Sehr geehrte Frau Dingenskirchen …

Meine Frau arbeitet ja freiberuflich. Das bedeutet (leider), dass es für sie keine tollen Mutterschutz- oder Mutterschaftsgeldleistungen gibt, sondern stattdessen … gar nichts. Aus diesem Grund brauchen wir für unseren Cashflow Eltern- und Kindergeld für Nummer 4 etwas dringender.

Als es also daran ging, diese Leistungen zu beantragen, wollten wir ein nettes Anschreiben mit dazulegen. Das hatte eine freundliche Dame meiner Frau so empfohlen. „Ich bin ganz groß in professioneller Freundlichkeit,“ meinte ich. „Das übernehme ich.“ Also setzte ich mich daran:

„Sehr geehrte Frau Dingenskirchen,

als Freiberuflerin habe ich leider weder Anspruch auf…“ undsoweiter.

Von meiner Arbeit bin ich es gewohnt, Texte für oder über Leute zu schreiben, deren Name ich nicht kenne , daher fiel mir das nicht weiter auf. Auch wenn „Dingenskirchen“ natürlich nicht der professionelle Platzhalter für diesen Fall ist. Als der Drucker nicht funktionierte (mein Macbook war vor drei Monaten abgeraucht und komplett neu aufgesetzt worden, so dass es ihn noch nicht „kannte“), mailte ich das Dokument schnell an meine Frau. Kurz noch den Namen der Dame rausgesucht, die uns bearbeiten sollte, und ab dafür.

Eine Minute später schob meine Frau den Ausdruck in mein Sichtfeld.

„Fällt Dir hier was auf?“, fragte sie. Ich runzelte die Stirn.
„Da steht irgendwie noch ‚Sehr geehrte Frau Dingenskirchen‘„, hüstelte ich. „Das hätte uns vermutlich nicht so gut weitergeholfen…“

Das Ende der Geschichte: Der Antrag wurde in Rekordzeit bearbeitet. Dafür schickte meine Frau noch eine Danke-Ecard an Frau Dingenskirchen, und sogar die Überweisung kam noch vor Weihnachten. Manchmal ist echte Freundlichkeit eben doch besser als professionelle …

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2 Gedanken zu “Sehr geehrte Frau Dingenskirchen …

  1. Hallo, ich bin erste heute auf euren Blog gestoßen – und musste natürlich gleich im Archiv stöbern 😉 schöne Geschichten, vielen Dank dafür!
    Nur eins: ich verdiene auch freiberuflich mit Texten mein Geld. Krankenversichert über die KSK (wie die Dame eures Hauses bestimmt auch?) besteht absolut Anspruch auf Mutterschaftsgeld! Das durfte ich allerdings meiner Krankenkasse auch erst mal erzählen vor einigen Jahren, von allein wusste man das dort nicht. Vergleichsgröße ist ein deutsches Durchschnittsgehalt.
    Jetzt nutzt es euch wahrscheinlich nicht mehr so viel, aber wer weiß – rückwirkende Beschwerde 😉

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    • Hallo Viermaleins, danke für den Kommentar und den Hinweis! Leider ist Ms. Essential nicht in der KSK – ich glaube dann sieht die Situation noch mal anders aus leider … Aber vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen Leser/in 🙂

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