Mittagsmessen

Heute habe ich im Stau Gelegenheit gehabt, ein bißchen mehr WDR 5 zu hören als üblich. Es gibt heute einen Thementag „Essen für Kinder“ (ja, liebe Redaktion, das ist nicht der Titel sondern nur das was hängenbleibt). Neben Johann Lafer, der sich selbst dazu gratulierte dass er ein Kantinenessen für nur etwas mehr als 4,20 Euro hinbekommt, fand ich einen Beitrag über den täglichen Kampf beim gemeinsamen Essen interessant.

Einhellig hieß es da, dass Kinder eigentlich immer nur Pizza, Pommes und Nudeln als Lieblingsessen haben und ihre Eltern bei allem, was in die Kategorie „Gemüse“ fällt, mit Verachtung strafen. Das ist für mich nun wirklich nicht neu. Was mir aber auffiel war die Auswahl der Gegenstrategien der Eltern: zum Aufessen zwingen (altmodisch und zu Recht verpönt), der „Probierlöffel“ oder – jetzt kommt’s – für jeden einzeln etwas kochen was er mag.

Woah, wer hat denn dafür Zeit? Und kann man das als Gegenstrategie überhaupt gelten lassen? Da ließen sich doch allen Ernstes Eltern zitieren die sagten, dass sie manchmal für vier Personen vier unterschiedliche Mahlzeiten auf dem Tisch haben. Prost Mahlzeit, sage ich da.

Habe mich auch gewundert dass so etwas Simples wie das Ködern mit Nachtisch (beziehungsweise die Drohung von Nachtischentzug) nicht vorkam. Ja, pädagogisch mag man das diskutieren, es hat aber einen gewissen Effekt. Vor allem aber, so ist mein Eindruck, kommt es auf Durchsetzungsvermögen seitens der Eltern an. Vor einer Weile habe ich angefangen, relativ regelmäßig das Kochen am Wochenende zu übernehmen. Mittlerweile haben diverse andere Aufgaben das wieder eingedämmt, aber der Punkt ist: da ich vätertypisch etwas egoistischer bin als meine Frau habe ich den Mädels gesagt, dass es nur zwei erlaubte Meinungsäußerungen zu meinem Essen gibt: entweder es schmeckt gut, oder es schmeckt sehr gut. Wer motzt, lange Gesichter zieht oder Ekel auch nur andeutet beendet seine Mahlzeit sofort.

Zwei, drei Mal mussten wir das durchziehen, aber dann war es mehr oder weniger akzeptiert. Klar, wir servieren keinen Rosenkohl oder so, aber kinderfreundliches Essen muss ganz einfach akzeptiert werden. Mir schmeckt schließlich auch nicht immer alles gleich gut. Vermutlich wirkt die strikte Kommunikationsvorgabe ähnlich wie das System Kindergarten. Denn da, berichtete WDR 5, essen die kleinen Miesepeter komischerweise alles (was wir bestätigen können). Weil nicht so ein Aufheben um jedes einzelne Kind gemacht wird und man mit Gemotze folglich keine Aufmerksamkeit abstaubt.

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