Kinder helfen im Haushalt – Teil 2

Ihr habt ja vielleicht schon mitbekommen, dass uns das Thema „Welchen Beitrag sollen Kinder im Haushalt leisten“ immer wieder mal beschäftigt. Der Hauptgrund dafür: Blockierende Kinder, die wieder mal behaupten dass nur sie und ein paar arme Kellerkinder überhaupt irgendetwas machen müssen. Und das natürlich zum Anlass nehmen, ihren Kram bei uns nur äußerst halbherzig bis gar nicht zu erledigen.

Letztens schnappte sich meine Frau eines dieser Kinder, die angeblich nie was machen müssen (eine Schulfreundin der Mädels war zu Besuch):

„Sag mal, Emma, lässt Du zuhause auch immer die Zahnbürste mit Zahnpaste verklebt im Waschbecken liegen?“

(Sie hatte direkt zuvor eine ernüchternde Begegnung mit dem Kinderwaschraum)

Emma (grinsend): „Jaaaaa …“

Meine Frau: „Und das macht dann Deine Mutter weg?“

„Jaaaa …“ (grinst weiter)

„Die wuselt Euch also den ganzen Tag hinterher und macht alles weg?“

Kopfschütteln. „Nein. Das macht sie abends. Wenn sie von der Arbeit gekommen ist.

Meine Frau (leicht geschockt): „Also sie macht das von euch allen abends sauber, was ihr den ganzen Tag rumschmeißt?“

Antwort: „Ja –“ (breites Grinsen) „die muss das wegmachen.“

Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese anderen Eltern unsere experimentelle Retro-Pädagogik sabotieren …

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5 Gedanken zu “Kinder helfen im Haushalt – Teil 2

  1. Dieser Artikel kommt gerade zur rechten Zeit :-). Ich habe vor einer Woche angefangen meiner 3 3/4jährigen zwei Aufgaben zu übergeben: Tisch decken (also Teller und Besteck) und einmal am Tag unter dem Tisch raus kehren (die meisten Krümel sind eh von ihr und nach dem Kehren sind zumindest nur noch die Hälfte davon zu sehen 🙂 ) Manchmal macht sie es relativ gerne, andere Male sträubt sie sich schwer…aber nach dem Artikel ist das konsequent bleiben leicht gemacht 🙂

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    • Das finde ich gut! Wir sind doch nicht allein 🙂 Im Ernst, es sollte selbstverständlich sein, dass Kinder altersgerecht mit anpacken – aber das wird einem nicht leicht gemacht … Viel Erfolg!

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  2. Standard Satz meiner 3,5 Jahre alten Tochter nachdem ich ihr einen Auftrag erteilt habe:“das kann ich leider grad nicht tun!ich muss jetzt erst…..“
    😳
    Schlimm sowas….

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  3. Vielleicht ist es vielen Eltern auch einfach „zu anstrengend“, immer wieder neu zu diskutieren und Grenzen auszuhandeln. Wnn man Kinder dazu anhält, im Haushalt zu helfen, finde ich das überhaupt nicht retro! Damit lernen sie doch, dass sie Teil eines sozialen Gefüges sind, in dem jeder Verantwortung hat. Wenn sie das nicht lernen und nicht beigebracht kriegen – na dann werden lauter kleine und später große Egoisten heranwachsen. Die Mutter, die abends von der Arbeit nach Hause kommt und den Dreck wegmacht, tut mir einerseits leid, andererseits möchte ich sagen: Frau, lass dich doch nicht mehr zum Pampel machen!

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    • Davon bin ich überzeugt. Es ist ja auch leider so, dass man die meisten Dinge schneller und mit geringerem „Nerveneinsatz“ selber erledigen kann. Mir geht es selber immer so wenn ich im Garten arbeite – wenn ich konzentriert selbst arbeite bin ich deutlich schneller (und ruhiger) als wenn ich drei Kinder nebenher beaufsichtigen muss … Aber trotzdem glaube ich, dass man das in gewissem Maße durchziehen sollte, sie lernen ja auch was dabei und irgendwann können sie´s dann 🙂

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