Beim Kinderarzt

Heute: Impftermin mit Nummer 4. Nummer 2, wie immer unzertrennlich, wollte mit. Gut, haben wir genehmigt – rübergefahren und ab in die Praxis.

Nachdem die Arzthelferin sagte, wir sollten Nummer 4 schon mal ausziehen, prustete Nummer 2 ihm auf den Bauch. (Gibt es einen adäquateren Begriff für „Pupsgeräusche durch Draufpusten machen?“)

Ich hörte eine Weile zu. Dann fiel mir etwas auf – da war ein nur allzu bekannter Rhythmus in den „Pfrrt“-Lauten zu erkennen …

Plötzlich war es mir klar.

„Nummer 2, hör auf den Imperial March auf Deinem Bruder zu pupsen!“

Für was man heutzutage ein Kochrezept benötigt

Einige von Euch haben ja bei meinen diversen Ausführungen zum Thema Ernährung mitbekommen, dass ich dann und wann mal koche. Dabei gibt es zwischen meiner Frau und mir immer eine Art Kampf um die Zukunft des Kochbuchs: Werden die Rezepte online gesammelt oder in einem Ordner? (Antwort: beides) Suchen wir die Rezepte von Hand aus einem Buch oder per Suchfeld auf einer Webseite?

Ich bin im Zweifelsfall ja immer für die Webseite und muss gestehen, dass Chefkoch für mich eine wichtige Quelle für Rezepte ist. Zwar gibt es einen gewissen Fundus, aber ich neige dazu nicht so gerne immer das gleiche zu kochen. Außerdem: Wir essen ja jetzt auch weniger Fleisch, und daher brauche ich neue Inspirationen. Also habe ich in den letzten Wochen Samstagmorgens immer den Rechner aufgeklappt und nach neuen Rezepten gesucht. Kindertaugliche Rezepte gibt es ja viele, die Kunst ist es ja Rezepte zu finden die auch erwachsenentauglich sind. (Nein, nur weil ich Kinder habe möchte ich nicht immer nur Pfannkuchen und Pizza essen)

Chefkoch ist ja irgendwie ein ganz eigener Kosmos. Nicht zu selten stoße ich da auf überraschende Kreationen wie:

„Fifis besonders leckere Pommes“

Kaufen Sie eine Tüte Tiefkühlpommes. Öffnen Sie die Tüte. Schütten Sie die Pommes auf ein Backblech (oder besonders lecker: in die Friteuse) und backen/ frittieren Sie sie für XY Minuten. Dazu schmeckt am besten Ketchup oder Mayonaise. Lecker!

(Bevor sich jemand wundert: das ist eine dramaturgische Überspitzung – ich hoffe dass es Fifis leckere Pommes nicht gibt)

Ich frage mich dann immer: Wie kommen Fifi und Co. darauf, dass Sie mit Ihrer scheinbar nicht so überragenden Kochkunst unbedingt einen Beitrag zur kulinarischen Kultur im Internet leisten müssten? Ich meine, ich stelle mein berühmtes Rezept für Grießbrei mit Nutella (ein Klassiker, allein deshalb wollten die Mädels einen kleinen Bruder haben – damit sie was abbekommen wenn er erst einmal löffeln kann) ja auch nicht bei Chefkoch ein:

Kaufen Sie eine Packung Grießbrei zum Anrühren. Mischen Sie das Grießpulver mit heißem Wasser, bis es einen Brei ergibt. Rühren Sie dann einen Löffel Nutella hinein.

Aber vielleicht sollte ich ja mal.

Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen.

Irgendwie haben sich gestern deutlich mehr Besucher auf meinen kleinen Blog hier verirrt als üblich. Heute morgen erhielt ich dann die Erklärung: Essential Unfairness ist jetzt ein Freshdads-Blog geworden (Yippie!).

Na ja, diese eigentlich sehr erfreuliche Tatsache bringt mir jetzt direkt ein schlechtes Gewissen ein. Denn mir ist klar, dass die letzten Wochen sicherlich nicht meine stärksten als Blogger waren. 😦 Ich nehme diese meine 15 Minuten Ruhm jetzt zum Anlass mir noch einmal vorzunehmen die Schlagzahl und inhaltliche Tiefe hier wieder auf Vor-totale-Übermüdung-durch-Baby-und-Stress-durch-neuen-Job-Niveau zu bringen.

Und um eventuelle Fragen gleich vorweg zu nehmen: Ich bin meinen Arbeitgeber treu geblieben – aber mein Aufgabenbereich hat sich zu Jahresgewinn erheblich erweitert. Das und Nummer 4 zusammen schafft mich momentan ganz ordentlich …

Das Schlechteste erwarten und (nicht mehr) auf das Beste hoffen

Unsere Mädels untertreffen – wie alle Kinder – mitunter unsere Erwartungen. Und wie alle Eltern sind wir dann frustriert, wenn die „aufgeräumten“ Sachen nur in die Ecke gepfeffert wurden, das Badezimmer voller Zahnpasta klebt oder die Arbeitplatte in der Küche mit Honig, Nutella und Schmierkäse überzogen ist.

Da wir ja (relativ) viele Kinder haben, kommt da manchmal einiges an unerfüllten Wunschträumen Erwartungen zusammen. Ein beliebtes Ziel unseres Frustes ist dann Nummer 2, der wir durch ihre Gerissenheit sehr gerne unterstellen, dass jede Vergesslichkeit oder Nachlässigkeit in Wirklichkeit nur getarnte Faulheit ist. Und auch bei scheinbar positiven Aktionen sagen wir ihr gerne schon einmal Berechnung nach.

Als sie letzte Woche wieder einmal zum Ziel solcher (natürlich haltlosen) Unterstellungen wurde, meinte sie:

„Boah Mama, Du bist viel zu miesgläubig!“

Wendeteppich

Nummer 2 durfte heute Feuer im Ofen machen. Leider legte sie dabei den Schürhaken auf unseren teuren (na ja, was man sich mit Kindern halt so „teures“ kauft – er war jedenfalls nicht von Ikea) Teppich und hinterließ ein 1a Brandzeichen.

Nach dem ersten Schock fiel uns auf, dass sie den Schaden nur an einer Ecke angerichtet hatte und dass wir den Teppich so drehen können, dass der Brandfleck unter der Couch verschwindet (puuuh …). Es enststand folgender Dialog:

Meine Frau: „Na ja, drehen wir den Teppich halt um, dann sieht man immerhin nichts …“

Nummer 1 (hebt den Teppich misstrauisch an einer Ecke an): „Du, Mama, ich glaube die Rückseite sieht aber nicht sooo schön aus …“

Mist. Hätten wir uns mal einen Wendeteppich gekauft.