Arbeitsmoral

Seit wir ein Haus gekauft haben, sind wir immer wieder auf die Hilfe von Spezialisten jeder Couleur angewiesen. Vornehmlich handelt es sich um Handwerker, davon natürlich einige unterschiedliche „Sorten“. Alle haben jedoch eins gemein: Sie zeichnen sich durch eine Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit aus, wegen der ich schon lange arbeitslos wäre, wenn ich meinen Job so machen würde.

Ein Beispiel: Wir versuchen seit mehr als einem Jahr, einen Wasserschaden reguliert zu bekommen (den übrigens schlampige Handwerker verursacht haben). Normalerweise würde man ja jetzt erwarten, dass die böse Versicherung uns da vielleicht Schwierigkeiten macht oder so, oder der Gutachter. Pustekuchen. Die haben alles bewertet und zahlen auch. Aber seit zehn Monaten (!) rennen wir Horden von Handwerkern hinterher, die offensichtlich keine Lust haben Geld zu verdienen. Man muss ja heutzutage wirklich dankbar sein, wenn sie einem überhaupt eine Audienz gewähren, geschweige denn sich zu einer Großtat wie dem Schreiben eines Angebots zu bequemen.

Jaja, ich vermute das Gemecker hier ist gerade nicht besonders innovativ. Man kann auch über das Wetter oder die Regierung nörgeln, das sind genauso verlässliche Quellen von Unmut. Ich habe mich jedoch sehr gewundert, als meine Frau mir letztens von unserem Freund erzählte, der Veganer, Schamane, sanftmütig und tiefenentspannt ist. Der hat letztens nämlich auch ein Haus gekauft, überschaubare 100 Quadratmeter, ganz ohne Sperenzchen wie Solaranlage oder BUS-System wie bei uns. Dieser Schamane jedenfalls, der seine Wochenenden meist meditierend in der Schwitzhütte verbringt, schrieb ihr vor einiger Zeit völlig verzweifelte E-Mails: Das Haus würde ja nicht fertig werden, die Handwerker würden einfach nicht voran kommen, die Bude wäre nicht bezugsfähig und eigentlich wolle er sie auch schon gar nicht mehr. Puh, dachte ich mir, da bin ich ja wenigstens nicht alleine, wenn sie sogar DEN in den Wahnsinn treiben. Ich bat meine Frau ihm folgendes auszurichten:

„Du kannst immerhin froh sein, dass Du nicht gebaut hast. Denn überleg einmal, wer dieses Haus gebaut hätte: Handwerker. DAS wäre wirklich schlimm geworden.“

(Disclaimer: Liebe Handwerker unter meinen Lesern, ich bin mir sicher dass dies nicht für Euch gilt. Aber leider kommen zu mir scheinbar fast nur die schwarzen Schafe – bis auf unseren Haustechniker, den ich hier lobend erwähnen muss 🙂 )

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Ein Gedanke zu “Arbeitsmoral

  1. Pingback: Abrissplanung | Essential Unfairness

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