne D’Arc?“

(Man muss anmerken, dass das natürlich nur als Verhörer funktioniert und in geschrieben eher unwahrscheinlich aussieht)

„Rheuma und Jeanne D’Arc haben wir nicht gespielt – das wurde höchstens früher von ein paar sehr alten Rittern gespielt …“ kommentiere ich.

Nummer 3 besteht übrigens darauf, dass sie nicht Rheuma gesagt hat.
Es ging noch weiter. Plötzlich fiel mir ein:

Kloppe!“
Verständnisloser Blick von meiner Frau. „Kloppe?“
„Ja, wir haben auch Kloppe gespielt.“
Nummer 3 schaut interessiert. „Wie geht das denn?“
„Na, man bildet zwei Teams, und dann jagt und versteckt man sich. Und wenn man sich findet, verkloppt man sich gegenseitig.“

Ja, die gute alte Zeit … damals hat man noch sinnvolle Dinge gespielt.

Schwule Eltern, glückliche Kinder

So, ich muss jetzt mal was tun, mit dem ich mich (vermutlich) als Hardcore-Konservativer oute. Ich muss eine „schwule“ Nachrichtenseite kritisieren.

Auf „Männer“ heißt es nämlich plakativ:

LGBTI-KINDER SIND GLÜCKLICHER

„Glückliche“ Kinder sind natürlich in Eltern-Debatten immer ein ziemliches Totschlagargument. Wer würde denn heutzutage noch sagen: „Ist mir nicht so wichtig, dass meine Kinder glücklich sind, Hauptsache sie sind … (hier bitte irgendeinen anderen Wert einsetzen)“? 

Vermutlich nicht viele Eltern. Insgesamt fühlt man sich nämlich (zu recht) tierisch verantwortlich dafür, dass der Nachwuchs glücklich aufwächst. Von daher ist die Headline natürlich harter Tobak. Welche Handlungsoptionen bleiben uns Heten-Eltern dann denn noch? In unserem Fall: Wir lassen uns scheiden und gründen zwei neue, glückliche Homo-Familien. Genug Kinder haben wir ja zum Glück 😀

Im Ernst: Ihr wisst, ich bin selbst Irgendwas mit Medien, und habe schon so einiges zusammengetextet (bitte die Subhead im Link beachten), von daher weiß ich um den Wert einer schlagkräftigen Headline. Und genau wie Tyrion Lannister habe ich ein weiches Herz für die Ausgestoßenen der Gesellschaft.

Ich habe den Eindruck, dass unsere Kinder zu den wenigen an der Schule gehören, die regelmäßig darüber informiert werden dass „schwul“ kein Schimpfwort ist.  

Trotzdem frisst mich dieser Artikel an (soll er ja auch). Dabei gehöre ich gar nicht zu den Gegnern der Homo-Elternschaft – es gibt weiß Gott so viele besch…eidene Hetero-Familien, dass man die Eignung zum Elternteil sicher nicht an der sexuellen Orientierung festmachen kann. 

Warum ich mich trotzdem ärgere? Im fraglichen Artikel heißt es:

Eine gerade erschienene Studie der Universität Melbourne kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern im Durchschnitt emotional etwas gesünder sind als Kinder aus traditionellen Familien.

Ich kann mir durchaus Gründe dafür vorstellen, warum das so sein könnte. Kinder von gleichgeschlechtlichen Eltern sind logischerweise quasi immer Wunschkinder (Unfälle gibt es ja nicht), meistens sind es auch eher weniger Kinder, weil alles etwas komplizierter ist mit dem Kinderkriegen. Auch das Argument, dass … 

auf den Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern „weniger Druck herrsche, die traditionellen Geschlechterrollen zu erfüllen“

… leuchtet ja noch irgendwie ein. Trotzdem finde ich es unangemessen, das ganze in einer so irgendwie hämischen Headline zu kulminieren. Ja, ich weiß dass Ihr darunter leidet dass Rechtskonservative Euch vorwerfen dass Eure Familien unnatürlich sind und so. Aber sich mit solchen Formulierungen auch gegen die moderaten, stinknormalen Heterofamilien zu positionieren halte ich für suboptimal.

Abgesehen davon ist der einzige Punkt, der diese Aussage vage untermauert, folgender:

In der Kategorie „Familiäre Bindung“ schnitten Kinder aus gleichgeschlechtlichen Beziehungen allerdings rund sechs Prozent besser ab als ihre Vergleichsgruppe.

In Wirklichkeit gibt es nämlich (wie andere Medien auch formulieren) keine signifikanten Unterschiede. Das ist doch eine gute Nachricht, warum dann dieser despektierliche Tonfall? Nicht jede „normale“ Familie ist ein Feind von LGBTI-Familien …

Teure Zeugnisse

Gestern und heute gab es Zeugnisse. Und weil die bei Nummer 1, 2 und 3 soweit ganz gut ausfielen, erreichte mich heute folgende Nachricht von meiner Frau:

„Die stehen jetzt vor mir und Piepsen im Chor: Belohnung!

Okay, damit hatte ich gerechnet. Gestern abend hatte ich mir was Schlaues ausgedacht – also antwortete ich:

„Okay, es gibt 50 Euro abzüglich 1 Euro pro Notenpunkt.“

Ich kam mir gleichzeitig schlau und großzügig vor. Nicht schlecht. Für die geschätzten 20-30 Euro (40-60 Mark!) hätte ich mir anno dazumal einige Yps-Hefte oder Teichfutterfletschen kaufen können. 

Offensichtlich teilte man zuhause die Einschätzung zu meiner eigenen Großartigkeit nicht. Die Antwort:

„Häh? Die haben ne 4 in Mathe.“

„Na ja, für eine 2 werden 2 Euro abgezogen, für eine 4 eben 4 Euro …“

„Also 50 minus die Summe aller Noten?“

Okay, das war jetzt etwas einfacher als meine Erklärung. Egal, verstanden, jetzt war ja alles gut. 

Von wegen:

„Die sagen sie wollen für eine 1 nix abgezogen kriegen. Die sagen das ist ungerecht und demotivierend.

„Aber für eine 1 wird doch am wenigsten abgezogen …“

„Die sagen trotzdem dass das doof ist. Sie können ja keine 0 schreiben.

„Ich will ja auch gar nicht dass die alle 50 Euro bekommen. Das ist schon so ausbalanciert …“

„Sie finden aber, für eine 1 ist ein Abzug doof.“

Ich zögerte. Mein System war gerissen und ausgewogen – das war zumindest meine Meinung. Durfte ich jetzt für eine 1 eine Ausnahme machen? Aber gut, die 1 ist ja die Königin der Noten … außerdem hatten sie nicht allzu viele davon. Also würde es mich günstig kommen hier nachzugeben (Gell, Niccolo?). 

Also antwortete ich:

„Okay, dann gibt es für eine 1 eben keinen Abzug.“

„Prima, dann teile ich die Kohle aus und wir ziehen los!“

Und bämm! war ich 75 Euro ärmer. Plus ein paar mehr für die Einsen. 😉