Strategisches Gejammer

Nummer 2 war letzte Woche krank. Bauchschmerzen. Haben wir ihr anstandslos durchgehen lassen und sie drei Tage aus der Schule zuhause behalten. Am Sonntag fängt sie plötzlich wieder an zu krächzen und zu jammern. Kopfschmerzen habe sie, diesmal. Scheinbar ist der Schmerz nur nach oben gewandert. Wie auch immer man sich das medizinisch vorzustellen hat.

Jedenfalls haben wir sie wieder zuhause gehalten. Erfahrungsgemäß können Lehrer den Unterschied zwischen echt kranken Kindern und Simulanten eh nicht erkennen, so dass wir dann am Ende die bösen Eltern sind, die das arme kranke Kind in die Schule schicken. Na ja, gefühlt jedenfalls, wenn dann das Sekretariat anruft und es heißt:

„Die Nummer 2 klagt schon den ganzen Tag über Kopfschmerzen, wann kommen Sie die denn abholen? Am besten in fünf Minuten …“

Jedenfalls komme ich gerade nach Hause und höre ein Stöhnen aus dem Mencave. Kopfschmerzen, Ihr wisst schon. Ich blicke meine Frau an, die schulterzuckend meint:

„Sie ist immer noch krank, sagt sie …“

„Wie ging es ihr denn den Tag über? Hat sie da auch geklagt oder ist das nur strategisches Gejammer?“

Nummer 2 (stöhnend): „Ich habe wirklich Kopfschmerzen, schon den ganzen Tag …“

Wir blicken uns an. Es ist wie immer – so richtig glauben wir Nummer 2 nicht, dass es sooo schlimm ist … aber da ohnehin das Sekretariat anrufen wird, nachdem die Lehrer sie rausgeschickt haben, können wir uns auch das Abholen sparen und sie direkt zuhause behalten.

Ich bin nur nicht davon überzeugt, dass das ein pädagogisch korrektes Signal ist … 😉

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