Zermürbendes Gebrumme

Als Nummer 1 noch ein Baby war, gab sie sehr gerne zermürbende Geräusche von sich, wenn sie im Laufstall saß. Es war ein tiefes, brummendes „Mmmmmh – mmmmmh – mmmmmh“, ein seltsames Geräusch, das man von einem Baby eigentlich so nicht erwarten würde. Das Besondere war aber nicht nur sein Klang – auch die Dauer, mit der Nummer 1 diese Geräusche von sich geben konnte, war erschreckend. Eigentlich „brummte“ sie dauerhaft, wenn man sie absetzte.

Während meine Frau damals mit einer Freundin telefonierte (wobei sie das Baby nicht die gesamte Zeit auf dem Arm hatte, logischerweise), brummte es wieder einmal aus dem Laufstall. Nach ein paar Minuten fragte ihre Gesprächspartnerin:

„Was ist denn das für ein zermürbendes Geräusch? Habt Ihr die Handwerker da?“

Meine Frau erwiderte trocken: „Das ist das Baby.“

„Nein, ich meine dieses Brummen, das Baby höre ich nicht …“

„Ich weiß. Es ist das Baby, das diese Geräusche macht.“

Heute, fast zwölf Jahre später, erklärte uns Nummer 1, was das Geräusch damals bedeuten sollte. Als sie nämlich Nummer 4 im Laufstall liegen sah und meine Frau sie darauf hinwies, dass dieses Baby nicht die ganze Zeit brummt, meinte sie grinsend:

„Das kommt schon noch. Das sollte damals bei mir sowieso nur heißen:

Booooo-rrriiing! Boooooo-rrriiing! Boooooo-rrriiing!

Elternkacke

Meine Frau hat von einer Freundin vor einer Woche das Buch „Kinderkacke“ ausgeliehen bekommen. Seitdem hatte sie ein wenig Zeit es durchzulesen und teilte auch einiges davon mit mir. Das führte zu einer interessanten Entwicklung.

Grundsätzlich gehören wir nämlich durchaus nicht zur „Wenn-Du-Deine-Kinder-liebst-ist-alles-immer-super“-Fraktion, die ja in dem Buch ein wenig auf die Schippe genommen wird. Das Leben als Eltern kann mitunter ganz schöner Mist sein, aber weil man immer befürchtet von seiner Umwelt mit dem Totschlagargument „Das habt Ihr Euch ja selber ausgesucht“ plattgemacht zu werden, zögert man oft, dies auszusprechen.

(Korrigiert mich wenn ich falsch liege)

Dieses Argument lässt sich auch gut anwenden bei:

  • Eheproblemen
  • Nerviger Arbeit
  • Dämlichen Vermietern
  • Dispokrediten
  • Brazilian Waxing

Aber ich schweife ab. Eigentlich sollte daher Kinderkacke offene Türen bei mir einrennen. In Wirklichkeit bekam ich aber das Gefühl: „Ihr jammert sehr viel.“* Ich liste hier mal ein paar Punkte locker auf:

  • Total viele Paare trennen sich nach der Geburt? Vielleicht war die Beziehung vorher schon nicht tragfähig für eine Extremsituation …
  • Der männliche Part im Buch jammert weil es in den Ohren klingelt wenn seine Frau unter Geburtsschmerzen schreit? Wow, das untertrifft ja alle Maßstäbe männlicher Nutzlosigkeit im Kreißsaal …
  • Zwei Kinder, eine kleine Wohnung – und der Haushalt geht den Bach runter, die Frau liegt szenenweise komatös auf der Couch? Na, das sollten wir uns mal erlauben hier.
  • Der Vater ist komischerweise immer super relaxt, wenn er sich um die Kinder kümmert? Kein Wunder, wenn er überhaupt keine Hausarbeit nebenher macht!

Und das alles schon in einer absoluten Luxussituation mit reduzierter Arbeitszeit und einem Verlag im Rücken 😉

Was jetzt nicht heißt, dass ich die Intention, Eltern ein wenig das Jammern zu erlauben, nicht zu schätzen wüsste. Im Ernst, ich halte dieses Thema sogar für so wichtig dass ich es noch ein wenig ausführen möchte.

Früher ™ war es einfach ganz normal, Eltern zu werden – sprich man konnte sich dann gegenseitig über die Härten des Lebens beklagen, mit einem x-beliebigen Fremden auf der Straße, und fand zumindest grundlegendes Verständnis. Heute sind Kinder ja so optional, dass man dann bitte für seine extravagante Lebensentscheidung zur Fortpflanzung auch geradestehen sollte – viele verständnislose Nicht-Eltern leiden ja schon genug darunter, dass wir Eltern keine Steuern zahlen und immer um 15.30 Uhr Feierabend machen. Wir haben es ja alle nicht leicht.

Von daher finde ich die Grundidee des Buches sehr in Ordnung – nur die Ausführung hat halt zwischendurch genervt. Man nimmt schon eine Menge in Kauf für die, die man liebt. Aber ein ganzes Buch monothematisch damit vollzuschreiben wäre mir etwas peinlich. Vielleicht führe ich dafür hier ja mal eine Kategorie „Elternkacke“ ein.

Wenn sich dann herausstellt, dass die schneller wächst als alle anderen, nehme ich alles zurück (und veröffentliche es als Buch) 😉

* Das soll eine popkulturelle Referenz auf den 13. Krieger darstellen, verstehe es wer will.

Die Bequemlichkeit der Eltern

Immer wieder muss man mit seinen Kindern ja über Dinge wie Aufräumen, Aufgaben im Haushalt und Ähnliches reden. Gerade bei vielen Kindern beantworten diese Anfragen wie „Räumt Ihr gleich kurz die Spülmaschine aus?“ gerne durch

a) wegducken,

b) über Kreuz aufeinander zeigen,

Auf jeden Fall aber nicht durch

c) Spülmaschine ausräumen.

Nummer 1 beantwortete letztens die Bitte meiner Frau, sich mal kurz um Nummer 4 zu kümmern, mit folgender Gegenfrage: „Was machst DU denn in der Zeit?“

(Unnötig zu erwähnen dass meine Frau es mit einer ironischen Tirade konterte, die sich aus „Spa-Tag“, „Mittagsschlaf“ und „sich eine Flasche Whisky auf der Couch reinpfeifen“ zusammensetzte)

Ich sah mich daraufhin genötigt, die Kinder einmal über Effizienz aufzuklären.

Ich: „Nummer 1, warum glaubst Du, bitten wir Dich, die Spülmaschine auszuräumen?“

Nummer 1: „Damit die Spülmaschine ausgeräumt wird?“

Ich: „Schon, aber warum glaubst Du machen wir es nicht selber, sondern fragen Euch?“

Kurze Suche nach der sozial erwünschten Antwort. Nummer 1: „Damit wir es lernen?“

Ich: „Korrekt. Glaubst Du, es ist eine Hilfe, wenn Ihr das macht? Also dass es schneller geht oder uns weniger Arbeit macht?“

Nummer 1: „Na, Ihr müsst es dann ja selbst nicht machen …“

Ich: „Schon – aber das gleicht Ihr dadurch aus dass wir uns über Euch ärgern müssen. Wir bitten Euch niemals darum, etwas im Haushalt zu machen, weil das eine echte Hilfe wäre. Alles, worum wir Euch bitten, können wir selber schneller und mit weniger Gemecker. Wenn wir Euch etwas machen lassen, behindert uns das in Wirklichkeit bei der Erledigung der Aufgabe. Wir haben dadurch also in Wirklichkeit mehr Arbeit. Aber wir machen es trotzdem … warum nochmal?“

„Damit wir etwas lernen …“

Es war interessant zu sehen dass es wirklich „Klick“ bei ihr gemacht hatte. Tief in sich drin hatte sie nämlich doch vermutet, dass wir das eigentlich doch aus Faulheit machen. Damit ist sie ja nicht allein – Eltern werfen sich ja gerne selber vor dass es nur ihre Bequemlichkeit ist, wenn die Kinder selbst was machen müssen.

Dabei ist das Gegenteil der Fall: Es ist praktisch immer deutlich bequemer, die Aufgabe schnell selbst zu erledigen, als sich mit bockigen, diskutierenden, flüchtenden Kindern auseinanderzusetzen. Bis sie irgendwann ein Alter erreicht haben, in dem sie halbwegs gewissenhaft und verlässlich Aufgaben übernehmen können.

Aber ich glaube, bis dahin ziehen sie aus. 😉

Catwalk

Gestern Abend sprachen wir mit Nummer 1 und 2 darüber, für was sich ihre Freundinnen so interessieren. Unter anderem kam da auch das Thema Fernsehsendungen auf. Meine Frau fragte, ob die auch „Angelo in der Calzone“ gucken würden (unser familieninternes Codewort für eine Sendung – schwer zu erraten).

Die Mädels meinten, Germany´s Next Topmodel wäre momentan sehr populär. Meine Frau und ich warfen uns einen kritischen Blick zu. GNTM ist einerseits pädagogisch fragwürdig für 10- und 11-jährige Mädels (Konzept: Seht her ich bin ja so hübsch – und bin bereit ALLES für Eure Aufmerksamkeit zu tun!). Andererseits kann ich die Sendung spätestens seit der genialen Switch-Parodie nicht einmal mehr angucken, ohne mich totzulachen 🙂

Wir sahen uns daher gezwungen pädagogisch einzugreifen.

Meine Frau: „Germany´s Next Topmodel ist doch Hirnmüll – das Fernsehäquivalent einer Katzenschau. Die laufen da alle rum, lassen sich bewerten, und am Ende wird die Hübscheste von der Jury gewählt. Genau wie bei Katzen.“

Kurzes Schweigen. Dann Nummer 1: „Deswegen heißt es wohl auch Catwalk.“

Abgeschrieben

Meine Frau hat gerade den letzten „Übermüdungsbeitrag“ gelesen. Daraufhin meinte sie, ich sollte das noch ergänzen.

„Letztens musste ich beim Rückbildungsgymnastik-Kurs ein Formular ausfüllen. Leider hatte ich mein Geburtsdatum vergessen – den Namen hatte ich so gerade noch hinbekommen. Also schielte ich rüber zu meiner Nachbarin, in der Hoffnung, ich könnte abschreiben.“

 

Wanted for … ja was nochmal?

Meine Frau kam letzte Woche von einem Spaziergang nach Hause und meinte:

„Verdammt, bin ich schon wieder übermüdet.“

Ich: „Wieso? Was ist denn los?“

Sie: „Da hing so ein ‚Katze gesucht‘-Plakat an einem Baum. Und ich lief da vorbei und fragte mich: Was kann die Katze denn schon verbrochen haben?

Was soll ich sagen, ich musste ihr zustimmen.

Computermesse und Internet

Computermesse und Internet

Ich habe mich die letzten beiden Tage beruflich auf der Cebit rumgetrieben. Daher habe ich den Kindern an zwei Abenden per Facetime gute Nacht gesagt – eigentlich ganz nett, ich glaube Vodafone wollte uns genau das schon vor zehn Jahren in der Werbung verkaufen …

Na ja, jedenfalls waren die Mädels natürlich davon fasziniert, dass ich auf einer Messe war, die auch im Fernsehen erwähnt wurde. Nummer 3 fragte daher einmal:

„Was ist denn nochmal die Cebit eigentlich?“

Ich lieferte eine Kurzerklärung zum Thema Messe ab und schloss mit der Aussage, dass es eben eine „Computermesse“ sei. Noch immer ein wenig fasziniert fragte Nummer 2, ob ich nicht mal von der Messe per Facetime anrufen könnte. Das ist natürlich etwas schwierig, da es da kein Netz gibt und ich meist nicht mal Mails empfangen konnte – geschweige denn Videotelefonieren. Also antwortete ich:

„Tut mir leid, da gibt es kein Internet, da geht das nicht.“
Dazu Nummer 3: „Das ist aber ganz schön peinlich, dass es auf einer Computermesse kein Internet gibt.“

Was soll ich sagen? Recht hat sie. 🙂