Vollzeit-Vater entschuldigt sich bei allen Müttern

Heute machte die Entschuldigung eines Vollzeit-Vaters die Runde, der sich das alles ein wenig einfacher vorgestellt hatte. Ich bin ja jetzt zum Thema Vollzeit-Vater ein Unbeteiligter – aber das der Job als Primär-Elternteil für drei Kinder nicht gerade ein Urlaub ist, war mir jetzt schon klar.

Mein Cousin, der Soldat ist und in Afghanistan war, sagt zu diesem Thema:

„Ehe ich den Laden hier schmeiße, gehe ich lieber wieder dahin zurück.“

(Sie haben vier Kinder – drei unter drei und eins über zehn)

Neben der Tatsache, dass der gute Herr also vermutlich hemmungslos naiv war (Kommentar meiner Frau: „Oder ein blöder Macho!“), illustriert er sich auch noch als pädagogischer Totalausfall:

09.00 Uhr: Ich bekomme eine Bestellung von der Dreijährigen (sie denken, ich wäre Kellner in ihrem Lieblingsrestaurant „Daddys Café“), sie will Hähnchen-Nuggets und Saft. Als ich ihr sage, dass es noch zu früh für Hähnchen ist, bekommt sie unverzüglich einen fünfminütigen Wutanfall bis … Trommelwirbel bitte: sie Hähnchen-Nuggets und Saft bekommt. Sie gibt mir kein Trinkgeld.

Ist ja ganz lustig formuliert und so, und ich lese auch eine gewisse Ironie aus diesem Text – aber wenn unsere Kinder (auch als Dreijährige) wegen so was einen fünfminutigen Wutanfall bekommen hätten, hätten sie garantiert etwas anderes bekommen als Hähnchen-Nuggets und Saft. Zum Beispiel eine Lektion in sozialverträglichem Verhalten.

Komischerweise haben sie solche Anfälle nie bekommen …

Ich möchte daher nochmal kurz jemanden zitieren, der sich damit auskennt (meine Frau):

„Ich drücke jedem mein Beileid aus, der alles tut, was seine Kinder wollen. Wenn er davon drei hat oder mehr – dann erst Recht. Wer nicht früh ‚Nein‘ sagen kann, der wird lange Jahre zähneknirschend ‚Ja‘ sagen.“

2 Gedanken zu “Vollzeit-Vater entschuldigt sich bei allen Müttern

  1. Ich habe heute ein Photo für dich!!!!!!!!!!!
    Übrigens, ich glaube, dass dies ein völlig unbeachteter Faktor für die demographisch Entwicklung ist: Wenn man mitten in der Nacht willens ist, Chicen nuggets wegen eines 5 minütigen Wutanfalls zuzubereiten, dann überschlägt man das auf drei, vier oder mehr Kinder und entscheidet sich für… EINS. Und steht dann vor Eltern mit vier Kindern und ist völlig fassungslos, wie „DAS zu schaffen ist“. („Boah… vier mal Nachts aufstehen und Chicen Nuggets servieren… Ganz schön anstrengend. RESPEKT!!!!)

    Ja-ha. So läuft’s in der Großfamilie!!! (hier: 6 Jahre, 4Jahre, 2 Jahre, 1Jahr)

    heitere Grüße!

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    • Danke für Deinen Kommentar! 🙂 Du hast völlig recht, wenn man sich mit einem Kind schon völlig verrückt macht wie man nächtliche Chicken Nuggets, Ballett-, Geigen- und Chinesischunterricht sowie Dressurreiten und Wutanfälle unter einen Hut bekommt, dann … ja dann bleibt es wohl bei einem. Eltern sind heutzutage so sehr darauf gedrillt, ihren Kindern alles zu erlauben und zu ermöglichen, da tun ein paar natürliche Grenzen der Aufopferung („Ich kann nicht an vier Orten gleichzeitig sein!“) eigentlich ganz gut 🙂

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