Freizeit macht bekloppt

Eltern sein ist manchmal ein bißchen wie eine Geisteskrankheit. Das habe ich gestern mal wieder gemerkt. Es war ja schließlich Feiertag. Und Feiertag heißt ja schließlich: Schnell überlegen was man alles noch erledigen muss. 

Diesmal wollte ich es ja anders machen und hatte direkt beschlossen dass ich den Garten ignorieren würde. Ich war ja schlau und hatte ehrlich nur einen Punkt auf der Agenda stehen: Morgens direkt nach dem Frühstück trainieren gehen. Um halb elf saß ich im Auto vor dem Fitnessstudio und es ging einfach nicht. Mein ganzer Körper fühlte sich an wie eingeschlafene Füße und ich ließ mich von meinem inneren Schweinehund mit dem Argument überzeugen, dass ich mich hinterher ja auch nicht gut fühle, wenn ich vor lauter Erschöpfung kaum was an Gewichten bewegt kriege. 

Also ließ ich den Motor wieder an und fuhr nach Hause. Und dann ging es los. 

Wie erwähnt: Fester Vorsatz war ja NIX zu machen. Außer trainieren eben. Ich blickte mich um, die Kinder hatten sich im Wohnzimmer eingenistet. Nummer 4 saß auf der großen Couch in der Mencave. Und ich? Hatte plötzlich Zeit.

In diesem Moment fiel mir auf, dass ich echt einen an der Waffel habe. Ich wurde hibbelig, kriegte schlechte Laune und wollte Rasenmähen gehen. Oder doch noch trainieren. Oder mal schnell in die E-Mails schauen. Ich lenkte mich kurzfristig durch einen gewissen Einsatz beim Kochen ab, was meine Nerven etwas beruhigte. 

Die einzige Alternative, die mir schließlich einfiel, war mir Buddy haut den Lukas bei Amazon Instant Video reinzutun. Nummer 1 war schwer begeistert und wollte hinterher direkt noch Mein Name ist Nobody gucken. Davon bekam ich Lust, mal wieder Red Dead Redemption zu spielen und der Tag war rum. Grandios, ne?

Um kurz vor Sechs musste ich nochmal mit mir ringen, um nicht doch noch trainieren zu gehen. Während unserer familiären Retro-Orgie haben wir uns nämlich noch ne Tüte Zettis reingepfiffen und auch unsere Keks-Tardis leergefuttert. Ich war also komplett lethargisch, aber mit Keksen gefüllt. 

Das half dann am Ende auch dabei, doch nicht trainieren zu gehen. 

Warum ich das alles erzähle? Weniger weil ich den tatsächlichen Inhalt meines Tages für mitteilenswert halte als vielmehr wegen dem halben Nervenzusammenbruch, den ich wegen ein paar Stunden Freizeit bekomme. 

Man kriegt echt ne Meise von dieser Rush-Hour des Lebens.

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